Neuemissionen zeichnen (IPO) – Wie kommt man an die Aktien von neuen Unternehmen?

Neuemissionen (IPOs) haben sich zu einem der faszinierendsten Bereiche des modernen Kapitalmarkts entwickelt. Nach einem verhaltenen Jahr 2025 erlebt der IPO-Markt 2026 tatsächlich eine Renaissance: In den ersten neun Monaten 2026 kletterte das weltweite Emissionsvolumen laut EY auf ein Rekordniveau von rund 287,5 Milliarden US-Dollar (+151% ggü. Vorjahr) bei insgesamt 888 Börsengängen – maßgeblich getragen von wenigen Mega-Emissionen. Allen voran SpaceX: Elon Musks Raumfahrtunternehmen ging am 12. Juni 2026 mit einer Bewertung von rund 1,77 Billionen US-Dollar an die Nasdaq und sammelte dabei rund 86 Milliarden US-Dollar ein – der größte Börsengang der Geschichte, mehr als dreimal so groß wie der bisherige Rekordhalter Saudi Aramco (2019). Im dritten Quartal folgten das Nasdaq-Listing von SK Hynix (26,5 Mrd. USD) und der chinesische Speicherchip-Hersteller CXMT (9,8 Mrd. USD). Der Markt wird weiterhin von Megatrends wie Künstlicher Intelligenz, Raumfahrt, Energieinfrastruktur und Verteidigungsindustrie dominiert: Anthropic hat Ende Oktober 2026 seinen Börsenprospekt für die Nasdaq veröffentlicht, im Raum steht eine Bewertung von 1,5 bis 2 Billionen US-Dollar. OpenAI plant den Börsengang dagegen erst für 2027. In Deutschland zählte EY bis Ende September acht Börsengänge mit einem Platzierungsvolumen von rund 935 Millionen Euro, darunter ASTA Energy Solutions, Gabler Group und VINCORION. Der eigentlich größte deutsche IPO-Kandidat, der Panzerbauer KNDS, sagte seine Erstnotierung im Juli überraschend ab, und auch TK Elevator wird nicht an die Börse gehen, sondern vom finnischen Konkurrenten Kone übernommen. In unserem Ratgeber erfahren Sie, wie und wo Privatanleger bei Neuemissionen partizipieren können und welche Chancen und Risiken bei dieser volatilen Investmentform zu beachten sind.
Inhaltsverzeichnis
- Was ist eigentlich eine Neuemission von Wertpapieren?
- Was versteht man unter IPO
- Welche Chancen und Risiken gibt es beim Erwerb von Neuemissionen?
- Neu 2026: Deutsche Erstnotierungen und der Rekord-IPO SpaceX
- TKMS-IPO: Ein Erfolgsbeispiel aus dem Oktober 2025
- Ottobock-IPO: Solides Debüt im Medizintechnik-Sektor
- Circle Internet Group: Volatiler Start im Krypto-Sektor
- ASTA Energy Solutions: der stille Star des Jahres 2026
- CSG: Fulminanter Start, deutlicher Rückschlag
- VINCORION und Gabler Group: Zwei weitere deutsche Rüstungs-IPOs
- Neu emittierte Wertpapiere kaufen
- Wichtige Begriffe bei Neuemissionen kurz erklärt
- Geplante IPO´s / Überblick anstehender Neuemissionen für 2026
- Die Mega-IPO-Kandidaten 2026 im Detail
- Bereits durchgeführte IPO´s der vergangenen Jahre
Was ist eigentlich eine Neuemission von Wertpapieren?
Eine Neuemission bezeichnet die erstmalige Einführung von Wertpapieren in den organisierten Kapitalmarkt – ein komplexer Prozess, der Unternehmen den Zugang zu institutionellem und privatem Kapital verschafft. Dabei können verschiedene Arten von Wertpapieren emittiert werden: Aktien zur Eigenkapitalbeschaffung, Unternehmensanleihen zur Fremdkapitalaufnahme oder Fondsanteile bei Investmentgesellschaften.
Das primäre Ziel einer Neuemission liegt in der strategischen Kapitalbeschaffung – sei es für Wachstumsinvestitionen, Schuldenabbau, Forschung und Entwicklung oder die Finanzierung von Übernahmen. Moderne Neuemissionen werden typischerweise von einem Konsortium führender Investmentbanken begleitet, die als Underwriter fungieren und den komplexen Prozess des IPO (Initial Public Offering) orchestrieren. In der heutigen digitalen Ära haben sich auch alternative Emissionsformen wie Direct Listings oder SPAC-Transaktionen etabliert, die Unternehmen flexiblere Wege an die Börse ermöglichen.
Was versteht man unter IPO
„Going public“ oder Initial Public Offering = IPO markiert den Übergang eines Privatunternehmens zu einem börsennotierten Konzern – einen der bedeutsamsten Meilensteine in der Unternehmensgeschichte. Dieser Transformationsprozess ermöglicht es erstmals, Unternehmensanteile über regulierte Kapitalmärkte an eine breite Investorenbasis zu veräußern. Moderne IPOs können verschiedene Formen annehmen: Primäremissionen mit neu geschaffenen Aktien zur Kapitalerhöhung, Sekundäremissionen aus Bestandsaktionärsverkäufen oder Mischformen beider Varianten.
Die Orchestrierung erfolgt durch ein oder mehrere Investmentbanken, die als Lead Underwriter fungieren und komplexe Aufgaben übernehmen – von der Bewertungsfindung über die Investorenansprache bis zur Preisbildung und Marktplatzierung. Diese Konsortialbanken übernehmen typischerweise auch eine Preisstabilisierungsgarantie, die dem Emittenten einen Mindesterlös zusichert. Als innovative Alternative zu traditionellen IPOs haben sich in den letzten Jahren SPACs (Special Purpose Acquisition Companies) etabliert – sogenannte „Mantelgesellschaften“, die bereits börsennotiert sind und später mit operativen Unternehmen fusionieren.
Der strukturelle Ablauf moderner IPOs gliedert sich in drei strategische Phasen:
- Die Planungsphase umfasst Due Diligence, Unternehmensbewertung und die Auswahl der Konsortialführer,
- die Vorbereitungsphase beinhaltet Prospekterstellung, Roadshow-Organisation und regulatorische Genehmigungen,
- während die Prozessphase das eigentliche Bookbuilding, die Preisfestsetzung und den ersten Handelstag abdeckt.
Die globale IPO-Landschaft zeigt beeindruckende Dimensionen. Nachfolgend haben wir Ihnen die Entwicklung der weltweiten IPO-Aktivität der vergangenen Jahre visualisiert:
Welche Chancen und Risiken gibt es beim Erwerb von Neuemissionen?
IPO-Investitionen repräsentieren eine der faszinierendsten, aber auch komplexesten Anlageklassen des modernen Kapitalmarkts. Die Attraktivität liegt zunächst im exklusiven Zugang zu innovativen Unternehmen in ihrer dynamischsten Wachstumsphase – bevor sie zum Allgemeingut etablierter Börsenindices werden. Viele erfolgreiche IPOs zeigen bereits am ersten Handelstag spektakuläre Kursgewinne, da institutionelle Nachfrage und Retail-Interesse auf ein bewusst begrenztes Aktienangebot treffen. Diese künstliche Knappheit, kombiniert mit dem „Fear of Missing Out“-Effekt (FOMO), kann zu erheblichen kurzfristigen Wertsteigerungen führen.
Die Kehrseite dieser Medaille offenbart sich jedoch in der Langfristbetrachtung: Studien zeigen, dass eine beträchtliche Anzahl von IPO-Unternehmen ihre ursprünglichen Bewertungsversprechen nicht erfüllen kann und Jahre später deutlich unter dem Emissionskurs notiert. Faktoren wie überzogene Wachstumsprognosen, unerprobte Geschäftsmodelle, regulatorische Herausforderungen oder sich wandelnde Marktbedingungen können zu nachhaltigen Enttäuschungen führen. Wie schnell sich das Blatt wenden kann, zeigt das Jahr 2026 eindrücklich: Sowohl SpaceX als auch die Czechoslovak Group (CSG) verzeichneten am ersten Handelstag spektakuläre Kursgewinne. Die SpaceX-Aktie rutschte anschließend zeitweise deutlich unter den Ausgabepreis, bevor sie sich nach den ersten Quartalszahlen wieder erholte, während CSG bis Oktober 2026 rund 45% unter dem Ausgabepreis notiert. Auch ASTA Energy Solutions, lange der Überflieger unter den deutschen Neulingen, hat seit dem Rekordhoch im Juni rund ein Drittel an Wert verloren.
Eine Neuemission ist daher keineswegs ein Garant für Investitionserfolg, sondern erfordert sorgfältige Due Diligence und Risikoabwägung! Moderne IPO-Investoren müssen zudem mit erheblicher Volatilität rechnen – Kursschwankungen von 20-50% in den ersten Handelswochen sind keine Seltenheit. Diese Schwankungen können sowohl durch fundamentale Unternehmensentwicklungen als auch durch spekulative Marktdynamiken und institutionelle Gewinnmitnahmen ausgelöst werden. Ein weiterer Faktor ist das Ende von Lock-up-Fristen: Werden größere Aktienpakete von Altaktionären frei handelbar, kann das den Kurs zusätzlich belasten.
| Positive Beispiele für Neuemissionen 2025 | |||
|---|---|---|---|
| Quelle: ariva.de, finanzen.net / Stand: Oktober 2026 | |||
| Unternehmen | ISIN | Erstkurs | Schlusskurs 1. Handelstag |
| TKMS (ThyssenKrupp Marine Systems) | DE000TKMS001 | 60,00 EUR | 81,10 EUR |
| Circle Internet Group | US17285W1027 | 31,00 USD (IPO-Preis) | circa 62,00 USD |
| Renk Group | DE000RENK730 | 15,00 EUR | 22,30 EUR |
| Aumovio | DE000AUM0V10 | 30,00 EUR | 30,60 EUR |
Neu 2026: Deutsche Erstnotierungen und der Rekord-IPO SpaceX
Auch 2026 lieferte bereits zahlreiche bemerkenswerte Börsengänge. Die folgende Übersicht zeigt die bislang wichtigsten Neuemissionen des laufenden Jahres samt Kursentwicklung:
| Bereits durchgeführte Neuemissionen 2026 (Auswahl) | ||||
|---|---|---|---|---|
| Kurse gerundet, Stand: Ende Oktober 2026. Quelle: boerse.de, finanzen.net, Unternehmensangaben | ||||
| Unternehmen | Erstnotiz | Ausgabepreis | Kurs aktuell | Performance |
| SpaceX | 12.06.2026 | 135,00 USD | circa 147 USD | rund +9% |
| SK Hynix (ADR, Nasdaq) | 10.07.2026 | 149,00 USD | circa 143 USD | rund -4% |
| CXMT (ChangXin Memory Technologies) | 27.07.2026 | 8,66 CNY | circa 47 CNY | rund +440% |
| ASTA Energy Solutions | 30.01.2026 | 29,50 EUR | circa 50,00 EUR | rund +69% |
| Czechoslovak Group (CSG) | 23.01.2026 | 25,00 EUR | circa 13,80 EUR | rund -45% |
| VINCORION | 20.03.2026 | 17,00 EUR | circa 19,30 EUR | rund +13% |
| Gabler Group | 09.03.2026 | 44,00 EUR | circa 39,60 EUR | rund -10% |
TKMS-IPO: Ein Erfolgsbeispiel aus dem Oktober 2025
Der Börsengang von TKMS (ThyssenKrupp Marine Systems) am 20. Oktober 2025 gilt als einer der erfolgreichsten deutschen IPOs des Jahres. Der führende europäische Marineschiffbauer, spezialisiert auf nicht-nukleare U-Boote, Fregatten und maritime Systemlösungen, übertraf alle Erwartungen deutlich. Mit einem Erstkurs von 60 EUR lag die Aktie bereits weit über den Analystenschätzungen von rund 36 EUR. Im Tagesverlauf erreichte der Kurs sogar ein beeindruckendes Hoch von 107 EUR, bevor sich die Aktie bei 81,10 EUR stabilisierte – ein Plus von 35,17% zum Erstkurs.
Der Spin-Off erfolgte im Verhältnis 20:1, das heißt für 20 ThyssenKrupp-Aktien erhielten Altaktionäre automatisch eine TKMS-Aktie ins Depot gebucht. ThyssenKrupp behielt dabei eine Mehrheit von 51%, während 49% der Anteile frei handelbar sind. Die Aktien werden im Prime Standard der Frankfurter Wertpapierbörse gehandelt. Zeitweise wurde TKMS mit über 6 Milliarden Euro bewertet und war damit höher bewertet als der Mutterkonzern selbst. Seit Dezember 2025 ist TKMS im MDAX gelistet.
Das starke Interesse an TKMS ist vor allem auf das günstige geopolitische Umfeld zurückzuführen: Steigende Verteidigungsausgaben in Europa und ein hoher Auftragsbestand von rund 10 Milliarden Euro bieten dem Unternehmen Planungssicherheit für die kommenden Jahre. Analysten sehen Kursziele zwischen 74 und 100 EUR, wobei die Einschätzungen je nach Bewertung der Projekt- und Ausführungsrisiken im Schiffbau variieren. Der Börsengang von TKMS legte den Grundstein für weitere Defense-IPOs in Europa. Nach demselben Muster bringt thyssenkrupp nun auch seine Werkstoffsparte tk accelis an die Börse: Für den 28. Oktober 2026 ist die Erstnotiz im Prime Standard angesetzt, erneut erhalten die Aktionäre für je 20 thyssenkrupp-Aktien eine neue Aktie, und thyssenkrupp behält 51% der Anteile.
Ottobock-IPO: Solides Debüt im Medizintechnik-Sektor
Der Prothesenhersteller Ottobock wagte im Oktober 2025 den größten deutschen Börsengang des Jahres. Mit einem Ausgabepreis von 66 EUR am oberen Ende der Preisspanne und einem Erstkurs von 72 EUR gelang dem weltgrößten Prothesenhersteller ein überzeugendes Debüt. Das Unternehmen sammelte dabei rund 808 Millionen Euro ein und erreichte eine Marktkapitalisierung von 4,2 Milliarden Euro – der größte deutsche IPO seit der Parfümeriekette Douglas im Jahr 2024.
Die Aktie notierte in den folgenden Wochen zwischen 64 EUR und 75 EUR und zeigt damit eine stabile Kursentwicklung. Seit Dezember 2025 ist Ottobock im SDAX gelistet. Analysten bewerten das Unternehmen mit Kurszielen zwischen 74 und 86 EUR positiv, wobei vor allem die starke Marktposition, das innovative Produktportfolio und das Wachstumspotenzial in Schwellenländern hervorgehoben werden.
Circle Internet Group: Volatiler Start im Krypto-Sektor
Der Herausgeber des USDC-Stablecoins, Circle Internet Group, sorgte im Juni 2025 für einen der spektakulärsten IPO-Starts des Jahres. Mit einem Ausgabepreis von 31 USD startete das Unternehmen an der New Yorker Börse. Die Aktie schoss am ersten Handelstag auf etwa 62 USD und erreichte in den darauffolgenden Tagen fast 290 USD – ein Anstieg von über 800%. Dieser beispiellose Erfolg wurde durch die regulatorische Klarheit nach der Verabschiedung des GENIUS Act im US-Senat befeuert, der erstmals einen klaren Rahmen für digitale Assets und Stablecoins schuf.
Im weiteren Jahresverlauf kam die Aktie jedoch unter erheblichen Druck. Starker Wettbewerb im Stablecoin-Sektor, kritische Analystenstimmen und umfangreiche Insider-Verkäufe führten zu deutlichen Kursverlusten. Trotz der Volatilität gilt der Circle-IPO als Meilenstein für die Krypto-Industrie und zeigt, wie regulatorische Fortschritte die Akzeptanz digitaler Finanzdienstleistungen fördern können.
ASTA Energy Solutions: der stille Star des Jahres 2026
Der eigentliche Überraschungssieger des IPO-Jahres 2026 kommt ganz ohne Schlagzeilen aus: ASTA Energy Solutions machte am 30. Januar 2026 im Frankfurter Prime Standard den Auftakt der deutschen Erstnotierungen, zu einem Ausgabepreis von 29,50 Euro. Das österreichische Unternehmen stellt hochwertige Leiter und Wickelmaterialien für Transformatoren, Generatoren und elektrische Maschinen her – ein unscheinbares Geschäftsmodell, das an einer der stabilsten Nachfragequellen der kommenden Jahre hängt: dem globalen Ausbau der Stromnetze.
Langfristverträge mit Siemens Energy, GE Vernova und Andritz, ein im Geschäftsjahr 2025 versechsfachter Gewinn und eine Umsatzprognose von über 790 Millionen Euro für 2026 trieben den Kurs kräftig an: Von 29,50 Euro ging es im Juni zeitweise auf über 76 Euro. Im ersten Halbjahr 2026 steigerte ASTA den Nettogewinn um 125% auf 22,5 Millionen Euro und hob die Prognose für das bereinigte EBITDA auf 60 bis 64 Millionen Euro an. Dennoch setzte seit dem Sommer eine deutliche Korrektur ein, Ende September platzierte zudem ein Großaktionär 500.000 Aktien zu je 60 Euro bei institutionellen Investoren. Ende Oktober 2026 notiert die Aktie bei rund 50 Euro – immer noch rund 69% über dem Ausgabepreis und damit weiterhin die beste Performance aller deutschen IPOs 2026, deutlich vor den stärker beachteten Rüstungswerten.
CSG: Fulminanter Start, deutlicher Rückschlag
Die tschechische Rüstungsfirma Czechoslovak Group (CSG) legte am 23. Januar 2026 an der Euronext Amsterdam den größten Rüstungs-Börsengang der Geschichte hin. Der Hersteller von Munition, gepanzerten Fahrzeugen und Artilleriesystemen nahm bei einem Ausgabepreis von 25 Euro rund 3,8 Milliarden Euro ein. Am ersten Handelstag sprang die Aktie um über 31% nach oben und kletterte kurz darauf bis auf 35,50 Euro.
Seitdem ging es für die Aktie deutlich bergab: Gewinnmitnahmen im gesamten europäischen Rüstungssektor, Spekulationen über einen möglichen Waffenstillstand in der Ukraine und ein kritischer Bericht des Leerverkäufers Hunterbrook drückten den Kurs Ende Juni auf ein Tief von 12,20 Euro. Ende Oktober 2026 notiert die Aktie bei rund 13,80 Euro – gut 45% unter dem Ausgabepreis. Operativ läuft das Geschäft weiterhin solide: Im ersten Halbjahr 2026 stieg der Umsatz um gut 17% auf rund 3,25 Milliarden Euro, der Auftragsbestand liegt bei rund 17 Milliarden Euro, und die Jahresprognose wurde bestätigt. Das nächste Trading Update ist für den 11. November 2026 angekündigt. Das Beispiel CSG zeigt exemplarisch, wie schnell sich ein fulminanter IPO-Start relativieren kann.
VINCORION und Gabler Group: Zwei weitere deutsche Rüstungs-IPOs
Mit VINCORION (Erstnotiz 20. März 2026, Ausgabepreis 17 Euro) und der Gabler Group (Erstnotiz 9. März 2026, Ausgabepreis 44 Euro) wagten zwei weitere Verteidigungs- und Nischenzulieferer den Sprung an die Frankfurter Börse. VINCORION aus Wedel baut Energie- und Mechatroniklösungen für Plattformen wie den Leopard 2, den Puma sowie die Luftabwehrsysteme PATRIOT und IRIS-T und war mit einem Emissionsvolumen von bis zu 345 Millionen Euro der größte der drei deutschen IPOs des ersten Quartals. Da beim Börsengang jedoch kein frisches Kapital ins Unternehmen floss, sondern der Finanzinvestor Star Capital Anteile verkaufte, blieb die Kursreaktion zunächst verhalten. Inzwischen überzeugt das operative Geschäft: In den ersten neun Monaten 2026 steigerte VINCORION den Umsatz um 41% und hob Anfang Oktober die Jahresprognose an. Die Aktie notiert Ende Oktober bei rund 19,30 Euro und damit etwa 13% über dem Ausgabepreis.
Die Gabler Group aus Lübeck liefert Ausfahrsysteme für U-Boote und Technik für Unterwasserkommunikation, mit TKMS und Hensoldt als Kunden. Der Börsengang fiel ausgerechnet auf einen Tag mit einem Ölpreisschock am Aktienmarkt. Nach einem Hoch von 52,60 Euro im März rutschte die Aktie unter den Ausgabepreis und notiert Ende Oktober bei rund 39,60 Euro, etwa 10% unter dem Emissionskurs. Operativ meldete Gabler für das erste Halbjahr 2026 einen Umsatz von 27,3 Millionen Euro, einen Auftragsbestand von 390,4 Millionen Euro und bestätigte die Jahresprognose. Anders als bei VINCORION floss beim Börsengang frisches Kapital ins Unternehmen, das für Schuldenabbau und kleinere Zukäufe genutzt werden soll – im Oktober 2026 übernahm Gabler etwa den Spezialisten DECK Marine Systems.
Surftipp: Das könnte Sie auch interessieren, unsere Expertise zu SPACs »
Neu emittierte Wertpapiere kaufen
Die Ausgabe einer neuen Aktie bzw. Wertpapiere wird über ein Emissionskonsortium ausgeführt. Das Konsortium muss innerhalb einer vorgegebenen Frist Käufer für die Neuemissionen finden. Diese Frist nennt sich Zeichnungsfrist. Innerhalb der Zeichnungsfrist können meist institutionelle Anleger Aktien der Neuemission ordern. Als Privatanleger hingegen ist es gar nicht so einfach Neuemissionen zu zeichnen, da man dafür einen Broker benötigt, der Zugang zum Anbietermarkt hat. Einige Emittenten öffnen ihre Angebote inzwischen jedoch gezielt für Kleinanleger: So soll beim Börsengang von Anthropic Berichten zufolge ein Anteil von 15 bis 20% der Aktien an Privatanleger gehen, auch in ausgewählten Ländern des Europäischen Wirtschaftsraums.
Mögliche Optionen finden Sie hier.
Schritt 1 – das geeignete Wertpapier finden
Dazu muss man eine gewisse Recherchearbeit betreiben oder auch aufmerksam die Medien verfolgen. Ausgewählte Websites bieten Übersichtsseiten mit den anstehenden IPO´s an. Wenn man ein interessantes Unternehmen gefunden hat, sollte man sich mit dem Prospekt der Neuemission beschäftigen und erst, wenn alles für einen passt, die Zeichnung der Aktien vornehmen. Hier kann es zu unterschiedlichen Wegen einer Zuteilung kommen, diese Wege oder auch Platzierungsverfahren genannt, werden im Schritt 3 betrachtet.
Surftipp: Geplante IPO´s für 2026 »
Schritt 2 – den passenden Broker finden
Jeder Börsengang wird je nach Herkunftsland des Unternehmens auch an unterschiedlichen Handelsplätzen platziert. Es kann also sein, dass die gewünschte Zeichnung an der XETRA in Frankfurt, der NYSE in New York, der NASDAQ in New York oder auch der SSE in Shanghai erfolgen muss. Somit benötigt man einen Broker, welcher dort auch Handelsplätze betreibt. Für deutsche Anleger ist es somit recht kompliziert, an Neuemissionen im Ausland zu kommen, da die Emissionen häufig lokal beschränkt ist und die ausgebende Bank auch im Ausland sitzt.
| Beispiele für Online-Broker die Neuemissionen anbieten | ||||
|---|---|---|---|---|
| Anbieter | Zuteilung/Orderaufgabe und Orderprovision | Zum Anbieter | ||
| Börsen DE | US Börsen | Weltbörsen | ||
| Stand: Februar 2026 | ||||
| ab 4,90 EUR je Order | ab 8,90 USD | ab 0,14% des Transaktions-volumens | Weiter » | |
| 5,90 EUR | 5,90 EUR | 5,90 EUR | Weiter » | |
| 4,90 EUR + 0,25 % des Order-volumens | 7,90 EUR + 0,25 % des Order-volumens | 7,90 EUR + 0,25 % des Order-volumens | Weiter » | |
| 4,95 EUR + 0,25 % des Order-volumens | 19,90 EUR + 0,25 % des Order-volumens | 49,90 EUR + 0,25 % des Order-volumens | Weiter » | |
| 4,99 EUR + 0,25 % des Order-volumens | 9,99 EUR + 0,25 % des Order-volumens | 29,99 EUR + 0,25 % des Order-volumens | Weiter » | |
| 4,90 EUR + 0,25 % des Order-volumens | 25,00 EUR + 0,25 % des Order-volumens | 25,00 EUR + 0,25 % des Order-volumens | Weiter » | |
Schritt 3 – die unterschiedlichen Platzierungsverfahren
Hierbei wird unterschieden, ob es sich um eine Fremdoder
eine Eigenemission handelt. Bei einer Eigenemission werden die Wertpapiere ohne den Verkauf über Dritte (Broker) verkauft. Der Verkauf wird also direkt über die herausgebende Bank abgewickelt. Eigenemissionen sind jedoch eher die Ausnahme. Bei Aktien- und Anleiheemissionen wird häufig der Weg der Fremdemission gegangen. Das Emissionskonsortium, welches sich aus Brokern zusammensetzt, übernimmt die Aufgabe der Platzierung und Verteilung. Hierbei wird dann nochmals in weitere Formen der Platzierung unterteilt.
Bestens-Verfahren
Bei dieser Variante gibt es eine festgesetzte Menge an Wertpapieren zu einem festgesetzten Preis. Bei einer Überzeichnung werden die Wertpapiere dann im Zuteilungsverfahren verteilt. Diese Platzierungsart wird vornehmlich bei Anleihen genutzt.
Book-Building-Verfahren
Diese Variante wird heutzutage am häufigsten durchgeführt. Hierbei gibt das herausgebende Unternehmen beziehungsweise die begleitende Investmentbank eine Preisspanne an. Innerhalb dieser Spanne können die Konsorten Kaufgebote abgeben. Nach der Zeichnungsfrist legt dann das Konsortium den Emissionspreis fest, der sich innerhalb der Preisspanne befindet. Somit hat der Markt je nach Nachfrage den Preis bestimmt und die Emission ist meist nicht überzeichnet.
Auktions-Verfahren
Dieses Verfahren wird in Deutschland sehr selten praktiziert. In den USA hingegen kommt es häufiger zum Einsatz. Innerhalb einer Zeichnungsfrist bieten Anleger einen Preis und die gewünschte Menge. Die Konsorten nehmen alle Angebote an, welche über dem Mindestpreis liegen. Der Emittent legt dann aber am Ende einen Einheitspreis fest, so dass alle Käufer auch denselben Ausgabepreis bezahlen.
Wichtige Begriffe bei Neuemissionen kurz erklärt
Bookrunner
Die ausgewählten Banken und/oder Broker erstellen im Rahmen des IPO´s ein Orderbuch (Bookbuilding = am Buch bauen). In diesem Orderbuch werden die einzelnen Orders und deren Orderpreise einge tragen. Als Bookrunner werden diejenigen bezeichnet, die maßgeblich das Orderbuch erstellen, die Orders sammeln und schließlich dem Emittenten einen Preis vorschlagen.
Greenshoe
Dieser Begriff, welcher den Namen von einer Schuhfabrik hat, kennzeichnet die Mehrzuteilungsoption. Die emittierenden Banken und Broker erhalten die Option zusätzliche Aktien unter einem bestimmten Preis zu kaufen. Sollte die Nachfrage am Markt hoch sein, ziehen die Banken diese Option und überverkaufen die erste Emission. Wenn die Emission dann ins stocken gerät oder der Preis fällt, können die Emittenten wieder im Markt Aktien zurückkaufen und ihren Shortbestand decken.
Zeichnungsfrist
Während der Zeichnungsfrist haben die Investoren und Anleger die Möglichkeit die neuen Wertpapiere zu erwerben. Dies ist der Zeitraum, welcher auch für das Bookbuilding genutzt wird. Nach der Zeichnungsfrist wird dann der Emissionspreis offiziell verkündet und dann erfolgt die Zuteilung der neu emittierten Wertpapiere.
Lock-Up
Die Lock-Up Periode ist eine durch Vertrag geregelte Zeit, in der Aktien eines IPO’s noch nicht frei gehandelt werden dürfen, vornehmlich gilt das für Altgesellschafter und Führungskräfte. Erst nach Ablauf dieser Zeit dürfen alle Personen ihre Aktien an dem IPO-Unternehmen frei veräußern. Diese Periode wird in der Regel bei dem IPO festgelegt und beträgt meist 6 Monate oder ein Jahr. Manche Unternehmen wählen inzwischen auch gestaffelte Modelle: Bei SpaceX etwa werden Aktien von Altaktionären in mehreren Tranchen nach 70, 90, 105, 120 und 135 Tagen freigegeben.
Geplante IPO´s / Überblick anstehender Neuemissionen für 2026
Es gibt leider keine vollständige Quelle, die alle IPOs auflistet und diese Quellen sind auch nicht verlässlich, da bei IPOs immer noch kurzfristig Änderungen auftreten. Die folgende Tabelle ist somit als Momentaufnahme zu betrachten und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Die Bewertungsangaben basieren auf Medienberichten und privaten Finanzierungsrunden – tatsächliche IPO-Bewertungen können davon abweichen.
| Geplante IPO´s für 2026 | ||
|---|---|---|
| Unternehmen | Branche | Angestrebte Bewertung |
| Stand: Oktober 2026 | Quelle: Consorsbank, finanzen.net, Bloomberg, Handelsblatt, heise, EY, TrendingTopics, eigene Recherchen | ||
| Anthropic | KI (Claude) – Prospekt veröffentlicht, Nasdaq (ANT), Erstnotiz frühestens ab 16.11.2026 | 1,5-2 Bio. USD |
| OpenAI | KI (ChatGPT) – IPO voraussichtlich 2027 | circa 1,25 Bio. USD (Vor-IPO-Runde) |
| Databricks | KI/Big Data – IPO frühestens 2027 | circa 190 Mrd. USD |
| KNDS | Rüstung (D/F) – IPO im Juli 2026 abgesagt, Neustart offen | Eigentümerfamilien fordern mind. 12,5 Mrd. EUR |
| TK Elevator | Aufzugstechnik – kein IPO, Übernahme durch Kone vereinbart | Kaufpreis 29,4 Mrd. EUR |
| Revolut | FinTech/Neobank | circa 75 Mrd. USD |
| Discord | Social Media/Gaming | k.A. |
| Stripe | FinTech/Zahlungen | k.A. |
| Canva | Design-Software | circa 42 Mrd. USD |
| Celonis | Process Mining | 11-13 Mrd. USD |
| Raisin (WeltSparen) | FinTech | über 2 Mrd. EUR |
| DeepL | KI/Übersetzung | k.A. |
| Helsing | KI/Rüstung (D) | circa 12 Mrd. EUR |
| Quantum Systems | Drohnen (D) | über 3 Mrd. EUR |
| GetYourGuide | Reise-Erlebnisse | über 2 Mrd. USD |
| Mobile.de | Auto-Marktplatz | k.A. |
| Bitpanda | Krypto-Broker | k.A. |
| Kraken | Kryptobörse | k.A. |
| SumUp | Zahlungsabwicklung | k.A. |
| Flix | Fernbus & Bahn | k.A. |
| Zopa | FinTech (UK) | k.A. |
| Oura | HealthTech | k.A. |
Die Mega-IPO-Kandidaten 2026 im Detail
SpaceX: Der Rekord-Börsengang ist Realität geworden
Elon Musks Raumfahrtunternehmen SpaceX hat den mit Spannung erwarteten Börsengang am 12. Juni 2026 vollzogen. Die Aktie wird seither unter dem Ticker SPCX an der Nasdaq gehandelt. SpaceX platzierte inklusive Mehrzuteilungsoption rund 639 Millionen Aktien zu einem Ausgabepreis von 135 US-Dollar und erzielte damit ein Emissionsvolumen von rund 86 Milliarden US-Dollar – bei einer Bewertung von rund 1,77 Billionen US-Dollar der größte Börsengang der Geschichte, mehr als das Dreifache des bisherigen Rekordhalters Saudi Aramco (2019).
Der erste Handelstag verlief spektakulär: Die Aktie schoss zeitweise auf über 225 US-Dollar und machte Elon Musk kurzzeitig zum ersten Billionär der Welt. Musk hält nach dem IPO weiterhin rund 42-48% der Aktien, aber knapp 85% der Stimmrechte – normale Aktionäre haben damit faktisch kaum Einfluss auf Unternehmensentscheidungen. Die Euphorie kühlte sich in den Wochen danach spürbar ab: Ab Mitte Juli rutschte die Aktie unter den Ausgabepreis und fiel vor den ersten Quartalszahlen bis auf rund 105 US-Dollar. Die Zahlen zum dritten Quartal brachten die Wende: Der Umsatz stieg um 161% auf 14,6 Milliarden US-Dollar, der Nettogewinn lag bei 4,4 Milliarden US-Dollar. Ende Oktober 2026 notiert die Aktie bei rund 147 US-Dollar und damit knapp 9% über dem Ausgabepreis, die Marktkapitalisierung liegt bei rund 2 Billionen US-Dollar. Belastend wirken die gestaffelt auslaufenden Lock-up-Fristen der Altaktionäre. Eine Aufnahme in wichtige Indizes wie den S&P 500 gilt frühestens für Q4 2026 oder Q1 2027 als realistisch, da die Governance-Struktur (Stammaktien mit Mehrfachstimmrecht) dies zunächst erschwert.
OpenAI: Der ChatGPT-Entwickler auf dem Weg an die Börse
OpenAI hat am 8. Juni 2026 vertrauliche Börsenunterlagen (S-1) bei der US-Börsenaufsicht SEC eingereicht. Ein Börsengang noch im Jahr 2026 ist inzwischen allerdings vom Tisch: CEO Sam Altman schloss ihn im September aus, Finanzchefin Sarah Friar nannte 2027 als Zieljahr, wahrscheinlich ist die erste Jahreshälfte 2027. Als Brücke bis dahin verhandelt OpenAI über eine Finanzierungsrunde von bis zu 30 Milliarden US-Dollar. Die Bewertung vor dem neuen Kapital soll bei rund 1,25 Billionen US-Dollar liegen, nachdem Investoren bei einem zunächst angestrebten Wert von 1,4 Billionen US-Dollar Zurückhaltung gezeigt hatten.
Das Unternehmen erzielte 2025 einen Umsatz von rund 13 Milliarden USD, im ersten Quartal 2026 standen Einnahmen von 5,7 Milliarden USD Ausgaben von 3,7 Milliarden USD gegenüber. Für das Gesamtjahr 2026 rechnet OpenAI mit einem Verlust von rund 14 Milliarden USD, unter anderem wegen hoher Inferenzkosten. Ein IPO würde Investoren erstmals die Möglichkeit bieten, direkt in ein führendes KI-Modell-Unternehmen zu investieren – viele Investoren wollen zunächst jedoch abwarten, wie der Börsengang des Konkurrenten Anthropic verläuft.
Anthropic: Der KI-Herausforderer strebt an die Börse
Anthropic, Entwickler des KI-Assistenten Claude, hatte bereits im Juni 2026 – kurz vor OpenAI – ein vertrauliches S-1-Dokument bei der SEC eingereicht. Am 26. Oktober 2026 veröffentlichte das Unternehmen seinen Börsenprospekt, die Aktie soll unter dem Kürzel ANT an der Nasdaq gehandelt werden. Als federführende Konsortialbanken fungieren Goldman Sachs und Morgan Stanley, ein Handelsstart ist Medienberichten zufolge frühestens ab dem 16. November 2026 möglich. Nach einer Finanzierungsrunde im Mai 2026 war Anthropic mit rund 965 Milliarden US-Dollar bewertet worden, für den Börsengang nennen Berichte nun eine Spanne von 1,5 bis 2 Billionen US-Dollar. Damit könnte das IPO sogar den Rekord von SpaceX übertreffen.
Der Prospekt zeigt ein rasantes Wachstum: Im ersten Halbjahr 2026 stieg der Umsatz von 1,16 auf 16,3 Milliarden US-Dollar. Rund 80% der Erlöse stammen aus nutzungsabhängigen Gebühren, vor allem von Unternehmenskunden. Dem stehen langfristige Verpflichtungen gegenüber den Cloud-Anbietern Google, Amazon und Microsoft von zusammen rund 270 Milliarden US-Dollar gegenüber. Für Privatanleger interessant: Berichten zufolge sollen 15 bis 20% der Emission an Kleinanleger gehen. Den US-Vertrieb soll JPMorgan leiten, das internationale Retail-Angebot koordiniert die Citigroup – neben Großbritannien, der Schweiz, Japan, Kanada und Australien auch für ausgewählte Staaten des Europäischen Wirtschaftsraums. Ausgabepreis, finaler Termin und die konkreten Zeichnungsmöglichkeiten über deutsche Broker stehen noch nicht fest.
TK Elevator: Übernahme statt Börsengang
TK Elevator (ehemals ThyssenKrupp Elevator) galt lange als aussichtsreichster Kandidat für den größten deutschen Börsengang 2026. Der weltweit führende Hersteller von Aufzügen und Rolltreppen beschäftigt über 50.000 Mitarbeiter und erzielte im Geschäftsjahr 2024/25 einen Umsatz von 9,2 Milliarden Euro bei einem Rekord-EBITDA von 1,6 Milliarden Euro.
Die Private-Equity-Eigentümer Advent International und Cinven hatten bereits Banken für einen Börsengang mandatiert, entschieden sich nach den Marktturbulenzen im Frühjahr aber für einen Verkauf: Im April 2026 vereinbarte der finnische Wettbewerber Kone die Übernahme von TK Elevator für rund 29,4 Milliarden Euro. Ein Börsengang ist damit vom Tisch. Um die Zustimmung der EU-Wettbewerbshüter zu erhalten, soll ein Großteil des Europageschäfts von TK Elevator verkauft werden – Interesse zeigen Berichten zufolge unter anderem die japanischen Hersteller Mitsubishi Electric und Fujitec. Thyssenkrupp ist indirekt weiterhin mit gut 16% an TK Elevator beteiligt.
KNDS: Börsengang kurz vor der Ziellinie gestoppt
Der deutsch-französische Panzer- und Rüstungskonzern KNDS (Krauss-Maffei Wegmann + Nexter Defense Systems) hatte seine Erstnotiz in Frankfurt und Paris für den 13. Juli 2026 fest eingeplant – und sagte den Börsengang am 1. Juli 2026 überraschend ab. Grund waren eine zu große Bewertungslücke sowie eine kräftige Korrektur bei europäischen Rüstungsaktien in den Wochen zuvor: Die ursprünglich angestrebte Bewertung von rund 20 Milliarden Euro war zuletzt auf nur noch 12 bis 15 Milliarden Euro geschrumpft.
Vorgesehen war eine reine Platzierung von bis zu 20% der Anteile bei institutionellen Investoren, ohne öffentliches Angebot für Privatanleger. Im Zuge des IPOs sollten Deutschland (über die KfW) und Frankreich künftig je 40% an KNDS halten, mit gegenseitigem Vetorecht gegen eine Unterschreitung der 30%-Schwelle. KNDS erzielte 2025 einen Umsatz von 4,4 Milliarden Euro (+15,9%) bei einem Rekord-Auftragsbestand von 33,1 Milliarden Euro. Ende August nahm KNDS die Gespräche mit Investoren wieder auf und erwog zunächst einen Neustart in der zweiten Septemberhälfte. Dazu kam es jedoch nicht: Mittlerweile wird eine Verschiebung über das Jahr 2026 hinaus erwogen, da die deutschen Eigentümerfamilien Berichten zufolge auf einer Bewertung von mindestens 12,5 Milliarden Euro bestehen.
CXMT: Chinas zweitgrößter Börsengang aller Zeiten
Auch aus China kommt 2026 ein bemerkenswerter Mega-IPO: Der größte chinesische Speicherchiphersteller ChangXin Memory Technologies (CXMT) legte seinen Ausgabepreis auf 8,66 Yuan (umgerechnet rund 1,20 US-Dollar) je Aktie fest und sammelte am Shanghaier Star Market, dem Börsensegment für Technologie- und Wachstumsunternehmen, rund 66,6 Milliarden Yuan (rund 9,8 Milliarden US-Dollar) ein – nach dem Börsengang der Agricultural Bank of China (2010) die zweitgrößte Aktienemission in der Geschichte des chinesischen Kapitalmarkts. Beim Handelsstart am 27. Juli 2026 legte die Aktie um rund 466% auf 49 Yuan zu, CXMT stieg damit auf Anhieb zum wertvollsten börsennotierten Unternehmen Chinas auf. Seither bewegt sich der Kurs leicht unter diesem Niveau, die Marktkapitalisierung liegt bei umgerechnet rund 520 Milliarden US-Dollar.
CXMT gehört zu den weltweit größten Herstellern sogenannter DRAM-Speicherchips, die in PCs, Smartphones, Servern, KI-Anwendungen und zunehmend auch in intelligenten Fahrfunktionen der Autoindustrie zum Einsatz kommen. Der Börsengang fügt sich in Pekings seit Jahren verfolgte Strategie ein, mit Milliardeninvestitionen eine eigenständige Halbleiterindustrie aufzubauen – vor dem Hintergrund der seit 2022 verschärften US-Exportbeschränkungen für Hochleistungschips und moderne Chipfertigungsanlagen. Für deutsche Privatanleger ist der Zugang zum Star Market in Shanghai in der Praxis nur eingeschränkt möglich, meist über spezialisierte Broker oder entsprechende China-Fonds und -ETFs.
Bereits durchgeführte IPO´s der vergangenen Jahre
Die Liste der bereits durchgeführten IPOs ist nahezu unendlich. Im Nachfolgenden haben wir Ihnen eine Auswahl an bereits durchgeführten Börsengängen zusammengestellt. Diese Auswahl dient als Orientierung und dokumentiert die Vielfalt der an die Börse gegangenen Unternehmen aus unterschiedlichsten Branchen und Regionen:
| Bereits durchgeführte IPO´s (Auswahl) | ||
|---|---|---|
| Unternehmen | Branche | IPO-Jahr |
| Stand: Oktober 2026 | ||
| SpaceX | Raumfahrt/Starlink | 2026 |
| SK Hynix (ADR-Listing Nasdaq) | Halbleiter/Speicherchips | 2026 |
| CXMT (ChangXin Memory Technologies) | Halbleiter (China) | 2026 |
| SMAG Mobile Antenna Masts | Telekommunikations-Infrastruktur | 2026 |
| Helios Solar | Solarenergie | 2026 |
| VINCORION | Rüstung/Mechatronik | 2026 |
| Gabler Group | Rüstung/U-Boot-Technik | 2026 |
| CSG (Czech Security Group) | Rüstung | 2026 |
| Asta Energy Solutions | Kupfer/Energie | 2026 |
| TKMS (ThyssenKrupp Marine Systems) | Rüstung/Schiffbau | 2025 |
| Ottobock | Medizintechnik | 2025 |
| Aumovio | Automotive | 2025 |
| Klarna Group | FinTech | 2025 |
| Circle Internet Group | Krypto/Stablecoins | 2025 |
| Figma | Design-Software | 2025 |
| CoreWeave | KI-Infrastruktur | 2025 |
| Chime Financial | FinTech | 2025 |
| Renk Group | Rüstung/Antriebstechnik | 2024 |
| Douglas | Kosmetik/Einzelhandel | 2024 |
| CVC Capital Partners | Private Equity | 2024 |
| Social Media | 2024 | |
| Puig | Luxusgüter/Parfüm | 2024 |
| Birkenstock | Schuhe | 2023 |
| Instacart | E-Commerce | 2023 |
| 11 bit studios S.A. | Gaming | 2020 |
| 23andMe | Biotechnologie | 2021 |
| Accolade | Gesundheit | 2020 |
| Affirm Holdings | Fintech | 2021 |
| Agiliti | Medizintechnik | 2021 |
| Air Canada | Luftfahrt | 1988 |
| Airbnb | Internetdienstleister | 2020 |
| Alarm.com | Software | 2015 |
| Allegro.eu | Onlinehandel | 2020 |
| Amplitude | Software | 2021 |
| Applovin | Marketing | 2021 |
| Archer Aviation | E-Mobilität | 2021 |
| Arrowhead Pharmaceuticals | Pharma | 2000 |
| Asana | Software | 2020 |
| Aurora Innovation | Autonomes Fahren | 2021 |
| Bumble Inc | Internetdienstleister | 2021 |
| Bakkt | Kryptowährungen | 2021 |
| Bayer AG | Pharma | 1956 |
| Beiersdorf AG | Körperpflege | 1912 |
| BioNTech | Pharma | 2019 |
| Block (Square) | Fintech | 2015 |
| BridgeBio Pharma | Pharma | 2019 |
| BuzzFeed | Medien | 2021 |
| Carvana | Automobilhandel | 2017 |
| Casper Sleep | Matratzen | 2020 |
| Cazoo | Automobilhandel | 2021 |
| Cimpress | Druckdienstleister | 2005 |
| Clover Health | Gesundheit | 2021 |
| Codexis | Biotechnologie | 2010 |
| Coinbase | Kryptowährungen | 2021 |
| Coupang | E-Commerce | 2021 |
| CureVac | Biotechnologie | 2020 |
| DoorDash | Lieferdienst | 2020 |
| Daimler Truck | Nutzfahrzeuge | 2021 |
| DataDog | Software | 2019 |
| Delivery Hero | Lieferdienst | 2017 |
| Desktop Metal | 3D-Druck | 2020 |
| DigitalOcean | Cloud Computing | 2021 |
| DiDi Chuxing | Mobility | 2021 |
| Doximity | Gesundheit | 2021 |
| Dropbox | Cloud Storage | 2018 |
| Elastic | Software | 2018 |
| Enphase Energy | Solarenergie | 2012 |
| Eos Energy Enterprises | Batterien | 2020 |
| EQT | Private Equity | 2019 |
| Etsy | E-Commerce | 2015 |
| Fastly | Cloud Computing | 2019 |
| Farfetch | Luxusmode | 2018 |
| First Advantage | Personaldienstleister | 2021 |
| FischerNotes AG (ehemals Home24) | E-Commerce | 2018 |
| Freshworks | Software | 2021 |
| GoodRx | Gesundheit | 2020 |
| Grab | Mobility | 2021 |
| Guild Education | Bildung | 2021 |
| HelloFresh | Lebensmittel | 2017 |
| Hims & Hers | Telemedizin | 2021 |
| Home Depot | Baumarkt | 1981 |
| Honest Company | Konsumgüter | 2021 |
| Honeywell International | Mischkonzern | 1985 |
| Hyliion Holdings | E-Mobilität | 2020 |
| InPost | Logistik | 2021 |
| ironSource | Softwaredienstleister | 2021 |
| JDE Peet’s | Kaffee | 2020 |
| JFrog | Software | 2020 |
| John Deere | Landmaschinen | 1972 |
| Joby Aviation | E-Mobilität | 2021 |
| Jumia Technologies | E-Commerce | 2019 |
| JustEat Takeaway | Lieferdienst | 2014 |
| Karat Packaging | Verpackungen | 2021 |
| Kuaishou | Social Media | 2021 |
| Lemonade | Versicherungen | 2020 |
| Lilium | Lufttaxis | 2021 |
| Lime (Neutron Holdings) | E-Mobility | 2021 |
| Lucid Motors | E-Automobile | 2021 |
| Lyft | Mobility | 2019 |
| Marqeta | Fintech | 2021 |
| Match Group | Internetdienstleister | 2015 |
| McAfee | Cybersecurity | 2020 |
| Miro | Software | 2022 |
| MongoDB | Datenbanken | 2017 |
| Monday.com | Software | 2021 |
| Nikola | E-Nutzfahrzeuge | 2020 |
| Novavax | Biotechnologie | 1995 |
| N26 | FinTech | nicht öffentlich |
| Okta | Software | 2017 |
| On | Sportartikel | 2021 |
| OneConnect Financial Technology | Fintech | 2019 |
| Opendoor | Immobilien | 2020 |
| Oscar Health | Gesundheit | 2021 |
| Ovo Energy | Energie | nicht öffentlich |
| Palantir | Software | 2020 |
| PayPal | Fintech | 2015 |
| Peloton | Fitness | 2019 |
| Penn National Gaming | Gaming | 1994 |
| Pershing Square Tontine Holdings | SPAC | 2020 |
| Social Media | 2019 | |
| Poshmark | E-Commerce | 2021 |
| Procore | Software | 2021 |
| QuantumScape | Batteriehersteller | 2020 |
| Qualtrics | Software | 2021 |
| Roblox | Gaming | 2021 |
| Robinhood | FinTech | 2021 |
| Rocket Internet Growth Opportunities | Holdings | 2020 |
| Roivant Sciences | Biotechnologie | 2021 |
| Greenrose Acquisitions | Cannabis | 2020 |
| Signa Sports United | Sportartikel | 2021 |
| SKAN Holding | Pharma | 2021 |
| SoFi Technologies | Finanzdienstleister | 2021 |
| Decarbonization Plus Acq. Corp. III/Solid Power | Batterieproduzent | 2021 |
| Sono Motors | Automobile | 2021 |
| Spinnova Oyj | Textilproduzent | 2021 |
| Spire Global | Datenanalyse | 2021 |
| Sportradar | Sporttechnologie | 2021 |
| Udemy | Online Learning | 2021 |
| UiPath | Software | 2021 |
| Universal Music | Musik | 2021 |
| Vaccitech | Medizin | 2021 |
| Broadstone Acquisition Corp./Vertical Aerospace | Luft- und Raumfahrt | 2021 |
| Victoria’s Secret | Handel | 2021 |
| Volvo Car | Automobile | 2021 |
| Waterdrop | Fintech | 2021 |
| BowX Acquisition Corp/wework | Büroraum-Vermietung | 2021 |