Future- und Optionshandel

Fremdwaehrungskonten

Sowohl der Future- als auch der Optionshandel stellen Termingeschäfte dar. Zum Termingeschäft zählt man den Handel mit Waren, Devisen, Rohstoffen und Wertpapieren, deren Kaufvertrag erst zu einem zukünftigen Zeitpunkt erfüllt wird. Welche Möglichkeiten bieten Termingeschäfte für Privatanleger.

 

Das Wichtigste in Kürze:

  • Futures und Optionen zählen zu den Wertpapierderivaten.
  • Beide Derivate können auf jeden beliebigen Basiswert, auch außerbörslich, geschlossen werden.
  • Zur Absicherung des in der Zukunft liegenden Handels wird eine Sicherheitsleistung, die Margin bei Futures oder die Optionsprämie bei Optionen, bei Vertragsschluss fällig.
  • Neben der reinen Spekulation dienen gerade Optionen auch der Absicherung bestehender Depots.


Was sind Termingeschäfte?

Ein Termingeschäft bedeutet, dass die Erfüllung eines Kontraktes zu einem anderen Zeitpunkt erfolgt, als der Abschluss und die Festlegung der Konditionen. Person A sagt Person B zu, in drei Monaten eine bestimmte Menge eines Basiswertes zum Preis Z abzunehmen. Person A hofft dabei auf steigende Preise, um den Basiswert sofort mit Gewinn weiterverkaufen zu können. Person B ist relativ wertneutral. Fällt der Preis für den Basiswert unter den vereinbarten Preis, muss A den Basiswert nicht abnehmen, sondern nur den Preis für die Option bezahlen (bedingtes Termingeschäft). Bei Futures handelt es sich dagegen um unbedingte Termingeschäfte mit der Pflicht zur Abnahme.

Was sind Futures und Optionen?

Futures und Optionen zählen beide zur Gruppe der Derivate. Das heißt, es sind künstliche Finanzinstrumente, im Gegensatz zu Aktien oder Anleihen. Sowohl Futures als auch Optionen dienen dazu, Marktschwankungen abzusichern.

Bei einem Future handelt es sich um ein standardisiertes Derivat, das ausschließlich an der Börse gehandelt wird. Der Markt unterscheidet zwischen „financial futures“ auf Aktien und „commodity futures“ auf Rohstoffe.

Der Futurekontrakt besagt sehr genau, welche Ware in welchem Umfang an welchem Tag zu welchem Preis vom Käufer abgenommen werden muss. Mit Vertragsabschluss muss der Käufer eine Sicherheitsleistung, in der Regel fünf Prozent des Kaufpreises, stellen. Da Futures an der Börse gehandelt werden, kann der Gegenüber, der Verkäufer, jeder sein. Angenommen, es geht um einen Future auf Orangensaft, kann der Verkäufer ein Orangenplantagenbesitzer mit eigenen Orangen, aber auch ein Spekulant, der sich noch mit Orangen eindecken muss, sein.

Optionen ähneln Futures bis auf einen wesentlichen Punkt. Gehandelt werden hier auch Basiswerte, Käufer und Verkäufer vereinbaren im Vorfeld die Liefermodalitäten. Der Unterschied liegt jedoch in der Abnahmeverpflichtung. Ein Future muss erfüllt werden. Bei einer Option kann der Vertrag ausgeführt werden, muss aber nicht. Der Verkäufer der Option erhält grundsätzlich eine Optionsprämie. Damit hat er sein Geld verdient, auch wenn der Käufer auf eine Ausübung verzichtet.

Besonderheiten bei Futures und Optionen

Welche Vorteile bieten Futures und Optionen gegenüber dem klassischen Kauf oder Verkauf eines Basiswertes? Optionen bieten den Vorteil, sich das Recht auf eine Ausübung zu sicheren. Entsprach der Kursverlauf zum Ausübungszeitpunkt nicht den Erwartungen und der Käufer der Option verzichtet darauf, hat er nur den Optionspreis bezahlt, der mögliche Verlust hielt sich in Grenzen. Ein Future hat in dieser Situation den Nachteil, dass eine Abnahmepflicht besteht, möglicherweise ein Verlust realisiert werden muss.

Dem Verkäufer eines Basiswertes bieten Futures auf der anderen Seite den Vorteil einer gewissen Sicherheit. Wer kennt nicht die leuchtend gelben Rapsfelder im Frühsommer? Fakt ist, dass große Teile des Rapses bereits im Winter des Vorjahres, bei Aussaat, zu einem festen Preis verkauft sind. Landwirte sichern sich damit ein gewisses Mindesteinkommen im folgenden Jahr. Wenn alles gut geht, steigt der Preis für Raps noch und der noch nicht verkaufte Anteil kann mit noch höherem Gewinn veräußert werden.

Da Futures standardisierte Derivate sind, gibt es auch bei den Laufzeiten klare Vorgaben. Die Dauer eines Futures beträgt zwischen drei und neun Monaten. Die Fälligkeitstermine sind im März, Juni, September und Dezember.

Die Laufzeiten einer Option können individuell vereinbart werden. Optionen können durchaus länger als ein Jahr laufen. In diesem Fall spricht man von Long Term Equity Anticipation Securities, LEAP Optionen. Das extreme Gegenstück sind Optionen mit einer Fälligkeit von einer Woche.

Der Preis einer Option richtet sich danach, wie weit der Fälligkeitstermin in der Zukunft liegt.

Das Risiko bei Futures und Optionen liegt, wie nicht anders zu vermuten, in der Kursentwicklung des Basiswertes. Dabei überwiegt das Risiko bei einem Future, da hier eine Abnahmeverpflichtung besteht. Bei einer Option verliert der Käufer im schlimmsten Fall nur den Optionspreis.

Die Margin

Die Margin dient dazu, eine Sicherheit zu bieten. Das Risiko bei einem Geschäft mit zeitversetzter Erfüllung besteht darin, dass nicht gewährleistet ist, dass die Partner dann über den Geldbetrag oder den Basiswert verfügen. Bei einem über die Börse abgewickelten Geschäft verlangt die Börse als Clearingstelle von beiden Seiten eine Sicherheit. Allerdings muss die Margin nicht den gesamten Zeitraum bis zur Fälligkeit abdecken. Bei börsengehandelten Deals können Käufer und Verkäufer börsentäglich den Basiswert erwerben respektive verkaufen. Bei außerbörslichen Geschäften ist die Glattstellung nicht immer möglich.

Die Eurex, die Börse, an der in Deutschland Derivate wie Futures und Optionen gehandelt werden, legt die Initial Margin täglich neu fest. „Initial“ deshalb, weil die Sicherheit vor dem Trade, also „initial“ gestellt werden muss.

Der Markt unterscheidet zwei Margins. Zum einen die Intraday Margin für Geschäfte, die noch am selben Tag wieder geschlossen werden. Bleibt die Position über Nacht offen, greift die Overnight Margin. Diese beträgt üblicherweise das Dreifache der Intraday Margin.

Eurex – die Deutsch Terminbörse

Die Eurex, European Exchange, zählt zu den größten Börsen für Optionen und Futures. Sie entstand im Jahr 1998 aus einer Fusion der Deutschen Terminbörse (DTB) und der zur SWX Swiss Exchange gehörenden Swiss Options and Financial Futures Exchange (SOFFEX).

Die Eurex, früher im Besitz der Eurex Zurich AG, ist seit 2012 zu 100 Prozent eine Tochter der Deutsche Börse Group AG. Insgesamt stehen fünf Derivate-Gruppen zur Auswahl:

Aktienderivate:

  • Futures und Optionen auf den EURO STOXX 50 Index
  • Futures und Optionen auf den STOXX Europe 50 Index
  • Futures und Optionen auf den STOXX Europe 600 Index
  • Futures und Optionen auf den STOXX Europe Mid 200 Index
  • Futures und Optionen auf den Dow Jones Global Titans 50 Index
  • Futures und Optionen auf den Dow Jones Italy Titans 30 Index
  • Futures und Optionen auf den DAX, MDAX und TecDAX
  • Futures und Optionen auf den SMI und SMIM
  • Weekly Options auf den EURO STOXX 50 Index, DAX und SMI
  • Futures und Optionen auf den OMX-Helsinki 25 Index
  • Futures und Optionen auf EURO STOXX Sector Indizes
  • Futures und Optionen auf STOXX Europe 600 Sector Indizes

Zinsderivate:

  • Euro-Schatz-Futures (Basiswert Bundesschatzanweisungen mit einer Restlaufzeit zwischen 1,75 und 2,25 Jahren)
  • Euro-Bobl-Futures (Basiswert Bundesobligationen mit einer Restlaufzeit zwischen 4,5 und 5,5 Jahren)
  • Euro-Bund-Futures (Basiswert Bundesanleihen mit einer Restlaufzeit zwischen 8,5 und 10,5 Jahren)
  • Euro-Buxl-Futures (Basiswert Bundesanleihen mit einer Restlaufzeit zwischen 24 und 35 Jahren)
  • CONF-Futures (Basiswert Schuldverschreibungen der Schweizerischen Eidgenossenschaft)
  • Einmonats-EONIA-Futures (Basiswert EONIA-Zinssatz)
  • Dreimonats-EURIBOR-Futures (Basiswert European Interbank Offered Rate)
  • Optionen auf Dreimonats-EURIBOR-Futures

Fondsderivate auf börsennotierte Fonds:

  • DAX EX
  • EURO STOXX 50 EX
  • iShares EURO STOXX 50 EX
  • XMTCH on SMI

Volatilitätsderivate:

  • VDAX-NEW-Futures
  • VSMI-Futures
  • VSTOXX-Futures

Energiederivate:

Für die Energiederivate gilt allerdings, dass diese an der Leipziger EEX (European Energy Exchange) gehandelt werden. Energiederivate sind seit dem Jahr 2007 handelbar, einschließlich CO2-Futures.

An der EEX ist der Handel mit Strom, Erdgas, Frachtprodukten, Metallen und Agrarprodukten möglich. Dazu kommt noch der Handel mit CO2-Emissionsrechten.

Die EEX entstand ebenfalls aus einer Fusion, namentlich zwischen der LPX (Leipzig Power Exchange) und der Frankfurter EE (European Energy Exchange).

Welche Strategien bieten sich beim Handel mit Futures und Optionen?

Die Strategien sind recht übersichtlich auf „long“ und „short“ verteilt. Bei einer „long“-Strategie geht der Käufer von steigenden Kursen aus. Er unterstellt, dass der Kurs des Basiswertes bei Fälligkeit des Kontraktes über dem vereinbarten Kurs liegt und er dann mit Gewinn weiterverkaufen kann.

Der Short-Strategie liegt der Verkauf eines Basiswertes im Rahmen eines Futures zugrunde. Der Verkäufer spekuliert darauf, dass der Kurs des Basiswertes den vereinbarten Kurs am Fälligkeitstag unterschreitet. Käufer muss bei einem Future dann auch abnehmen. Hier liegt der Vorteil der Option. Der Käufer zahlt den Optionspreis auf jeden Fall. Geht die Short-Strategie des Verkäufers auf, muss der Käufer die Option aber nicht ausüben, sondern kann sie verfallen lassen.

Chancen und Risiken

Besitzt der Verkäufer eines Futures zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses den Basiswert noch nicht, geht er ein enormes Kursrisiko ein. Er muss zum Fälligkeitstag liefern, heißt, er muss sich untern Umständen mit dem Basiswert zum höheren Kurs eindecken, um dann zu dem vereinbarten niedrigeren Kurs zu liefern. Umgekehrt liegt das Risiko bei einer Long-Strategie darin, dass der Käufer bei gefallenem Kurs des Basiswertes zum höheren bei Abschluss vereinbarten Kurs abnehmen muss.

Da bei einer Option keine Ausübungspflicht besteht, reduziert sich das Risiko hier nur auf die Optionsprämie.

Bei einem Future kommt noch die Nachschusspflicht hinzu, da ein Future auch eine Hebelwirkung impliziert und damit einen höheren Wert hat, als nur die Leistung der Einlage. Angenommen, ein Anleger will 100.000 Euro in den Dax investieren. Er kann jetzt für 100.000 Euro Aktien oder ETFs erwerben. Er kann aber auch einen Future kaufen. Angenommen, ein Dax-Future hat einen Wert von 10.000 Euro. Er kauft zehn Futures und hinterlegt 100.000 Euro als Margin. Diese 100.000 Euro werden mit dem Indexmultiplikator, in diesem Fall 25 Euro, multipliziert. Dies ergibt einen tatsächlichen Wert von 2,5 Millionen Euro. Fällt der Kurs bei einer Übernachtposition unter den Wert der Margin, muss der Investor noch am selben Tag die Differenz nachschießen. Ist dies aus Geldmangel nicht möglich, wird die Position unter Umständen noch am selben Tag zwangsglattgestellt.

Auf der anderen Seite bergen gerade Futures aufgrund der Hebelwirkung ein enormes Gewinnpotenzial.

Einstieg in den Handel

Die Chancen bei Futures und Optionen klingen verlockend. Es ist die Frage, wem der Derivatehandel offen steht.

Wer darf Derivate handeln?

Die sogenannte Geeignetheitsprüfung sieht vor, dass die Bank oder der Broker überprüfen muss, ob die gewünschten Handelsmöglichkeiten für den Kunden infrage kommen, geeignet sind. Dazu zählt nicht nur der finanzielle Hintergrund, sondern auch die bisherige Erfahrung. Wer nur 10.000 Euro auf dem Tagesgeldkonto besitzt, wird für den Optionshandel kaum freigeschaltet. Interessenten müssen die Freischaltung gesondert schriftlich beantragen und die Erklärung zum erhöhten Verlustrisiko bei Termingeschäften unterzeichnen. Die Rechtsgrundlage bilden die „Basisinformationen zu Wertpapieren und anderen Kapitalanlagen“, deren Erhalt und Lektüre ebenfalls per Unterschrift bestätigt werden müssen

Für wen sind Futures und Optionen geeignet?

Zum einen eignen sich Futures und Optionen, um schnell an Kursgewinnen zu partizipieren. Im Intradayhandel ist dies innerhalb eines Tages möglich. Aber abgesehen von dem reinen Spekulationsmoment dienen gerade Optionen auch der Absicherung des Depots. Da der mögliche Verlust auf den Optionspreis beschränkt ist, der mögliche Gewinn dagegen deutlich höher ausfällt, lässt sich ein Depot auch längerfristig gegen Kursverluste mit der Gegenstrategie absichern. Manch ein Depotbesitzer möchte gerne im Urlaub einfach einmal drei Wochen ohne Wirtschaftspresse auskommen und nutzt daher Optionen um seine Investments gegen Kursverluste abzusichern.

Futures und Optionen sind allerdings für den Personenkreis völlig ungeeignet, der Angst vor Verlusten hat. Wer in Derivate investiert, sollte dies nur mit dem Geld tun, dass er in voller Höhe „abschreiben“ kann. Die Prämie für eine verfallene Option ist zu 100 Prozent verloren.

Die Anforderung an die Margin

Die sogenannte Marginanforderung basiert auf den Vorgaben des Brokers oder der Bank. Angenommen, die Marginanforderung des Brokers liegt bei zehn Prozent, der Anleger verfügt auf seinem Handelskonto über 10.000 Euro. Er könnte jetzt theoretisch einen Trade über 100.000 Euro platzieren. Allerdings sollte er das Risiko der Nachschusspflicht nicht außer Acht lassen. Vor diesem Hintergrund empfiehlt es sich immer, einen finanziellen Puffer in der Hinterhand, sprich auf dem Handelskonto, zu haben.

Wer bietet den Handel an?

Futures und Optionen sind bei Weitem nicht mehr so exotisch, wie beispielsweise noch der Forex- oder der CFD-Handel. So lässt sich sagen, dass praktisch nicht nur jeder Broker, sondern auch jede Bank, die einen umfangreicheren Wertpapierhandel offeriert, den Handel mit Futures und Optionen ermöglicht.

Die Kontoeröffnung am Beispiel Comdirect

Die Comdirect, reintegrierte ehemals eigenständige Commerzbanktochter, bietet einen umfassenden Handel mit Futures und Optionen an.

Zunächst fragt die Comdirect die persönlichen Daten des Antragstellers und die Informationen zur Beschäftigung ab. Im Folgenden kommen die Fragen im Rahmen der Geeignetheitsprüfung, die sich über alle Wertpapiergattungen erstrecken. Am Ende kann der Neukunde die Informationen zu Finanztermingeschäften anfordern. Zusätzlich muss er die notwendige Erklärung ausdrucken, unterschreiben und per Post oder Fax an die Comdirect senden.

Verfügt er noch nicht über die notwendigen Kenntnisse, muss er sich die Wertpapierinformationen zu den einzelnen Wertpapierklassen herunterladen.

Zu guter Letzt erfolgt die Frage nach dem Referenzkonto mit Angabe der IBAN. Nach der Zusammenfassung und Bestätigung geht es zur Identitätsprüfung weiter.

Mit der Übersendung der Zugangsdaten zum Depot steht dem Handel nichts mehr im Wege.

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