Alkohol-Aktien – Unsere Top-10 der Spirituosenhersteller im Corona-Krisen-Check

Es gibt einige Waren, die sich in Krisenzeiten immer bewähren – darunter Alkohol. Der „Sanitäter in der Not“ eignet sich aber nicht nur aus Entspannungsgründen oder als Tauschobjekt, sondern gegebenenfalls auch als Wertanlage. Dafür muss nicht unbedingt die Flasche im Schrank stehen. Anleger schätzen darüber hinaus die Aktien der Spirituosen-Hersteller hinsichtlich ihrer soliden Kursentwicklung. Wie aber schlagen sich die Unternehmen in der aktuellen Krise. Wir werfen aktuell einen Blick auf die Kurse von zehn ausgewählten Branchengrößen. Unser Corona-Krisencheck mit vielen Prozenten.

Das Wichtigste auf einen Blick:

  • Im Corona-Crash-Test: 10 ausgewählte Aktien von Spirituosen-Herstellern
  • Tiefststände: Katerstimmung bei den meisten Alkoholunternehmen am 18. oder 23. März
  • Verluste beim Tiefststand: Durch den Crash sanken die Kurse zwischenzeitlich um -16,94 bis -57,38 Prozent
  • Erholungsphase: Die Erhebung zeigt Anstiege von 1,18 bis 47,00 Prozent zwischen dem 23. März und dem 14. April

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Alkohol-Aktien im Corona-Krisencheck: Die Erhebungsdaten

Für den Check betrachten wir die Aktienkurse für den Zeitraum vom 2. Januar 2020 (Startkurs) bis zum 14. April 2020 (Schlusskurs). Außerdem erfassen wir den Tiefstwert in den Krisenwochen. Als zusätzlichen Stichtag haben wir den 23. März 2020 gewählt. Das Ergebnis zeigt den Crash und die anschließende Erholungsphase.

Von A wie Anheuser-Busch bis S wie Suntory – nachfolgend listen wir die Hersteller der Spirituosen alphabetisch mit ihrer Kursentwicklung auf. Daneben finden sich Kursgewinne bzw. -verluste in Prozent zum jeweiligen Tag der Erhebung.

Aktie WKN Kurs 2. Januar 2020 (Startkurs) Kurs 14. April 2020 (Schlusskurs) Tiefststand Entwicklung 2. Januar – 14. April Verlust bei Tiefststand
Brown-Forman B Aktie 856693 59,91 54,03 43,665 -9,81% -27,12%
Diageo Aktie 851247 38,525 30,46 24,21 -20,93% -37,16%
Suntory Beverage Food Aktie A1WZT4 36,60 34,40 30,40 -6,01% -16,94%
Davide Campari – Milano SPA A2DRBD 8,115 6,574 5,505 -18,99% -32,16%
Rémy Cointreau Aktie 883206 109,30 104,50 84,5 -4,39% -22,69%
Berentzen Gruppe Aktie 520160 6,80 5,40 4,86 -20,59% -28,53%
Heineken Aktie A0CA0G 94,56 75,02 70,62 -20,66% -25,32%
Constellation Brands A Aktie 871918 168,76 147,56 100,38 -12,56% -40,52%
Pernod Ricard Aktie 853373 160,40 142,30 120,65 -11,28% -24,78%
Anheuser-Busch AB InBev SA-NV Aktie A2ASUV 73,01 45,00 31,115 -38,36% -57,38%
Quelle: Eigene Recherche, Brokervergleich.de, Finanzen.net

Wie schlägt sich das Whiskey-Trio?

Jim, Johnny oder Jack? Wenn es um die bekanntesten Whiskeymarken geht, dann sind Unternehmen von drei Kontinenten involviert. Beginnen wir mit Jack Daniels. Dahinter verbirgt sich der Hersteller Brown-Forman mit Hauptsitz in Louisville, Kentucky. Das Unternehmen aus dem Osten der Vereinigten Staaten wies 2019 einen Umsatz von ca. 3,3 Milliarden US-Dollar sowie einen operativen Gewinn von rund 1,1 Milliarden US-Dollar aus. Neben Jack Daniels stammen auch Marken wie Finlandia Vodka und Canadian Mist aus der Produktion von Brown-Forman. Bei Johnny Walker handelt es sich indes um eine Marke von Diageo plc. Der Marktführer auf dem Spirituosenmarkt sitzt in London und erzielte 2019 einen Umsatz von ca. 12,9 Milliarden GBP. Das operative Ergebnis lag bei 4,07 Milliarden Euro. Für Jim Beam heißt es seit 2014 „For relaxing times, make it Suntory time„. Der Whiskey-Hersteller aus Deerfield, Illinois gehört seither zum japanischen Getränkehersteller Suntory.

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Quellen:

Aktie WKN Kurs 23. März 2020 (Schlusskurs) Kurs 14. April 2020 (Schlusskurs) Entwicklung 23. März – 14. April
Brown-Forman B Aktie 856693 43,665 54,03 23,74%
Diageo Aktie 851247 24,21 30,46 25,82%
Suntory Beverage Food Aktie A1WZT4 34,00 34,40 1,18%
Quelle: Eigene Recherche, Brokervergleich.de, Finanzen.net

Zu Jahresbeginn lag der Kurs von Brown Forman (Jack Daniels) bei 59,91 Euro. Die Aktien von Diageo und Suntory Beverage Food starteten mit 38,525 bzw. 36,60 Euro. In der Woche vom 16. bis 23. März sackten die Kurse um -16,94 bis -37,16 Prozent. Am härtesten traf es Diageo, deren Aktienkurs um mehr als Drittel wegsackte. Mit -27,12 Prozent landete Brown-Forman ziemlich exakt zwischen den beiden Konkurrenten. In der Erholungsphase bis einschließlich 14. April 2020 zeigte sich, dass Suntory prozentual den geringsten Verlust ausweist. Indes hat vor allem Diageo das Potential für eine starke Aufholjagd. Im genannten Zeitraum vom 23. März bis 14. April 2020 ging der Kurs um mehr als 25 Prozent aufwärts.

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Die drei Bier-Kandidaten

Ein Premium-Bier mit dem Namen Corona im Sortiment zu haben erscheint derzeit eher unglücklich. Unser zweites Trio, welches wir betrachten, umfasst entsprechend den US-Bierbrauer Anheuser-Busch. Jener gehört zum belgischen Anheuser-Busch-InBev-Konzern, der weltweit größten Brauereigruppe (Umsatz 2019: 52,33 Milliarden Euro). Global vertreibt das Unternehmen u. a. auch Budweiser und Stella Artois. Hierzulande sorgt jede Flasche Beck’s für Umsatz. Interessanterweise liegen die Markenrechte von Corona für den US-Markt bei Constellation Brands, dem größten Wein-Hersteller der Welt (Umsatz 2019: 8,1 Milliarden US-Dollar). Das Trio komplettiert der zweitgrößte Brauereikonzern, nämlich Heineken aus Amsterdam, Niederlande.

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Quellen:

Aktie WKN Kurs 23. März 2020 (Schlusskurs) Kurs 14. April 2020 Entwicklung 23. März – 14. April
Anheuser-Busch AB InBev SA-NV Aktie A2ASUV 39,825 45,00 12,99%
Constellation Brands A Aktie 871918 100,38 147,56 47,00%
Heineken Aktie A0CA0G 72,26 75,02 3,82%
Quelle: Eigene Recherche, Brokervergleich.de, Finanzen.net

Ob Heineken oder Corona-Bier? Sicherlich eine Frage des Geschmacks. Aus Anlegersicht lagen die Startwerte Anfang 2020 bei 73,01 Euro (AB InBev), bei Constellation Brands zeigte der Kurs 168,40 Euro und die Heineken Aktie startete mit 160,40 Euro. Auch hier geht es zwischen dem 18. März und dem 3. April 2020 deutlich abwärts. Bei Constellation Brands A Aktie um satte 40,53 Prozent. Aber das ist nicht der drastischste Wert des Trios. Anheuser-Busch sackt teilweise um bis zu 57,38 Prozent ein. Bemerkenswert: Der Boden des Heineken-Kurses lag bei lediglich -25,32 Prozent. Wie sah die Aufholphase bis zum 14. April 2020 aus? Aufwärts um bis zu 47 Prozent ging es für Constellation Brands. Bei Heineken war der Einbruch zwar überschaubar, indes hinterließ die Erholungsphase einen etwas schalen Geschmack. Die Niederländer verzeichneten ein Plus von 3,82 Prozent zwischen dem 23. März und dem 14. April 2020. Anheuser-Busch hatte seinen Tiefpunkt am 18. März mit 31,115 Euro pro Aktie. Dann wurden die Zahlen besser. Am 14. April stand der Wert bei 45,00 Euro – ein Plus von 12,99 Prozent. Unterm Strich ist bei Anheuser-Busch InBev aber zu notieren, dass der hoch verschuldete Bierkonzern nicht nur ein Corona-Problem hat.

Bei den Bier-Produzenten ist derzeit noch Luft nach oben, was den Kurs angeht. Insbesondere, da sie lange Zeit stabile und solide Kurse auswiesen.

Die vier Hochprozentigen

Als letztes sehen wir uns die Kurse von vier Herstellern hochprozentiger Spirituosen an. In den vergangen Jahren vom Lifestyle-Produkt zum Standard auf jeder Getränkekarte entwickelte sich z. B. der Aperol Spritz. Kein launiger Italiener, der nicht den Aperitif (oder Longdrink?) ausschenkte. Das Getränk stammt von Davide Campari-Milano, einem Mailänder Getränkehersteller mit einem Jahresumsatz von rund 1,84 Milliarden Euro. Zur Gruppo Campari zählen u. a. auch Marken wie der gleichnamige Campari oder Cinzano. Ebenfalls zum Quartett der Schnaps-Größen gehört Pernod Ricard aus Frankreich. Der Pariser Spirituosenhersteller vertreibt Marken wie Havana Club (Rum), Absolut Wodka, den klassischen Pernod sowie Kräuterliköre wie Ramazotti (Amaro). Der Umsatz von Pernod Ricard lag im Jahr 2018/2019 bei mehr als 9,1 Milliarden Euro. Dritter im Bunde ist Rémy Countreau S.A., eine Unternehmensgruppe, die sich auch in Paris ansiedelt. Hier treffen sich u. a. Metaxa, Saint Rémy und Rémy Martin Cognac. Die Jahresbilanz weist hier einen Nettoumsatz von 1,125 Milliarden Euro für 2019 aus. Abschließend komplettierten die Niedersachsen von Berentzen (Umsatzerlöse 2019: 167,40 Mio. Euro) die illustre Promille-Runde. Hierzulande sind speziell Getränke wie Puschkin (Wodka), Bommerlunder, Doornkaat oder die Frucht-Schnaps-Varianten bekannt.

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Quellen:

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Quellen:

Aktie WKN Kurs 23. März 2020 (Schlusskurs) Kurs 14. April 2020 (Schlusskurs) Entwicklung 23. März – 14. April
Pernod Ricard Aktie 853373 123,45 142,30 15,27%
Davide Campari – Milano SPA A2DRBD 6,46 6,574 1,76%
Rémy Cointreau Aktie 883206 93,40 104,50 11,88%
Berentzen Gruppe Aktie 520160 4,86 5,40 11,11%
Quelle: Eigene Recherche, Brokervergleich.de, Finanzen.net

Bei den „Hochprozentigen“ Aktien ging es prozentual ziemlich einheitlich bergab, wenn wir uns die Krisenkurse ansehen. Die Hersteller verloren mit Blick auf den Tiefststand zwischen -22,69 und -32,16 Prozent. Am deutlichsten verlor das Papier von Davide Campari – Milano, das von 8,115 Euro auf bis zu 5,505 Euro sank. Am 14. April 2020 lag der Wert bei 6,574 Euro (-18,99 Prozent zum Jahresbeginn). Kurzum: Die Aufholjagd blieb ein wenig aus. Ganz solide zog sich hingegen Rémy Countreau aus der Affäre. Von 109,30 Euro zu Jahresbeginn blieben nach Crashkurs und Erholungsphase am 14. April 104,50 Euro (-4,39 Prozent). Bei Berentzen (Startkurs: 6,80 Euro) bleibt ein Minus von 20,59 Prozent am Stichtag. Von der Hochphase 2017 ist die Aktie damit weiterhin weit entfernt (5,40 Euro am 14. April). Die Pernod Ricard Aktie strandet hinsichtlich des Verlusts durch den Corona-Crash irgendwo dazwischen (-11,28 Prozent Mitte April). Zum Zeitpunkt der Erhebung lag der Kurs bei 142,30 Euro. Immerhin zeigt der Trend aber wieder nach oben.

Am meisten Potential haben unserer Meinung nach Davide Capari – Milano und die Pernod Rircard Aktie. Dort fehlen noch ein paar Prozent, was den eigentlichen Wert angeht. Aber die Richtung stimmt. Die Remy Countreau Aktie schlägt sich zwar in Zeiten des Coronavirus beachtlich, aber so ganz wird die Katerstimmung hier nicht weichen. Bei Berentzen sieht es ähnlich aus.

Fazit

Alkohol bleibt in Krisenzeiten eine Bank. Im Prinzip gilt das auch für die Aktien der großen Spirituosenhersteller. Natürlich mit Einschränkungen.

Wie kann ich in Alkohol-Aktien investieren?

Hier lohnt sich z. B. ein Blick in unsere Aktien-Sparplan-Liste. Alternativ die WKN beim eigenen Online-Broker eingeben.

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