Künstliche Intelligenz und Börse – Geldanlage mit KI-Tools wie ChatGPT & Co.

ChatGPT hat in den letzten Wochen einen regelrechten Hype um das Thema künstliche Intelligenz (KI) ausgelöst. Zeitungen berichten über den Chatbot von Microsoft, der einem Journalisten seine Liebe gestand, YouTube-Videos und Blog-Artikel versprechen schnellen Reichtum und immer mehr KI-Startups schießen aus dem Boden.

Aber was bedeutet der Hype um künstliche Intelligenz (Engl.: Artificial Intelligence) für Anleger? Ist es möglich, als Anleger von KI zu profitieren, in die Technologie zu investieren und sich von der KI bei Anlage-Entscheidungen unterstützen zu lassen? Im Fachartikel rund um das Thema künstliche Intelligenz sollen diese Fragen beantwortet werden.

Das Wichtigste auf einen Blick:

  • Ende November 2022 wurde durch die Veröffentlichung von ChatGPT ein weltweiter Hype um künstliche Intelligenz ausgelöst.
  • Bereits jetzt gibt es eine Vielzahl unterschiedlicher KI-Systeme zu den unterschiedlichsten Anwendungsgebieten.
  • Auch Anleger können jetzt von dem Trend Artificial Intelligence (AI) profitieren und AI als Investmentobjekt oder zur Unterstützung der Anlage-Entscheidung nutzen.

Teil I: Was ist künstliche Intelligenz?

Um die Funktionsweise von ChatGPT und weiteren KIs zu verstehen, muss zuerst das Konzept künstliche Intelligenz erklärt werden. Der Begriff bezieht sich auf Computer-Programme und –Systeme, die das Ziel haben, menschliche Kommunikation und Intelligenz nachzuahmen und selbstständig zu lernen. Künstliche Intelligenz wird bereits in vielen Bereichen, wie der Robotik, in medizinischen Diagnosen, der Finanz-Branche oder in der Spracherkennung, genutzt. Bekannte KIs sind unter anderem Siri, Alexa, Watson oder auch ChatGPT.

Die KI-Technologie hat sich in den letzten Jahren rasant entwickelt. Fast in allen Branchen und Bereichen des täglichen Lebens könnte AI in Zukunft Vorteile mit sich bringen. Besonders dort, wo große Mengen an Daten analysiert werden müssen, oder einfache Aufgaben durchgeführt werden, kann KI einen Hauptteil der anfallenden Arbeit übernehmen. Aufgrund des großen Potenzials und den vielen Anwendungsmöglichkeiten könnte KI eine Schlüsseltechnologie der Zukunft werden und wird von einigen Experten ähnlich revolutionär wie das Internet angesehen.

PWC-Studie zum Einsatz von KI im Finanzsektor

In einer Studie der Wirtschaftsberatung PWC [1] aus dem Jahr 2020 wurden Führungskräfte zum Einsatz von künstlicher Intelligenz im Finanzsektor befragt. Die Ergebnisse waren durchaus bemerkenswert: Nur neun Prozent der Befragten schätzen ihr Unternehmen als sehr gut vorbereitet ein, KI in die Unternehmensprozesse zu integrieren. Knapp die Hälfte sieht KI als wichtige Innovation an und etwa 70 Prozent sehen die Verfügbarkeit von Daten als größte Herausforderung. In Bezug auf die Chancen, die KI für den Finanzsektor bringen könnte, wurden unter anderem Effizienzsteigerungen, die bessere Umsetzung von Compliance-Vorgaben und Kosteneinsparungen als wichtigste Punkte genannt.

Der aktuelle Hype um künstliche Intelligenz ist hauptsächlich auf die KI des US-amerikanischen Unternehmens OpenAI mit dem Namen ChatGPT zurückzuführen. Der Chat-Bot sorgte in den letzten Wochen für Schlagzeilen, in dem er Schulaufgaben löste, Rekorde aufstellte und neue Geschäftsmodelle hervorbrachte.

Surftipp: Die besten Robo-Advisor im Vergleich »

Was ist ChatGPT?

ChatGPT steht für „Generative Pre-trained Transformer“. Hierbei handelt es sich um eine Technologie für maschinelles Lernen und künstliche Intelligenz, die auf der Verwendung von neuronalen Netzen und speziellen Algorithmen zur Vorhersage und Generierung von Texten basiert. Die Technologie wurde von OpenAI entwickelt und ist derzeit eines der fortschrittlichsten AI-basierten Sprachtools auf dem Markt. Bereits nach fünf Tagen hatte die KI mehr als eine Million Nutzer.

Nutzerzahlen von ChatGPT im Vergleich zu anderen Online-Diensten

Das Chat-GPT-Modell wurde anhand von Millionen öffentlich zugänglicher Konversationen und Daten aus verschiedenen Quellen trainiert. Zu den Datenquellen der KI gehören Nachrichtenartikel, Bücher, wissenschaftliche Arbeiten, allerdings beispielsweise auch Social-Media-Beiträge. Wenn ChatGPT eine neue Aufforderung erhält, sucht das Tool in seinem Gedächtnis nach ähnlichen Unterhaltungen und verwendet diese als Anleitung, um seine Antwort zu formulieren.

Die KI im Selbstversuch

Im Rahmen des Fachartikels haben wir die Fähigkeiten von ChatGPT ausführlich getestet. Unter anderem haben wir die KI zu zukünftigen Leitzinserhöhungen befragt. Die Antwort ist interessant und korrekt, allerdings zeigt sie auch eine Schwäche der KI auf, da der Wissensstand nicht aktueller als das Jahr 2021 ist. Aktuelle Leitzinserhöhungen werden also nicht berücksichtigt.


Brokervergleich.de hat die künstliche Intelligenz ChatGPT gefragt, ob die Leitzinsen weiter steigen werden

Was kostet ChatGPT?

ChatGPT kann komplett kostenlos genutzt werden, es gibt allerdings auch ein kostenpflichtiges Abonnement. Die „Plus“-Stufe verspricht eine verbesserte Verfügbarkeit des Dienstes, Antworten werden schneller generiert als bei der kostenlosen Version und es sind bereits neue Features angekündigt, welche nur Nutzer mit der Plus-Stufe erhalten werden. Der Service ist unter: https://openai.com/blog/chatgpt erreichbar.

Surftipp: So reagiert die Börse auf Leitzinsänderungen »

Wer steckt eigentlich hinter ChatGPT?

Das in San Francisco ansässige Unternehmen OpenAI hat ChatGPT entwickelt. Gegründet wurde das Unternehmen 2015 von der Elite des Silicon Valley, darunter Elon Musk, Peter Thiel, Sam Altman und Greg Brockman. Das Unternehmen hat aktuell keinen CEO im traditionellen Sinne, ein Team von Führungskräften leitet das Unternehmen.

Neben bedeutenden Investoren wie LinkedIn-Gründer Reid Hoffman und Mitbegründer von PayPal Peter Thiel sind vor allem auch große Unternehmen wie Microsoft, Amazon Web Services und Tencent in OpenAI investiert. Zuletzt hatte Microsoft für Schlagzeilen gesorgt, da der Konzern mehrere Milliarden Dollar in OpenAI investierte, um den kommerziellen Durchbruch der KI zu beschleunigen.

Alternativen zu ChatGPT

ChatGPT ist nicht die einzige KI, die den Hype um künstliche Intelligenz befeuert. Es gibt eine Vielzahl weiterer KIs für die unterschiedlichsten Anwendungsbereiche. Gemeinsam ist allen, dass sie menschliche Arbeit erleichtern oder ersetzen können. So gibt es Tools zum Übersetzen und Optimieren von Texten, KI-gesteuerte Anti-Virus-Software, Programme, die Musik und Kunst erstellen können und Chatprogramme, mit denen sich unterhalten werden kann.

Exkurs: Diese KIs haben die Redaktion verblüfft
KI-Tool Anwendungsbereich
Midjourney Mit Midjounrey ist es möglich, mit wenigen Klicks KI-Kunst zu erschaffen. Das Tool befindet sich momentan in einer Beta-Version, dennoch sind die Ergebnisse bereits beeindruckend: Die KI sorgte zuletzt für Kritik, da ein durch Midjourney erstelltes Bild den ersten Preis bei einer Kunstausstellung in Colorado gewann.
Jasper Mit KI-Tools wie Jasper lässt sich der Arbeitsalltag um einiges erleichtern. Die KI erstellt auf Knopfdruck Texte, die sowohl für Suchmaschinen optimiert als auch ansprechend und kreativ sind. So lässt sich ein Blog-Artikel, ein LinkedIn-Post und alle weiteren Textformen in über 20 Sprachen leicht erstellen.
Fireflies Das Tool Fireflies erfasst gesprochene Wörter während Meetings oder Telefongesprächen und wandelt diese Wörter mithilfe von KI in Text um. Gespräche können also automatisch transkribiert werden. Das Tool verfasst auch Zusammenfassungen und wertet die Ergebnisse der Besprechungen selbstständig aus.

Fazit Teil I

Das Thema künstliche Intelligenz ist momentan in aller Munde: Zeitungen berichten fast täglich über die neusten Versuche und Entwicklungen, Social-Media-Plattformen versprechen mit KI den schnellen Reichtum und Schüler und Studenten nutzen ChatGPT bereits intensiv für Arbeiten und Präsentationen. Bei manchen sorgen die jüngsten Fortschritte im Bereich künstliche Intelligenz für Euphorie, andere sehen die Technologie als gefährlich und riskant an. Fest steht, dass künstliche Intelligenz und Programme wie ChatGPT viele Dinge verändern könnten.

Aufgrund der vielfältigen Anwendungsbereiche, des noch nicht erschöpften Potenzials und dem noch jungen Entwicklungsstand der meisten KIs stellt sich die Frage, wie man als Anleger an dem Technologie-Sprung partizipieren kann. Diese Frage soll in Teil II und Teil III dieses Fachartikels beantwortet werden.

Neo-Broker im Vergleich »


Teil II: Wie können Anleger KI für Anlage-Entscheidungen nutzen?

KI als Anlageberater

Im Rahmen des Fachartikels haben wir getestet, ob künstliche Intelligenz als Anlageberater genutzt werden kann und Anleger von den Tipps einer KI profitieren können. Für den Test haben wir erneut die KI von OpenAI genutzt und die Beratungskompetenzen von ChatGPT getestet.

Im Test ist deutlich geworden, dass die Qualität der Antwort der KI maßgeblich von der gestellten Frage abhängt. Stellt man eine eher allgemeine Frage, gibt die KI eine allgemeine Antwort ohne wirklichen Mehrwert.


ChatGPT beantwortet die Frage, welche Aktien man kaufen sollte

Um eine bessere Antwort zu erhalten, haben wir der KI im zweiten Test eine genauere Frage mit mehr Details gestellt. Die Antwort der KI ist deutlich komplexer und beinhaltet tatsächlich Unternehmen, welche in der KI-Branche tätig sind. Die vorgeschlagenen Unternehmen sind alle börsennotiert und Wertpapiere der Unternehmen können von Anlegern erworben werden.


ChatGPT empfiehlt KI-Aktien

ChatGPT kann also tatsächlich dafür genutzt werden, Anlage-Empfehlungen zu erhalten. Um eine fundierte Anlage-Entscheidung treffen zu können, sollten Anleger allerdings auch andere Quellen nutzen und sich nicht nur auf die Beratung der KI verlassen.

Die Antworten der KI im redaktionellen Test zeigen die momentan wohl größte Schwachstelle der KI in Bezug auf die Geldanlage auf. Zwar kann ChatGPT sehr genau erklären, was beispielsweise ein Kurs-Gewinn-Verhältnis ist, auf aktuelle Ereignisse kann die KI allerdings nicht zugreifen. So kann unter anderem der Ukraine-Krieg, der die Börsen weltweit massiv beeinflusst, nicht in den Antworten der KI berücksichtigt werden.

Die Anlageberatung, sowie Marktanalysen oder Prognosen, wie zum Beispiel, ob die EZB weitere Zinserhöhungen durchführen wird, sind zwar fachlich richtig, allerdings nicht aktuell. Dadurch sind die Antworten nur bedingt nützlich für Anleger, da gerade in der Geldanlage der richtige Zeitpunkt über den Erfolg eines Investments entscheiden kann.

Analyse von Finanzdaten

Die Anwendung von KI in der Finanzbranche hat in den letzten Jahren stark zugenommen. Das liegt vor allem daran, dass Finanzinstitute, aber auch Privatanleger, zunehmend große Mengen an Daten nutzen, um Anlage-Entscheidungen zu treffen und Muster und Chancen zu erkennen. Die Anzahl der auszuwertenden Daten kann von Datenanalysten großer Finanzinstitute (fast) unmöglich vollständig analysiert und ausgewertet werden, Privatanleger haben in der Regel noch weniger Chancen, aktuelle Entwicklungen in die Anlage-Entscheidung mit einzubeziehen.

Durch die Nutzung von künstlicher Intelligenz können Anleger vollautomatisiert Daten aus den vielen verschiedenen Quellen nutzen, um aktuelle Entwicklungen am Finanzmarkt einschätzen zu können. Zu diesen Quellen gehören neben Geschäftszahlen, Publikationen, Zeitungsartikeln und Blog-Beiträgen beispielsweise auch Social-Media-Posts. Um alle diese Quellen analysieren und auswerten zu können, gibt es bereits Unternehmen, die privaten und institutionellen Anlegern künstliche Intelligenz zur Verfügung stellen. Dazu gehören unter anderem AlphaSense, Kensho oder Sentieo. Die Lösungen richten sich zwar momentan vorrangig an Geschäftskunden, zeigen allerdings das Potenzial auf, welches KI auch für Privatanleger mit sich bringen könnte.

KI-Produkte zur Finanzanalyse
Anbieter Produkt
AlphaSense AlphaSense nutzt KI und Natural Language Processing, um Daten aus Zehntausenden von Finanzdokumenten und -nachrichten zu extrahieren und zu analysieren. Das System kann helfen, Trends in einer Branche zu identifizieren, Wettbewerbsanalysen durchzuführen und die Marktstimmung zu messen.
Kensho Kensho ist eine Tochtergesellschaft von S&P Global und verwendet KI, um große Mengen an Daten zu sammeln und zu analysieren. Die KI unterstützt Anleger dabei, wirtschaftliche Auswirkungen auf Unternehmen und Märkte zu verstehen und diese Analysen in den Anlage-Entscheidungen zu berücksichtigen.
Sentieo Sentieo nutzt ebenfalls KI und Machine Learning, um Daten zu analysieren, einschließlich Finanznachrichten, öffentlichen Filings und Research-Berichten. Durch Sentieo können Investitionschancen identifiziert und Risiken bewertet werden. Das Tool richtet sich vor allem an Daten-Analysten und Portfoliomanager.
Sigmoidal Sigmoidal nutzt KI und Machine Learning, um Daten zu analysieren und Vorhersagen zu treffen, die Investitionsentscheidungen unterstützen können. Dabei werden auch die Auswirkungen von Ereignissen wie politischen Veränderungen oder Wirtschaftskrisen auf den Märkten berücksichtigt. Neben Finanzdaten unterstützt die KI von Sigmoidal Unternehmen auch bei Kostenreduktionen, bei der Arbeitseffizienz und ermöglicht Zeiteinsparungen.

KI-basierte ETFs

Künstliche Intelligenz kann Anleger durch die Analyse und Auswertung von Quellen und Daten dabei unterstützen, bessere Investmententscheidungen zu treffen. Deshalb verwundert es nicht, dass es bereits ETFs und Investmentfonds gibt, die auf KI und maschinellen Lernen basieren. So werden die Analysen von KI-Systemen dafür genutzt, Veränderungen, Muster und Chancen auf den Märkten zu verarbeiten und schneller als traditionelle Fonds darauf zu reagieren. Außerdem werden Anlage-Entscheidungen solcher Fonds rein datenbasiert umgesetzt – emotionale (Fehl-)Entscheidungen können so nicht getroffen werden.

Die Auswahl der AI-basierten ETFs ist momentan noch nicht besonders groß, zu den bekanntesten zählen der AI Powered Equity ETF (ISIN: US26924G8134) und der Qraft Al-Enhanced U.S. Large Cap Momentum ETF (ISIN: US30151E7803). Beide ETFs gehören zu den ersten aktiv gemanagten ETFs, die KI als Methode zur Wertpapier-Auswahl nutzen.

Die besten ETF-Anbieter im Vergleich »

Der AI Powered Equity ETF nutzt maschinelles Lernen und KI-Technologie, um Wertpapiere auszuwählen und Anlageportfolios zu optimieren. Ziel des ETFs ist es, eine höhere Rendite als herkömmliche ETFs und durch Manager aktiv gemanagte Indexfonds zu erzielen. Die Technologie, welche dem ETF zugrunde liegt, basiert auf einem Algoritmus, der verschiedene Quellen, darunter Finanzberichte und Veröffentlichungen, Nachrichten und beispielsweise Social-Media-Beiträge analysiert und auswertet. Der Fonds ist breit diversifiziert und kann in eine Vielzahl von Branchen und Unternehmen investieren.

Zur Analyse und Wertpapierauswahl nutzt die KI die Leistungsfähigkeit von IBM Watson. Diese Anlage-Methode war bisher nur institutionellen Anlegern, Hedgefonds und ähnlichen Finanzunternehmen vorbehalten. Kleinanleger können durch den ETF nun ebenfalls von der Analysefähigkeit der IBM-eigenen KI profitieren.

Bedienhinweis: Einzelne Datenreihen lassen sich durch Klick auf die betreffende Überschrift aus- und wieder einblenden.

Quellen:

Der Qraft Al-Enhanced U.S. Large Cap Momentum ETF nutzt ebenfalls künstliche Intelligenz und Machine Learning für die Wertpapier-Auswahl. Das Unternehmen hinter dem ETF, Qraft Technologies Inc., begann bereits 2016 mit dem Einsatz von KI in der Finanzbranche und gilt als Pionier in der KI-Technologie. Jedes Wertpapier im ETF-Portfolio und dessen Gewichtung wird alleine von den KI-Modellen des Unternehmens bestimmt, die Mitarbeiter sind ausschließlich für das Produktdesign und die Überwachung der Abläufe zuständig.

Der Indexfonds gilt als innovative Anlageoption für diejenigen Anleger, die eine automatisierte und dynamische Investmentstrategie bevorzugen. Für die Auswahl der Aktien berücksichtigt die KI unter anderem die Performance eines Unternehmens in bestimmten Zeiträumen, erkennt Muster und schließt dadurch auf Investmentchancen und -risiken.

Bedienhinweis: Einzelne Datenreihen lassen sich durch Klick auf die betreffende Überschrift aus- und wieder einblenden.

Quellen:

KI-basierte ETFs im Vergleich zu Benchmarks

Um die Performance der auf künstlicher Intelligenz basierten ETFs besser einschätzen zu können, hat die Redaktion die ETFs im Vergleich zu gängigen Indizes wie dem DAX oder dem MSCI World betrachtet. Hier fällt auf, dass die KI-ETFs nicht wirklich bemerkenswert performt haben und in der Regel hinter den Indizes zurückgeblieben sind. Gründe dafür könnten die schwierige Marktlage, der Entwicklungsstand der KI und die Anlagestrategie der AIs der beiden Anbieter sein.

KI-ETFs im Vergleich zu Benchmarks
Finanzprodukt ISIN Performance 1 Jahr Performance 3 Jahre Performance 5 Jahre
AI Powered Equity ETF US26924G8134 -17,3% +14,4% +9,8%
Qraft AI-Enhanced U.S. Large Cap Momentum ETF US30151E7803 -3,2% +0,1% +11,7%
DAX DE0008469008 +5,0% +29,2% +6,6%
MSCI World CH0001693230 -8,6% +27,1% +28,5%
FTSE 100 GB0001383545 +6,0% +20,1% +9,7%
Nikkei 225 XC0009692440 +3,5% +29,8% +27,8%
Brokervergleich.de Robo-Advisor-Echtgeldtest -7,2% +1,3% +9,6%

Übrigens: Zwar basieren Robo-Advisor und KI-basierte Investmentfonds beide auf Algorithmen und KI, trotzdem sind die beiden Anlagearten unterschiedlich. Während Robo-Advisor sich eher an den Zielen, Bedürfnissen und der Risiko-Bereitschaft eines Privatanlegers konzentrieren und auch von menschlicher Expertise abhängig sind, richten sich KI-basierte Investmentfonds aktuell noch eher an institutionelle Investoren, die nach neuen und fortgeschrittenen Anlagestrategien suchen. KI-basierte Anlagefonds sind nicht von menschlicher Expertise beeinflusst und handeln so, wie es die künstliche Intelligenz aufgrund von Datenanalysen für richtig hält.

Surftipp: Die besten Fonds- und ETF-Anbieter im Vergleich »

Fazit Teil II

Zwar ist der Entwicklungsstand der meisten KIs noch nicht über eine Test-Phase hinausgekommen, dennoch gibt es eine Vielzahl von Anwendungsmöglichkeiten, bei denen Anleger KI nutzen werden. Dazu zählt die Analyse von Finanzdaten, die Auswertung von tausenden Quellen, welche die Anlage-Entscheidungen beeinflussen können oder KI-basierte ETFs, die das Ziel haben, kostengünstig und schnell auf aktuelle Marktentwicklungen zu reagieren.

Allerdings gibt es viele weitere Anwendungsbereiche, bei denen Anleger von KI profitieren können. So gibt es bereits Trading-Systeme, die auf KI-Entscheidungen basieren, Programme, die Kursverläufe voraussagen und Tools zur Risikobewertung von Investments. Die meisten dieser KI-Produkte sind jedoch aktuell noch in der Entwicklung, oder nicht verfügbar für Kleinanleger. Institutionelle Anleger und Finanzinstitute profitieren bereits jetzt von AI. Bis auch Privatanleger im gleichen Maße von den aktuellen Entwicklungen partizipieren können, wird wahrscheinlich noch etwas Zeit vergehen.


Teil III: So kann in ChatGPT und Co. investiert werden

Die Liste der Investoren, die in ChatGPT investiert sind, ist durchaus beeindruckend. Namhafte Unternehmen und Silicon-Valey-Stars wie Peter Thiel und Reick Hoffman halten Anteile an OpenAI, dem Unternehmen hinter ChatGPT. Der aktuelle Hype, die Investitionen in Milliardenhöhe und die ständig steigenden Nutzerzahlen könnten auf ein renditestarkes Investment hindeuten. Deshalb stellt sich die Frage, ob es auch als Privatanleger möglich ist, in OpenAI und ChatGPT zu investieren.

Die kurze Antwort: Nein, es ist nicht möglich, als Privatanleger in ChatGPT zu investieren. OpenAI ist ein privates Unternehmen, welches sich in Besitz von Investoren und einigen der Gründer befindet. Das bedeutet, dass das Unternehmen an keiner Börse gelistet ist und Anleger deshalb keine Möglichkeit haben, direkt in OpenAI zu investieren und Wertpapiere des Unternehmens zu kaufen.

Allerdings können Anleger indirekt an der Wertentwicklung von OpenAI partizipieren. So sind Unternehmen wie Microsoft (ISIN: US5949181045), Amazon (ISIN: US0231351067) oder Tencent (ISIN: KYG875721634) in OpenAI investiert. Durch den Kauf dieser Aktien kann indirekt an OpenAI partizipiert werden.

Neben einem indirekten Investment in das Unternehmen OpenAI gibt es eine Reihe weiterer Wertpapiere, die von dem KI-Trend rund um ChatGPT profitieren. Dazu zählen Nvidia (ISIN: US67066G1040), einer der weltweit führenden KI-Computing-Anbieter, Splunk (ISIN: US8486371045), ein US-amerikanisches Unternehmen mit Fokus auf KI, Machine Learning und Automatisierung und Zebra Technologies (ISIN: US9892071054), ein Unternehmen, welches Systeme zur automatischen Erfassung und Verarbeitung von Daten entwickelt.

KI-Aktien für Privatanleger
Unternehmen ISIN WKN Branche Markt-
kapitalisierung in Mrd. €
(Stand: 02.2023)
Jahres-
performance
Microsoft US5949181045 870747 Hard- und Softwareentwickler 1.770 -7,1%
Amazon US0231351067 906866 Online-Versandhändler 926,8 -32,3%
NVIDIA US67066G1040 918422 Hardware-Hersteller 482,1 +9,7%
Tencent KYG875721634 A1138D Internet-Unternehmen 408,9 -14,0%
Splunk US8486371045 A1JV4H KI- und Daten-Plattform 15,9 -3,5%
Zebra Technologies US9892071054 882578 Hard- und Softwarehersteller 14,8 -19,4%

Die besten Broker im Vergleich »

Zusammenfassung

Ein direktes Investment in ChatGPT ist momentan noch nicht möglich, Anleger können dennoch in die KI-Technologie investieren. Von Blue-Chip-Aktien wie Microsoft und Amazon bis hin zu verhältnismäßig kleinen Unternehmen kann indirekt am aktuellen Hype von ChatGPT partizipiert werden. Das Investment in die KI-Technologie ist momentan zwar riskant, da sich die relativ junge Technologie noch nicht vollständig etabliert hat und noch verhältnismäßig wenig Unternehmen KI einsetzen, das Potenzial spricht jedoch auch für eine renditestarke Branche der Zukunft.

ChatGPT hat einen regelrechten KI-Hype ausgelöst: Von der Tagesschau, über das Handelsblatt bis hin zum MDR wird regelmäßig über die neusten Entwicklungen und Phänomene am KI-Markt Bericht erstattet. Das Interesse zur Thematik ist entsprechend groß, das Potenzial der Technologie hat allem Anschein nach den Zenit noch lange nicht erreicht. Auch am Finanzmarkt und den Börsen werden die Entwicklungen und Neuerungen der künstlichen Intelligenz mit Spannung erwartet. Vor allem für Privatanleger könnten durch neue KI-Tools Chancen entstehen.

So wird KI bereits jetzt dafür genutzt, eine schier unendliche Zahl an Daten auszuwerten, um die Qualität von Anlage-Entscheidungen zu verbessern und Investoren dabei zu unterstützen, die richtigen Käufe und Verkäufe zum bestmöglichen Zeitpunkt durchzuführen. Zwar sind die Auswertungen und Analysen von KI-Systemen keinesfalls unfehlbar, der Umstand, dass die meisten KIs beständig dazulernen, lässt allerdings darauf schließen, dass die Vorhersagen beständig besser und genauer werden.

Ausblick

Künstliche Intelligenz könnte also in Zukunft einen maßgeblichen Einfluss auf die weltweiten Finanzmärkte haben. Anleger, die an dieser Entwicklung partizipieren möchten, können durch den Kauf der entsprechenden Wertpapiere von dem Hype um KI-Technologie profitieren. Zwar kann momentan nicht direkt in das wohl bekannteste KI-Produkt ChatGPT investiert werden, die Anzahl der Unternehmen, die in der KI-Branche tätig sind, ist jedoch bereits jetzt groß und wächst beständig weiter.

Inwiefern künstliche Intelligenz an den Finanzmärkten in Zukunft eine Rolle spielen wird, lässt sich nur schwer abschätzen. Fest steht, dass KI die Gesellschaft, das Arbeitsleben und die Finanzwelt nachhaltig verändern wird.

Robo-Advisor und Broker Aktionen und Angebote »


Spannende KI-Tools im Überblick

KI-Tools im Überblick
Produkt Anbieter Website Investition möglich ISIN
ChatGPT OpenAI www.openai.com Nein
Watson IBM www.ibm.com/watson Ja US4592001014
Azure Microsoft www.azure.microsoft.com Ja US5949181045
Midjourney Midjourney www.midjourney.com Nein
Jasper Jasper www.jasper.ai Nein
Fireflies Fireflies www.fireflies.ai Nein
Tensorflow Alphabet www.tensorflow.org Ja US02079K3059
Pytorch Facebook www.pytorch.org Ja US30303M1027
OpenCV OpenCV www.opencv.org Nein

Weiterführende Links und Quellen:

[1] PWC: Künstliche Intelligenz im Finanzsektor

[2] ChatGPT-Startseite

[3] MDR: ChatGPT – WAS IST DAS?

[4] Süddeutsche: ChatGPT im Einsatz

[5] Handelsblatt: ChatGPT – Funktionen und Nachteile der KI des Start-ups OpenAI

[6] Bundesministerium für Bildung und Forschung: Künstliche Intelligenz

[7] Fraunhofer Institut: Künstliche Intelligenz in der Medizin

[8] PWC: Künstliche Intelligenz im Finanzsektor