Neobroker-Vergleich 2022

Seit 2019 bekommen Broker auf dem deutschen Markt zunehmend Konkurrenz von Neobrokern. Neobroker nutzen schlanke Strukturen und die Digitalisierung, um besonders günstige Gebühren anzubieten. Wir vergleichen Neobroker und zeigen deren Vor- und Nachteile auf.

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Neobroker im Vergleich

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Die besten Neobroker aus Kundensicht

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Was ist ein Neobroker?

© Blue Planet Studio/stock.adobe.com

Neobroker (alternative Schreibweisen Neo Broker oder Neo-Broker) zeichnen sich durch ein innovatives Konzept aus, durch das sie sich von klassischen Online-Brokern unterscheiden. So handeln Anleger bei Neobrokern oft zu besonders günstigen Gebühren oder einer Flatrate, auch ist der Handel teils ausschließlich per App möglich. Dafür erhalten Anleger bei Neobrokern oft nicht den gleichen Umfang an Leistungen und Produkten wie bei anderen Brokern.

Wie sicher sind Neobroker?

In puncto Sicherheit müssen Anleger bei Neobrokern keine Abstriche machen. Die Neobroker in unserem Vergleich werden alle durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) reguliert.

Das Depot wird zum Teil bei einer Partnerbank geführt. Auch hierbei handelt es sich um renommierte Institute wie die DAB BNP Paribas.

Wertpapiere wie Aktien und Fonds gelten zudem als Sondervermögen und könnten im Falle einer Insolvenz zu einem anderen Institut übertragen werden. Im nachfolgenden Abschnitt vergleichen wir alle namhaften Neobroker am deutschen Markt unter anderem auch hinsichtlich dieses Kriteriums.

Worauf sollten Anleger bei der Auswahl eines Neobrokers achten?

Bevor Anleger sich für einen Neobroker entscheiden, sollten sie sich Gedanken darüber machen, was ihnen beim Wertpapierhandel wichtig ist. Neobroker lassen sich nicht alle über einen Kamm scheren. Die meisten von ihnen tun sich in einem speziellen Bereich besonders hervor, während Anleger in anderen Bereichen Abstriche hinnehmen müssen.

Bei Trade Republic zahlen Anleger zum Beispiel nur einen Euro pro Order. Dafür ist der Wertpapierhandel ausschließlich über eine App möglich und es lassen sich keine aktiv gemanagten Fonds handeln. Scalable Broker bietet eine Flatrate mit der beliebig viele Orders pro Monat getätigt werden können, was sich vor allem für Vieltrader lohnt, mit gettex gibt es jedoch nur einen einzigen Handelsplatz.

Die rechtlichen Besitzverhältnisse von Sondervermögen

Ein wichtiger Punkt bei der Auswahl eines Neo-Brokers muss sein, wer ist der Besitzer des erworbenen Sondervermögens!? Ist es der Anleger oder der Neo-Broker?

Neobroker Depot­führung bei ist der Anleger Eigentümer
des Sondervermögens
gibt es Einzel­verwahrung zum Neo-Broker
 

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Baader Bank ja Weiter »

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DAB BNP ja ja Weiter »

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eigene Wertpapierhandels Bank ja Weiter »

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Sutor Bank ja ja Weiter »

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Baader Bank ja Weiter »

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ABN AMRO Clearing ja Weiter »

Was passiert mit der Abgeltungsteuer

Die Kapitalertragssteuer hat durch Änderungen der entsprechenden Gesetzgebung seit dem 1. Januar 2009 für bestimmte Kapitaleinkünfte abgeltende Wirkung und wird seitdem als Abgeltungsteuer bezeichnet. Die Abgeltungssteuer wird von der die Kapitalerträge auszahlenden Stelle (z.B. einer Bank) für Rechnung des Gläubigers der Kapitalerträge einbehalten und an das Finanzamt abgeführt. Bei welchem der Broker wird die Abgeltungsteuer automatisch abgeführt und kann man auch einen Freistellungsauftrag einstellen.

Neobroker wird Abgeltung­steuer automatisch abgeführt Freistellung­sauftrag wie Freistellungs­auftrag zum Neo-Broker
 

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ja ja per App Weiter »

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ja ja Weiter »

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ja ja in App unter „Freistellungsauftrag“ Weiter »

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ja ja im Webtrading Weiter »

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ja ja über Verwaltungsbereich Abschnitt „Steuern“ Weiter »

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nein nein   Weiter »

Was für Kontoarten sind möglich

Es gibt nicht nur Privatpersonen, welche ein Konto bei einem Neobroker eröffnen möchten. Welcher Broker bietet was an.

Neobroker Privat­personen Gemeinschafts­konto Für Minder­jährige Geschäfts­kunden zum Neo-Broker
 

zum Test
ja nein nein nein Weiter »

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zum Test
ja nein nein nein Weiter »

Vor- und Nachteile von Neobrokern

Welche Vorteile haben Neobroker?

  • Unkomplizierte Bedienung – oft per App
  • Günstige und/oder einfach verständliche Gebührenmodelle (Handeln für einen Euro pro Order bei Trade Republic, Flatrate bei Scalable Broker)
  • Auch Orders mit geringem Ordervolumen lohnen sich
  • Keine Depotgebühren
  • Teils starke Sparplanangebote

Welche Nachteile haben Neobroker?

  • Oft deutlich weniger Wertpapiere handelbar als bei klassischen Brokern
  • Oft nur ein Handelsplatz und kein außerbörslicher Handel
  • Teilweise Mindestordergröße (finanzen.net zero: 500 Euro)
  • Gebührenmodelle teils nur für Vieltrader interessant
  • Einschränkungen bei den Recherche-Möglichkeiten, den Orderarten und den Leistungen

Für wen sind Neobroker besonders geeignet?

Diese Frage lässt sich nicht eindeutig beantworten, da das Feld der Neobroker zu vielseitig ist. Oftmals tun sie sich jedoch durch sehr günstige Gebühren hervor. Dadurch eignen sie sich für Vieltrader, für Einsteiger in den Wertpapierhandel und für Anleger, die kleine Summen investieren wollen. Wer hingegen viel Wert auf einen umfangreichen Service und ein großes Angebot legt, ist bei einem klassischen Broker besser aufgehoben.

  comdirect Trade Republic
Depotvolumen in EUR 10.000,00
Rendite vor Kosten 6,00 %
Depotgebühr p.a. 0,00 % 0,00 %
  erste 3 Jahre kostenlos, danach kostenlos ab 2 Trades im Quartal oder mit Girokonto oder mit regelmäßiger Wertpapiersparplan dauerhaft kostenfrei
Mindestentgelt pro Monat in EUR 1,95 0,00
Ordergebühr für Aktien 0,25 % des Transaktionsvolumens zzgl. 4,90 Euro, mind. 9,90 Euro (Inland) 1,00 Euro Fremdkostenpauschale
Ordervolumen pro Trade in EUR 500,00 500,00
Anzahl Trades pro Jahr 24 24
Bruttorendite in EUR 600 600
abzüglich
Depotgebühr pro Jahr in EUR 0,00 0,00
Ordergebühren pro Jahr in EUR 117,60 + Fremdkosten 24,00
Nettorendite vor Steuern in EUR 482,40 576,00
Nettorendite vor Steuern 4,82 % 5,76 %
abzüglich
Abgeltungsteuer (25%) in EUR 120,60 144,00
Solidaritätszuschlag (5,5% der Abgeltungsteuer) in EUR 6,63 7,92
Nettorendite nach Steuern in EUR 355,17 424,08
Nettorendite nach Steuern in % 3,55 % 4,24 %
Zum Produkttest comdirect Depot im Test » Trade Republic im Test »
Stand der Berechnungen: 02.07.2020

Dass Neobroker oft günstiger sind als klassische Online-Broker hat vor allem drei Gründe. So erhalten sie Provisionen von den Handelsplätzen für ausgeführte Orders. Zudem halten sie ihre Strukturen schlank, betreiben bspw. keine Filialen. In seltenen Fällen erheben sie zudem Negativzinsen auf dem Verrechnungskonto.

Wie verdienen Neobroker ihr Geld?

Neobroker sind günstig und einige werben sogar damit, dass der Wertpapierhandel bei ihnen kostenlos sei. Ganz kostenlos kann natürlich auch ein Neobroker seine Leistungen nicht anbieten, denn auch er hat Personal und Kosten, die gedeckt werden müssen.

Provision von Handelsplatz oder Makler

In einigen Fällen ist es tatsächlich so, dass dem Kunden keine Ordergebühren in Rechnung gestellt werden. Stattdessen erhält der Broker eine Provision vom Handelsplatz bzw. Market Maker für die vermittelte Order. Letzterer trägt dafür Sorge, dass der Handel an einem Handelsplatz funktioniert: Er kauft Anlegern ihre Wertpapiere ab und verkauft sie an andere Anleger weiter.

Aus der Spanne zwischen Ankauf- und Verkaufspreis erwirtschaftet er seinen Gewinn, von dem er einen Teil an den Neobroker als Provision oder Rückvergütung abführt. Überschlägig kann man von drei Euro pro Order ausgehen, die ein Broker auf diese Weise pro Order einnimmt.

Payment for Order Flow

„Payment for Order Flow“ ist bekannt vom US-Broker Robinhood. Dass der Wertpapierhandel dort kostenlos ist, hat sich herumgesprochen. Nur weshalb das so ist, ist vielen Anlegern noch unklar. Wir wollen PFOF kurz erläutern.

Der Anleger teilt Robinhood seine Order mit. Robinhood führt diese Order aber nicht selbst aus, sondern sucht einen als Market Maker aktiven Broker. Market Maker geben die Kurse selbst vor. Ziel ist es, einen Market Maker zu beauftragen, der einen günstigeren Kurs stellt als den Marktkurs. Aus der Differenz schöpfen der Market Maker und Robinhood eine Courtage.

PFOF – drei Gewinner

Im Grunde gibt es mit diesem Vergütungssystem drei Gewinner und für den Kunden nur Vorteile. Der Market Maker und Robinhood verdienen Geld, der Anleger spart Geld. Finanziert wird der Vorgang aus den Geldströmen im Markt, den Kursdifferenzen. In Deutschland funktioniert der Wertpapierhandel über Trade Republic genauso. Hier zahlt Lang und Schwarz eine Rückvergütung an den Broker, für den Anleger fallen keine Gebühren an.

So funktioniert Payment for Order Flow beim Neobroker Trade Republic

Welche Risiken sehen die Marktwächter für die Anleger?

Das potenzielle Risiko für die Anleger ist leicht erklärt. Die Broker kommen in die Zwickmühle, nicht mehr den Market Maker auszuwählen, der den besten Kurs für den Kunden stellt, sondern den Broker, der die höchste Rückvergütung bezahlt. Für den Anleger wäre das unter Umständen noch eine schlechtere Alternative als eine selbst zu tragende Courtage für den Broker, da er schleicht zu viel Geld für die Wertpapiere bezahlt. Die Stiftung Warentest konnte bei ihren Analysen deutscher Neobroker keine Unregelmäßigkeiten feststellen.

Ein anderes Risiko seitens der Market Maker liegt im sogenannten, illegalen, Frontrunning. Aus den Orders der Anleger lassen sich Tendenzen für den Markt erkennen. Die Broker könnten diese Informationen benutzen, um ihre eigene Strategie zu ändern und Profit aus dem Anlegerverhalten zu Ungunsten der Anleger zu schlagen.

Was passiert bei einem Verbot von PFOF

Ein Verbot von PFOF wäre für Robinhood ärgerlich, aber kein Beinbruch. Der Wertpapierhandel ist nur ein Standbein des Brokers, war im Jahr 2021 sogar rückläufig (2).

Im zweiten Quartal 2021 machte das Geschäft mit Kryptowährungen bei Robinhood 41 Prozent aus, der Handel mit Aktien und Optionen nur noch 38 Prozent. Dazu kommt der Ryanair-Ansatz als Einnahmequelle, Kosten für vom Standard abweichende Leistungen. So berechnet Robinhood für den Depotumzug zu einem anderen Broker 75 US-Dollars. In Deutschland dürfte eine Bank dafür keine Gebühren berechnen, da ein Depotumzug laut Bundesgerichtshof zum Tagesgeschäft einer Bank gehört. Für papierhafte Depotauszüge können hierzulande allerdings auch Gebühren anfallen, bei Robinhood sind es 20 US-Dollar.

Robinhood spielte auch schon öffentlich mit dem Gedanken, selbst als Market Maker zu agieren. Damit wäre der Hauptangriffspunkt der SEC ausgeschaltet. Zu guter letzt bliebe dem Unternehmen noch der verstärkte Handel mit Bitcoin und Co, da diese noch nicht so im Regulierungsfokus der SEC stehen.

Die ESMA hat die nationalen Aufsichtsbehörden zunächst einmal dazu aufgefordert, die Geschäftspraktiken der europäischen Anbieter auf die Transparenz hin zu überprüfen. Ein Verbot steht noch nicht vollständig im Raum.

Nun ist die Zukunft von Robinhood für deutsche Anleger noch nicht so das Thema. Anders sieht es bei Trade Republic aus. Trade Republic ist eine Bank, muss also alle Auflagen erfüllen, die auch auch für andere Banken gelten, und wird von der BaFin reguliert. Es bleibt zu hoffen, dass die permanent begleitende Kontrolle der BaFin die Seriosität von Trade Republic auch weiterhin sicherstellen kann, ohne dass das Vergütungssystem geändert werden muss.

Ausblick – wo geht die Reise hin?

Neobroker wollen Anlegern den Wertpapierhandel so einfach wie möglich machen. Die Hürde wird auch dadurch gedrückt, dass der Handel meist deutlich günstiger ist als bei der Konkurrenz. Das macht Neo-Broker durchaus attraktiv – gerade für Anleger, die viele Transaktionen tätigen wollen. Noch haben Neobroker aber mit vielen Einschränkungen zu kämpfen. Das betrifft sowohl das Angebot als beispielweise auch die Recherchemöglichkeiten.

Das muss jedoch nicht so bleiben. So kombiniert Smartbroker schon jetzt viele Vorteile eines Neobrokers wie günstige Gebühren mit einem Angebot, dass sich vor klassischen Brokern nicht verstecken muss. Auch Scalable Capital ist bei den ETF-Sparplänen spitze und bietet zudem einen Robo-Advisor. Es könnte also sein, dass sich bei Neobrokern in Sachen Angebot und dem sonstigen Umfang der Leistungen in den nächsten Jahren noch viel tut. Klassische Online-Broker werden sich warm anziehen müssen – und überlegen, wie sie auf die neue Konkurrenz reagieren. Für Anleger ist das in jedem Fall eine positive Entwicklung.

Statistik – wie viele Kunden haben Neobroker?

Neobroker kamen in Deutschland erst 2019 auf. Einige blicken dennoch bereits auf eine Erfolgsgeschichte zurück. Andere halten sich bedeckt, wie viele Kunden sie mit ihrem Angebot bisher gewinnen konnten. Folgende Tabelle gibt einen Überblick über aktuelle Kundenzahlen (sofern verfügbar):

Neobroker Anzahl Kunden Assets under Management Depotvolumen pro Kunde Stand
finanzen.net zero 10.000 k.a. k.a. Juni 2020
BUX 500.000 k.a. k.a. April 2021
Justtrade k.a. k.a. k.a.
Scalable Broker 200.000 5,00 Mrd. EUR** k.a. Dezember 2021
Smartbroker 240.000 8,80 Mrd. EUR 37.000 EUR Januar 2022
Trade Republic 1.300.000** 6,50 Mrd. EUR* 6.500 EUR* November 2021
Robinhood 18.000.000 69 Mrd. EUR* 3.833 EUR* Juli 2021
Erläuterungen:
* eigene Schätzungen basierend auf 1 Mrd. EUR Assets under Management bei 150.000 Kunden aus April 2020
** Finanz-Szene.de

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