Energie-Engpässe – Auswirkungen auf Wirtschaft, Vermögen und die Börse

Ob Strom, Öl oder Gas – die Energiepreise stiegen seit 2021 deutlich an. Die Auswirkungen davon sind auf vielfältige Art zu spüren: So treiben die Energiepreise die Inflation und Sorgen bei Privatanlegern für Kaufkraftverluste. Auch Unternehmen werden durch die Energie-Engpässe belastet und fürchten ein schwächeres Wirtschaftswachstum. Und an der Börse fürchten Anleger, die Zentralbanken könnten die Zinsen schneller anheben. Ein Überblick über die aktuelle Lage, die möglichen Auswirkungen der Engpässe sowie Chancen für Privatanleger. 

Das Wichtigste auf einen Blick:

  • Update: Aktuelle Lage
  • Die Preise für Strom, Öl und Gas sind 2021 und 2022 deutlich angestiegen
  • Ein bedeutender Teil der Inflation in der Eurozone ist in diesem Jahr auf die Energiepreise zurückzuführen
  • Unternehmer sehen in den Energie-Engpässe eine Gefahr für das Wirtschaftswachstum
  • Bleibt die Inflation hoch, könnten die Zentralbanken mit höheren Leitzinsen reagieren
  • Auch an den Börsen sorgen die Energie-Engpässe für einen deutlichen Dämpfer
  • Wertpapiere können Anleger vor einem Kaufkraftverlust schützen, Anleger können von dem aktuell niedrigen Kursen langfristig profitieren

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Aktuelle Lage

    September 2022

  • 06.09.2022: Der russische Gaskonzern Gazprom hat den Lieferstopp über Nord Stream 1 mit einem angeblichen Konstruktionsfehler der
    eingesetzten Turbine begründet. Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck geht nicht von einer Wiederinbetriebnahme aus.
  • August 2022

  • 16.08.2022: Die Gasumlage wird auf 2,419 Cent pro Kilowattstunde festgelegt und soll ab Herbst gezahlt werden.
  • Juli 2022

  • 27.07.2022: Russland hat die Gaslieferung durch Nord Stream 1 auf 20 Prozent reduziert. Als Grund gibt der russische Energiekonzern Gazprom eine weitere fehlende Turbine an.
  • 21.07.2022: Die Gaslieferung durch Nord Stream 1 ist pünktlich wieder angelaufen und ist mit 40 Prozent in etwa so hoch wie vor den Wartungs- und Reinigungsarbeiten.
  • 11.07.2022 (I): Die Gas-Pipeline Nord Stream 1 wird vorübergehend abgeschaltet, um Wartungsarbeiten durchzuführen. Ob die Pipeline wie geplant am 21. Juli wieder in Betrieb genommen werden kann, hängt auch davon ab, ob die benötigte Turbine aus Kanada rechtzeitig eintrifft und eingebaut wird. Diese soll nach einem Zwischenstopp in Deutschland und einem Test mit dem Flugzeug weiter in die Nähe von Sankt Petersburg gebracht werden.
  • 11.07.2022 (II): Die chemische Industrie stellt den Vorrang privater Haushalte bei der Zuteilung von Gas im Notfall infrage. Die Sicherung der Arbeitsplätze und damit das Einkommen sei für die Familien sehr wichtig und „steht für die Gesellschaft höher als die vollständige Sicherstellung der privaten Gasversorgung“, sagte der Präsident des Verbandes der chemischen Industrie (VCI), Christian Kullmann, der „Süddeutschen Zeitung“. „Was nützt es, wenn die Haushalte zwar weiter Gas bekämen, es aber nicht mehr bezahlen könnten?“
  • 01.07.2022: Der Präsident des Deutschen Bauernverbandes, Joachim Rukwied, zeigt sich angesichts der Ausrufung des Notfallplans Gas besorgt: „Um stabile Ernten zu gewährleisten, ist die Verfügbarkeit von Düngemitteln essentiell. Wir brauchen Gas für die Erzeugung von Stickstoffdünger.“ Sollte die Landwirtschaft bei der Gasverteilung keinen Vorrang erhalten, könnte es zu dramatischen Lebensmittelknappheit in Deutschland kommen. „Ohne Gas keine Milch, keine Butter, kein Joghurt. Wir brauchen eine Priorisierung beim Gas für den gesamten Landwirtschafts- und Ernährungssektor.“
  • Juni 2022

  • 23.06.2022: Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck ruft Alarmstufe zwei aus, nachdem Russland die Gaslieferungen stark reduziert hatte. Der Grund hierfür ist laut Russland eine fehlende Turbine, die nach Wartungsarbeiten in Kanada infolge der Sanktionen gegen Russland nicht zurückgeliefert werden konnte. Die deutschen Speicher seien zwar zu knapp 59 Prozent gefüllt, doch sollten die russischen Gaslieferungen über die Nord-Stream-1-Leitung weiterhin auf dem niedrigen Niveau von 40 Prozent verharren, sei ein Speicherstand von 90 Prozent bis Dezember kaum zu erreichen.
  • Mai 2022

  • 31.05.2022: Die EU wird kein russisches Öl mehr über den Seeweg importieren. Umgesetzt werden soll dieser Schritt bis Jahresende. Importe über Pipelines bleiben hingegen erlaubt. Zu diesem Kompromiss kam es auf Drängen von Ungarn, das sehr auf Öllieferung aus Russland angewiesen ist. Öl-Einfuhren über den Seeweg machen rund zwei Drittel der russischen Öl-Lieferungen in die EU aus. Da Deutschland und Polen nicht von der Pipeline-Ausnahme Gebrauch machen wollen, sprach EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen davon, dass die Öl-Lieferungen der EU aus Russland bis Ende des Jahres um 90 Prozent sinken werden. Ein vollständiges Ölembargo ist damit vom Tisch.
  • April 2022

  • 28.04.2022 (I): Russland hat am Mittwoch die Gaslieferungen an Polen und Rumänien eingestellt. Als Grund wird aufgeführt, dass die beiden Länder nicht in Rubel zahlen wollen, wie es Russland seit April verlangt. In den Verträgen ist allerdings eine Bezahlung in Rubel nicht erwähnt, die Preise werden dort in Euro bzw. US-Dollar angegeben. Gaslieferung nach Deutschland sind von dem Lieferstopp derzeit nicht betroffen.
  • 28.04.2022 (II): Laut Bundeswirtschafsminister Robert Habeck ist Deutschland noch zu 35 Prozent von russischem Gas abhängig, vor dem Ukraine-Krieg waren es 55 Prozent. Bis spätesten 2024 soll die komplette Unabhängigkeit erreicht sein. Die deutsche Wirtschaft bereitet sich derweil für den Fall vor, dass Russland die Gaslieferungen einstellt.
  • 28.04.2022 (III): Nach der Ankündigung Russlands stieg der Gaspreis an der niederländischen TTF-Börse kurzfristig um rund 20 Prozent auf 118 Euro je Megawattstunde.
  • 28.04.2022 (IV): Das Bundeskabinett hat derweil wie angekündigt ein Entlastungpaket beschlossen, das vorsieht, die Energiesteuer für Kraftstoffe für drei Monate zu senken, einkommensteuerpflichtige Erwerbstätige mit einer Pauschale von 300 Euro zu entlasten, befristet ein Neun-Euro-Monatsticket im Nah- und Regionalverkehr einzuführen und das Kindergeld um 100 Euro je Kind anzuheben.
  • 28.04.2022 (V): Ein Entwurf des Energiesicherungsgesetzes (EnSiG) sieht vor, dass alle Versorger der Lieferkette künftig ab der mittleren von drei Stufen im Notfallplan Gas (Alarmstufe) sofortige Preiserhöhungen durchführen können.
  • 26.04.2022: Laut Bundeswirtschafsminister Robert Habeck soll Deutschland in wenigen Tagen völlig unabhängig von russischem Öl sein. Vor dem Ukraine-Krieg habe die Abhängigkeit demnach bei 35 Prozent gelegen, inzwischen seien zwölf Prozent erreicht.
  • 05.04.2022 (I): Die Bundesnetzagentur wird Treuhänderin von Gazprom Germania. Damit wird das Unternehmen verstaatlicht. Das verkündete Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck. Durch diese Maßnahme soll die Versorgungssicherheit gewährleistet werden. Hintergrund: Der russische Mutterkonzern wollte seine deutsche Tochter an die ebenfalls russischen Unternehmen JSC Palmary und GPEBS verkaufen. Der Erwerb kritischer Infrastruktur durch Unternehmen außerhalb der EU muss jedoch durch das Bundeswirtschaftsministerium genehmigt werden. Das ist nicht geschehen.
  • 05.04.2022 (II): Die baltischen Staaten Lettland, Litauen und Estland beziehen seit Anfang April kein Gas mehr aus Russland
  • März 2022

  • 31.03.2022 (I): Bezahlung von russischen Gaslieferungen: In einem Telefonat zwischen dem russischen Präsidenten Wladimir Putin und Bundeskanzler Olaf Scholz informierte Putin Scholz über die Einführung eines Gesetzes, welches festschreibe, dass Gaslieferungen ab dem 1. April in Rubel bezahlt werden müssen. Zugleich betonte Putin, dass europäische Vertragspartner in Euro bezahlen könnten – per Überweisung an die Gazprom-Bank, welche das Geld in Rubel konvertieren würde. Scholz stimmte vorerst nicht zu und bat um schriftliche Informationen.
  • 31.03.2022 (II): Zugleich wird in Russland darüber diskutiert, ob künftig auch Öl und andere Waren in Rubel bezahlt werden sollen.
  • 31.03.2002 (III): Die USA überlegen, bis zu 180 Millionen Barrel Öl aus den nationalen Notreserven freizugeben. Dadurch sollen die Kraftstoffpreise sinken.
  • 31.03.2022 (IV): Der Energiekonzern EnBW bekundet in einer Absichtserklärung, stärker auf Flüssigerdgas (LNG) setzen zu wollen. Dabei wird das Unternehmen auf das in Stade geplante Terminal zurückgreifen. EnBW ist derzeit einer der größten Importeure von russischem Erdgas.
  • 30.03.2022: Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck ruft die Gas-Frühwarnstufe aus, betont jedoch, dass die Versorgungssicherheit gewährleistet sei. Die Gas-Frühwarnstufe wird ausgerufen, wenn es ernste Hinweise gibt, dass eine Entwicklung eintreten kann, welche die Gasversorgung stark verschlechtere. Staatliche Eingriffe gibt es erst ab der dritten Stufe (Notfallstufe). Außerdem rief Habeck zum Energiesparen auf.
  • 29.03.2022 (I): Die G7-Staaten lehnen es ab, Gas aus Russland in Rubel zu bezahlen. Das hatte Russland zuvor gefordert. Nach Angaben von Bundesminister Robert Habeck sei die Forderung nach einer Zahlung in Rubel ein Vertragsbruch.
  • 29.03.2022 (II): In einer ersten Reaktion auf die Entscheidung der G7-Staaten sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow: „Keine Bezahlung – kein Gas.“ Außerdem: „Wir beabsichtigen aber auf keinen Fall, uns als Wohltäter zu zeigen und Westeuropa kostenloses Gas zu liefern.“ Russland macht weitere Schritte von der Reaktion der EU abhängig. Die Bedingungen für die Zahlung von Gas- und Öllieferungen will Russland bis Donnerstag verkünden.
  • 29.03.2022 (III): Unter Ökonomen ist ein Streit über die möglichen Auswirkungen eines Öl- und Gasembargos entbrannt. Wissenschaftler, die dem Exzellenzcluster Econtribute nahestehen, kommen in ihrer Studie bspw. zu dem Schluss, dass Deutschland ein Energieembargo verkraften könne. Sie halten in diesem Fall einen Einbruch des BIPs um 0,5 Prozent für wahrscheinlich, maximal aber 3 Prozent. Das Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) hingegen prognostiziert gravierende Auswirkungen. Laut ihrer Studie könnte sich das BIP bei einem Ausfall der Hälfte der derzeit nicht zu ersetzenden russischen Gaslieferungen um 6 Prozent reduzieren.
  • 24.03.2022 (I): Die Regierungsparteien SPD, Grüne und FDP haben sich auf weitere Entlastungen bei den Energiekosten geeinigt. Das Paket sieht Folgendes vor:
    • Einmalig 300 Euro Energiepreispauschale (über die Einkommenssteuer)
    • Reduzierung der Energiesteuer auf Kraftstoffe für drei Monate
    • 9-Euro-Monatstickets für den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) für drei Monate
    • 100 Euro Einmalbonus pro Kind für Familien
  • 24.03.2022 (II): Russland verkauft Erdgas an einige Länder nur noch, wenn diese in Rubel bezahlen. Das gilt für alle Länder der EU, die USA, Kanada und Großbritannien. Eine Folge davon ist, dass beispielsweise Deutschland nun Rubel bei der russischen Zentralbank kaufen müsste. Sanktionen gegen Russland würden dadurch untergraben. Der Kurs des Rubels stieg nach der Ankündigung Putins an. Zuletzt kostete der US-Dollar 96 Rubel. Vor der Ankündigung waren es über 100 Rubel. Zwischenzeitlich hatte der Ukraine-Krieg dazu geführt, dass der US-Dollar knapp 160 Rubel kostete.
  • 24.03.2022 (III): In vielen EU-Ländern sieht man den Alleingang Deutschlands bei der Suche nach Gaslieferanten kritisch. So befürchten etwa einige kleinere Länder dadurch bei künftigen Gaslieferungen nicht zum Zug zu kommen. Ein Streit unter den EU-Staaten um Gaslieferungen wird zudem als wenig sinnvoll angesehen.
  • 22.03.2022 (I): Die Länder der EU könnten künftig beim Einkauf von Gas, Wasserstoff und Flüssigerdgas zusammenarbeiten. Bisher hatte sich Deutschland stets gegen Pläne für einen gemeinsamen Einkauf ausgesprochen.
  • 22.03.2022 (II): Die Koalition diskutiert über den richtigen Weg für Entlastungen in Zusammenhang mit den hohen Energiepreisen. Vorschläge sind unter anderem ein Tankrabatt (FDP), ein Energiegeld (Grüne) und ein nach Einkommen gestaffeltes Mobilitätsgeld (SPD). Bundesfinanzminister Christian Lindner stellte eine Einigung bis Ende der Woche in Aussicht.
  • 22.03.2022 (III): Der Ölkonzern Saudi Aramco hat seinen Nettogewinn im abgelaufenen Geschäftsjahr um 124 Prozent auf 110 Milliarden US-Dollar gesteigert und damit mehr als verdoppelt. Außerdem will das Unternehmen künftig stärker auf blauen Wasserstoff setzen und durch das Einlagern von Kohlendioxid „grüner“ werden.
  • 21.03.2022 (I): Der Windparkbetreiber Encavis konnte seinen Umsatz steigern – er liegt nun bei 330 Millionen Euro, ein Plus von 13 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
  • 21.03.2022 (II): Politik und Wirtschaft besprechen das Vorgehen im Falle eines Stopps von russischen Gaslieferungen. In welcher Reihenfolge würden Unternehmen vom Netz genommen? Privathaushalte sollen im Fall der Fälle besonders geschützt werden.
  • 19.03.2022: Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck reist nach Katar und Saudi-Arabien, um über zusätzliche Gaslieferungen zu verhandeln.
  • 17.03.2022: Die European Federation of Energy Traders (Efet) setzt sich in einem Brief für die finanzielle Unterstützung der Energiehändler u.a. durch den Staat ein. Als Gründe werden die starken Preisschwankungen und die damit verbundenen gestiegenen Anforderungen an die Sicherheitsleistungen genannt, die beim Einkauf hinterlegt werden müssen.
  • 11.03.2022 (I): Die EU-Kommission denkt über Preiskontrollen am Strommarkt nach. Noch im März könnte sie einen Vorschlag machen, wie sich der Strompreis deckeln ließe. Damit soll die „Ansteckungswirkung der Gaspreise auf die Strompreise“ verringert werden. Eine Lockerung des Beihilferechts soll zudem Kompensationszahlungen an Industrien erlauben, die besonders unter den hohen Energiepreisen leiden.
  • 11.03.2022 (II): Die EU-Kommission will bis Mitte Mai ein Konzept mit dem Namen „Re-Power EU“ erarbeiten, das die EU bis 2027 weniger abhängig von Öl und Gas aus Russland machen soll.
  • 08.03.2022 (I): Die USA stoppen die Einfuhr von russischem Öl. Das berichtet unter anderem die Zeit.
  • 08.03.2022 (II): Russland droht mit Stopp der Erdgaslieferungen nach Deutschland über Nord Stream 1. Als Grund führt Russland u.a. den Stopp von Nord Stream 2 auf.
  • 07.03.2022 (I): Der Gaspreis erlebte erneut einen Preissprung – er stieg zeitweise auf rund 350 Euro je Megawattstunde (niederländischer Handelspunkt TTF). Das sind +60 Prozent im Vergleich zum Freitag (4. März).
  • 07.03.2022 (II): Eine Debatte um ein Handelsverbot bzw. einen Importstopp von russischem Öl ist entbrannt. Sie wurde u.a. von US-Außenminister Antony Blinken angestoßen. In Folge der Debatte stieg der Ölpreis (Brent) kurzfristig auf 139 US-Dollar pro Barrel. Sein bisheriges Rekordhoch erreichte der Ölpreis 2008 bei 147,50 US-Dollar. Steigt der Ölpreis so weit, dass die Nachfrage nachlässt, könnte das zu einer Rezession der Weltwirtschaft führen.
  • 07.03.2022 (III): Eine Grafik von Statista verdeutlicht den Anstieg der Energiepreise:

Quellen: Statista, Statistisches Bundesamt

  • 03.03.2022 (I): Trotz der drei geplanten Flüssigerdgas-Terminals wird Deutschland mindestens noch einen weiteren Winter von russischem Erdgas abhängig bleiben. Das geht aus einer Studie des Marktforschungsunternehmens ICIS hervor, über die das Handelsblatt berichtet. Demnach würde selbst eine vollständige Auslastung aller verfügbaren Flüssigerdgas-Terminals in Europa nur 40 Prozent der europäischen Erdgasnachfrage befriedigen können. Deutschland importiert derzeit über 50 Prozent des Erdgases aus Russland.
  • 03.03.2022 (II): Während der Ölpreis (Brent) insgesamt weiter steigt, sinkt aufgrund des Krieges in der Ukraine und der verhängten Sanktionen gegen Russland das Kaufinteresse an russischem Öl. Zeitweise betrug der Preisabschlag für russisches Öl über 18 US-Dollar je Barrel, so viel wie seit dem Ende der Sowjetunion nicht mehr. Da die Nachfrage nach Öl aus anderen Ländern dadurch wächst, erhöht sich auch der Druck auf den Ölpreis und treibt ihn weiter in die Höhe.
  • 02.03.2022 (I): Der Gaspreis erreicht am Spotmarkt zwischenzeitlich ein Rekordhoch bei 194 Euro je Megawattstunde. Der bisherige Rekord lag bei 182 Euro im Dezember 2021.
  • 02.03.2022 (II): Der Ölpreis (Brent) steigt auf 112,93 US-Dollar.
  • Februar 2022

  • 24.02.2022: Der Ölpreis (Brent) steigt in Folge des Angriffs auf die Ukraine durch russische Truppen zeitweise auf 105,79 US-Dollar je Barrel
  • 21.02.2022 (I): Der ifo-Präsident Clemens Fuest zeigt sich alarmiert. Sollte Russland in die Ukraine einmarschieren, könnte es bei Öl und Gas zu einem Preisschock kommen: „Selbst wenn die Gaslieferungen nicht eingeschränkt würden, käme es zu einem Preisschock, jedenfalls vorübergehend. Das träfe private Haushalte und Industrie in Deutschland gleichermaßen. Bislang erwarten wir eine Inflationsrate von 4 Prozent für 2022. Sollte ein Krieg ausbrechen, könnte sie noch höher ausfallen.“ [11] Zugleich wies er auf die gegenseitige Abhängigkeit von Russland und Westeuropa hin.
  • 21.02.2022 (II): Michael Kruse, energiepolitischer Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, setzt sich dafür ein, mehr deutsches Erdgas zu fördern, um unabhängiger zu werden.
  • 21.02.2022: (III): Griechenland, Bulgarien, Serbien und Nordmazedonien wollen stärker auf Flüssigerdgas (LNG – liquefied natural gas) setzen. Dafür wird u.a. ein Tanker zu einer Speicher- und Regasifizierungsanlage umgebaut, die vor der griechischen Stadt Alexandroupoli eingesetzt werden soll.
  • 14.02.2022: Der Ölpreis erreicht ein Siebenjahres-Hoch: Der Preis von Rohöl (Brent) stieg zeitweise auf 96 US-Dollar. Bis zum Mittag gab der Preis wieder leicht auf rund 94 US-Dollar nach. Ein Treiber des Preisanstiegs ist die Angst vor Lieferausfällen. Ein Kurs von 100 US-Dollar in naher Zukunft ist laut Analysten nicht ausgeschlossen.
  • 04.02.2022 (I): Der Ölpreis (Brent) ist im Januar um rund 17 Prozent gestiegen
  • 04.02.2022 (II): Die OPEC+ bleibt bei ihrer Strategie, die Ölproduktion um 400.000 Barrel pro Tag anzuheben, das hat sie bei einem virtuellen Gipfeltreffen am Mittwoch bestätigt. Trotz hoher Nachfrage ist eine weitere Ausweitung der Fördermenge nicht geplant. Zu den Gründen könnten auch politische Unruhen in Kasachstan und die marode Infrastruktur in Nigeria zählen.
  • 04.02.2022 (III): US-Präsident Joe Biden hat Anfang der Woche Scheich Tamim bin Hamad Al Thani, Emir von Katar empfangen. Die Hoffnung: Flüssiggaslieferungen aus Katar sollen die Energiekrise mildern. Flüssiggaslieferungen u.a. aus Katar stehen auch in Deutschland zur Debatte.
  • 03.02.2022: Erdgas-Vorräte in Deutschland – die Speicher sind nur zu 37 Prozent gefüllt, ein Tiefstand und nicht ausreichend, sollte es zu einer siebentägigen Extremkälte kommen. Dafür hätten die Erdgasspeicher Anfang Februar zu 40 Prozent gefüllt sein müssen. Für eine 30-tägige Kältewelle müssten sie zu 50 Prozent gefüllt sein.
  • Januar 2022

  • 06.01.2022 (I): Die Mitgliedsstaaten der OPEC+ haben bei ihrem Treffen am Dienstag entschieden, ihre bisherige Strategie trotz hoher Nachfrage beizubehalten. Nach dem Einbruch des Ölpreises im Frühjahr 2020 hatten sie sich Förderbeschränkungen auferlegt, die langsam abgebaut werden. Demnach wird die Ölproduktion um 400.000 Barrel pro Tag angehoben. Bei diesem Tempo würden die Staaten der OPEC+ im Herbst 2022 wieder Öl auf dem Niveau von vor der Corona-Krise fördern.
  • 06.01.2022 (II): Experten rechnen damit, dass die Ölnachfrage 2022 auf ein Rekordhoch von über 100 Millionen Barrel pro Tag steigen wird.
  • Dezember 2021

  • 28.12.2021 (I): Am Tag nach den Weihnachtsfeiertagen ist der Ölpreis (Brent) um etwas mehr als zwei US-Dollar auf 78,60 US-Dollar angestiegen, nachdem der Handel am 24. Dezember ruhig verlaufen war. Seit Jahresbeginn ist der Ölpreis um rund 54 Prozent gestiegen. Sein bisheriges Jahreshoch 2021 hatte er im Oktober, als er auf über 86 US-Dollar gestiegen war. Seither hat sich die Lage etwas entspannt.
  • 28.12.2021 (II): Vor Weihnachten stieg der für den Großhandel in Europa bedeutende Gaspreis (Terminmarktkontrakt Dutch TTF) innerhalb von 14 Tagen von 100 auf über 180 Euro (21. Dez) an. Leere Lager und geringe Lieferung von Gazprom aus Russland wurden als Gründe genannt. Der Kurs fiel jedoch rasch wieder auf rund 107 Euro ab (27. Dez). Hintergrund für den Rückgang sind Flüssiggaslieferungen via Tanker u.a. aus den USA.
  • 28.12.2021 (III): Über 280 Strom- und 515 Gasanbieter kündigen laut Verivox für Anfang 2022 Preiserhöhungen an.
  • 02.12.2021: Die Öl-Allianz OPEC+ wird an der geplanten leichten Erhöhung der Fördermenge festhalten. Vor dem Treffen war spekuliert worden, ob der Plan geändert wird, da die USA Rohöl aus strategischen Ölreserven freigegeben hatte und der Ölpreis gefallen war. Anfang Januar findet das nächste OPEC+-Treffen statt.
  • November 2021

  • 26.11.2021 (I): Die USA geben Rohöl aus strategischen Ölreserven frei. Damit reagieren sie auf die derzeit hohen Ölpreise. Ziel ist es, diese zu senken. Damit steuern die USA auf einen Konflikt mit der OPEC zu. Trotz hoher Nachfrage fördern die OPEC-Staaten derzeit weniger Öl als vor Ausbruch der Corona-Pandemie. Aus Sicht der USA werden die Förderbegrenzungen zu langsam abgebaut. Wie die OPEC auf den Schritt der USA reagieren wird, ist noch unklar, möglich wäre aber, dass sie die Ölproduktion nicht weiter erhöht. Auf Sicht von zwölf Monaten hat sich der Ölpreis um rund 72 Prozent erhöht.
  • 26.11.2021 (II): Laut Eon-Chef Leonhard Birnbaum befindet sich das Stromnetz an seiner Leistungsgrenze. Gründe sind die steigende Nachfrage der Industrie, etwa von Batterie- oder Chipfabriken, aber bspw. auch die Anschlüsse von mehr und mehr Windrädern. Angst vor einem flächendeckenden Blackout müsse jedoch niemand haben. Falls es zu wenig Strom geben sollte, könnten jedoch gezielt einzelne Städte vom Netz getrennt werden. Eon will bis 2026 rund 22 Milliarden Euro in das Stromnetz investieren.

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Wie entwickelt sich der Strompreis?

Beim Strom muss zwischen dem Strom für Großverbraucher und dem Strom für private Haushalte unterschieden werden. Für private Haushalte ist der durchschnittliche Strompreis seit 1998 um 67 Prozent gestiegen. Er ist auch im europäischen Vergleich sehr teuer.[1]

Ein Grund hierfür sind die vielen Abgaben. So setzt sich der Strompreis hierzulande zu über 50 Prozent aus Steuern und Abgaben wie der Erneuerbaren-Energien-Umlage (EEG-Umlage), Netzentgelten und der Stromsteuer zusammen. Allerdings gilt auch:

  • Höhere Strompreise kommen bei privaten Haushalten aufgrund langfristiger Verträge oft erst verzögert an
  • Im Verhältnis zum Gesamteinkommen sind die Stromkosten gering und spielen eine viel weniger große Rolle als die Kosten für Öl, Gas und Benzin
  • Viele Verbraucher vergleichen die Strompreise nicht und zahlen darum mehr als sie müssten

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Industriebetriebe zahlen in Deutschland hingegen weniger für Strom als Privathaushalte – im EU-Vergleich befinden sich die Preise im oberen Mittelfeld. Dass die Stromkosten für Industriebetriebe niedriger sind, liegt daran, dass Großverbraucher weniger durch die oben genannten Abgaben und Steuern belastet werden.

Die Strombörse EEX

Anders als Privathaushalte können Großabnehmer über die in Leipzig ansässige Strombörse EEX (European Energy Exchange) handeln. „Wir als Börse bringen Käufer und Verkäufer auf einer zentralen Plattform zusammen“[2], sagt der Vorstandsvorsitzende Peter Reitz. Und: „Am Terminmarkt können die Marktteilnehmer Risiken abfedern.“

Falls etwa der Betreiber eines stromintensiven Stahlwerks glaubt, die Strompreise werden anziehen, kann er an der Börse nach einem Anbieter suchen, der ihm Strom in den folgenden Jahren zu einem festen Preis liefert. Auch Gas, Öl, Kohle und Emissionszertifikate werden über EEX gehandelt. Dennoch bleibt ein steigender Strompreis auch für Unternehmen eine Belastung.

Wie wird es mit dem Strompreis weitergehen?

Um die Bürger von den Folgen des Ukraine-Krieges zu entlasten, hat Bundesregierung im Juni 2022 beschlossen, dass Stromkunden keine EEG-Umlage mehr zahlen müssen. Das Gesetz trat zum 01. Juli 2022 in Kraft. Dennoch wird Strom in Deutschland auch in Zukunft teuer bleiben. Das liegt auch daran, dass wegen der Energiewende die Netzentgelte hoch bleiben werden.

Wie entwickeln sich der Ölpreis und der Gaspreis?

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Quellen:

Der Preis für einen Barrel Rohöl ist zu Beginn der Corona-Krise auf unter 70 US-Dollar eingebrochen. Darauf folgte ein erneuter Anstieg. Im Sommer 2021 war das Niveau von vor der Krise erreicht. Im Vergleich zum April 2020 hatte sich der Preis verdreifacht. Inzwischen ist der Ölpreis von seinem Hoch ein wenig zurückgekommen und im September 2022 erstmals seit Januar 2021 wieder unter die Marke von 90 US-Dollar gerutscht. (Stand: 8. September 2022).

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Quellen:

Bei Gas sieht die Lage nicht viel besser aus. Die Börsenpreise für Erdgas hatten sich in der Spitze fast verfünffacht. Auf Sicht von zwölf Monaten beträgt der Anstieg gute 120 Prozent (Stand: August 2022).

Gründe für die steigenden Preise bei Energieträgern sind unter anderem:

  • Die steigende Nachfrage in der Industrie nach der Corona-Krise
  • Die OPEC hat die Fördermenge von Erdöl eingeschränkt.
  • Die Liefermengen von Erdgas wurden nicht erhöht.
  • Die Folgen der Sanktionen gegen Russland aufgrund des Ukraine-Krieges.

Wie wird es mit den Preisen für Öl und Gas weitergehen?

Infolge des Ukraine-Krieges sind die Preise für Öl und Gas stark angestiegen. Die Bundesregierung hat reagiert und Maßnahmen getroffen, um die Bürger ein wenig zu entlasten. Seit dem 01. Juli wurde die Energiesteuer auf Kraftstoffe reduziert, um die hohen Spritpreise zu senken. Des Weiteren wurde das 9-Euro-Ticket eingeführt, mit dem einen Monat lang der öffentliche Nahverkehr genutzt werden kann. Beide Maßnahmen sollen drei Monate gelten.

Wie sich die Energiepreise zukünftig entwickeln, derzeit vollkommen offen und stark abhängig vom Fortgang des Ukraine-Krieges.

Auswirkungen auf die Verbraucherpreise (Inflation)

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Quellen:

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Quellen:

In Deutschland lässt sich ein bedeutender Teil der derzeit hohen Inflation auf die gestiegenen Rohstoff- und Energiepreise zurückführen. Das hat auch Auswirkungen auf das Vermögen der Verbraucher.

Auswirkungen auf das Vermögen von Privatanlegern

Laut einer Umfrage der Postbank zum Weltspartag 2021 wissen 33 Prozent der Sparer nicht, welche Auswirkungen eine hohe Inflation auf ihr Vermögen hat. „Durch die Inflation verliert Geld nach und nach an Wert, besonders, wenn es auf unverzinsten Konten liegt oder gar zu Hause aufbewahrt wird. Es ist erstaunlich – jeder dritte Sparer kennt diesen Zusammenhang nicht“, sagt Karsten Rusch von der Postbank.[4]

Ein Beispiel: Angenommen, ein Anleger legt zu Jahresbeginn 10.000 Euro auf einem Festgeld-Konto mit zwölf Monaten Laufzeit zu einem Zins von 0,5 Prozent im Jahr an. Die Inflation beträgt im selben Zeitraum 4,0 Prozent. Dann beträgt der Realzins -3,5 Prozent. Am Ende des Jahres hat das angelegte Geld also an Wert verloren. Nach der Auszahlung kann sich der Anleger mit dem angelegten Geld so viel kaufen, wie zu Beginn des Anlagezeitraums für 9.650 Euro.

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Auswirkungen auf die Wirtschaft

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Quellen:

Immer mehr Unternehmen sehen die steigenden Energiepreise als ein Risiko an, das das Wirtschaftswachstum bremsen kann.

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Auswirkungen auf die Börse

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Quellen:

Mit dem Ausbrauch des Ukraine-Krieges am 24. Februar 2022 gaben die Börsen weltweit massiv nach. Aktuell haben sich die Kurse etwas gefangen. Wie sich die Börsen in den kommenden Monaten entwickeln, wird massiv vom Fortgang des Krieges abhängen.

Auf die hohe Inflation haben die Notenbanken mit ersten Leitzinserhöhungen reagiert und ihre Anleihenkäufe eingestellt. Sollte die Inflation weiterhin sehr hoch bleiben, sind die Notenbanken gezwungen, die Leitzinsen weiter anzuheben. Die steigenden Zinsen könnten die Börsenkurse drücken. Zumindest ist mit stärkeren Schwankungen an den Börsen zu rechnen.

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Quellen:

Wie genau die Börsen auf eine straffere Geldpolitik reagieren werden, lässt sich nicht vorhersagen. Anfang November 2021 kündigte die US-Notenbank Fed an, ihre Anleihekäufe zu drosseln und leitete damit eine geldpolitische Wende ein. Die Börsen reagierten darauf jedoch nicht mit einem Dämpfer. Stattdessen stiegen der S&P 500, der Dow Jones und der DAX auf neue Rekordhochs.[5]

Einen großen Profiteur der steigenden Energiepreise gibt es in jedem Fall. Die Leipziger Strombörse EEX verzeichnet deutliche Gewinne.[6] Privatanleger nützt das jedoch wenig. Für sie ist die EEX nicht gedacht. „Das ist viel zu aufwendig für einen Privathaushalt“, meint Peter Reitz.[7] Allein das Handelsterminal würde Kosten von 1.800 Euro im Monat verursachen.

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Was können Privatanleger tun?

Investition in Wertpapiere

Grundsätzlich ist die Situation schwierig. Höhere Energiepreise führen zu einer höheren Inflation. Eine höhere Inflation kann – wenn sie sich verstetigt – zu höheren Zinsen führen, was die Börsenkurse belasten dürfte. Die Erfahrung zeigt jedoch auch, dass Anleger durchaus selbstbewusst mit der Situation umgehen.

In jedem Fall ist nicht damit zu rechnen, dass Anleger in naher Zukunft fünf Prozent Zinsen p.a. auf ihr Tagesgeld erhalten und sich so vor dem Wertverfall ihres Vermögens schützen können. Darum bleiben Wertpapiere, auch wenn mit zwischenzeitlichen Schwankungen der Kurse zu rechnen ist, eine gute Anlagealternative, um Ersparnisse vor einem Kaufkraftverlust zu schützen.

So weist der Deutsche Fondsverband BVI darauf hin, dass Sparpläne mit Aktienfonds, die in deutsche Unternehmen investieren, in den letzten zehn Jahren im Mittel eine jährliche Rendite von 7,3 Prozent erreichten (Stand: Ende Juni 2021). Über 20 Jahre betrug die jährliche Rendite 6,9 Prozent. In der Vergangenheit zahlte sich diese Anlage damit vor allem bei langfristigen Investitionen aus.[8]

Breite Investition zur Risikoverringerung

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Quellen:

Anleger sollten dabei nicht ihr gesamtes Vermögen in Wertpapiere investieren. Außerdem sollten sie auf eine breite Streuung der Anlage achten. Bei einer Anlage in viele Werte, können Gewinne bei einem Unternehmen, Verluste bei einem anderen Unternehmen ausgleichen.

Eine einfache Möglichkeit, um die Anlage breit zu streuen, sind Fonds und ETFs. So investiert ein ETF auf den Index MSCI World in 1.600 Unternehmen aus 23 Industrieländern. Für Anleger, denen das Thema Nachhaltigkeit wichtig ist, gibt es zudem ETFs auf den MSCI World Socially Responsible A. Natürlich gibt es noch eine ganze Reihe weiterer Fonds und ETFs.

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Investition in die Energiewirtschaft

Für Anleger, die gezielter investieren und von den hohen Energiepreisen profitieren wollen, können Unternehmen aus der Energiewirtschaft interessant sein. So fuhren die US-Ölkonzerne Exxon Mobil (ISIN: US30231G1022) und Chevron (ISIN: US1667641005) nach einer schwierigen Phase 2021 Milliardengewinne ein, was auch die Aktienkurse beflügelte.[9] Der Trend zu erneuerbaren Energien könnte sich jedoch als Hemmnis für die künftige Kursentwicklung herausstellen.

Natürlich können Anleger auch per ETF in – grüne oder nicht grüne – Energieunternehmen investieren. Einige Beispiele:

  • Amundi MSCI World Energy UCITS ETF EUR (C) – (ISIN: LU1681046006)
  • Lyxor MSCI World Energy TR UCITS ETF – Acc (EUR) (ISIN: LU0533032420)
  • Lyxor STOXX Europe 600 Oil & Gas UCITS ETF – Acc (ISIN: IE00B1XNHC34)
  • iShares Global Clean Energy UCITS ETF (ISIN: IE00B1XNHC34)
  • L&G Clean Energy UCITS ETF (ISIN: IE00BK5BCH80)
  • First Trust Nasdaq Clean Edge Green Energy UCITS ETF Acc (ISIN: IE00BDBRT036)

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Handel mit CO2-Zertifikaten

Eine weitere Möglichkeit für Privatanleger, am Energiemarkt zu partizipieren, sind CO2-Zertifikate. Der Handel mit CO2-Zertifikaten wurde in der EU eingeführt, um auf den Klimawandel zu reagieren. Unternehmen, die CO2 ausstoßen, brauchen die CO2-Zertifikate – sie erwerben damit ein Emissionsrecht.

Nachdem dieses System lange eher mäßig funktionierte, sind die Preise für CO2-Zertifikate zuletzt angezogen. Je höher die Preise, desto höher die Motivation für Unternehmen, klimaneutral zu produzieren. Von steigenden Preisen können aber auch Privatanleger profitieren – wenn auch nicht über eine direkte Investition über die Börse EEX.

Möglich ist jedoch der Handel mit Zertifikaten auf CO2-Zertifikate, die sich über ein gewöhnliches Depot bei einem Online-Broker handeln lassen.[10] Einige Beispiele:

  • SocGen FaktL O.End Carb.Fut (ISIN: DE000SB37KX8)
  • SocGen TRACKER UNLTD CAFU 0.001 (ISIN: DE000CU3RPS9)
  • Morgan Stanley FaktL O.End Carb.Fut 49,33 (ISIN: DE000MC3SF55)

Aber Vorsicht, Zertifikate sind mit Risiken verbunden. So gelten sie nicht als Sondervermögen. Geht der Emittent bankrott, ist das investierte Kapital verloren (Emittentenrisiko). Außerdem handelt es sich teils um gehebelte Produkte, das heißt Kursbewegungen nach oben wie nach untern werden potenziert. Zertifikate eignen sich daher nur für fortgeschrittene Anleger.

Fazit

Energie-Engpässe wirken sich auf viele Bereiche der Wirtschaft aus. Sie sind Treiber der Inflation und können zu Kaufkraftverlusten führen. Eine dauerhaft hohe Inflation wird zudem die Notenbanken zum Handeln zwingen. Viele Firmen befürchten ein Ausbremsen des Wirtschaftswachstums aufgrund der hohen Energiepreise.

Aber es gibt auch Profiteure. Unternehmen aus der Energiewirtschaft dürfen sich auf satte Gewinne freuen. Auch Privatanleger können davon profitieren, indem sie in solche Unternehmen investieren. Das geht auch mit Fonds und ETFs – wahlweise mit grüner Note.

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Weiterführende Links

[1] Die Zeit – Warum ist Strom in Deutschland so teuer

[2] Handelsblatt – Wie der Energiehandel an der Börse funktioniert

[4] Postbank – Pressemitteilung

[5] Handelsblatt – Geldpolitik und Börsen

[6] Tagesschau – Börse profitiert von hohen Strompreisen

[7] Siehe Fußnote 2

[8] BVI – Finanzwissen

[9] Handelsblatt – US-Ölriesen Exxon und Chevron schreiben wieder Milliardengewinne

[10] Gevestor – CO2-Zertifikate

[11] ifo Institut – Pressemeldung

Weitere Quellen u.a. Handelsblatt, Finanzen.net, Finanzmarktwelt.de, Tagesspiegel, Tagesschau und Verivox.


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