Energie-Engpässe – Auswirkungen auf Wirtschaft, Vermögen und die Börse

Ob Strom, Öl oder Gas – die Energiepreise stiegen im Jahr 2021 deutlich an. Die Auswirkungen davon sind auf vielfältige Art zu spüren: So treiben die Energiepreise die Inflation und Sorgen bei Privatanlegern für Kaufkraftverluste. Auch Unternehmen werden durch die Energie-Engpässe belastet und fürchten ein schwächeres Wirtschaftswachstum. Und an der Börse fürchten Anleger, die Zentralbanken könnten die Zinsen schneller anheben. Ein Überblick über die aktuelle Lage, die möglichen Auswirkungen der Engpässe sowie Chancen für Privatanleger. 

Das Wichtigste auf einen Blick:

  • Update: Aktuelle Lage
  • Die Preise für Strom, Öl und Gas sind 2021 deutlich angestiegen
  • Knapp die Hälfte der Inflation in der Eurozone ist in diesem Jahr auf die Energiepreise zurückzuführen
  • Unternehmer sehen in den Energie-Engpässe eine Gefahr für das Wirtschaftswachstum
  • Bleibt die Inflation hoch, könnten die Zentralbanken mit höheren Zinsen reagieren
  • Auch an den Börsen sorgen die Energie-Engpässe für Dämpfer, insgesamt entwickeln sich die Kurse aber stabil
  • Wertpapiere können Anleger vor einem Kaufkraftverlust schützen, Anleger können sogar von der aktuellen Entwicklung profitieren

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Aktuelle Lage

  • 26.11.2021 (I): Die USA geben Rohöl aus strategischen Ölreserven frei. Damit reagieren sie auf die derzeit hohen Ölpreise. Ziel ist es, diese zu senken. Damit steuern die USA auf einen Konflikt mit der OPEC zu. Trotz hoher Nachfrage fördern die OPEC-Staaten derzeit weniger Öl als vor Ausbruch der Corona-Pandemie. Aus Sicht der USA werden die Förderbegrenzungen zu langsam abgebaut. Wie die OPEC auf den Schritt der USA reagieren wird, ist noch unklar, möglich wäre aber, dass sie die Ölproduktion nicht weiter erhöht. Auf Sicht von zwölf Monaten hat sich der Ölpreis um rund 72 Prozent erhöht.
  • 26.11.2021 (II): Laut Eon-Chef Leonhard Birnbaum befindet sich das Stromnetz an seiner Leistungsgrenze. Gründe sind die steigende Nachfrage der Industrie, etwa von Batterie- oder Chipfabriken, aber bspw. auch die Anschlüsse von mehr und mehr Windrädern. Angst vor einem flächendeckenden Blackout müsse jedoch niemand haben. Falls es zu wenig Strom geben sollte, könnten jedoch gezielt einzelne Städte vom Netz getrennt werden. Eon will bis 2026 rund 22 Milliarden Euro in das Stromnetz investieren.

Wie entwickelt sich der Strompreis?

Beim Strom muss zwischen dem Strom für Großverbraucher und dem Strom für private Haushalte unterschieden werden. Für private Haushalte ist der durchschnittliche Strompreis seit 1998 um 67 Prozent gestiegen. Er ist auch im europäischen Vergleich sehr teuer.[1]

Ein Grund hierfür sind die vielen Abgaben. So setzt sich der Strompreis hierzulande zu über 50 Prozent aus Steuern und Abgaben wie der Erneuerbaren-Energien-Umlage (EEG-Umlage), Netzentgelten und der Stromsteuer zusammen. Allerdings gilt auch:

  • Höhere Strompreise kommen bei privaten Haushalten aufgrund langfristiger Verträge oft erst verzögert an
  • Im Verhältnis zum Gesamteinkommen sind die Stromkosten gering und spielen eine viel weniger große Rolle als die Kosten für Öl, Gas und Benzin
  • Viele Verbraucher vergleichen die Strompreise nicht und zahlen darum mehr als sie müssten

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Industriebetriebe zahlen in Deutschland hingegen weniger für Strom als Privathaushalte – im EU-Vergleich befinden sich die Preise im oberen Mittelfeld. Dass die Stromkosten für Industriebetriebe niedriger sind, liegt daran, dass Großverbraucher weniger durch die oben genannten Abgaben und Steuern belastet werden.

Die Strombörse EEX

Anders als Privathaushalte können Großabnehmer über die in Leipzig ansässige Strombörse EEX (European Energy Exchange) handeln. „Wir als Börse bringen Käufer und Verkäufer auf einer zentralen Plattform zusammen“[2], sagt der Vorstandsvorsitzende Peter Reitz. Und: „Am Terminmarkt können die Marktteilnehmer Risiken abfedern.“

Falls etwa der Betreiber eines stromintensiven Stahlwerks glaubt, die Strompreise werden anziehen, kann er an der Börse nach einem Anbieter suchen, der ihm Strom in den folgenden Jahren zu einem festen Preis liefert. Auch Gas, Öl, Kohle und Emissionszertifikate werden über EEX gehandelt. Dennoch bleibt ein steigender Strompreis auch für Unternehmen eine Belastung.

Wie wird es mit dem Strompreis weitergehen?

SPD, Grüne und FDP schmieden Pläne, die EEG-Umlage nicht mehr über den Strompreis zu finanzieren. Dennoch wird Strom in Deutschland auch in Zukunft teuer bleiben. Das liegt auch daran, dass wegen der Energiewende die Netzentgelte hoch bleiben werden.

Wie entwickeln sich der Ölpreis und der Gaspreis?

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Der Preis für Rohöl ist zu Beginn der Coronakrise eingebrochen. Darauf folgte ein erneuter Anstieg. Im Sommer 2021 war das Niveau von vor der Krise erreicht. Im Vergleich zum April 2020 hatte sich der Preis verdreifacht.[3] Inzwischen ist der Ölpreis so hoch wie seit sieben Jahren nicht mehr.[4]

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Quellen:

Bei Gas sieht die Lage nicht viel besser aus. Die Börsenpreise für Erdgas haben sich zuletzt verfünffacht. Auf Sicht von zwölf Monaten beträgt der Anstieg rund 90 Prozent (Stand: November 2021).

Gründe für die steigenden Preise bei Energieträgern sind unter anderem:

  • Die steigende Nachfrage in der Industrie nach der Corona-Krise
  • Die OPEC hat die Fördermenge von Erdöl eingeschränkt.
  • Die Liefermengen von Erdgas wurden nicht erhöht.

Wie wird es mit den Preisen für Öl und Gas weitergehen?

Die Nachfrage nach Öl und Gas wird weiter hoch bleiben. Die Projektgruppe Gemeinschaftsdiagnose sieht jedoch eine gewisse Normalisierung bzw. Entspannung eintreten. Laut ihrer Prognose wird sich der Ölpreis in Zukunft voraussichtlich mit einer Jahresrate von zwei Prozent erhöhen.

Außerdem hat die OPEC ihre Einschränkungen bei der Förderung von Erdöl bereits gelockert. 2022 soll wieder auf dem Niveau vor der Krise gefördert werden und auch aus den USA sind größere Mengen Öl zu erwarten.

Russland hat außerdem angekündigt, ab November 2021 mehr Erdgas nach Deutschland und Österreich zu liefern. Russland hatte zwar die bestehenden Verträge erfüllt, wollte aber zunächst nicht auf die gestiegene Nachfrage reagieren. Als Grund vermuteten einige Kritiker den Konflikt um die Pipeline Nord Stream 2. Diese ist zwar zu Ende gebaut, wurde durch Deutschland aber noch nicht zertifiziert und darum auch nicht in Betrieb genommen. Russland bestreitet die Vorwürfe.[5]

Auswirkungen auf die Verbraucherpreise (Inflation)

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Die Energiepreise werden 2021 um fast zehn Prozent steigen. 2022 sollen es sechs Prozent werden. Das hat enorme Auswirkungen auf die Verbraucherpreise.

„Der starke Anstieg der Verbraucherpreisinflation in den USA und in Europa ist zu einem erheblichen Teil auf teurere Rohstoffe und insbesondere Energieträger zurückzuführen. So war im Euroraum im August die Inflationsrate von 3 Prozent fast zur Hälfte auf Energie zurückzuführen, welche im Warenkorb ein Gewicht von 9,5 Prozent hat und um 15,4 Prozent teurer geworden ist“[6], heißt es im Bericht der Projektgruppe Gemeinschaftsdiagnose.

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In Deutschland lässt sich ein ganzer Prozentpunkt der derzeit hohen Inflation auf den Energiepreis zurückführen. Das sind sieben Zehntel mehr als im langjährigen Durchschnitt. Das hat auch Auswirkungen auf das Vermögen der Verbraucher.

Auswirkungen auf das Vermögen von Privatanlegern

Laut einer Umfrage der Postbank zum Weltspartag 2021 wissen 33 Prozent der Sparer nicht, welche Auswirkungen eine hohe Inflation auf ihr Vermögen hat. „Durch die Inflation verliert Geld nach und nach an Wert, besonders, wenn es auf unverzinsten Konten liegt oder gar zu Hause aufbewahrt wird. Es ist erstaunlich – jeder dritte Sparer kennt diesen Zusammenhang nicht“, sagt Karsten Rusch von der Postbank.[7]

Ein Beispiel: Angenommen, ein Anleger legt zu Jahresbeginn 10.000 Euro auf einem Festgeld-Konto mit zwölf Monaten Laufzeit zu einem Zins von 0,5 Prozent im Jahr an. Die Inflation beträgt im selben Zeitraum 4,0 Prozent. Dann beträgt der Realzins -3,5 Prozent. Am Ende des Jahres hat das angelegte Geld also an Wert verloren. Nach der Auszahlung kann sich der Anleger mit dem angelegten Geld so viel kaufen, wie zu Beginn des Anlagezeitraums für 9.650 Euro.

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Auswirkungen auf die Wirtschaft

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Immer mehr Unternehmen sehen die steigenden Energiepreise als ein Risiko an. Das ergab eine DIHK-Konjunkturumfrage unter rund 28.000 Firmen. Der Anteil der Firmen in Industrie, im Handel und im Bau, welche die Energie- und Rohstoffpreise als Risiko wahrnehmen, ist demnach auf einem Allzeithoch.[8]

Die Energie-Engpässe drohen damit das Wirtschaftswachstum auszubremsen. Viele Wirtschaftsforschungsinstitute haben ihre Wachstumsprognosen für 2021 bereits gesenkt. Die Bundesregierung geht für 2021 nur noch von einem Wachstum von 2,6 Prozent aus.

Auswirkungen auf die Börse

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Anfang Oktober 2021 reagierte der DAX auf die Energie-Engpässe mit Einbrüchen. Viele Anleger fürchteten eine Energiekrise. Steigende Energiepreise könnten zudem dazu führen, dass die Notenbanken ihre Zinsen früher anheben. Auch das verunsichert viele Anleger. Die Renditen von Staatsanleihen stiegen zuletzt hingegen.[9]

Im Laufe des Oktobers hat sich der DAX jedoch wieder erholt. Zumal es auch Aussicht auf Besserung gibt. So hat Russland angekündigt, die Liefermengen von Erdgas zu erhöhen. Für die künftige Entwicklung an den Börsen wird dennoch ausschlaggebend sein, ob die Inflation – auch getrieben durch die Energiepreise – weiter hoch bleibt oder ob eine Normalisierung eintritt.

Auf eine dauerhaft hohe Inflation müssten die Notenbanken reagieren. Ein Zurückfahren der Anleihekäufe durch die Europäischen Zentralbank (EZB) wäre so eine Reaktion. Auch das Anheben des Europäischen Leitzinses. Vor allem steigende Zinsen könnten die Börsenkurse drücken. Zumindest mit stärkeren Schwankungen an den Börsen ist zu rechnen.

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Wie genau die Börsen auf eine straffere Geldpoltik reagieren werden, lässt sich nicht vorhersagen. Anfang November 2021 kündigte die US-Notenbank Fed an, ihre Anleihekäufe zu drosseln und leitete damit eine geldpolitische Wende ein. Die Börsen reagierten darauf jedoch nicht mit einem Dämpfer. Stattdessen stiegen der S&P 500, der Dow Jones und der DAX auf neue Rekordhochs.[10]

Einen großen Profiteur der steigenden Energiepreise gibt es in jedem Fall. Die Leipziger Strombörse EEX verzeichnet deutliche Gewinne.[11] Privatanleger nützt das jedoch wenig. Für sie ist EEX nicht gedacht. „Das ist viel zu aufwendig für einen Privathaushalt“, meint Peter Reitz.[12] Allein das Handelsterminal würde Kosten von 1.800 Euro im Monat verursachen.

Was können Privatanleger tun?

Investition in Wertpapiere

Grundsätzlich ist die Situation schwierig. Höhere Energiepreise führen zu einer höheren Inflation. Eine höhere Inflation kann – wenn sie sich verstetigt – zu höheren Zinsen führen, was die Börsenkurse belasten dürfte. Die erste Reaktion der Börsen auf die Straffung der Geldpolitik durch die US-Notenbank Fed im November 2021 zeigt jedoch auch, dass Anleger durchaus selbstbewusst mit der Situation umgehen.

In jedem Fall ist nicht damit zu rechnen, dass Anleger in naher Zukunft fünf Prozent Zinsen p.a. auf ihr Tagesgeld erhalten und sich so vor dem Wertverfall ihres Vermögens schützen können. Darum bleiben Wertpapiere, auch wenn mit zwischenzeitlichen Schwankungen der Kurse zu rechnen ist, eine gute Anlagealternative, um Ersparnisse vor einem Kaufkraftverlust zu schützen.

So weist der Deutsche Fondsverband BVI darauf hin, dass Sparpläne mit Aktienfonds, die in deutsche Unternehmen investieren, in den letzten zehn Jahren im Mittel eine jährliche Rendite von 7,3 Prozent erreichten (Stand: Ende Juni 2021). Über 20 Jahre betrug die jährliche Rendite 6,9 Prozent. In der Vergangenheit zahlte sich diese Anlage damit vor allem bei langfristigen Investitionen aus.[13]

Breite Investition zur Risikoverringerung

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Quellen:

Anleger sollten dabei nicht ihr gesamtes Vermögen in Wertpapiere investieren. Außerdem sollten sie auf eine breite Streuung der Anlage achten. Bei einer Anlage in viele Werte, können Gewinne bei einem Unternehmen, Verluste bei einem anderen Unternehmen ausgleichen.

Eine einfache Möglichkeit, um die Anlage breit zu streuen, sind Fonds und ETFs. So investiert ein ETF auf den Index MSCI World in 1.600 Unternehmen aus 23 Industrieländern. Für Anleger, denen das Thema Nachhaltigkeit wichtig ist, gibt es zudem ETFs auf den MSCI World Socially Responsible A. Natürlich gibt es noch eine ganze Reihe weiterer Fonds und ETFs.

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Investition in die Energiewirtschaft

Für Anleger, die gezielter investieren und von den hohen Energiepreisen profitieren wollen, können Unternehmen aus der Energiewirtschaft interessant sein. So fuhren die US-Ölkonzerne Exxon Mobil (ISIN: US30231G1022) und Chevron (ISIN: US1667641005) nach einer schwierigen Phase 2021 Milliardengewinne ein, was auch die Aktienkurse beflügelte.[14] Ähnlich sieht es beim weltgrößten Gasproduzenten Gazprom (ISIN: US3682872078) aus Russland aus. Der Trend zu erneuerbaren Energien könnte sich jedoch als Hemmnis für die künftige Kursentwicklung herausstellen.

Die Aktien-Kurse von Windkraftanlagen-Hersteller wie Vestas (ISIN: DK0061539921) und Nordex (ISIN: DE000A0D6554) konnten 2021 bisher nicht von der Energieknappheit profitieren. Im November sorgte eine Prognosesenkung von Vestas sogar für einen Kurssturz.[15] Allerdings wird das Bild bei Vestas dadurch verzerrt, dass die Aktie Anfang des Jahres ein Hoch erreicht hatte. Sie liegt weiter deutlich über dem Niveau der Vorjahre.

Ähnlich sieht es beim Kurs von Canadian Solar (ISIN: CA1366351098) aus, einem kanadischen Hersteller für Solarmodule. Auf Sicht von zwölf Monaten ist das Plus mager. Auch hier gab es Anfang 2021 jedoch ein Hoch. Die Aktie liegt weiter deutlich über dem Niveau der Vorjahre.

Natürlich können Anleger auch per ETF in – grüne oder nicht grüne – Energieunternehmen investieren. Einige Beispiele:

  • Amundi MSCI World Energy UCITS ETF EUR (C) – (ISIN: LU1681046006)
  • Lyxor MSCI World Energy TR UCITS ETF – Acc (EUR) (ISIN: LU0533032420)
  • Lyxor STOXX Europe 600 Oil & Gas UCITS ETF – Acc (ISIN: IE00B1XNHC34)
  • iShares Global Clean Energy UCITS ETF (ISIN: IE00B1XNHC34)
  • L&G Clean Energy UCITS ETF (ISIN: IE00BK5BCH80)
  • First Trust Nasdaq Clean Edge Green Energy UCITS ETF Acc (ISIN: IE00BDBRT036)

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Handel mit CO2-Zertifikaten

Eine weitere Möglichkeit für Privatanleger, am Energiemarkt zu partizipieren, sind CO2-Zertifikate. Der Handel mit CO2-Zertifikaten wurde in der EU eingeführt, um auf den Klimawandel zu reagieren. Unternehmen, die CO2 ausstoßen, brauchen die CO2-Zertifikate – sie erwerben damit ein Emissionsrecht.

Nachdem dieses System lange eher mäßig funktionierte, sind die Preise für CO2-Zertifikate zuletzt angezogen. Je höher die Preise, desto höher die Motivation für Unternehmen, klimaneutral zu produzieren. Von steigenden Preisen können aber auch Privatanleger profitieren – wenn auch nicht über eine direkte Investition über die Börse EEX.

Möglich ist jedoch der Handel mit Zertifikaten auf CO2-Zertifikate, die sich über ein gewöhnliches Depot bei einem Online-Broker handeln lassen.[16] Einige Beispiele:

  • SocGen FaktL O.End Carb.Fut (ISIN: DE000SB37KX8)
  • SocGen TRACKER UNLTD CAFU 0.001 (ISIN: DE000CU3RPS9)
  • Morgan Stanley FaktL O.End Carb.Fut 49,33 (ISIN: DE000MC3SF55)

Aber Vorsicht, Zertifikate sind mit Risiken verbunden. So gelten sie nicht als Sondervermögen. Geht der Emittent bankrott, ist das investierte Kapital verloren (Emittentenrisiko). Außerdem handelt es sich teils um gehebelte Produkte, das heißt Kursbewegungen nach oben wie nach untern werden potenziert. Zertifikate eignen sich daher nur für fortgeschrittene Anleger.

Fazit

Energie-Engpässe wirken sich auf viele Bereiche der Wirtschaft aus. Sie sind Treiber der Inflation und können zu Kaufkraftverlusten führen. Eine dauerhaft hohe Inflation wird zudem die Notenbanken zum Handeln zwingen. Viele Firmen befürchten ein Ausbremsen des Wirtschaftswachstums aufgrund der hohen Energiepreise.

Aber es gibt auch Profiteure. Unternehmen aus der Energiewirtschaft dürfen sich auf satte Gewinne freuen. Auch Privatanleger können davon profitieren, indem sie in solche Unternehmen investieren. Das geht auch mit Fonds und ETFs – wahlweise mit grüner Note.

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Weiterführende Links

[1] Die Zeit – Warum ist Strom in Deutschland so teuer

[2] Handelsblatt – Wie der Energiehandel an der Börse funktioniert

[3] Projektgruppe Gemeinschaftsdiagnose – Gemeinschaftsdiagnose #2-2021

[4] Boerse.de – Steigende Energiepreise

[5] Die Zeit – Gaslieferungen

[6] Siehe Fußnote 3

[7] Postbank – Pressemitteilung

[8] Boerse.de – Hohe Energiepreise belasten Unternehmen zunehmend

[9] Boerse-online.de – Energiepreise und Börsen

[10] Handelsblatt – Geldpolitik und Börsen

[11] Tagesschau – Börse profitiert von hohen Strompreisen

[12] Siehe Fußnote 2

[13] BVI – Finanzwissen

[14] Handelsblatt – US-Ölriesen Exxon und Chevron schreiben wieder Milliardengewinne

[15] Der Aktionär – Green-Tech-Crash

[16] Gevestor – CO2-Zertifikate


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