IPOs

Was versteht man unter IPO

Going puplic oder initial public offering = IPO ist der Börsengang oder die Börseneinführung eines Unternehmens. Somit der Start der Notierungsaufnahme von Aktien eines Unternehmens an einem organisierten Kapitalmarkt, hierbei werden Aktien aus einer Kapitalerhöhung oder aus dem Bestand der Aktionäre angeboten. Meist werden die IPO´s von einer oder mehrerer Investmentbanken durchgeführt. Diese platzieren die Aktien bei Anlegern und garantieren diesen Emittenten meistens einen Mindestpreis. Alternativ kann ein Börsengang auch über ein sogenanntes SPAC erfolgen.

Ablauf eines IPO

Der Ablauf oder die Durchführung eines IPO´s lässt sich in 3 Phasen aufteilen:

  1. Planungsphase
  2. Vorbereitungsphase
  3. Prozessphase

Planungsphase

Eine Planungsphase startet nur, wenn die Entscheidung des Unternehmens oder der Eigentümer zu einem Börsengang gefallen ist. Diese Entscheidungsfindung kann vor dem IPO Prozess schon eine gewisse Zeit andauern. Zur Erfolgssteigerung des IPO´s kann die Projektverantwortung an einen unabhängigen Emissionsberater ausgelagert werden. In dieser Phase gibt es zwei wesentliche Aufgaben, die Erstellung des Emissionskonzeptes und die Prüfung der Kapitalmarktfähigkeit des Unternehmens.

Vorbereitungsphase

In dieser Phase sind 3 Punkte zu betrachten:

  • Die Durchführung und Vorbereitung des Beauty Contests der Banken
  • Erstellung eines Zeitstrahls sowie die Auswahl und Mandatierung des Investor Relations-Beraters
  • Das Rechnungswesen und die Rechtsform auf die Börsenfähigkeit umstellen

Im sogenannten Beauty Contest, wählen die Eigentümer des Unternehmens, eine Emissionsbank. Hier wird meist die gewählt, welche den höchsten Börsenwert angibt. Hier ist aber auch darauf zu achten, dass man eine ordentliche Bewertung der Angebote macht, um nicht am Ende die falsche Wahl zu treffen. Zur Vorbereitung der Auswahl bekommen die Banken ein Dossier des Unternehmens mit allen wichtigen Informationen, den anvisierten Märkten, Unternehmensplanung und Wettbewerbsposition.

Sollte das IPO länger als 9 Monate nach Ende des letzten Geschäftsjahres stattfinden, muss man einen Zwischenabschluss berücksichtigen, dieser muss dann in den Börsenzulassungsprospekt integriert werden.

Wichtig in diese Phase, sich auf einen Investor-Relations-Berater festlegen und ein Mandat abschließen. Wenn man ein Prime Standard Listing anstrebt, erfordert es das Unternehmen auf seien Börsenfähigkeit zu überprüfen und gegebenenfalls die Rechnungslegung auf IFRS umzustellen. Dabei ist zu beachten, dass dies in Anhängigkeit zur Unternehmensgröße, extra Zeit beansprucht.

Prozessphase

Nun kommt die Prozessphase, in dieser unterscheidet man in 5 Bereiche:

  • Due Diligence
  • Prospekterstellung und -billigung
  • Research & Pre-Marketing
  • Marketing und Preisfestsetzung
  • Börsenzulassungsverfahren

Im Bereich Legal Due Diligence schaut man auf das rechtliche Umfeld des Unternehmens, und es geht auch um die Offenlegung aller rechtlichen Verhältnisse im Börsenzulassungsprospekt. Im Arbeitsbereich Financial Due Diligence geht es um Überprüfungen. Hier werden sich die Erfüllbarkeit der Unternehmensplanung sowie deren Plausibilität und Glaubwürdigkeit angesehen. Weiter steht auch die Nachhaltigkeit des Geschäftsmodells im Fokus.

Jeder Emittent ist verpflichtet ein Börsenzulassungsprospekt zu erstellen, die nötigen Mindestangaben sind in der EG-Verordnung Nr. 809/2004 aufgelistet. Dieses Prospekt dient dann den potenziellen Anlegern als Entscheidungshilfe. Auf zukunftsgerichtete Informationen kann man aber auf Grund von Haftungsrisiken verzichten.

2004 Etablierte man einen zusätzlichen Vorgang im IPO Prozess, um die Attraktivität des Geschäftsmodells am Kapitalmarkt abzuschätzen. Das Pilot Fishing oder auch Pre-Pre-Marketing stellt das Geschäftsmodell ausgewählten Investoren vor, dadurch kann man sich gut ein realistisches Bild der gesamten Marktmeinung erarbeiten und das Risiko eines negativen Börsengangs reduzieren.

Nach der Erarbeitung und Veröffentlichung der Research Reports startet mit der Investor Education das Pre-Marketing. Das IPO ist somit ab diesem Zeitpunkt Öffentlich. Nun starten Research-Analysten damit, das Geschäftsmodell und die Equity Story den Investoren zu erklären, um jegliches Feedback (zur Unternehmensbewertung und Investment Case) abzufassen. Im direkten Anschluss an das Pre-Marketing kommt es zur Präsentation des Vorstandes am Markt und bei den Kerninvestoren. Ziel ist es hier, das Projekt greifbar zu machen, unabhängig von dem was auf dem Börsenzulassungsprospekt ausgegeben wurde.

Aus den Erkenntnissen der Investorengespräche wird eine sog. Bookbuilding-Spanne festgelegt. Dies Spanne bildet die Basis für die Entgegennahme von Zeichnungsaufträgen. Die Zuteilung erfolgt dann zu marktkonformen Konditionen, welche auf Angebot und Nachfrage basieren.

Für die Börsennotierung und dem Start des Handels mit den Aktien des Unternehmens ist eine Zulassung von Nöten. Diese Zulassung ist als schriftlicher Antrag in Kombination mein einem von der BaFin gebilligten Verkaufsprospekt bei der Frankfurter Wertpapierbörse einzureichen. Der Antrag sowie der Zulassungsbeschluss und das Verkaufsprospekt sind öffentlich darzustellen.

Zu guter Letzt im Börseneinführungsprozesses kommt es zur Notierungsaufnahme, von nun an startet auch die aktive Kapitalmarktkommunikation.


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