Verbundaktien 

Unter Verbundaktie wird in der Finanzbranche ein Wertpapier bezeichnet, das zwei steuerrechtlich getrennte, wirtschaftlich allerdings einheitliche Gesellschaften, die ihren Sitz und ihre steuerliche Heimat meist in verschiedenen Ländern haben, in einem gemeinsamen Wertpapier zusammenfasst. 

Haupteigenschaft: enge Verbindung 

Im Englischen werden Verbundaktien als paired share, siamese share oder stapled stock bezeichnet. Wörtlich übersetzt bedeutet der Begriff „stapled stock“ verknüpfte oder verklammerte Anteile. Hiermit wird die Haupteigenschaft von Verbundaktien gekennzeichnet, insofern, dass zwei verschieden Anteilsscheine miteinander eng verbunden und nur gemeinsam emittiert werden. 

Ziele und Sonderkonstruktionen 

Die Vermeidung von Mehrfachbesteuerungen von grenzüberschreitend gezahlten Dividenden ist das vorrangige Ziel der Verbundaktien. In der Beziehung, wie die Gesellschaften zueinander stehen, sind verschiedene Konstruktionen der Zusammenschlüsse denkbar. 

Während bei dem Modell des Gleichordnungskonzerns sind zwei Unternehmen miteinander verflochten, ohne dass die eine die andere eindeutig beherrscht, existiert bei einem Unterordnungskonzern eine Muttergesellschaft, die eine rechtlich eigenständige Tochtergesellschaft dominiert. 

Ferner können zwei Gesellschaften durch unterschiedliche Gewichtungen von stimmberechtigten Anteilen (Stammaktien) und gewinnberechtigten Anteilen (Vorzugsaktien) aus unterschiedlichen Rechtsformen miteinander kombiniert werden. 

Verbundaktien in der Realität 

Im angelsächsischen Raum entstanden bereits Ende der 70er Jahre des vorigen Jahrhunderts als neuartige Form der Beteiligung an Kapitalgesellschaften. Beispiele für den Einsatz von Verbundaktien sind: 1989 der Zusammenschluss des US-amerikanischen Arzneimittelherstellers SmithKline Beckman und des britischen Pharmakonzern Beecham, ebenfalls 1989 Emittierung der Verbundaktien zwischen der Eurotunnel plc und der Eurotunnel SA sowie 1996 bei der Übernahme des britischen Porzellanherstellers Wedgwood durch die irische Waterford Glass. 

Vor- und Nachteile 

Der größte Vorteil von Verbundaktien ist sicherlich die die Vermeidung von Mehrfachbesteuerungen von grenzüberschreitend gezahlten Dividenden, wodurch die Gewinne der Aktionäre optimiert werden. Die enorme Gestaltungsfreiheit eröffnet positive Aspekte und weitreichende Synergie-Effekte. Daneben können möglicherweise sogar gesetzliche Bestimmungen umgangen werden.

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