Rohstofffonds (Waldfonds) 

Bei den meisten Rohstofffonds, die angeboten werden, dreht es sich um den Rohstoff Holz. Daher die Bezeichnung Waldfonds. Oftmals werden diese Finanzprodukte als ökologische Geldanlage bzw. als ethisches Investment bezeichnet und beworben. Waldfonds werden überwiegend als Geschlossene Fonds angeboten.

Die eingesammelten Gelder werden bei einem Waldfonds in Wälder investiert. Hierbei kann es sich einerseits um Nutzwälder in nördlichen Gebieten handeln (z.B. Nadelhölzer in USA oder Kanada), andererseits wird in die Plantagenwirtschaft tropischer Mischforsten (recht oft geht es hierbei um Teakholz in Pakistan oder Indien) investiert.

Nachhaltiges Wachstum bringt Rendite

Sind die Bäume (Fonds-Laufzeiten von 20 Jahren und mehr sind üblich) zu einer Größe herangewachsen, die ein wirtschaftliche Verwertung sinnvoll erscheinen lässt, werden diese gefällt und das Nutzholz veräußert. Die Differenz zwischen dem eingesetzten Vermögen und dem Erlös für das verkaufte Nutzholz ist der Ertrag dieser Anlageform.

Ökologisch wie ökonomischer Nebeneffekt: Für die Anleger gibt es zusätzlich Gewinne aus CO2-Emissionszertifikaten. Der wachsende Wald wirkt nämlich dem CO2-Ausstoß entgegen. Diese sozio-ökologischen Kriterien unterstützen das Marketing beim Verkauf der Waldfonds-Produkte.

Hohe, kaum einschätzbare Risiken

Das unternehmerische Risiko der Projekte liegt beim Anleger. Niemand kann ausschließen, dass die beforsteten Gebiete von Naturkatastrophen völlig vernichtet werden. Denkbar sind hier Unwetter, Großbrände oder der Befall von Parasiten. All dies könnte den Totalverlust des eingesetzten Kapitals zur Folge haben.

Da es aus Sicht der Produzenten und Verbraucher auch beim Holz so etwas wie eine aktuelle Mode gibt, sind die zukünftigen Holzpreise und damit die Rendite auf diese langen Zeiträume kaum kalkulierbar. Da sich die Wälder meist im Ausland befinden, kommen politische wie rechtliche Risiken hinzu. 

Chancen durch hohe Wertigkeiten

Die unternehmerische Chancen von Waldfonds liegen darin, dass die Investitionsmodelle tendenziell gegen Inflation geschützt. Der Profit des Anlegers generiert sich aus steigenden Holz- und Landpreisen. Umstritten ist allerdings, welche Korrelationen zwischen der Entwicklung der Waldpreise und der Wertentwicklung anderer Anlageklassen besteht.

Für Investoren, die einen Bezug zum Forstwesen und/oder der Region, in die investiert wird, besitzen, kann eine finanzielle Beteiligung an einem Waldfonds durchaus sinnvoll sein. Für den privaten Anleger in Deutschland ist ein derartiges Finanzprodukt wegen der vielen zu beachtenden Chance/Risiko-Gesichtspunkte (natürlich auch die in Bezug auf die Verlässlichkeit des Emittenten) weniger empfehlenswert.

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