Optionsschein 

Optionsscheine sind wie Aktien oder Bonds Handelsinstrumente, die im Englischen als warrants bezeichnet werden. Optionsscheine berechtigen je nach Ausstattung innerhalb einer bestimmten Zeitspanne zum Bezug von Aktien, Devisen, Edelmetallen o. ä. in einem bestimmten Bezugsverhältnis zu einem bestimmten, vorher festgelegten Preis. Im Börsenhandel gehören die Spekulationen mit Optionsscheinen zu den risikoreicheren Varianten.

Funktionsweise von Optionsscheinen 

Optionsscheine werden ursprünglich zusammen mit einer entsprechenden Anleihe, der Optionsanleihe herausgegeben. Die Anleihe kann aber auch ohne Optionsscheine sowie der Optionsscheine für sich genommen an der Börse gehandelt werden. Dem Schuldner der Anleihe ist es aufgrund des eingeräumten Bezugsrechts möglich, eine gegenüber der üblichen Verzinsung des Kapitalmarkts um wenige Prozentpunkte niedrigere Verzinsung für seine Anleihe anzubieten, ohne dass seine Schuldverschreibung hierdurch an Attraktivität für den Investor abnimmt. 

Was kostet ein Optionsschein? 

Investoren spekulieren mit Optionsscheinen, weil sich die Kursentwicklung des dem Optionsrecht zugrundeliegenden Basiswerts im Allgemeinen überproportional auf die Kursentwicklung des Optionsscheins auswirkt. Ein Anleger kauft einen Optionsschein der Aktie der XYZ AG zum Kurs von derzeit 200 Euro. Beim Kauf des Optionsscheins erwirbt der Investor nun das Recht, diese Aktie beispielsweise zum Bezugspreis von 180 Euro während der Laufzeit des Optionsscheins zu beziehen. 

Der Anleger müsste, da diese Aktie 20 Euro höher notiert, für den Optionsschein, mindestens 20 Euro (den inneren Wert des Optionsscheins) zahlen. Je nach Laufzeit des Ausübungsrechts liegt der Bezugspreis allerdings weit über diesem Preis – beispielsweise etwa bei 60 Euro. Der Investor hätte also beim Direktkauf der Aktie 40 Euro weniger zu entrichten gehabt als beim Kauf der Aktie über den Optionsschein (180+60 = 240 Euro). Der Käufer würde also ein Aufgeld von 20% zahlen. 

Gewinnerwartungen und Risiko 

Wenn  der der Kurs der Aktie XYZ jedoch um 100 Euro auf 300 Euro klettert, dürfte der entsprechende Optionsschein bei mindestens 120 Euro liegen, weil der Investor die über den Optionsschein beziehbare Aktie nun für 180 Euro erhält und sie im gleichen Zuge zum aktuellen Kurs von 300 Euro wieder verkaufen könnte. 

Die Aktie hat also in diesem Zeitraum einen 50%igen Kursanstieg verzeichnet, während sich der Kurs des Optionsscheins wenigstens verdoppelt haben müsste. Dieser Vorgang wird als die sogenannte Hebelwirkung von Optionsscheinen bezeichnet. Sie führt bei der Spekulation mit Optionsscheinen zu überproportionalen Gewinnen, kann aber im gegenteiligen Fall auch überproportionalen Verlusten führen. 

Bei Optionsgeschäften unbedingt zu beachten 

Im Handel mit Optionsscheinen werden oft geringe Börsenumsätze verzeichnet, die meist heftige Kurssprünge auslösen. Sollten Handelsaufträge für Optionsscheine – ob Käufe oder Verkäufe – sollten aus diesem Grund unbedingt limitiert erteilt werden.

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