Kurspflege 

Unter Kurspflege, die auch als Kursintervention, Kursstabilisierung oder Kursstützung bezeichnet wird, versteht der Finanzmarkt gezielte Transaktionen von Marktteilnehmern. Diese Käufe oder Verkäufe haben zum Ziel, den Börsenkurs eines Wertpapiers, einer Währung oder eines Rohstoffes in einem bestimmten Trend zu stabilisieren oder zu korrigieren. 

Kurspflege als Korrektiv 

Die Kurspflege verhindert starke Ausschläge des Börsenkurses der verschiedenen Finanzinstrumente. Entsprechend werden Wertpapiere, Devisen oder Rohstoffe bei unerwünscht starken Kursaufschwüngen verkauft, umgekehrt bei unerwünscht starken Kursstürzen werden die gehandelten Titel gekauft. 

Emissionsbanken greifen oft nach Neuemissionen zum Mittel der Kursintervention, um den Erfolg eines Börsenganges nicht durch schnell nachgebende Aktienkurse zu gefährden. Notenbanken intervenieren ebenfalls am Devisenmarkt, um bestimmte Währungen gezielt zu stützen. Besonders in Systemen mit Wechselkursbandbreiten ist die Kursintervention unabdingbar. 

Verschiedene Möglichkeiten der Kurspflege 

Banken oder die Gesellschaft selbst kaufen bei der sogenannten reinen Stabilisierung (pure stabilization) in Phasen fallender Kurse Aktien regulär und transparent über die Börse zurück. 

Durch die anfängliche Platzierung von mehr Aktien als eigentlich zu emittieren sind oder durch eine Kapitalerhöhung neu entstanden sind wird bei Kurspflege über Shortpositionen meist über die Wertpapierleihe eines Greenshoes eine Verbindlichkeit aufgebaut. Diese stellt sich entweder durch Aktienrückkauf oder durch Umwandlung der Leihe in einen Kauf wieder glatt. 

Konsortialbanken stützen den Kurs bei vergleichsweise selten vorkommenden Strafgeboten (penalty bids), indem sie Verkaufsaufträge ihrer Kunden über das entsprechende Wertpapier zurückhalten oder selbst erwerben. 

Kursmanipulation ist keine Kurspflege

Mithilfe der Kursmanipulation soll der Börsenkurs künstlich auf ein bestimmtes Niveau angehoben oder gedrückt werden, das nicht dem inneren Wert entspricht. Kursmanipulationen verfolgen unterschiedliche Ziele. Investoren könnten im Rahmen eines IPOs – im Vertrauen auf die Kurspflege der Emissionsbank versuchen – Kursschwankungen auslösen, um von  diesen zu profitieren. 

Beispielsweise könnte der Emittent auch vor einer Kapitalerhöhung übertrieben freundliche Informationen verbreiten, um den Kurs eines Wertpapiers zu pushen und so gesteigerte Erlöse zu generieren. Derartige Eingriffe in den Markt haben mit Kurspflege nichts mehr zu tun.

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