Arbitragepreistheorie

Die Arbitragepreistheorie bietet einen anderen Blickwinkel auf die Bewertung von Wertpapieren durch Märkte als das CAPM. Das Verständnis von Arbitrageprozessen ist unabhängig von diesem Modell nützlich, weil es viele Zusammenhänge an den Finanzmärkten erklärt.

Im Kern fußt jede Arbitragetheorie auf einen einfachen und intuitiv nachvollziehbaren Zusammenhang: Fällt der Preis eines Wertpapiers aus welchem Grund auch immer unter seinen fairen Wert ist der Kauf attraktiv, weil sich eine Überrendite erzielen lässt. Das ruft (im wahrsten Sinne des Wortes) automatisch Arbitrageure auf den Plan, die solange Nachfrage nach dem unterbewerteten Papier erzeugen bis der Kurs wieder auf das angemessene Niveau angestiegen ist.

Arbitrage-Strategien sind für Privatanleger kaum umsetzbar

Umgekehrt werden überbewertete Wertpapiere umgehend veräußert bzw. leerverkauft, bis der Preis wieder auf das angemessene Marktgleichgewichtsniveau gesunken ist. Arbitrageure erfüllen auf den Finanzmärkten damit eine wichtige Funktion: Sie sorgen durch ihre Aktivität für zusätzliche Liquidität und unverzerrte Kurse.

Die meisten Arbitrage-Strategien werden von institutionellen Investoren wie Hedgefonds umgesetzt. Für Privatanleger eignen sich die Ansätze in der Regel nicht, weil relevante Kursdifferenzen im Zeitalter von Highspeed-Datenverkehr und automatisierter Marktscans nur für sehr kurze Zeiträume Bestand haben.

Kleine Differenzen im Orderbuch werden ausgenutzt

Eine einfache Arbitragemöglichkeit bietet die Beobachtung von Wertpapieren, die an mehreren Börsenplätzen (ggf. auch nicht regulierten) gehandelt werden. Kurzzeitige Angebots- oder Nachfrageüberhänge im jeweiligen Orderbuch können zu Preisdifferenzen zwischen den einzelnen Handelsplätzen führen.

Dann kann ein Wertpapier beispielsweise an Börsenplatz A zum Preis von 50,07 gekauft und eine Sekunde später an Börsenplatz B zum Preis von 50,13 verkauft werden. Dazu muss in beiden Orderbüchern ausreichende Liquidität vorhanden sein. Strategien dieser Art werden vollständig automatisiert umgesetzt und erfordern große Mitteleinsätze.

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