Aktienzusammenlegung 

Die Aktienzusammenlegung wird auch Nennwerterhöhung bzw. auf Englisch reverse split oder stock splitdown genannt. Die Aktienzusammenlegung ist das Gegenteil eines Aktiensplits und die Maßnahme einer Aktiengesellschaft, die die Anzahl der ausgegebenen Aktien reduziert. Dadurch klettert der Börsenkurs der verbleibenden Aktien in entsprechendem Maße. 

Beschluss auf der Hauptversammlung 

Wie ein Aktiensplit muss eine Aktienzusammenlegung von der Hauptversammlung beschlossen werden. Eine Aktienzusammenlegung ist auch wie der Split ein psychologischer Akt, da sich an den Beteilungsverhältnissen und dem Gesamtwert der Aktiengesellschaft nichts ändert. Die Aktie verteuert sich im Börsenpreis, ohne dass sich das Eigenkapital der Gesellschaft ändert. 

Allerdings gibt es stichhaltige Gründe, die eine Aktienzusammenlegung sinnvoll erscheinen lassen. Tritt der Fall ein, dass die Aktien einer Gesellschaft zu sehr niedrigen Börsenkursen – möglicherweise unter dem Nennwert der Aktien – gehandelt werden, ist es nach dem deutschen Aktiengesetz nicht erlaubt, neue Aktien zu emittieren. Neue Aktien dürfen nicht unter dem Nennwert der alten Aktien ausgegeben werden. 

Vorzug- und Stammaktien zusammenfassen 

Eine weitere Möglichkeit der Aktienzusammenlegung ist die Vereinheitlichung von Vorzugs- und Stammaktien zu einer einzigen Aktienkategorie Stammaktien. Ebenfalls ist es möglich, Vorzugsaktien in Stammaktien umzuwandeln. Hierbei erfolgt eine relative Umrechnung, um die Gleichwertigkeit von Vorzügen und Stämmen herzustellen. 

Psychologische Hintergründe 

Wenn der Aktienkurs einer Gesellschaft sich immer weiter verringert, kann es zu einen reverse Split kommen. Mit der Aktienzusammenlegung kann das Unternehmen, um negative Assoziationen zu vermeiden, den niedrigen Aktienkurs verbessern. 

Ebenso kann eine Gesellschaft den Aktienkurs mithilfe einer Aktienzusammenlegung erhöhen, um die Mindestanforderungen einer Börse oder die eines Aktienindex erfüllen zu können. 

Ferner kann ein Unternehmen institutionelle Anleger, wie z. B. Investmentfonds, gewinnen bzw. erhalten, die für gewöhnlich Aktien mit einem niedrigen Kurswert meiden oder möglicherweise nicht erwerben dürfen. 

Nachteile einer Aktienzusammenlegung 

Ein reverse split kann auch ein Warnsignal für die Investoren sein. Wenn nämlich der Kurs einer Aktie mithilfe einer Aktienzusammenlegung künstlich verbessert wird, kann dies Misstrauen bei investierten wie potentiellen Anlegern erzeugen. Werden anschließend die zu Grunde liegenden Probleme vom Unternehmen nicht gelöst, kann dies zur endgültigen Auflösung der Gesellschaft führen. 

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