Aktienfonds

Es gibt verschiedene wirksame Methoden, um im internationalen Aktienmarktgeschehen optimale Renditen zu erzielen. Hierzu gehört u. a. auch das „Market-Timing“, eine Methode, die „richtigen“ Märkte zum „richtigen“ Zeitpunkt zu kaufen oder zu verkaufen. Dieser Fachbegriff aus dem Portfolio-Management wird zwar sehr häufig gebraucht, in der Portfolio-Analyse über lange Zeiträume erweist sich diese Methodik aber als ungeeignet.

Betrachtet man nämlich den amerikanischen Aktienmarkt, so ist empirisch nachweisbar, dass in der gesamten Periode dieses Jahrhunderts die Kurse insgesamt wesentlich länger gestiegen als gefallen sind.

Dennoch gab es Phasen von Markteinbrüchen ebenso wie Börsencrashs und andere Ereignisse. Unterschiedlich starke Rückschläge sind nun einmal das Kennzeichen lebendiger Märkte und haben häufig auch bereinigenden Charakter. Aber auch die Aufschwungphasen, welche höchst mögliche Gewinnchancen für den Anleger bedeuten, kann dieser verpassen.

Weiter gibt es Berechnungen, welche Auswirkungen es auf die Rendite einer Anlage hat, wenn man von den besten Monaten einige, mehrere oder alle verpasst hatte. Dennoch: Die Auswirkungen auf die Wertentwicklung fallen bei jedem Anleger unterschiedlich aus. Marketing-Timing ist somit für einen Daueranleger über 20 oder noch mehr Jahre nicht unbedingt erforderlich.

Aktienfonds-Management: Viele Faktoren bestimmen den Erfolg der Aktienanlage 

Die Aktienauswahl

Die in der Fachsprache „Stock-picking“ genannte Auswahl der richtigen Aktienwerte spielt im internationalen Aktienmanagement eine bedeutende Rolle. Es wird nämlich nach wie vor als sehr wichtig angesehen, weitreichende Kenntnisse über die Unternehmen zu gewinnen, deren Aktien man kauft. Dies kann oftmals, wenn man die Fülle von Tausenden börsennotierter Aktienwerte weltweit in Betracht zieht, nur von Managern bewältigt werden, die über ein sehr effizientes Research verfügen. 

Hoher personeller Einsatz, technische Ressourcen oder exzellente Kontakte zu professionellen Partnern, die ihrerseits enge Kontakte zu den Unternehmen haben und genauestens über diese Bescheid wissen, sind hier unabdingbare Voraussetzungen für ein erfolgreiches Handeln. Vor allem die Mehrzahl der aus den Vereinigten Staaten kommenden „alten“ Investmentfonds arbeitet nach dieser Methode. Stock-picking präsentiert aber in der modernen Portfolio-Theorie nur noch einen Bestandteil der Anlagestrategie.

Der Anlageentscheidungsprozeß

Der Erfolg einer internationalen Aktien-Anlagestrategie ist von vielen Einflussgrößen abhängig. An erster Stelle sind hier die Entscheidungen über die Ländergewichtung (Länder-Allokation) sowie die Höhe des Währungsrisikos in den ausgewählten Ländern zu nennen. Nach dieser Vorselektion folgt die sog. Asset-Allocation, also die Entscheidung, mit welchen Anteilen der Portfolio-Manager in den „Assets“ Aktien, Renten oder Klassen im ausgewählten Land investiert. Hierzu müssen drei typische Basisanalysen erstellt werden, um zu grundsätzlichen Anlageentscheidungen zu gelangen:

1) Die makroökonomische Analyse

Ziel der Länder-Allokation ist es, im Rahmen von Bewertungsmodellen eventuell vorhandene Über- oder Unterbewertungen an Aktienmärkten zu identifizieren und für die künftigen Anlageentscheidungen hinsichtlich der Länderauswahl zu nutzen. Hierbei sind makroökonomische Faktoren wie z.B. Wirtschaftswachstum, Inflation und Zinsstruktur von Bedeutung, die jeweils die erwarteten Erträge einzelner Aktien in den entsprechenden Ländern beeinflussen. Ausgehend von den auf historischer Basis ermittelten Bewertungen eines Aktienmarktes sowie fortlaufender nationaler und internationaler Liquiditäts- und Zinsindikatoren wird modellartig die künftige Entwicklung eines jeden Aktienmarktes prognostiziert.

Unter Berücksichtigung makroökonomischer Faktoren und aus der Analyse von Indikatoren für die gesamtwirtschaftliche Liquidität sowie für kurz- und langfristige Zinsen ergeben sich konkrete portfolio-theoretische Ansätze, die in eine erste Länderentscheidung des Portfolio-Managers einmünden können.

2) Die mikroökonomische Analyse

Zur Länderauswahl ist weiterhin von Bedeutung, in welchem Umfang bestimmte aktien-relevante Größen wie z. B. Gewinn, Dividende, Buchwert, Kapitalstruktur und Aktienkurs Aussagen über eine Über- oder Unterbewertung einzelner Titel ermöglichen. Es ist von daher Aufgabe des Portfolio-Managers, die aus der Analyse einzelner Aktien bekannten Bewertungsansätze auf ihre grundsätzliche Anwendbarkeit und ihren Wert als Entscheidungsunterstützung bei der Ländergewichtung hin zu untersuchen (Dividenden-Discount-Methode). Dabei bestimmen auch die Währungsbewegungen die Entwicklung dieses Portfolios mit.

Mit Dividend-Discount-Strategien wird versucht, ohne Rückgriff auf subjektive Schätzungen über zukünftige Erträge oder Dividenden eine Aussage über die relative Attraktivität der nationalen Aktienmärkte hinsichtlich ihres fundamentalen Wertes zu liefern. Damit ergänzt dieses Modell jene Bewertungsansätze, die die Attraktivität nationaler Märkte aus der Analyse des Marktmomentums einerseits und der volkswirtschaftlichen Rahmenbedingungen andererseits ableiten. Ausgehend von der Prognose von Dividenden-Wachstumsraten können Renditeerwartungen berechnet und zur Bestimmung der relativen Attraktivität nationaler Aktienmärkte genutzt werden.

3) Die technische Analyse

Hierbei gilt es, Preistrends oder -bewegungen zu bewerten oder zu prognostizieren, die sich aus dem Angebots-/Nachfrageverhalten der Marktteilnehmer ergeben. Beispiel: Die Momentum-Modelle in der Portfolio-Theorie basieren auf der grundlegenden Annahme, dass Märkte sich in Trends bewegen und die Trends dazu tendieren, eine gewisse Zeit fortzubestehen. Ist diese Annahme richtig, so muss die Richtung und Geschwindigkeit der Marktentwicklung (also das Momentum) ein Faktor zukünftiger Kursentwicklung sein. In die hieraus abgeleitete Entscheidung über die Über- bzw. Untergewichtung eines Landes gegenüber anderen Ländern fließen auch Währungsüberlegungen ein. Daneben gibt es aber auch noch andere Modelle, die eingesetzt werden können.

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Spezialitäten mit Beigeschmack: Fondssparer fahren gut mit breit streuenden Aktienfonds 

Ein Blick in die Statistik belegt: Vom Boom der Investmentfonds profitieren hierzulande vor allem Aktienfonds. Mit rund 38 Milliarden Euro flossen ihnen allein im ersten Halbjahr 2012 mehr Mittel zu als im gesamten Vorjahr. Fondsexperten beobachten eine zunehmende Segmentierung des Angebots: Neue Aktienfonds konzentrieren sich mehr und mehr auf bestimmte Branchen, Themen und Regionen. Damit bewegen sie sich aber in immer engeren Märkten. Chancen auf hohe Kursgewinne stehen daher entsprechende Risiken gegenüber. Gerade Fondseinsteiger und Sparer, die sich nicht allzu viele Gedanken um ihre Anlage machen möchten, sollten daher auf breit streuende Fonds setzen. 

Drei wesentliche Faktoren bestimmen über die Entwicklung eines Investmentfonds: All-ge­meine Kapitalmarktentwicklung, Qualität des Fondsmanagements und Devisenkursentwick­lung (bei Fonds, die in ausländische Titel investieren). Steigen Aktienkurse auf breiter Basis, profitieren davon auch Aktienfonds. Umgekehrt gilt, dass in einer Baisse selbst das beste Fondsmanagement nur noch Schadensbegrenzung betreiben kann. Doch zeigen alle einschlä­gigen Studien, dass der langfristige Trend nach oben weist. Aktienfonds sollten daher minde­stens fünf Jahre gehalten werden.

Stichwort Volatilität

Die Kurse großer Aktiengesellschaften (auch Standardwerte oder Blue Chips genannt) schwanken weitaus weniger als die kleinerer Unternehmen. Daher investieren alle breit streuenden Aktienfonds einen größeren Teil ihres Vermögens in Standardwerte. Häufig sind sogar die zehn größten Positionen ausschließlich mit Blue Chips besetzt.

Das Ziel: Risikostreuung durch Glättung von Gewinn- und Verlustchancen. Eine maßvolle Beimi­schung von Wachstumstiteln dient der Realisierung zusätzlicher Kurspotenziale. Und da sich die internationalen Börsen selten im Gleichlauf entwickeln, ergibt sich durch die Streuung auf mehrere Märkte eine zusätzliche Möglichkeit des Risikoausgleichs.

Weltweit investierende Aktienfonds gehörten mit einem Mittelzufluss von rund 9 Milliarden Euro im ersten Halbjahr 2012 zu den beliebtesten Titeln. Ähnlicher Attraktivität erfreuten sich europäische Aktienfonds. Denn einerseits gelten die Wachstumsaussichten als gut, andererseits sind die wichtig­sten Industriestaaten Kontinentaleuropas mittlerweile Mitglied der Währungsunion. Dadurch entfallen Wechselkursrisiken weitgehend.

Ein vollkommen anderes Risiko-Ertrags-Profil ergibt sich bei der Anlage in so genannte Spe­zialitätenfonds. Während große Standardfonds auf Risikostreuung achten, geht es den „Spe­zialitäten“ vor allem um hohe Wertentwicklung: allerdings um den Preis geringer Diversifi­kation. Typische Anlageschwerpunkte dieser Fonds sind einzelne Länder, Ländergruppen (z.B. die ostasiatischen „Tigerstaaten“), bestimmte Branchen (z.B. Technologie, Rohstoffe) oder Themen (z.B. Sport. Life Science).

Neuester Megatrend: Die Logistikbranche. Unter dem Motto „Alle Welt klickt, aber wer schickt?“ wird auf den zunehmenden Bedarf an schnellen und flexiblen Dienstleistern hingewiesen. Diese sorgen dafür, dass im Internet be­stellte Waren rasch beim Kunden sind. Eine Rechnung, die freilich nur dann aufgehen kann, wenn das lnternet-Shopping so rasant wächst wie prognostiziert. Da Spezialitätenfonds häufig starken Kursschwankungen unterworfen sind, kommt es bei ihnen auf das richtige Timing an. Wer zu spät auf bestimmte Trends reagiert, läuft Gefahr, erst dann in einen Markt einzustei­gen, wenn der Kurs bereits seinen Zenit überschritten hat. In diesem Falle drohen längere Verlustphasen.

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Innerhalb der privaten Vermögensstrategie sollten Aktienfonds als Basisinvestment dienen 

Wer in Aktienfonds investiert, beteiligt sich dabei sowohl an heimischen als auch an internationalen Aktienmärkten. Der Vorteil für den einzelnen Anleger liegt darin, dass sich dieser nicht – wie bei einem Einzelinvestment – täglich mit der Analyse einzelner Aktien und Märkte befassen muss. Dafür legt er sein Geld in einen großen Topf, in dem das Kapital vieler Investoren zum Zwecke des Aktienkaufs gesammelt wird.

Private Investoren können sich an einem Aktienfonds sowohl mit Einmalanlagen auch mit Sparplänen beteiligen. Im Gegenzug wird der Fonds von einem professionellen Expertenteam verwaltet. Ziel der Experten ist dabei nicht nur die Erwirtschaftung einer rentablen Rendite, sondern auch die Risikominderung auf Grund einer breiten Anlagenstreuung.

Da auch diese Investments ihre Tücken aufweisen, sollten sich insbesondere unerfahrene Sparer mit den Einzelheiten dieses Investments vertraut machen. Hierzu gehören Fragen nach dem Fondskauf selbst, dem Ausgabeaufschlag, der Werteermittlung und Rendite sowie über die Gegebenheiten eines Ein- bzw. Auszahlplans. Grundsätzlich sollte eine Anlage in einen Aktienfonds als Langzeitinvestment betrachtet werden, das über einen Zeitraum von 10 bis 15 Jahren laufen sollte.

Wer sich an diesen Zeitraum hält, erzielt mit dieser Investmentart deutlich höhere Renditen als Anleger in Renten- oder offene Immobilienfonds. Zudem lässt sich mit einem breit gestreuten Aktienfonds-vermögen eine hohe Wertsteigerung erzielen.

Investoren müssen allerdings bei einem Investment in Aktienfonds stets berücksichtigen, dass die gesamte Anlage mehr oder weniger den täglich schwankenden Aktienkursen ausgesetzt ist. Dies kann der Anteilswert des Fonds sowohl nach oben oder nach unten drücken. Geht die Börse nach oben, ist der Anleger an den Erträgen des Fonds beteiligt, geht die Börse nach unten, entsprechend auch mit den hieraus entstandenen Verlusten.

Selbst professionelle Fondsverwalter können sich den Schwankungen an der Börse nicht völlig entziehen – und wollen dies zumeist auch gar nicht. Denn hohe Schwankungsbreiten sorgen entprechend auch für hohe Erträge – vorausgesetzt, der Investor muss nicht vorzeitig an sein Vermögen.

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Die Kurse eines Aktienfonds spiegeln die Entwicklung des Marktes wider 

Aktienfonds beinhalten auf Grund der Schwankungen am Börsenmarkt ein mehr oder minder großes Risiko für den privaten Investor. So kann ein plötzlicher Wertsteigerungsrückgang von 20 Prozent jährlich ebenso im Möglichen liegen wie ein Wertzuwachs von weit über 30 Prozent. Dies muss vor jeder Kaufentscheidung berücksichtigt werden. Andererseits muss auch der „richtige“ Einstiegszeitpunkt gefunden werden.

Kommt es zu massiven Kurseinbrüchen an der Börse, sollte in der Regel Aktienfonds gekauft oder aufgestockt werden. Wer dann auch nicht darauf angewiesen ist, Fondsanteile wegen dringenden Kapitalbedarfs verkaufen zu müssen, der wird von eventuellen Kursschwankungen nur geringfügig berührt.

Wer sein Investment über einen Zeitraum von 10 Jahren und mehr in seinem Portfolio hält, kann daher auch sicher sein, dass sich diese Schwankungen innerhalb des Aktienfonds entsprechend dieser langen Laufzeit auch wieder glätten. Daher sollten nur Anleger in Aktienfonds investieren, die zum einen nicht auf ihr Kapital kurzfristig angewiesen sind, und zum anderen über genügend Eigenkapital verfügen.

Denn Aktienfonds sollten niemals auf Kreditbasis eingekauft werden. Kredit finanzierte Aktienkäufe sind nämlich hoch riskant, insbesondere wenn sich die Aktienmärkte seitwärts bewegen. Hier genügt es, wenn die Kurse auch nur kurzfristig einbrechen und am Ende dann das gesamte Investment mit Verlust endet.

Ein weiterer Punkt ist die Langfristigkeit, denn dass ein Aktienfonds innerhalb eines Zwei-Jahres-Zeitraumes besser abschneidet als in einem 10-Jahres-Zeitraum ist selten der Fall. Nur wer langfristig investiert ist auch in der Lage, Kursrückgänge besser auszugleichen. Nicht zu vergessen die Höhe der Ausgabeaufschläge, die erst einmal durch das Investment hereingearbeitet werden muss, bevor der Anleger überhaupt in die Gewinnzone kommt.

Investments in Aktienfonds erfordern zudem ein finanzielles als auch ein psychisches Engagement, denn nicht nur Aktien, sondern auch Aktienfonds nehmen grundsätzlich an Kursschwankungen teil, die niemand exakt vorhersehen kann. Wer also das Risiko dieser Anlage scheut, sollte besser in geldmarktnahe oder gemischte Fonds investieren.

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Je nach Anlageschwerpunkt bieten Aktienfonds unterschiedliche Vor- und Nachteile 

Investoren von Aktienfonds haben die Möglichkeit, in bestimmte Anlageschwerpunkte zu investieren. So besteht die Möglichkeit eines Kaufs von deutschen (nationalen) oder internationalen Aktien sowie von Branchen- oder Indexfonds. Wer ausschließlich in deutsche Aktien investiert, nimmt auch nur am Gewinn oder Verlust des deutschen Aktienmarktes teil.

Der Nachteil: Auch wenn schlechte Zeiten bevorstehen, darf der Fondsmanager nicht eigenmächtig in besser laufende Auslandsmärkte ausweichen. Dies wiederum bedeutet für den privaten Anleger eine deutliche Einschränkung. Dafür ist der deutsche Aktienmarkt wiederum keinem direkten Währungsrisiko ausgesetzt. Wer daher das Risiko einschränken will, setzt auf Länderfonds mit Anlageschwerpunkt Deutschland.

Wer sein Investment etwas breiter streuen will, der setzt auf Europa-Fonds (europäischer Wirtschaftsraum). Dabei setzt der private Anleger nicht nur auf ein einziges Land, sondern legt sein Geld in heimischen Gefilden an. Vorteilhafter ist ein gewisses Basisinvestment, in dem auch ein internationaler Aktienfonds (weltweite Aktienmärkte) nicht fehlen sollte. Der Vorteil: Auf Grund dieser breiten Streuung haben private Anleger bzw. deren Fondsmanager die Möglichkeit, bei Schwächephasen in bestimmten Regionen schnell auf inter-nationale Märkte auszuweichen.

Spezialitätenfonds

Ein weiteres Anlagespektrum bieten Spezialitätenfonds, die in ausgewählte Branchen und Länder investieren. Hier sollten Anleger allerdings unbedingt darauf achten, dass das entsprechende Anlagespektrum im Verkaufsprospekt exakt beschrieben und klar umrissen ist. Mit Spezialitätenfonds haben Investoren die Möglichkeit, in immer neue Geschäftsfelder zu investieren (bspw. in multinational auftretende Pharmakonzerne).

Rohstoff- und Energiefonds

Im Umkehrschluss gehen private Anleger auf Grund der ausgeprägten zyklischen Kursverläufe auch ein entsprechend hohes Risiko ein. Ist der Anlageschwerpunkt erst einmal durch den Fondsmanager bestimmt, kann dieser wiederum nicht auf andere Teilmärkte ausweichen. Beispiele für solche Investitionen sind neben Telekommunikationsfonds auch Rohstoff- und Energiefonds – der Anleger setzt dabei auf eine überdurchschnittliche gute Entwicklung.

Ökofonds

In letzter Zeit verstärken sich auch die so genannten „Grünen Fonds“, also Investments in Öko- und Umwelttechnologiefonds. Hinzu kommen Investments in die Biotechnologie, im Gesundheitswesen oder gar in Unternehmen oder Finanzwerte. Investoren sollten allerdings bei diesem Investment die Märkte inklusive deren Trend im Auge behalten. Gegebenenfalls kann auf diese Weise auch rechtzeitig in einen anderen Spezialitätenfonds gewechselt werden.

Umschichtungen sollten jedoch nur erfahrene Anleger vornehmen, die sich auch von Zeit zu Zeit mit dem allgemeinen Börsengeschehen beschäftigen. Viele Vermögensverwalter nutzen diese Form der Anlage, wenn sie nicht einzelne Regionen oder Branchen durch entsprechende Direktinvestments abdecken können. In diesem Fall werden Spezialitätenfonds Bestandteil eines Dachfonds oder einer Vermögensverwaltung.

Wer in einzelne Märkte investiert, der sollte die Chancen und Risiken exakt gegeneinander abwägen und überdies die Bereitschaft aufbringen, kurzfristig auszusteigen, um die Gewinne einzukassieren. Wer die Rendite hoch halten will, der sollte in diesem Segment auf so genannte No-load-Fonds setzen. Damit sind Fonds ohne Ausgabeaufschlag gemeint.

Spezialitätenfonds

Da es Spezialitätenfonds als breit anlegende Globalfonds gibt, haben private Anleger jederzeit die Möglichkeit, in nahezu jedes wirtschaftliche Land, in jede Region sowie praktisch alle Wirtschaftsbranchen durch einen entsprechenden Spezialitätenfonds abzudecken. Aber Achtung: Wer in Länderfonds investiert, muss auch gleichzeitig wissen, dass die Börsen der einzelnen Länder auch unterschiedlich ausgeprägte Kursschwankungen aufweisen.

Emerging Market-Fonds

Eine weitere Möglichkeit bietet sich für private Anleger durch Investments in Emerging Market-Fonds. Hierunter versteht man Investitionen in bestimmte Aktien, die aus-schließlich in Schwellenländer anlegen. Zu den klassischen Schwellenländern gehören zum einen die latein- und südamerikanischen Staaten, die Länder Osteuropas (Polen, Ungarn, Rumänien, Tschechien), Russland sowie alle ostasiatischen Staaten wie Korea, Thailand, Singapur und Malaysia.

Da rund 85 Prozent der Weltbevölkerung in diesen Ländern lebt und ein hohes Konsumbedürfnis anstrebt, kann in solchen Märkten durchaus ein interessanter Zukunftsmarkt mit guten Renditen gesehen werden. Ebenso fördert die Bildung von Freihandelszonen, wie dies in Südamerika der Fall ist, außer-ordentlich das Wirtschaftswachstum.

Hinzu kommen – im Gegensatz zu den bereits gesättigten Volkswirtschaften der G-8-Länder – die extrem hohen Wachstumsraten sowie den nachhaltigen ökonomischen Re-formen, die zusätzlich für ein hohes Wirtschaftswachstum sorgen. Auf Grund der erhöhten Nachfrage fließen nicht zuletzt auf Grund der Globalisierung immer mehr Gelder in die Schwellenländer, was wiederum die dortigen Kurse steigen lässt.

Dass eben in diesen Schwellenländern weitaus größere Renditen erwirtschaftet werden können, liegt aber auch an der Tatsache, dass diese Märkte nicht mit den bereits entwickelten Märkten korrelieren. Es herrscht also kein Gleichschritt innerhalb dieser Märkte, so dass sich durch eine 10- bis 20prozentige Beimischung ins Gesamtportfolio eine optimale Risikostreuung ergibt, weil ein Land den eventuellen Verlust eines anderes Landes wie-der ausgleichen kann.

Investoren sollten allerdings trotz der vielen Vorteile nicht auf all zu enge Märkte setzen, denn hier droht besonders die Gefahr, dass diese Märkte äußerst empfindlich auf Börsennachrichten reagieren – und das sowohl auf positive als auch auf negative. Hinzu kommen bei diesen Investments natürlich auch noch die politischen und wirtschaftlichen Länderrisiken sowie die Währungsrisiken.

Wer entsprechend auf Emerging Market-Fonds setzt, sollte daher unbedingt in einen Fonds investieren, der entsprechend in mehreren Ländern anlegt. Wird hingegen nur ein Länderfonds gewählt, der in ein einziges Land investiert, muss nicht nur fortlaufend die Börse beobachtet, sondern auch aktiv von Zeit zu Zeit umgeschichtet werden. Das Umschichten von globalen Schwellen-länder-Fonds sollte hingegen den Fondsmanagern überlassen bleiben. Auch sollte nur ein kleiner Teil des Gesamtvermögens in Emerging Market-Funds investieren. Dieses sollte dann allerdings ebenso langfristig zwischen fünf und zehn Jahre angelegt werden.

Standardwerte-Fonds

Sollte dennoch unvorhergesehen ein Fonds einmal einknicken, ist es immer ratsam, eine kleine Reserve an Kapital parat zu haben, um dann zu günstigeren Kursen auch einmal nachkaufen zu können. Was viele nicht wissen: Emerging Market-Funds eignen sich auch optimal in Form eines Sparplans. Neben den bislang genannten unterschiedlichen Anlagevarianten darf auch ein Fondsinvestment mit besonderen Anlagestrategien und -stilen nicht fehlen.

Hierfür eignen sich Fondsanlagen, die zum Beispiel überwiegend in kleine Firmen bzw. Wachstumsunternehmen investieren. Gleiches gilt für Fonds, die bewusst ausschließlich in unterbewertete Unternehmen ihr Kapital anlegen. So erwerben Anleger mit Standardwerte-Fonds (Aktien großer Unternehmen) ein fast krisensicheres Basisinstrument. Denn Aktienfonds, die in Standardwerte engagieren, weisen eine weniger schwankungsintensive Wertentwicklung wie Branchen- oder Market-Fonds auf.

Nebenwerte-Fonds

Standardwerte-Fonds werden in der Finanzsprache auch „blue-chip funds“ genannt und eignen sich insbesondere für all diejenigen Anleger, die ihre Aktienfonds-Investition sehr vorsichtig angehen möchten. Ist dieser Schritt dann erst einmal gelungen, lohnt sich ein Investment Nebenwerte-Fonds. In der Bankensprache als „small capital funds bzw. mid capital funds“ bezeichnete Investments legen das Kapital ihrer Anleger in kleinere Unternehmen an.

Diese dürfen eine bestimmte Umsatz- bzw. Eigenkapitalgröße nicht über-schreiten. Vorsicht ist hier allerdings bei so genannten Nebenwerten angesagt, denn auf Grund der kleinen Aufträge ist das Gesamtinvestment doch heftigen Marktschwankungen ausgesetzt. Nebenwerte-Fonds ist jedoch bestens geeignet für all diejenigen Anleger, die nicht nur einen Sparplan abschließen möchten, sondern zudem auch noch eine besondere Börsensituation ausnutzen möchten.

Indexfonds

In diesem Zusammenhang müssen auch unbedingt die Index-Fonds angesprochen wer-den. Der Grund: Schon lange ist bei Experten bekannt, dass sich die Börse nun einmal nicht austricksen lässt – dies gelingt nicht einmal den wenigen Spezialisten. Daher ist für den Fall einer aktiven Einzelaktien-Auswahl der Index auf Dauer nicht zu schlagen. Auf diese Weise können private Anleger dann ihr Investment individuell auf einen bestimmten Index aufbauen.

Absichern lässt sich dann die gesamte Aktienposition durch so genannte „future contracts“ (Termingeschäfte). Dies kann zum Beispiel durch den Verkauf eines Indes Futures geschehen. Der besondere Vorteil dieses Investments: Bei einem Index-Fonds wird nicht aktiv durch ständige Veränderung der im Fonds befindlichen Aktien gemanagt, vielmehr gibt der Index selbst die Zusammensetzung des Fonds vor.

Optionsschein-Fonds

Eine weitere Möglichkeit ist das Anlegen von Kapital in Optionsschein-Fonds. Zwar wird hier immer ein geringer Kapitaleinsatz in den Vordergrund der Anlage gestellt, andererseits handelt es sich bei diesem Investment um eine hoch spekulative Anlageform mit dem Risiko eines Totalverlustes. Hinzu kommen die heftigen Kursschwankungen inner-halb dieses Investments. Daher darf ein solches Investment niemals eine Daueranlage darstellen, sondern sollte vielmehr in Zeiten ausgeprägter Börsenschwankungen kurzfristig durchgeführt werden. Doch wie gesagt: Warnung vor hohen Verlusten.

Wandelanleihen-Fonds

Wer auf eine Zwischenoption zwischen Renten- und Aktienfonds setzen will, für den eignen sich so genannte Wandelanleihen-Fonds. Hier erhält der Anleger auf der einen Seite eine unterdurchschnittliche Verzinsung, die kaum über 2 Prozent liegt. Andererseits wird ihm aber das Recht eingeräumt, anstatt der Rückzahlung des Nominalbetrages sein Kapital in Aktien der betreffenden Gesellschaft umzuwandeln.

Futures-Fonds

Der Vorteil eines solchen Investments liegt daher in der Absicherung gegen hohe Kursverluste. Das Wandlungsrecht räumt dem Anleger – wenn auch in etwas abgeschwächter Form – dennoch die Teilnahme an steigenden Aktienkursen ein. Angrenzend an den grauen Kapitalmarkt finden sich auch Investments in hoch spekulative Futures-Fonds. Sie nutzen das Kapital der Anleger mit dem Charakter von Termingeschäften und Optionen.

In Deutschland sind daher reine Futures-Investmentfonds erst gar nicht zugelassen. Zudem unterliegen die in Deutschland verkauften Anteile nicht der Kontrolle durch das Bundesaufsichtsamt für das Kreditwesen. Teilweise sind die Gewinnversprechen bei solchen Investments völlig überzogen und glänzen allenfalls durch eine massive Kosten-Belastung.

Umbrella-Fonds

Anleger, die innerhalb ihres Investments beweglich bleiben möchten, sollten auf Umbrella-Fonds setzen. Dieses Investment bildet einen so genannten Sonnenschirm (umbrella) und ist besonders in Luxemburg beliebt. Die übergeordnete Fondsstruktur gliedert viele weitere beliebige Unterfonds (compartments), die alle gemeinsam derselben Fondsgesellschaft angehören. Die Anzahl der Unterfonds ist dabei unbegrenzt, es gibt Fonds mit lediglich zwei, andere mit 20 und mehr Unterfonds (Subfonds).

Anleger müssen bei dieser Investmentart jedoch berücksichtigen, dass sie für jeden Unterfonds eine entsprechende Mindestanlagesumme aufbringen müssen. Dafür hat der Anleger die Möglichkeit, zwischen den einzelnen Unterfonds zu switchen (wechseln).

Weiterer Vorteil: Lediglich für den ersten Einstieg in einen Unterfonds fällt ein Ausgabeaufschlag als Einstiegsgebühr an, ein Wechsel wird lediglich mit minimalen Switch-Gebühren belegt. Umbrellafonds eignen sich daher vor allem für private Anleger, die ei-ne globale Anlagestrategie verfolgen. Allerdings sollten sich dieses Investment nur geübte Investoren zutrauen, denn jeder sollte in der Lage sein, den Markt persönlich entsprechend einzuschätzen.

Dann kann bzw. muss zwischen Aktienengagements in Renten-werte in eine bestimmte andere Region gewechselt werden oder gar ein Unterfonds verkauft oder erneut umgeschichtet werden. All dies gilt es vorab abzuwägen. Zudem darf nicht – wie so oft – ein Umbrella-Fonds mit einem Dachfonds verwechselt werden.

Dachfonds

Bei einem Dachfonds handelt es sich nämlich ausschließlich um einen einzigen Fonds. Dieser legt das Kapital seiner Investoren seinerseits wieder in zahlreiche andere Fonds an. In diesem Zusammenhang können daher auch Anlagen in fremde Fondsgesellschaften erfolgen. Nicht so ein Umbrellafonds. Dieser stellt lediglich eine Klammer zwischen einer Anzahl von Einzelfonds dar. Diese wiederum stellen aber in sich wieder separate Einzelfonds dar. Wer also seine Anlageentscheidung an einen Fondsmanager delegieren und selbst keine eigenen Markteinschätzungen vornehmen möchte, der sollte auf ein Investment in Umbrella-Fonds verzichten.

Wer hingegen in der Lage ist, eine eigene Portfolio-Gewichtung vorzunehmen, der sollte auf ein solches Investment innerhalb seiner Basisanlage nicht verzichten. Für diesen Fall sollte dann insbesondere die Palette an Unterfonds optimal aufeinander abgestimmt werden. Zudem führen deutsche Kapi-talanlagegesellschaften keine Umbrellafonds. Dies bedeutet an sich jedoch keinen Nachteil, denn auch ein ausländischer Umbrellafonds – seriös aufgelegt – bringt dem privaten Anleger denselben Nutzen wie ein in Deutschland aufgelegter.

Fazit

Es macht keinen Unterschied, ob heutzutage Fonds von ausländischen oder deutschen Investmentgesellschaften gekauft werden. Beide Investments sind durch entsprechende Investmentgesetze geregelt. In diesem wird exakt beschrieben, welche Fonds vertrieben werden und wie diese (bei Auslandsfonds) in Deutschland besteuert werden. Vielfach lassen ausländische Investmentgesetze den dort ansässigen Fondsgesellschaften noch mehr Freiheiten zu als dies durch das deutsche Gesetz möglich wäre.

Daher können einige Auslandsfonds auch nur über die entsprechenden deutschen Ableger der Investmentgesellschaft im Ausland bezogen werden. Auf Grund der langjährigen Erfahrung und den hervorragenden Analysten ist es daher unerheblich, ob Fonds einer deutschen Kapitalgesellschaft gekauft werden oder Auslandsfonds, die in Deutschland zum öffentlichen Vertrieb berechtigt sind.

Lediglich die Veränderungen im Wechselkurs sollten bei der Wertentwicklung eines Auslandsfonds bei der Umrechnung in die Heimatwährung beachtet werden. Wichtig ist daher stets die Kenntnis von der Performance der Heimatwährung! Wem das entspre-chende Timing an den Aktienbörsen für hinderlich erscheint, sollte bei Aktienfonds auf Sparpläne setzen. Wer über größere Summen verfügt, sollte über die Möglichkeit eines Einmalbetrages nachdenken.

Aber auch dieser kann in mehrere größere Einzahlungen aufgeteilt werden! Wer sein Geld kurzfristig zwischenparken möchte, sollte dies in einem Geldmarktfonds tun. Ohne eine einzuhaltende Kündigungsfrist und dem Verkauf beliebig höher Beträge, das börsentäglich erfolgen kann, stellt ein Investmentfonds insgesamt ein äußerst liquides Anlageinstrument dar.

Zu beachten sind lediglich – je nach Fondsart – die Größe der Kursschwankungen sowie die Höhe des Ausgabeaufschlages. Daher sollte bei der Auswahl des entsprechenden Fonds nicht nur auf das eigene Anlagekonzept geachtet werden, sondern auch die Per-formance, das Fondsvolumen und der Ausgabeaufschlag eine Rolle beim Gesamtinvest-ment spielen. Entsprechendes gilt für die Switch-Möglichkeiten, die Möglichkeit zur Teil-Liquidation, der Mindestanlagesumme sowie für die Performance zusätzlich die Thesaurierung der Erträge.

Wer auf Aktienfonds mit Sparpläne setzt, sollte dabei die Ablaufproblematik im Auge behalten und eine entsprechende Pufferzeit von etwa 2 bis 3 Jahren einplanen, bis das Geld zur Auszahlung kommt. Innerhalb dieser Zeit können dann auch negative Kursentwicklungen ausgeglichen bzw. ausgesessen werden.

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