Fondsinvestment – Chancen und Risiken

Für Anleger, die sich keine Gedanken um Einzelinvestments machen aber trotzdem an der Börsenentwicklung teilhaben möchten, sind Fonds eine gute Alternative.

Im diesem Beitrag werden die Chancen und Risiken eines Fondsinvestments näher beleuchtet. Außerdem wird erklärt, welche langfristigen Renditen erzielbar sind, auf welche Kosten geachtet werden sollte und wie Sie beim Kauf von Fondsanteilen von Kursschwankungen profitieren können.

Was ist ein (Investment-) Fonds und wie funktioniert er?

Definition: Was ist ein Fonds?

Ein Investmentfonds, kurz Fonds ist einfach erklärt: Anleger legen ihr Geld nicht selbst an, sondern geben es einer Fondsgesellschaft. Diese bündelt das eingesammelte Kapital und ein Fondsmanager übernimmt die Anlage für den Anleger. Neben einer Fonds- bzw. Investmentgesellschaft können auch Banken einen Fonds auflegen.

Je nach Strategie und Ausrichtung des Fonds investiert der Fondsmanager zum Beispiel in Aktien, Anleihen, Immobilien Rohstoffe oder andere Wertpapiere. Damit sind alle Fondsanleger an der Entwicklung der investierten Wertpapiere beteiligt. Der Fondsmanager versucht eine möglichst positive Rendite für den Anleger zu erwirtschaften.

Warum gibt es überhaupt Fonds?

Im Unterschied zur Einzelinvestition von Aktien investiert ein Fondsmanager typischerweise in eine Vielzahl von Wertpapieren, so dass das angelegte Geld stark gestreut wird. Somit wird das Verlustrisiko reduziert und die Anlage diversifiziert. Die Idee, das Kapital vieler Anleger zu bündeln, um auch Kleinanlegern die Möglichkeit zu eröffnen mit relativ wenig Geld in viel Wertpapiere zu investieren ist nicht neu. Bereits seit über 80 Jahren existiert die Idee der Investmentfonds.

Welche Chancen bieten Fonds und wie hoch ist die mögliche Rendite?

Welche Vorteile bietet eine Fondsanlage?

Eine große Auswahl an Investitionsmöglichkeiten. Mit einem Investmentfonds hat der Anleger die Möglichkeit an der Entwicklung eines bestimmten Marktes oder speziellen Anlagethemas teilzuhaben. Wer zum Beispiel in Rohstoffe investieren möchte, kauft sich Anteile an einem Rohstofffonds. Sind dagegen regelmäßige Ausschüttungen wichtig, so ist ein Fonds, der in dividendenstarke Unternehmen investiert, die richtige Wahl.

Diversifikation und damit Risikosenkung. Der Fondsmanager muss sich an bestimmte Anlagerichtlinien halten. In den meisten Fällen ist der Maximalanteil einzelner Wertpapiere am Portfolio begrenzt. Damit wird das Kapital, im Vergleich zur Einzelanlage breit gestreut und damit gleichzeitig das Risiko gesenkt.

Investmentfonds sind sehr transparent. Die jeweilige Fondsgesellschaft ist gesetzlich verpflichtet einen Jahres-, sowie Halbjahresbericht sowie die täglichen Fondspreise zu veröffentlichen.

Welche Gewinne lassen sich mit einem Fonds erzielen?

Die Rendite, die der Fondsmanager mit einem Fonds erzielt, ist abhängig von den im Fonds enthaltenden Wertpapieren.

Steigen die Kurse der enthaltenden Wertpapiere, so steigt auch der Wert des gesamten Fondsvermögens. Neben den Kursveränderungen spielen Ausschüttungen eine Rolle. Die von den Unternehmen ausgeschütteten Dividenden steigern ebenfalls den Gesamtertrag eines Fonds.

Tiefergehende Informationen zum Thema Kurschancen und warum Dividenden ein ebenso wichtiger Bestandteil der Gesamtperformance sind, erfahren Sie hier.

Für den Anleger zählt natürlich nur die Netto-Rendite. Deswegen dürfen die vom Fonds verursachten Kosten nicht vergessen werden, die in einem separaten Punkt beschrieben werden.

Wie hoch ist die langfristige Rendite im Durchschnitt bei Fonds?

Grundsätzlich lassen sich mit Fonds über einen langen Zeitraum gute Renditen erzielen. Wer beispielsweise 15 Jahre monatlich 100 Euro in einen deutschen Aktienfonds investierte, kommt laut Statistik des Deutschen Fondsverbandes auf eine durchschnittliche Rendite von über sechs Prozent pro Jahr.

In der folgenden Tabelle sind die vom Deutschen Fondsverband BVI ermittelten Jahresrenditen, die mit einer monatlichen Einzahlung von 100 Euro in einen Sparplan über die jeweiligen Zeiträume möglich waren. Die Ergebnisse berücksichtigen alle Kosten inklusive Ausgabeaufschlag. Stichtag ist der 30. Juni 2014.

Fondsgruppe 10 Jahre 15 Jahre 20 Jahre 25 Jahre 30 Jahre 35 Jahre
Aktienfonds Deutschland 7,6 % 6,2 % 6,2 % 6,6 % 7,2 % 8,0 %
Aktienfonds Europa 4,7 % 3,1 % 3,6 % 4,3 % 5,0 % 6,0 %
Aktienfonds Global 4,8 % 3,7 % 4,3 % 5,4 % 5,6 % 6,4 %

Welche Risiken sind mit einem Fondskauf verbunden?

Anleger, die in Fonds investieren, sind im Wesentlichen dem Risiko ausgesetzt, dass das Anlageergebnis durch Kursschwankungen beeinflusst wird. Folgende drei Risiken sind zu unterscheiden:

  1. Unternehmensspezifische Risiken,
  2. gesamtwirtschaftliche Risiken und
  3. Timing-Risiken

1) Unternehmensspezifische Risiken

In der Regel sind Kursveränderungen von Aktien, die im Fonds enthalten sind vom jeweiligen Unternehmenswert abhängig. Der Unternehmenswert wiederum ist in erster Linie von den derzeitigen und zukünftigen Erträgen abhängig.

Verschlechtert sich die Ertragssituation eines Unternehmens, in das der Fondsmanager investiert hat, fällt dementsprechend der Kurs der jeweiligen Aktie. Vom verschärftem Wettbewerb bis zum Managementfehler – die Gründe für eine Ertragsverschlechterung können vielfältig sein.

2.) Gesamtwirtschaftliche Risiken

Neben den unternehmensspezifischen Risiken wirken gesamtwirtschaftliche Risiken auf alle Unternehmen und demnach auch auf Aktienkurse der Unternehmen. Unternehmen können sich gesamtwirtschaftlichen Risiken, wie zum Beispiel Konjunkturschwankungen oder geldpolitische Veränderungen nur schwer entziehen, so dass Fondskurse immer Schwankungen unterzogen sind.

3.) Timing Risiken

Langfristig spiegeln Kurse immer den realen Unternehmenswert wider. Kurzfristig kommt es dagegen häufig zu Über- bzw. Untertreibungen. Wird ein Fondsanteil zum „falschen“ Zeitpunkt gekauft und die im Fonds enthaltenen Aktien sind überbewertet, muss damit gerechnet werden, dass die Aktienkurse sinken und ein Verlust entsteht.

Andererseits bekommen Anleger in einem Börsencrash regelmäßig die Chance Aktien zu „günstigen“ Kursen zu erwerben. Meistens hindern jedoch psychologische Faktoren Anleger daran in Crashphasen zu kaufen.

Welche Kosten entstehen bei Investmentfonds?

Die Kosten einer Fondsanlage haben langfristig erhebliche Auswirkungen auf die Gesamtperformance. Deswegen ist es ratsam sich mit den einzelnen Gebührenanteilen vertraut zu machen. Fondsspezifische Kosten bestehen in der Regel aus folgenden vier Komponenten:

  1. Ausgabeaufschlag
  2. Transaktionskosten
  3. Total Expense Ratio (TER)
  4. Performance-Fee

Der Ausgabeaufschlag ist eine einmalige Gebühr, die beim Kauf des Fonds anfällt. Sie wird von der Fondsgesellschaft zur Kostendeckung des Vertriebs genutzt. Die Höhe des Ausgabeaufschlags ist unterschiedlich. In den meisten Fällen wird eine Gebühr zwischen null und fünf Prozent fällig.

Da der Ausgabeaufschlag an den Berater und nicht an die Fondsgesellschaft geht, variiert er je nach Vertriebsweg und kann in den meisten Fällen umgangen werden. Viele Fonds lassen sich auch über die Börse ordern. Des Weiteren bieten die meisten Online-Broker eine Vielzahl von Fonds ohne Ausgabeaufschlag oder zumindest mit einem Discount auf den Ausgabeaufschlag an.

Die Transaktionskosten fallen jedes Mal an, wenn Wertpapiere gekauft bzw. verkauft werden. Das Fondsvermögen wird damit direkt belastet. Die Gebühren werden nicht extra ausgewiesen.

Die TER, Total Expense Ratio oder Gesamtkostenquote, fasst die laufenden jährlichen Kosten des Fonds zusammen, die zusätzlich zum Ausgabeaufschlag und den Transaktionskosten anfallen. Die TER setzt die Gesamtkosten des Fonds in das Verhältnis zum Fondsvolumen.

Folgende Gebühren sind in der TER enthalten:

  • Verwaltungsvergütungen
  • Managementgebühren
  • Depotbankgebühren und
  • sonstige Betriebskosten

Mit der TER können Anleger die Kosten verschiedener Fonds miteinander vergleichen.

Eine Performance-Fee ist eine Gebühr, die bei erfolgreicher Wertentwicklung des Fonds fällig wird. Dabei muss der Fonds eine von der Fondsgesellschaft selbstgewählte Messlatte übertreffen. Das kann zum Beispiel die Performance des DAX oder anderer Indizes sein. Gebräuchlich ist hierbei die so genannte „High Watermark“ Regelung, bei der erst Gebühren erhoben werden dürfen, wenn der Fonds einen neuen Höchsttand erreicht.

Sparplan oder Einmalanlage – Wie soll ich mein Geld investieren?

Viele Anleger befinden sich bei Investitionsentscheidungen in einem Dilemma. Gestern noch der Börsencrash, heute befindet sich die Börse schon wieder im Höhenflug. Die Börsen bewegen sich auf und ab, den richtigen Einstiegszeitpunkt kann kein Anleger, nicht einmal der Börsenprofi vorhersagen.

Niemand möchte jedoch zum falschen Zeitpunkt einsteigen und zusehen wie sein Investment durch fallende Kurse Verluste generiert.

Eine Möglichkeit diese verzwickte Situation zu lösen besteht darin, das geplante Anlagekapital in mehrere Stücke zu teilen und in zeitlichen Abständen anzulegen. Damit kann das Risiko zum falschen Zeitpunkt einzusteigen reduziert werden.

In der Fachsprache wird diese Methode Cost Average Effekt (Durchschnittskosteneffekt) genannt: Mit einem Sparplan wird regelmäßig ein fester Betrag in einen Aktienfonds investiert. Der Vorteil ist, dass der Anleger bei niedrigen Kursen automatisch mehr Anteile als bei hohen Kursen erhält. Auf lange Sicht kann so oft ein günstiger Durchschnittspreis erreicht werden.

Ein einfaches Beispiel

Ein Anleger hat 10.000 Euro zur Verfügung, der aktuelle Kurs des ausgesuchten Fonds steht bei 200 Euro, so dass er bei einer Einmalanlage genau 50 Stück erwerben kann.

Andererseits kann der Anleger sich auch den Cost Average Effekt zunutze machen und die Anlagesumme in vier gleiche Teile zu je 2.500 Euro investieren. Wird unterstellt, dass der Kurs in der Zwischenzeit stark schwankt, werden vom Anleger folgende Anteile erworben:

Zeitpunkt 1: Der Kurs steht bei 200. Es werden 12,5 Anteile (2500/200) erworben.
Zeitpunkt 2: Der Kurs steht bei 180. Es werden 13,9 Anteile (2500/180) erworben.
Zeitpunkt 3: Der Kurs steht bei 160. Es werden 15,6 Anteile (2500/160) erworben.
Zeitpunkt 4: Der Kurs steht bei 200. Es werden 12,5 Anteile (2500/200) erworben.

Insgesamt erwirbt der Anleger 54,5 Fondsanteile und damit 4,5 Fondsanteile mehr als bei einer Einmalinvestition in den Fonds.

Eine Investition in Etappen kann sich also durchaus lohnen. Gerade in Zeiten mit stark schwankenden Kursen macht sich der Cost Average Effekt bemerkbar.

Sollten die Kurse während der gesamten Ansparphase ansteigen wird zu immer höheren Kursen gekauft. Dann ist der Durchschnittskurs höher als bei der Einmalinvestition. Da es an der Börse, wie schon beschrieben, immer wieder zu Korrekturen kommt, ist dieses Szenario eher unwahrscheinlich.

Der Sparplan hat noch weitere Vorteile

Ein weiterer großer Vorteil ist die Disziplinierung des Sparens mittels eines Fondssparplans. Gegenüber Einzelinvestments läuft ein Sparplan automatisch, die einzelnen Fondskäufe werden automatisch vom Konto abgebucht.

Der Anleger kommt nicht in Versuchung den richtigen Zeitpunkt zum Einstieg zu finden. Trotzdem bleibt der Anleger flexibel. Er kann seine Sparrate jederzeit anpassen oder gar komplett auslassen.

Die wichtigsten Punkte auf einen Blick

  • In einem Fonds wird das Kapital vieler Anleger gebündelt. Ein Fondsmanager übernimmt die Anlage.
  • Fondsanlagen bieten mehrere Vorteile: Eine große Auswahl an Investitionsmöglichkeiten, Diversifikation und Transparenz der Anlage.
  • Die Rendite eines Fonds ist abhängig von den im Fonds enthaltenden Wertpapieren.
  • Die durchschnittliche langfristige Rendite eines Aktienfonds-Sparplans lag in den letzten Jahren zwischen 3,1 Prozent und 8,0 Prozent.
  • Fondsanlagen unterliegen mehreren Risiken, u.a. unternehmensspezifischen Risiken, gesamtwirtschaftlichen Risiken sowie Timing Risiken.
  • Bei den Kosten eines Fonds darf nicht nur auf die TER geachtet werden.
  • Ein Sparplan vereint gleich mehrere Vorteile gegenüber einer Einmalanlage.