Robo-Advisor in Deutschland im Test

Die Digitalisierung erfasst zunehmend alle Bereiche der Wirtschaft. Auch beim Thema Geldanlage beginnen Start-ups das traditionelle Bankgeschäft anzugreifen. Mithilfe von Online-Finanzportalen, auch „Robo-Advice“ genannt, können Sie schnell und günstig ein zu Ihren Vorgaben passendes Portfolio online erstellen lassen.

Doch was genau steckt hinter den einzelnen Anbietern und ihren Konzepten, die völlig ohne persönliche Beratungen auskommen? Was kostet eine Online-Geldanlage und für welche Anleger eignet sie sich? Wir testen alle Angebote für Sie und starten außerdem einen Echtgeldtest, der die Performance und die Gebühren genau unter die Lupe nimmt.

RoboAdvisor – Anbieter im direkten Vergleich

AnbieterEinmal-
anlage ab
Gebühren p.a.SparplanRisikoklassen
(Anzahl)
RegulierungKonto / Depot bei 
* = Finanzportfolioverwalter nach § 1 Abs. 1a Satz 2 Nr. 3 KWG (Kreditwesengesetz) mit BaFin-Erlaubnis
** = Finanzanlagenvermittler § 34f Abs. 1 S. 1 GewO (Gewerbeordnung)
Vermögensverwalter
Scalable Capital LogoDetails »10.000 EUR0,75 % + ETF-Kosten (ca. 0,25%)ja, ab 50 EUR23Finanzportfolio-
verwalter mit
BaFin- Erlaubnis*
Baader Bank Zum Anbieter »
quirion LogoDetails »10.000 EUR0,48% + ETF-Kostenja, ab 100 EUR11Finanzportfolio-
verwalter mit
BaFin- Erlaubnis*
Quirin Bank Zum Anbieter »
Whitebox LogoDetails »5.000 EUR0,35% – 0,95% + Fondskostenja, ab 5 EUR10Finanzportfolio-
verwalter mit
BaFin- Erlaubnis*
biw BankZum Anbieter »
vaamo LogoDetails »-0,79 % p.a. Servicegebühr + 0,3 % p.a. Fondskosten + 0,15 % Transaktionskostenja, ab 10 EUR15Finanzportfolio-
verwalter mit
BaFin- Erlaubnis*
FFB BankZum Anbieter »
Sutor Bank LogoDetails »5.000 EUR0,7% + Fondskostenja, ab 100 EUR4Finanzportfolio-
verwalter mit
BaFin- Erlaubnis*
SutorBankZum Anbieter »
fintego LogoDetails »2.500 EUR0,45% – 0,95% + ETF-Kostenja, ab 50 EUR5Finanzportfolio-
verwalter mit
BaFin- Erlaubnis*
ebaseZum Anbieter »
Wüstenrot LogoDetails »2.500 EUR0,45% – 0,95% + ETF-Kostenja, ab 50 EUR5Finanzportfolio-
verwalter mit
BaFin- Erlaubnis*
ebaseZum Anbieter »
LIQID LogoDetails »100.000 EUR0,15 % bis 0,90 % Pauschale + 0,27 % bis 0,88 % Produktkosten -30Finanzportfolio-
verwalter mit
BaFin- Erlaubnis*
Deutsche BankZum Anbieter »
Anlagenvermittler
easyfolio LogoDetails »-0,65 % + ETF-Kostenja, ab 10 EUR3Finanzanlagen-
vermittler nach
§ 34f GewO**
ebaseZum Anbieter »
Cashboard LogoDetails »100 EURFondskosten + Transaktionskosten + 10% Gewinnbeteiligungja, ab 25 EUR3Gebund. Agent unter Haftung Hanseatische Portfolio-
management
ebaseZum Anbieter »
growney LogoDetails »-0,39 % – 0,99 % + ETF-Kostenja, keine Mindestrate5Finanzanlagen-
vermittler nach
§ 34f GewO**
Sutor BankZum Anbieter »
VisualVest LogoDetails »1.000 EUR 0,6 % + Fonds-/ETF-Kostenja, ab 50 EUR7 (ETFs/Fonds)
+ 3 (nachhaltige Fonds)
Finanzanlagen-
vermittler nach
§ 34f GewO**
Union Investment
Service Bank AG
Zum Anbieter »
Ginmon LogoDetails »5.000 EUR0,39 % + ETF-Kosten + 10% Gewinnbeteiligungja, ab 50 EUR10Finanzanlagen-
vermittler nach
§ 34f GewO**
DAB BankZum Anbieter »

Tipp: Wahl zum besten RoboAdvisor 2016

RoboAdvisor des Jahres 2016Über 3.000 Leser haben in diesem Jahr bei unserer Brokerwahl abgestimmt. Zum ersten Mal konnten sie zudem für den besten RoboAdvisor votieren. Jetzt stehen die Gewinner fest: Der erste Platz in der Sonderkategorie „bester RoboAdvisor 2016″ geht an Scalable Capital, der zweite Platz an quirion, den dritten Platz sichert sich Whitebox.

Alle Details zu den Ergebnissen finden Sie hier »

RoboAdvisor-Echtgeldtest: Performance im Vergleich

Brokervergleich.de startete im Mai 2015 einen Echtgeldtest. Investiert wurde in das Portfolio, das nach den Aussagen der Anbieter für die meisten Anleger heute die beste Anlagelösung ist. Es handelt sich dabei um ein ausgewogenes Portfolio, das neben Aktien einen in der Regel gleichwertigen Anteil Anleihen enthält.

Im Mai 2016 ist unser Test nach 12 Monaten in eine neue Betrachtungsphase gestartet. Neu im Test sind Scalable Capital, Ginmon und Whitebox. Die Rangliste zeigt die aktuelle Wertentwicklung des jeweiligen Portfolios für die Zeit vom 1. Mai 2016 bis Stand Ende Januar 2017

Eine Geldanlage über RoboAdvisor ist langfristig orientiert. Aufgrund des kurzen Betrachtungszeitraums lassen sich noch keine Aussagen zum Wert des Performance-Verlaufs treffen.

 

Robo Advisor Benchmarks
Robo-Advisor Benchmark 2017-01

Die Zusammensetzung der Portfolios

Portfolios mit ca. 50 % Aktien und ca. 50 % Anleihen:
easyfolio – easyfolio 50
quirion – Kapitalmarktstrategie 50/50

Portfolios mit bis zu 60 % Aktien und 40 % Anleihen:
Ginmon – Anlagestrategie: Ausgewogen
vaamo – mittleres Risiko
SutorBank – ausgewogenes Portfolio

Portfolio mit ca. 59 % Aktien, 31 % Anleihen, 4% Gold, 4 % Cash, 2 % Rohstoffe:
Whitebox: Risikoklasse 6 (dyn. Portfolioanpassung)

Portfolio mit ca. 45 % Aktien, 5 % Rohstoffe und 50 % Anleihen:
fintego – Anlagestrategie: Ausgewogen

Portfolio mit 20 % Cash, 25 % Immobilien, 20 % Mischfonds, 25 % Aktien, 10 % P2P-Kredite:
cashboard – Anlagestrategie: Ausgewogen

Portfolio mit ca. 33 % Anleihen, 57 % Aktien, 5 % Immobilien, 1 % Cash, 4 % Rohstoffe:
Scalable Capital – Anlagestrategie: 20% VaR (dyn. Portfolioanpassung)

 

Als Benchmark zum Vergleich der Performance aller von uns getesteten RoboAdvisor-Anbieter nutzen wir eine Kombination aus dem MSCI World und dem Barclays Global Aggregate Bonds im Verhältnis 50:50 Prozent.

Monatsdaten zur Performance aller RoboAdvisors im Test

Monat vaamo cashboard easyfolio fintego quirion SutorBank GINMON Scalable Capital Whitebox MSCI World + Barclays Aggregate* Portfolio nach Kommer**
2015-05 +1,2 % +1,1 % +0,3 % +0,4 % +1,2 % +0,2 % n. a. n. a. n. a. +1,1 % +0,5 %
2015-06 -2,3 % -3,7 % -3,0 % -3,5 % -2,6 % -2,7 % n. a. n. a. n. a. -2,6 % -2,5 %
2015-07 +0,0 % +3,3 % +0,9 % +1,4 % +0,7 % +0,8 % n. a. n. a. n. a. +1,8 % -0,2 %
2015-08 -4,6 % -4,4 % -5,0 % -4,4 % -4,0 % -5,3 % n. a. n. a. n. a. -4,3 % -5,3 %
2015-09 -2,0 % -0,4 % -1,8 % -1,2 % -2,4 % -2,3 % n. a. n. a. n. a. -1,6 % -1,8 %
2015-10 +4,3 % +5,7 % +4,9 % +4,6 % +4,9 % +5,1 % n. a. n. a. n. a. +4,6 % +5,1 %
2015-11 +0,6 % +1,9 % +2,0 % +1,6 % +1,5 % +1,7 % n. a. n. a. n. a. +1,3 % +1,3 %
2015-12 -1,8 % -1,4 % -3,2 % -3,5 % -2,5 % -3,0 % n. a. n. a. n. a. -2,5 % -2,7 %
2016-01 -3,2 % -3,2 % -2,9 % -2,3 % -4,1 % -3,8 % n. a. n. a. n. a. -2,2 % -4,1 %
2016-02 -0,2 % +0,3 % +0,1 % +0,2 % +0,9 % -1,2 % n. a. n. a. n. a. -0,3 % +0,5 %
2016-03 +2,7 % +1,3 % +1,8 % +1,6 % +2,3 % +2,8 % n. a. n. a. n. a. +1,5 % +3,2 %
2016-04 +0,4 % 0,0 % +0,6 % +1,1 % +0,8 % +0,9 % n. a. n. a. n. a. +0,4 % +1,3 %
2016-05 +1,2 % +1,6 % +1,1 % +1,0 % +0,9 % +1,1 % +1,6 % +0,9 % +1,8 % +1,5 % +1,0 %
2016-06 +0,5 % +0,6 % +0,5 % +0,5 % -0,5 % -1,0 % +0,1 % +2,6 % +0,8 % +0,3 % +0,9 %
2016-07 +2,3 % +3,2 % +2,4 % +2,6 % +2,7 % +3,0 % +1,9 % +1,5 % + 2,5 % + 1,9 % +2,4 %
2016-08 +0,5 % -0,8 % +0,5 % -0,2 % +0,4 % +0,4 % +0,8 % + 0,5 % +1,0 % -0,2 % +0,1 %
2016-09 +0,1 % -0,7 % +0,0 % +0,4 % -0,2% +0,1 % +0,1 % +0,0 % +0,2 % -0,2 % +0,6 %
2016-10 -0,1 % -1,7 % +0,1 % -0,8 % +0,1 % -0,2 % -0,1 % +0,2 % +0,0 % -0,4 % -0,3 %
2016-11 +1,5 % +0,0 % +0,5 % +1,1 % +2,2 % +1,0 % +2,7 % +0,6 % +0,8 % +1,0 % +2,5 %
2016-12 +2,7 % +2,3 % +1,3 % +1,3 % +1,5 % +3,2 % +1,5 % +0,7 % +2,2 % +1,4 % +2,1 %
2017-01 +0,0 % -0,2 % -0,4 % -0,3 % +0,1 % +0,4 % -0,8 % -0,7 % -0,2 % +0,1 % +0,4 %
Performance seit 01.05.2016
  +9,0 % +4,6 % +6,1 % +5,8 % +7,3 % +8,1 % +8,1 % +6,4 % +9,3 % +5,3 % +8,9 %
12-Monats-Performance von 01.05.2015 bis 30.04.2016
  -5,1 % +0,1 % -6,1 % -4,2 % -3,6 % -7,2 % n. a. n. a. n. a. -3,7 % -5,3 %
Gesamtperformance von 01.05.2015 bis 31.01.2017
  +3,4 % +4,7 % +0,3 % +1,4 % +3,4 % +0,4 % n. a. n. a. n. a. +1,3 % +2,8 %
Rollierende 12-Monats-Performance von 01.02.2016 bis 31.01.2017
  +12,1 % +6,2 % +8,8 % +8,9 % +11,6 % +10,8 % n. a. n. a. n. a. +7,0 % +14,6 %

*Benchmark 1: Kombination aus 50 Prozent MSCI World (Aktien) und 50 Prozent Barclays Aggregate Bonds (Anleihen)
**Benchmark 2: Kommer-Strategie, Weltportfolio gemischt mit „risikofreiem“ Portfolioteil

Für Renditeberechnungen werden die Kurswerte vom letzten Handelstag des Vormonats und des jeweils betrachteten Monats herangezogen.
Quellen: Eigene Berechnungen. Kurswerte von Comdirect.de, Onvista.de, JustETF.de und den Robo Advisors. Alle Angaben ohne Gewähr

 

Performance der RoboAdvice-Anbieter im Zeitverlauf seit 1.Mai 2016

Quellen:

  • Eigene Berechnungen

Hinweis: Als Benchmarkt 1 dient eine Kombination aus 50 Prozent MSCI World (Aktien) und 50 Prozent Barclays Aggregate Bonds (Anleihen), Benchmark 2 ist ein Portfolio nach Kommer-Strategie.


Performance der RoboAdvice-Anbieter im Zeitverlauf seit 1.Mai 2015

Hinweis: Als Benchmarkt 1 dient eine Kombination aus 50 Prozent MSCI World (Aktien) und 50 Prozent Barclays Aggregate Bonds (Anleihen), Benchmark 2 ist ein Portfolio nach Kommer-Strategie.

Scalabe Capital, Whitebox und GINMON werden erst seit Mai 2016 betrachet  und fehlen in dieser Übersicht mangels Vergleichbarkeit der Gesamtperformance. Eine erweiterte Darstellung folgt.


News und  Änderungen bei den getesteten Robo Advisors

  • 20.01.2017 – Whitebox beschert Anlegern Traumrenditen (Details)
  • 17.01.2017 – quirion und Scalable Capital: Anlagevermögen steigt rasant (Details)
  • 05.12.2016 – RoboAdvisor vaamo erhält Lizenz der BaFin (Details)
  • 21.10.2016 – Scalable Capital: Ab sofort Kontoeröffnung auch per App (Details)
  • 08.09.2016 – RoboAdvisor easyfolio erweitert sein Angebot (Details)
  • 26.08.2016 – Ginmon erhält Millionenbetrag (Details)
  • 17.08.2016 – Scalable Capital bietet kostenlosen Depotübertrag
  • 15.08.2016 – Scalable Capital wird Mitglied im VuV (Details)
  • 11.08.2016 – Scalable Capital startet in Großbritannien (Details)
  • 29.07.2016  – vaamo stattet N26 mit Robo-Advice-Technologie aus (Details)
  • 05.07.2016 – quirion startet Beratung per Video-Chat  (Details)
  • 06.06.2016 – vaamo erhält in Finanzierungsrunde  800.000 EUR vom Land Hessen (Details)
  • 01.06.2016 – fintego bietet 50 EUR Eröffnungsprämie (Details)
  • 01.06.2016 – fintego senkt rückwirkend ab 01.01.2016 das Anlageverwaltungsentgelt um bis zu 36 Prozent (Details)
  • 10.05.2016 – Bankhaus Hauck & Aufhäuser übernimmt easyfolio (Details)

Landkarte der RoboAdvisor-Plattformen in Deutschland

Einen Überblick über die noch recht junge Szene der RoboAdvisor-Plattformen in Deutschland gibt die Landkarte von Brokervergleich.de

Einen Überblick über die noch recht junge Szene der RoboAdvisor-Plattformen in Deutschland gibt die Landkarte von Brokervergleich.de

Wie ein paar Mausklicks die Vermögensverwaltung revolutionieren.

Erkennen Sie sich wieder?

Wenn es um das Sparen geht, sind die meisten Deutschen fleißig, aber extrem risikoscheu. Fast die Hälfte der Bevölkerung legt monatlich etwas auf die hohe Kante. Die Sparraten landen früher oder später auf einem Sparbuch, Tagesgeldkonto oder bleiben gleich auf dem Girokonto liegen.

Für die Rücklage eines Notgroschens macht das Sinn. Geht beispielsweise Ihr Auto oder die Waschmaschine kaputt ist das Geld relativ schnell verfügbar. Langfristig bedeutet es jedoch nur eines:

„Sie verlieren Geld und Ihr angespartes Vermögen wird schrumpfen.“

Minizinsen gepaart mit Inflation haben langfristig enorme negative Auswirkungen. Zwei Prozent Wertverlust pro Jahr führen zum Beispiel dazu, dass Ihr Vermögen in 30 Jahren nur noch die Hälfte wert ist.

Die gute Nachricht: Es gibt einen Ausweg aus der Niedrigzinsfalle. Investieren Sie einen Teil Ihres Vermögens in Aktien.

Die Geschichte zeigt, dass Aktien lukrativer als alle anderen Anlageformen sind. Aktionäre werden langfristig mit sieben bis zehn Prozent pro Jahr belohnt. Das ist weit mehr als der Inflationsausgleich.

Die Auswahl einzelner Aktien ist jedoch schwierig, zeitaufwändig und riskant. Fonds sind deswegen eine gute Alternative. Doch auch hier steht Ihnen eine fast unüberschaubare Auswahl gegenüber.

Alternativ können Sie einen Experten mit der Suche nach den geeigneten Fonds beauftragen. Dieser erhält in der Regel eine Provision für die Vermittlung eines Fonds. Besser und unabhängiger dagegen sind Beratungen gegen Honorar. Diese Form ist in Deutschland jedoch bisher wenig verbreitet und wird von vielen als teuer empfunden.

Alles ganz schön kompliziert?

Hier kommen die Online-Vermögensberatungen, auch Robo-Advice-Plattformen genannt, ins Spiel. Sie bieten einen einfachen Einstieg in die Geldanlage. Mit wenigen Mausklicks findet der Anbieter schnell und einfach eine auf seine Bedürfnisse abgestimmte Auswahl an Wertpapieren.

Ein Besuch bei einer Bank mit kompliziertem Beratungsgespräch ist dazu nicht notwendig. Der gesamte Vorgang kann in kurzer Zeit mit dem Tablet auf dem Sofa durchlaufen werden – 7 Tage die Woche,  24 Stunden am Tag. Das Portfolio wird im Anschluss automatisch überwacht. Das Rebalancing übernimmt der Computer.

Was ist eine Online-Vermögensverwaltung bzw. ein Robo-Advisor?

Bei einer Online-Vermögensverwaltung handelt es sich um eine Webanwendung, die mit nur wenigen Klicks auf Basis von individuellen Eingaben ein passendes Portfolio empfiehlt.

Das Portfolio besteht in der Regel aus kostengünstigen ETFs oder Fonds. Spekulative Derivate wie CFDs, Binäre OptionenForex-Trading oder ähnliches sucht man im Portfolio der von uns getesteten RoboAdvisors vergeblich. Je nach Anbieter wird das Portfolio selbständig über einen Online-Broker oder automatisch vom Anbieter über eine angeschlossene Partnerbank geordert.

Nach der automatisierten Anlageberatung wird in der Regel das notwenige Rebalancing durchgeführt. Außerdem werden Sie regelmäßig vom Anbieter zu Portfolio-Updates informiert.

Wie funktioniert eine Online-Vermögensverwaltung genau?

Alle Anbieter ähneln sich in ihrer generellen Funktionsweise. In einem ersten Schritt werden im Rahmen einer Online-Befragung folgende drei Angaben definiert:

  1. Ihr gewünschter Sparbetrag.
  2. Ihre gewünschte Anlagedauer.
  3. Die Definition Ihrer Risikobereitschaft.

Jeder Online-Vermögensverwalter hat seine eigene Herangehensweise. Bei vaamo lässt sich zum Beispiel ein Sparziel wie etwa Vermögensaufbau, Ausbildung oder Altersvorsorge definieren.

Auf easyfolio beantworten Sie einmalig zehn Fragen, die alle Punkte zur Lebenssituation, Finanzlage, Risikobereitschaft enthalten.

Beim Anbieter quirion erhalten Sie das aus der Portfoliotheorie bekannte Risiko-Ertrags-Verhältnis grafisch anschaulich dargestellt. Während Sie sich für eine erwartete Rendite entscheiden wird gleichzeitig der historisch maximale Verlust pro Jahr sowie die Anzahl der Monate, die das Geld bräuchte, um sich nach dem Maximalverlust wieder zu erholen, angezeigt.

Auf Grundlage der eingegebenen Daten wird in einem zweiten Schritt vom System eine Portfoliozusammenstellung vorgeschlagen. Diese wird je nach Anbieter automatisch umgesetzt oder kann eigenhändig bei Ihrem Online-Broker in Auftrag gegeben werden.

Für wen eignet sich eine Online-Vermögensverwaltung?

Eine Online-Vermögensberatung könnte für Sie ein einfacher Zugang sein, um einen Teil Ihres Vermögens renditestark anzulegen. Dazu sollten Sie sich mit folgenden drei Aussagen identifizieren können:

  1. Sie wissen, dass Ihr Geld auf einem Tagesgeldkonto oder Sparbuch langfristig an Wert verliert.
  2. Gleichzeitig ist Ihnen bewusst, dass Aktien in einem gesunden Anlagemix nicht fehlen dürfen.
  3. Trotzdem haben Sie keine Zeit oder Lust, sich intensiv und regelmäßig mit der Aufstellung und der Pflege eines eigenen Portfolios zu beschäftigen.

Für wen eignet sich die Online-Vermögenverwaltung nicht?

Anleger, die ihre Finanzen selbst in die Hände nehmen möchten.

Warum? Mit ausreichender Kenntnis im Finanzbereich, dem geeigneten Online-Broker sowie der entsprechenden Zeit für die Umsetzung sind Sie in der Lage, selbständig ein ETF-Modellportfolio zusammenzustellen und zu pflegen.

Abhängig vom Rebalancing und der damit einhergehenden Anzahl an jährlichen Transaktionen fallen insgesamt weniger Kosten an.

Das behauptet auch keiner der Anbieter. Ein Großteil kommuniziert in firmeneigenen Blogs klar und offen, nicht die billigste Lösung anzubieten. Vielmehr bieten sie ein Konzept, den Vermögensaufbau zu betreiben, ohne dabei Finanzexperte zu sein und sich selbst mit der Auswahl von Wertpapieren und dem Rebalancing herumzuschlagen.

Voraussetzung für den eigenständigen Aufbau eines Portfolios ist ein Depot bei der Hausbank oder einem der von uns getesteten Broker. Welche Anbieter dabei besonders niedrige Ordergebühren oder besonders viele ETF- bzw. Fondssparpläne bieten, zeigen unser ETF-Sparplan-Vergleich sowie unser Fondssparplan-Vergleich.

Was kostet eine Online-Vermögensverwaltung?

Die jährlichen Kosten für Online-Vermögenskonzepte, die ohne persönliche Beratung erstellt werden, liegen je nach Anbieter in der Regel zwischen einem halben und zwei Prozent pro Jahr, bezogen auf den durchschnittlichen Anlagebetrag.

Diese Gesamtkosten setzen sich je nach Angebot unterschiedlich zusammen.

In der Regel werden entstehende Verwaltungskosten der im Portfolio enthaltenen Fonds bzw. ETFs an den Kunden weiterbelastet. Hinzu kommen Gebühren für den gesamten Prozess der automatisierten Beratung und der anschließenden Überwachung sowie des Rebalancing des Portfolios.

Weitere Kostendetails der einzelnen Angebote werden in den Einzeltests beschrieben.

Ist Ihr Geld bei einer Online-Vermögensberatung sicher?

Ein Großteil der Anbieter wie vaamo, easyfolio, fintego oder cashboard arbeitet als reiner Anlagevermittler oder als gebundener Agent mit einer Partnerbank zusammen.

Das notwendige Depot wird bei der Partnerbank geführt. Der Anbieter hat demnach zu keinem Zeitpunkt Zugriff auf Ihr Geld. Die Bank fungiert in der Regel auch als Vermögensverwalter und legt das Geld nach dem vom Anbieter vorgeschlagenen Musterportfolio an.

Alle Partnerbanken werden von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) beaufsichtigt und sind Mitglied im Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken.

Außerdem besteht das Portfolio in der Regel aus ETFs. Diese liegen bei der jeweiligen Bank als so genanntes „Sondervermögen“. Damit gehört es rechtlich nicht zum Vermögen der Bank und ist im Falle einer Bankeninsolvenz geschützt.

Bei einem bankeneigenen Angebot wie dem der SutorBank gilt dasselbe Prinzip aus Einlageschutz sowie Schutz des Sondervermögens.

Selbst wenn es den Anbieter der Online-Vermögensverwaltung nicht mehr geben sollte, bleibt das Konto bzw. Depot bei der Partnerbank bestehen bis Sie Ihr Konto aufgelöst haben.

Robo-Advisor – wie steht es mit der Haftung?

Robo-Advisor verstehen sich als die neue Form der Geldanlage. Die Anlageempfehlung treffen keine Bankmitarbeiter auf der Grundlage subjektiver Einschätzung oder Provisionsdruck, sondern Computer auf der Grundlage von Algorithmen. Für den Anleger ein paradiesischer Zustand, kann er doch sicher sein, dass die Auswahl der Basiswerte streng objektiv erfolgt. Nach Kreditmarktplätzen für Kredite von privat an privat kommt es nun zur zweiten Revolte gegen die Banken in der Finanzlandschaft. Robo-Advisor betreten aber auch eine Grauzone.

Das Anlageprotokoll

Ein Anleger, der zu einer Bank vor Ort geht, führt idealerweise vor der konkreten Anlageplanung ein längeres Gespräch mit dem Mitarbeiter. Dieser muss sich entsprechend der gesetzlichen Vorgaben ein umfassendes Bild seines Gegenübers hinsichtlich der Anlageerfahrung, der Zielsetzung und des Anlagehorizontes machen. Erst dann darf er in das Beratungsgespräch einsteigen. Auch wenn die Bank einen Investmentfonds eines Drittanbieters vorschlägt, agiert sie als Berater, nicht als reiner Vermittler. Am Ende des Gesprächs steht das Anlageprotokoll, welches genau dokumentiert,

* Welche Erfahrung der Anleger in der gewünschten Risikoklasse besitzt,

* Welches seine Anlageziele sind, eher konservativ oder eher chancenorientiert,

* Auf welche Dauer das Investment ausgelegt sein soll

* Die Anlageempfehlung des Beraters

* Die Begründung für die Empfehlung

Verbraucherschützer weisen allerdings darauf hin, dass es in der Praxis allerdings häufig anders, schlechter aussieht [1]. Was in der Praxis eigentlich recht einfach zu handhaben ist, wirft bei einem Investment per Internet allerdings Fragen auf.

Robo-Advisor – Vermittler oder Berater?

Wer auf die objektive Beratung im Internet durch einen Robo-Advisor vertraut, benötigt dort natürlich ein Depot. Portale, welche Robo-Advisor betreiben, bieten in der Regel fünf verschiedene Investmentalternativen an. Diese basieren auf unterschiedlich zusammengestellten Portfolios, die in fünf Risikograde, von konservativ bis sehr chancenorientiert, unterteilt sind. Der Anleger kann hier prüfen, welche Anlagestrategie seiner Vorstellung am nächsten kommt. Bis auf den Unterschied, dass kein Bankberater ständig dazwischen redet, unterscheidet sich dieses Vorgehen im Grunde nicht von der Risikoanalyse bei der Bank um die Ecke.

Dennoch besteht ein großer Unterschied. Nicht alle Portale, welche eine Onlinevermögensverwaltung anbieten, sind auch tatsächlich Vermögensverwalter und damit in der Beraterhaftung. Einige der Anbieter agieren ausschließlich in der Rechtsstellung des Finanzanlagenvermittlers nach § 34f Gewerbeordnung (GewO) [2].

Wo liegt der Unterschied?

Ein Vermittler nimmt keine Beratung vor, auch wenn einige der Robo-Advisor Portale, die als Vermittler agieren, dies suggerieren. Sie weisen im Kleingedruckten darauf hin, dass es sich bei den aufgrund des Fragekatalogs zur Anlagementalität vorgestellten Vorschlägen nur um „Anregungen“ handelt. Der Aufwand für die Nutzung individueller Beratungsprotokolle steht in keinem Verhältnis zu den vergleichsweise minimalen Kosten, welche der Nutzer entrichten muss.

Die Umsetzung der algorithmisch ermittelten Anlagestrategien erfolgt wiederum über eine Bank, meist ein Fintech-Unternehmen, welches auch die Verwaltung der Kundenanlagen vornimmt.

Eine Beratung findet auf der Grundlage der „execution only“-Vorgehensweise der Portale nicht statt. Auf Deutsch, rauscht das Investment zu einem bestimmten Zeitpunkt in den Keller, weil sich der Kunde für eine risikoreiche Anlage entschied, obwohl er ein konservativer Anleger ist, gibt es keine Beraterhaftung. Robo-Advisor, welche auf der Grundlage des § 34f GewO agieren, richten sich nach eigener Aussage explizit an selbst entscheidende Kunden, so Oliver Vins, Geschäftsführer des Frankfurter Robo-Advisors Vaamo (Wirtschaftswoche, 6.1.2017).

Robo-Advisor – ja oder nein?

Wer an der digitalen Revolution in der Anlageberatung teilhaben möchte, sollte bei der Auswahl des Robo-Advisors darauf achten, dass dieser als „Finanzportfolioverwalter mit BaFin- Erlaubnis“ agiert [3].

Beispiele für solche Anbieter sind unter anderem Scalable Capital oder Quirion, ein Ableger der Quirin-Bank. In diesem Fall haben die Anleger durchaus gute Chancen auf Schadensersatz, wenn sich der Computer einmal verrechnet.

Für die reinen Vermittler könnte die Luft im Fall einer Schadensersatzforderung allerdings auch dünn werden. Auch wenn die BaFin einen Vermittler von der Beraterhaftung freistellt, sehen es die Gerichte möglicherweise anders. Sie sind nicht an die Definitionen der BaFin gebunden. Dazu kommt, dass der Tatbestand der Beratung bereits erfüllt sein kann, wenn mittels Onlinefragebogen Daten des Interessenten abgefragt werden. Allerdings deutet sich auch bei Vermittlern eine Lösung an. Die neue Umsetzung der MiFiD II-Richtlinie sieht eine vereinfachte Form standardisierter Beratungsprotokolle vor.

Dass der Markt für Vermögensverwaltung im Umbruch ist, verdeutlicht Matthias Hübner, Partner bei Oliver Wyman „ Ich erwarte hohe Wachstumsraten, 2020 könnten die in Deutschland betreuten Vermögenswerte schon bei 20 bis 30 Milliarden Euro liegen“ [4].

Fazit

Noch bedarf es politischer und juristischer Unterstützung, um eine Revolution umzusetzen. Dieser Sachverhalt stellt sich genauso kontrovers dar, wie die Roboter-Berater (Advisor), die zum großen Teil Wert darauf legen, dass sie eben nicht beraten, sondern nur vermitteln. Wer als Anleger den subjektiven Empfehlungen des Bankmitarbeiters entkommen, aber gleichzeitig auch den Tatbestand der Beraterhaftung sichergestellt haben möchte, ist mit einem echten Robo-Advisor mit Zulassung nach KWG bestens beraten.

Weiterführende Informationen

Bedrohen RoboAdvisors die klassische persönliche Anlageberatung?

Um diese Frage zu beantworten, lohnt sich ein Blick in die USA, dem Ursprungsland der automatisierten Anlageberatung.

Die Nummer 1 auf dem US-Markt für Online-Vermögensverwaltungen heißt wealthfront. Innerhalb von drei Jahren schaffte das Unternehmen, zwei Milliarden Dollar einzusammeln.

Insgesamt verwalten die „Robo-Advice“ Anbieter in den USA schätzungsweise zwischen 30 Milliarden Dollar. Das ist nur ein Bruchteil dessen, was traditionelle Banken verwalten. Jedoch existiert die gesamte Branche erst seit wenigen Jahren.

Robo-Advisors verwalten in den USA aktuell Vermögen von etwa 300 Milliarden US-Dollar. Experten erwarten weiterhin ein starkes Wachstum der Branche:

Entwicklung des Anlagevermögens der RoboAdvisors

Jüngst hat einer der größten US-Online Broker Charles Schwab seine eigene „Robo-Advisor“ Plattform „Schwab Intelligent Portfolios“ gestartet.

Aktuelle Studien: Robo-Advisors haben  Potential

Auch in Deutschland besteht großes Potential bei den Robo-Advisors, wie Studien von Cofinpro und YouGov zeigen. Laut der Studie von Cofinpro sind 88 Prozent der 2.100 Befragten der Vorstellung gegenüber aufgeschlossen, ihren Zahlungsverkehr über FinTechs abzuwickeln. Bei Geldanlagen und Krediten kann sich immerhin jeder Fünfte vorstellen, Beträge bis 10.000 Euro über FinTechs anzulegen.

YouGov kommt zu dem Ergebnis, dass sich über ein Drittel (37 Prozent) der 2.000 Befragten vorstellen kann, Vermögen abseits klassischer Bankprodukte anzulegen. 17 Prozent gaben an, von Robo-Advisors gehört zu haben. Genutzt wurden sie von einem Prozent der Befragten.

Ein Drittel (31 Prozent) zeigt sich offen, Robo-Advisors in Zukunft zu nutzen. Rund 10 Prozent würden den Vorschlägen eines Robo-Advisors „bestimmt“ oder „wahrscheinlich“ folgen. Zu den Vorteilen von Robo-Advisors zählen den Befragten zufolge, dass sie ständig erreichbar sind und ihre Kunden nicht beeinflussen bzw. überreden.

 

robo-advisor-yougov-studie-fintech

Quelle: it-finanzmagazin

Betrachtet man aber nur die Personen, die digitale Anlageroboter kennen, offenbart sich das eigentliche Potenzial in dieser Branche“, erklärt Markus Braun, Head of Business Unit Reports bei YouGov. Fast jeder Zweite (46 Prozent) in dieser Gruppe kann sich vorstellen, digitale Angebote für die kurzfristige Geldanlage zu nutzen.

Bedeutung von Robo Advice bei Banken nimmt massiv zu

Aktuelle Studien wie die von Horváth & Partners „Zukunft des Privatkundengeschäfts“ vom Juli 2016 attestieren der als Robo Advice bezeichneten automatisierten Beratung eine steigende Bedeutung. Laut dieser Studie glauben 85 Prozent der Teilnehmer, dass die Bedeutung automatisierter Beratung bei Banken bis 2020 massiv zunehmen wird:

Die als Robo Advice bezeichnete automatisierte Beratung wird laut einer Studie von Horváth & Partners vom Juni 2016 bis 2020 deutlich an Bedeutung gewinnen.

Die als Robo Advice bezeichnete automatisierte Beratung wird laut einer Studie von Horváth & Partners vom Juni 2016 bis 2020 deutlich an Bedeutung gewinnen.

Sätze wie diese: “Automated investment management is a transformative topic in our industry today” von Naureen Hassan, Executive Vice President bei Charles Schwab, lassen vermuten, dass die Branche in den nächsten Jahren in Bewegung bleiben wird.

Einige Gründe sprechen trotzdem gegen ein baldiges Ersetzen der traditionellen Bankberatung. Spätestens wenn die gesamte Finanzsituation mit der optimalen Versorgung sowie den finanziellen Zielen des Kunden ausgelotet werden muss, kommen Computer an ihre Grenzen.

Ebenso kann der persönliche Kontakt und das Vertrauensverhältnis durch ein Online-Anlageportal nicht ersetzt werden.

Auf jeden Fall bleibt es spannend hinsichtlich der zukünftigen Branchenentwicklung. Brokervergleich.de bleibt am Ball. Wir berichten auch weiterhin über aktuelle Entwicklungen und nehmen alle Anbieter dauerhaft unter die Lupe.