Whitebox – Test und Erfahrungen

Whitebox ist ein RoboAdvisor mit Sitz in Weil am Rhein. Das Unternehmen ist auf die automatisierte Vermögensverwaltung spezialisiert, d.h. es entwickelt individuell angepasste Anlagestrategien mithilfe von Algorithmen und wissenschaftlichen Erkenntnissen. Nach der Eröffnung eines Kontos muss der Kunde nicht mehr eingreifen, das Wertpapierportfolio wird von Whitebox für ihn überwacht und gegebenenfalls angepasst.

Geschäftsführer ist Andreas Sarasin, der unter anderem für die Schweizer Privatbank Sarasin & Cie AG tätig war. Mitgründerinnen sind außerdem Salome Preiswerk und Dr. Birte Rothkopf. Das Anlagekonzept wurde gemeinsam mit der Morningstar Investment Management Europe Ltd erarbeitet. Depotführende Bank ist die biw Bank.

Lesen Sie hier ein exklusives Interview mit Salome Preiswerk, einer der Gründerinnen von Whitebox.

testsiegel-brokervergleichde-roboadvisor-platz3-whiteboxWhitebox sichert sich den dritten Platz beim Innovations-Preis „RoboAdvisor des Jahres 2016“. Auf Grundlage der Erfahrungen und Bewertungen der Kunden sowie des von der Fachredaktion durchgeführten Broker- und RoboAdvisor-Tests mit knapp 250 Vergleichskriterien wurde Whitebox überdurchschnittlich gut bewertet. Die Online-Vermögensverwaltung bietet 10 Anlagestrategien und ein spezielles Angebot, um für die Rente zu sparen.

Update: Ein Jahr Whitebox

Im Januar 2016 öffnete Whitebox seine Pforten für Anleger. Nach einem Jahr gab der RoboAdvisor die ersten eigenen Zahlen zu Performance heraus. Bis zu 19,6 % Rendite war für die Anleger drin. Wir gratulieren!

Kurzcheck – Alle Vorteile auf einen Blick

Vorteile

  • Professionelle Vermögensverwaltung, zugelassen bei der BaFin
  • 10 Anlagestrategien
  • Sparpläne ab 5 Euro im Monat
  • Investition in passiv verwaltete ETFs und ETCs
  • Conditional Value at Risk (CVaR) als Maß für das Risiko

Anmerkung

  • Partnerbank biw unterliegt gesetzlicher Einlagensicherung
  • Mindesteinzahlung: 5.000 Euro

 

Whitebox im einzigen Echtgeld-Test Deutschlands

Unsere Redaktion führt seit Mai 2015 den einzigen Echtgeld-Test von RoboAdvisors am deutschen Markt durch. Echtgeld bedeutet, dass wir jedes Depot auch wirklich eröffnen, Geld einzahlen und so die tatsächliche Performance abzüglich Kosten und Gebühren ermitteln. Whitebox ist seit Mai 2016 Teil unseres Tests.

Die Performance von Whitebox

Performance Januar 2017 Gesamtperformance seit Anlagestart
(01.05.2016 bis 31.01.2017)
Stand 31.01.2017. Risikoklasse 6
-0,21 % +9,28%

Im Zeitraum vom 01.05.2016, dem Anlagestart, bis zum 31.01.2017 hat sich der Depotwert um 9,28 Prozent erhöht. Im Januar war die Performance insgesamt leicht negativ – es gab ein Minus von 0,21 Prozent.

Whitebox setzt auf langfristige Anlagekonzepte. Die Performance nach nur wenigen Monaten ist darum wenig aussagekräftig. Sie soll lediglich als erster Eindruck dienen.

Risikoklasse 6  – Zusammensetzung des Portfolios

Anlageklasse Anteil im Portfolio*
Portfolio: Risikoklasse 6, Anlagesumme 5.000 EUR
Stand 31.12.2016
Aktien 59%
Aktien Europa Large und Mid Cap 21 %
Aktien Europa Small Cap 3%
Aktien Deutschland 3%
Aktien USA Large Cap 12%
Aktien USA Small Cap 2%
Aktien Japan 7%
Aktien Asien Pazifik exkl. Japan 3%
Aktien Schwellenländer 8%
Anleihen 31 %
Globale inflationsindexierte Anleihen 6%
Staatsanleihen Europa 4 %
Unternehmensanleihen Europa 5 %
Globale Unternehmensanleihen 2 %
Globale Staatsanleihen 3 %
Hochverzinsliche Unternehmensanleihen 4 %
Anleihen Schwellenländer (harte Währung) 2 %
Anleihen Schwellenländer(lokale Währung) 5 %
Gold 4 %
Immobilien 0
Rohstoffe 2 %
Cash 4 %

Die monatlichen Updates unseres Tests finden Sie hier:

Die Permonance laut der Angaben von Whitebox

Im ersten Jahr dürfen Unternehmen laut BaFin keine Angaben zur Wertentwicklung eine Wertpapiers machen. Dieses Jahr ist für Whitebox im Januar 2017 abgelaufen. Nun sind die ersten eigenen Zahlen da. Und die sind fantastisch: Zwischen 5,2 % und 19,6 % Rendite konnten Anleger mit Whitebox erwirtschaften – je nachdem, für welche Risikostufe sie sich entschieden. In der Risikostufe 6 – bei der wir in unserem Echtgeld-Test von von Mai bis Dezember 2016 auf eine Rendite von 9,5 % kamen – konnten Anleger laut Whitebox 14,5 % Rendite machen, wenn sie bereits im Januar 2016 investierten. Trotzdem darf nicht vergessen werden: Vergangene Wertentwicklungen lassen nicht auf zukünftige schließen. Eine Investition in Wertpapiere ist und bleibt ein Risikogeschäft.

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Screenshot der Performance nach den Zahlen von Whitebox

 

Wie funktioniert Whitebox?

Wie finde ich die passende Anlagestrategie?

Bei Whitebox beantworten Sie während der Kontoeröffnung eine Reihe von Fragen, mit deren Hilfe eine passende Anlagestrategie für Sie ermittelt wird.

Eine Besonderheit gegenüber anderen RoboAdvisors ist , dass sie zunächst ein Ziel festlegen, welches Sie mit der Anlage erreichen möchten. Zur Auswahl stehen beispielsweise eine große Reise, eine Immobilie kaufen oder für die Rente sparen.

In den nächsten Schritten legen Sie fest:

  • Ob Sie in einen Sparplan einzahlen möchten
  • Einen Betrag, der zu einem bestimmten Zeitpunkt erreicht werden soll
  • Einen Auszahlplan
  • Eine Untergrenze für den Wert Ihrer Anlage
  • Auf einer Skala von 1 bis 10: Das Risiko, das Sie eingehen wollen

Anschließend erhalten Sie einen Überblick über die mögliche Entwicklung Ihrer Anlage sowie die prozentuale Zusammenstellung der Werte (Aktien-ETFs, Anleihen-ETFs etc.).

Sie können noch weitere Ziele erfassen oder die Konteröffnung fortsetzen. Entscheiden Sie sich für die zweite Option, sind noch Angaben zu Ihrer finanziellen Situation und zu Ihren Erfahrungen im Handel mit Wertpapieren erforderlich.

Danach werden Sie zum Depoteröffnungsprozess der biw Bank, dem Partner von Whitebox, weitergeleitet.

Im Vergleich zu anderen RoboAdvisors fällt auf, dass die Ermittlung der Anlagestrategie sowie das Ausfüllen des Antrages umfangreicher sind. Das hat den Vorteil, dass Sie sich zu Beginn mehr Gedanken machen, was Sie mit Ihrem Investment erreichen möchten. Dafür muss auch wesentlich mehr Zeit investiert werden als bei der Konkurrenz.

Eine weitere Besonderheit: Es ist erforderlich, nach der Kontoeröffnung die gesetzten Ziele mithilfe einer TAN freizugeben. Erst dann startet die Vermögensverwaltung.

Ist Whitebox eine „echte“ Vermögensverwaltung?

Whitebox ist bei der BaFin zugelassen und steht unter Aufsicht derselben. Das Unternehmen darf somit vollumfänglich als Vermögensverwaltung tätig werden und Ihr Portfolio auch nach der Kontoeröffnung aktiv gestalten, was bei RoboAdivors ohne BaFin-Zulassung nicht ohne Weiteres möglich ist.

Wie funktioniert das Rebalancing bei Whitebox?

Das Rebalancing dient dazu, das Portfolio den Risikovorgaben des Kunden anzupassen. Bei Whitebox werden die Werte kontinuierlich überwacht. Das Rebalancing wird nicht zu festen Zeiten durchgeführt, sondern nach Bedarf.

Welches Anlagekonzept steckt hinter Whitebox?

Welche Grundsätze befolgt das Anlagekonzept?

Das Anlagekonzept von Whitebox berücksichtigt folgende Grundsätze:

  • Individuelle Anpassung an den Kunden durch 10 Risikoklassen
  • Konkrete Zielsetzung für das Investment (z.B. Rente)
  • Risikominimierung durch breite Streuung (ingesamt 21 Anlageklassen)
  • Kostenersparnis durch Investition in ETFs und ETCs
  • Unabhängige, nicht an einen Anbieter gebundene Auswahl von Produkten
  • Conditional Value at Risk (CVaR) als Maß für das Risiko
  • Langfristige Kapitalmarkannahmen
  • Mean-Variance-Analyse erweitert um die Inputfaktoren Schiefe und Wölbung, Baukastenansatz zur Schätzung der erwarteten Rendite
  • Genaue Analyse der Fonds bei der Portfoliozusammenstellung, um Redundanzen zu vermeiden
  • Kontinuierliche Überwachung des Portfolios und bedarfsorientiertes Rebalancing

Wie können Sie für die Rente sparen?

Für Anleger, die für ihre Rente sparen wollen, bietet Whitebox ein besonderes Konzept. Wird die Rente als Ziel ausgewählt, stehen nur drei Risikostufen zur Wahl. Die Anlagestrategie für die Stufen ist jeweils so gestaltet, dass zu Beginn der Anteil risikoreicher Aktien-ETFs überwiegt, während zum Ende der Laufzeit hin in risikoärmere ETFs investiert wird. So wird das Risiko langfristig mittels Gleitpfad reduziert.

Diese Grafik zeigt die Gleitpfade bei der Rentenanlage von Whitebox

Diese Grafik zeigt die Gleitpfade bei der Rentenanlage von Whitebox

Dahinter steckt der Gedanke, dass jüngere Anleger ein höheres Risiko eingehen können, da ihnen mehr Zeit bleibt, auf die Rente zu sparen. Mit zunehmendem Alter werden sichere Anlagen wichtiger, damit das Kapital dann auch ausgezahlt werden kann.

Darüber hinaus können Kunden wählen, ob sie bei Fälligkeit den gesamten Betrag ausgezahlt bekommen möchten oder ob monatlich Teilbeträge ausgezahlt werden sollen. Die zweite Variante bietet den Vorteil, dass das ausgezahlte Kapital nicht anderswo wieder angelegt werden muss bzw. das auf dem Depot verbleibende Vermögen weiter für den Kunden arbeitet.

Was kostet Whitebox?

Fallen bei der Eröffnung eines Kontos Gebühren an?

Die Eröffnung eines Kontos ist kostenfrei.

Gibt es einen Mindestanlagebetrag?

Die Mindestanlage bei Whitebox beträgt 5.000 Euro. Sie ist unabhängig davon, ob ein Sparplan eingerichtet wird oder nicht.

Kann ich Whitebox testen?

Whitebox kann für 6 Monate getestet werden. Bis zu einem Anlagebetrag von 5.000 Euro fallen in dieser Zeit keine Gebühren an.

Welche Kosten entstehen bei der Nutzung des Angebotes?

Die Kosten bei Whitebox setzen sich zusammen aus:

  • Einer Gebühr zwischen 0,35 Prozent und 0,95 Prozent p.a.
  • Und den Kosten der Fonds von durchschnittlich 0,23 Prozent p.a.

Die Staffelung der Gebühr sieht wie folgt aus:

  • < €30.000 Anlagevolumen: 0,95% pro Jahr
  • ≥ €30.000 Anlagevolumen: 0,85% pro Jahr
  • ≥ €50.000 Anlagevolumen: 0,75% pro Jahr
  • ≥ €100.000 Anlagevolumen: 0,60% pro Jahr
  • ≥ €250.000 Anlagevolumen: 0,45% pro Jahr
  • ≥ €500.000 Anlagevolumen: 0,35% pro Jahr

Die Gebühr umfasst sämtliche Kosten für die Verwaltung und Führung des Depots sowie für Transaktionen. Ausgabeaufschläge gibt es nicht. Ebenso wenig Provisionen oder Kickbacks.

Wie sicher ist Ihr Geld?

Depotführende Bank ist die biw Bank. Alle Wertpapiere werden dort verwahrt. Whitebox hat keinen Anspruch auf ihr Vermögen.

Sowohl die biw Bank als auch Whitebox sind bei der BaFin registriert und stehen unter deren Aufsicht.

Die biw Bank unterliegt zudem der gesetzlichen Einlagensicherung. Diese beträgt derzeit 100.000 Euro pro Kunde.

Fazit

Whitebox macht einige Punkte anders als die Konkurrenz. Die Kunden setzen sich konkrete Ziele, die sie mit ihren Investments erreichen wollen. Der gesamte Eröffnungsprozess inklusive Auswahl der Anlagestrategie ist umfangreicher – verlangt dadurch natürlich auch mehr Zeit. Dank der Registrierung bei der BaFin kann Whitebox als „echter“ Vermögensverwalter tätig werden und das Portfolio der Kunden auch nach der Kontoeröffnung aktiv betreuen und verändern. Die biw Bank als Partner zeugt von Seriosität. Die Einlagen sind über sie bis zu einem Betrag von 100.000 Euro pro Kunde abgesichert.