Oskar – Test und Erfahrungen

Der Robo-Advisor Oskar wurde 2019 in Karlsruhe gegründet. Geschäftsführer sind Jens Ohr, Peter Schille und Dominik Nienhaus, die bereits seit 20 Jahren zusammenarbeiten. Mitte 2019 stieg der Axel Springer Verlag bei Oskar ein. Er sicherte sich 44,4 Prozent.

Der Fokus von Oskar liegt auf ETF-Sparplänen für die eigenen Kinder oder Enkel. Minderjährigen-Depots können komplett online abgeschlossen werden. Die Mindestrate für Sparpläne ist mit 25 Euro sehr niedrig angesetzt.

Kurzcheck – Alle Vorteile von Oskar auf einen Blick

Vorteile

  • Professionelle Vermögensverwaltung durch Scalable Capital
  • Depots für Minderjährige komplett online eröffnen
  • ETF-Sparplan einrichten ab 25 Euro
  • Mindestanlage bei Einmalanlage nur 1.000 Euro
  • 5 Anlagestrategien

Anmerkungen

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Oskar im einzigen Echtgeld-Test Deutschlands

Unsere Redaktion führt seit Mai 2015 den einzigen Echtgeld-Test von Robo-Advisors am deutschen Markt durch. Echtgeld bedeutet, dass wir jedes Depot auch wirklich eröffnen, Geld einzahlen und so die tatsächliche Performance abzüglich Kosten und Gebühren ermitteln. Oskar nehmen wir demnächst in diesen Test auf.

Zum Echtgeld-Test von Robo-Advisors in Deutschland »

Wie funktioniert Oskar?

Wie finde ich die passende Anlagestrategie?

Anleger, die ein Depot bei Oskar eröffnen wollen, brauchen:

  • Einen Wohnsitz in Deutschland
  • Ihre 11-stellige Steueridentifikationsnummer sowie Personalausweis bzw. Reisepass
  • Für ein Minderjährigen-Depot: Die Geburtsurkunde und die 11-stellige Steueridentifikationsnummer des Kindes sowie die Steueridentifikationsnummern beider Erziehungsberechtigten

Zur Antragsstrecke für Oskar »

Accountdaten

Zu Beginn durchlaufen die Anleger einen Fragebogen. Dafür ist im ersten Schritt die Angabe der E-Mail-Adresse notwendig. Wurde diese durch Klicken auf den Link in der Bestätigungsmail verifiziert, stehen Anleger vor der Wahl, ob sie ein Depot für sich oder für ihr Kind beziehungsweise den Enkel eröffnen wollen. Wir verfolgen im Weiteren die Schritte für den Antrag eines Minderjährigen-Depots durch die Erziehungsberechtigten. Angaben zur Person und den Finanzkenntnissen sind jedoch in allen Fällen erforderlich.

Sobald sie sich für ein Depot für das Kind entschieden haben, müssen Anleger angeben, ob sie erziehungsberechtigt sind, es einen weiteren Erziehungsberechtigten gibt und ob dieser denselben Nachnamen trägt. Anschließend werden sie nach dem Namen des Kindes und dessen Geburtsdatum gefragt. Auch der Geburtsort, die Staatsangehörigkeit und die Adresse des Kindes sind in einem weiteren Schritt anzugeben.

Schließlich werden Anleger gebeten, die 11-stellige-Steueridentifikationsnummer des Kindes anzugeben. Außerdem kann ein Freistellungsauftrag eingerichtet werden. Auch nach einer etwaigen US-Steuerpflicht wird gefragt.

Nun wählen Anleger aus, wie viel sie per Einmaleinzahlung beziehungsweise Sparrate einzahlen wollen. Die Einmalzahlung muss mindesten 1.000 Euro hoch sein. Diese Hürde entfällt, wenn ein Sparplan von mindestens 25 Euro im Monat eingerichtet wird.

Daraufhin geht es um das Anlageziel und den Anlagehorizont. Vier Anlageziele sind möglich, darunter „Ich erwarte Renditen über dem normalen Zinsniveau und bin dafür bereit, auch Kursschwankungen zwischen 10 und 20 % pro Jahr in Kauf zu nehmen.“ Ein Anlagehorizont unter einem Jahr kann nicht gewählt werden, da es sich um langfristige Anlagen handelt. Trotzdem ist eine Kündigung jederzeit möglich. Auf der nächsten Seite folgt eine Frage zum Umgang mit Verlusten.

Nun erhalten Anleger eine Zusammenfassung der bisher angegebenen Daten. Die potenzielle Rendite im gewählten Anlagehorizont wird angezeigt. Außerdem werden die Kosten aufgeschlüsselt.

Persönliche Daten

Ist der vorherige Abschnitt abgeschlossen, gibt der erste Beziehungsberechtigte seine persönlichen Daten wie Namen, Adresse und Geburtsdatum an. Die Daten zum zweiten Erziehungsberechtigen folgen später. Die Angaben können teilweise übernommen werden. Auch die 11-stellige Steueridentifikationsnummer für den ersten Erziehungsberechtigen ist anzugeben. Ebenso ist die Angabe des Girokontos erforderlich.

Finanzkenntnisse & Informationen

Daraufhin geht es um Fragen zur Vermögenssituation und den Kenntnissen. So gibt der erste Erziehungsberechtigte beispielweise an, wie hoch sein Einkommen ist und über wie viele liquide Mittel er verfügt. Auch nach den Verbindlichkeiten fragt Oskar.

Es folgen Fragen zu den Kenntnissen mit Vermögensanlagen wie Aktien, Unternehmensanleihen und ETFs. Falls keine Kenntnisse vorliegen, kann auch das angegeben werden. Falls der erste Erziehungsberechtige mit Finanzdienstleistungen wie der Vermögensverwaltung vertraut ist, so hinterlegt er auch das – ebenso wie eine relevante Ausbildung bzw. ein relevanter Beruf. Hat der erste Erziehungsberechtigte die Fragen beantwortet, folgt der zweite.

Damit sind Anleger fast ans Ende gekommen. Sie wählen nun eine von fünf Anlagestrategien aus. Je höher der Aktienanteil, desto höher die potenzielle Rendite, desto höher aber auch das Risiko. Ein Diagramm zeigt die Zusammensetzung der jeweiligen Anlagestrategie. Schließlich erhalten Anleger vorvertragliche Informationen und akzeptieren die Verträge durch Anklicken der entsprechenden Kästchen. Damit ist der Fragebogen abgeschlossen und Anleger können die Identifikation durchführen.

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Ist Oskar eine „echte“ Vermögensverwaltung?

Oskar selbst wird nicht durch die BaFin reguliert. Trotzdem erhalten Anleger eine echte Vermögensverwaltung. Grund hierfür ist die Zusammenarbeit mit dem Robo-Advisor Scalable Capital. Scalable Capital stellt die Technologie zur Verfügung auf der Oskar basiert und kümmert sich um die Vermögensverwaltung. Es ist bei der BaFin registriert und verfügt über eine Erlaubnis zur Finanzportfolioverwaltung. Das erlaubt es Scalable Capital bei Bedarf ins Portfolio einzugreifen und dieses an die Marktbedingungen anzupassen. Robo-Advisor, die keine Lizenz zur Finanzportfolioverwaltung besitzen, genießen diese Vorzüge nicht.

Wie funktioniert das Rebalancing bei Oskar?

Sollte sich durch die Entwicklung einzelner ETFs die Portfoliogewichtung verschieben, wird die ursprüngliche Gewichtung durch das Rebalancing wiederhergestellt. Das Rebalancing bei Oskar erfolgt automatisiert und nach Bedarf, d.h. nicht in vorgegeben Zeitintervallen. Ausschlaggebend ist, ob die Abweichung größer als sechs Prozent ist.

Kann ein Sparplan zu jeder Zeit aufgestockt bzw. geändert werden?

Ja, der Sparplan kann jederzeit geändert werden. Auch ein Pausieren des Sparplanes ist möglich. Voraussetzung hierfür ist, dass das verwaltete Vermögen mindestens 1.000 Euro beträgt.

Gibt es ein Konto für Minderjährige?

Ja. Oskar legt besonders großen Wert darauf, es Eltern und Großeltern zu ermöglichen, für ihr Kinder bzw. die Enkel zu sparen. Die Einrichtung eines Depots für Minderjährige ist komplett online möglich.

Gibt es ein Gemeinschaftsdepot?

Ein Gemeinschaftsdepot wird nicht angeboten.

Kann Oskar von Selbständigen und Unternehmen genutzt werden?

Das Angebot kann nur von Privatpersonen genutzt werden.

Gibt es eine Mindestlaufzeit? Wie schnell ist das Geld verfügbar?

Eine Mindestlaufzeit gibt es nicht. Das Konto kann jederzeit gekündigt werden. Es dauert in der Regel 3 bis 5 Tage, bis das Geld überwiesen worden ist.

Robo-Advisor Mindestlaufzeit / Kündigungsfrist Auszahlungen Dauer der Auszahlung Kosten Auszahlung / Kündigung
Stand: 08.08.2019
Oskar nein jederzeit 3-5 Tage kostenfrei

Wie werden die Gewinne steuerlich behandelt?

Auf die bei Oskar erzielten Gewinne werden Steuern fällig. Oskar führt die Abgeltungssteuer für die Anleger ab. Bei Bedarf kann ein Freistellungsauftrag eingerichtet werden. Oskar achtet bei der Anlage zudem besonders auf steuerliche Einfachheit.

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Welches Anlagekonzept steckt hinter Oskar?

Fünf Anlagestrategien mit unterschiedlich hohen Risiken

Anleger haben bei Oskar die Wahl zwischen fünf Anlagestrategien:

  • Oskar 50 – konservativ (Aktienanteil 50 Prozent)
  • Oskar 60 – moderat konservativ (Aktienanteil 60 Prozent)
  • Oskar 70 – ausgewogen (Aktienanteil 70 Prozent)
  • Oskar 80 – moderat offensiv (Aktienanteil 80 Prozent)
  • Oskar 90 – offensiv (Aktienanteil 90 Prozent)

Je höher der Aktienanteil ist, desto höher ist sowohl das Risiko als auch die potenzielle Rendite.

Investition in kostengünstige ETFs

Wie der Großteil der Robo-Advisors legt Oskar das Vermögen in ETFs an. Deren laufende Kosten sind deutlich niedriger als die laufenden Kosten aktiv gemanagter Fonds. Dadurch wird auch die Rendite der Anleger weniger gedrückt. Bei der Auswahl der ETFs ist Oskar nicht an einen Anbieter gebunden. Zum Zeitpunkt des Tests befanden sich 10 ETFs von Anbietern wie iShares, Vanguard und Invesco im Portfolio.

Globale Streuung der Anlage

ETFs bilden einen Index wie den DAX oder den Dow Jones nach. Darum eignen sie sich gut, um die Anlage breit zu streuen und das Risiko von Verlusten zu verringern. Auch Oskar nutzt sie für weltweite Investitionen:

Oskar investiert weltweit
Markt Anteil in Prozent
Stand: 05.08.2019
USA 26
Europa 21
Asien 16
Schwellenländer 16
Small Cap Global 15
Japan 6

Steuersmart Investieren

Oskar wählt die ETFs so aus, dass für Anleger möglichst wenig Aufwand entsteht. So wird etwa bei ausländischen ETFs mit Teil-Thesaurierungen darauf geachtet, dass die Ausschüttung hoch genug ist, um die Abgeltungssteuer für den Gesamtbetrag abzuführen. Es werden nur ETFs ins Portfolio aufgenommen, bei denen in der Vergangenheit keine separate Veranlagung nötig war.

Portfolio mit Inflationsschutz-Komponente

Oskar achtet darauf, dass das Portfolio vor Inflation geschützt ist. Dazu greift es auf ETFs bzw. ETCs zurück, die in Gold und inflationsgeschützte Anleihen investieren. Das Gold schafft Unabhängigkeit vom Euro. Bei den Anleihen setzt Oskar auf die größten und am breitesten gehandelten inflationsgeschützten Staatsanleihen der Eurozone.

Sparen für Kinder und Enkel

Oskar legt besonderen Wert darauf, dass Depots für Minderjährige unkompliziert eröffnet werden können. Die Depoteröffnung erfolgt komplett online. Die Antragstrecke haben wir oben beschrieben. Ein ETF-Sparplan kann zudem bereits ab 25 Euro im Monat angelegt werden.

Vermögensverwaltung durch Scalable Capital

Für die Vermögensverwaltung ist der Robo-Advisor Scalable Capital zuständig. Scalable Capital ist die führende digitale Vermögensverwaltung Deutschlands. Die Möglichkeiten, die durch die BaFin-Lizenz von Scalable Capital entstehen, werden von Oskar jedoch nicht ausgereizt. Die Verwaltung beschränkt sich im Wesentlichen auf ein Rebalancing nach Bedarf.

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Was kostet Oskar?

Fallen bei der Eröffnung eines Kontos Gebühren an?

Nein, es fallen keine Gebühren bei der Kontoeröffnung an.

Gibt es einen Mindestanlagebetrag?

Der Mindestanlagebetrag ist 1.000 Euro. Damit fällt er im Vergleich zu anderen Robo-Advisors niedrig aus. Ein weiterer Vorteil: Wird ein Sparplan in Höhe von mindestens 25 Euro im Monat angelegt, entfällt der Mindestanlagebetrag von 1.000 Euro. Damit eignet sich Oskar auch zum Sparen mit kleinen Beträgen.

Welche Kosten entstehen bei der Nutzung des Angebotes von Oskar?

Wie es bei Robo-Advisors üblich ist, setzt Oskar auf eine All-in-Gebühr. Darin sind alle Kosten für die Kontoführung, die Vermögensverwaltung und die Transaktionen enthalten. Zusätzlich fallen lediglich die laufenden Kosten der ETFs an.

Die Gebühren sind nach Anlagevolumen gestaffelt:

  • Anlagevermögen unter 10.000 Euro: 1,00 Prozent p.a. des Anlagevolumens + 0,14 Prozent p.a. ETF-Kosten
  • Anlagevermögen ab 10.000 Euro: 0,80 Prozent p.a. des Anlagevolumens + 0,14 Prozent p.a. ETF-Kosten

Damit bewegt sich Oskar bei den Kosten im Mittelfeld.

Wie und wann werden die Gebühren berechnet?

Die Kosten werden jeweils zum Ende des Quartals abgezogen.

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Wie sicher ist Ihr Geld?

Oskar ist Anfang 2019 gestartet. Inzwischen ist der Axel Springer Verlag eingestiegen und hat sich einen Anteil von über 40 Prozent am Unternehmen gesichert. Als Partner konnten zudem die etablierten Unternehmen Scalable Capital und Baader Bank gewonnen werden.

Zwar steht Oscar selbst nicht unter Aufsicht der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin). Die Vermögensverwaltung liegt jedoch in den Händen des Robo-Advisors Scalable Capital. Dieser besitzt eine Lizenz der BaFin zur Finanzportfolioverwaltung und ist auf dem Markt etabliert.

Das Depot wird bei der Baader Bank geführt, die auch einigen anderen digitalen Vermögensverwaltern als Partnerbank dient. Auch die Baader Bank steht unter Aufsicht der BaFin. Einlagen sind bei ihr über die gesetzliche Einlagensicherung Deutschlands bis 100.000 Euro je Kunde geschützt. Darüber hinaus ist sie freiwilliges Mitglied im Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken e.V. ETF selbst zählen als Sondervermögen und wären im Falle einer Insolvenz der Baader Bank von dieser nicht betroffen.

Fazit

Oskar ist sehr darauf bedacht, ein einsteigerfreundlicher Robo-Advisor zu sein. Mit 1.000 Euro wurde die Hürde bei der Mindestanlage niedrig angesetzt. Sie entfällt zudem, wenn ein Sparplan von mindestens 25 Euro im Monat eingerichtet wird. Außerdem lässt sich ein Depot für Minderjährige eröffnen und das komplett online, wodurch sich Oskar auch gut als digitale Vermögensverwaltung für Enkel und Kinder eignet. In den anderen Bereichen bietet Oskar im Wesentlichen Standardkost: Es gibt fünf Anlagestrategien, das Vermögen wird in ETFs investiert und die Gebühren bewegen sich im Mittelfeld.

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