Sind Dividenden die neuen Zinsen?

Gar nicht lang ist es her, da konnte man sein Geld für sich arbeiten lassen und erhielt dafür lukrative Zinsen. Mittlerweile ist das Zinsniveau auf einem Rekordtief (EZB-Leitzins: 0,00 Prozent) und Geld auf der hohen Kante zu haben, ist unrentabel wie selten zuvor. Deshalb müssen sich Kapitalanleger gerade jetzt neue Türen öffnen, um so mit ihrem Geld trotzdem Erträge erwirtschaften zu können. Eine Möglichkeit, Zinsen durch andere Einnahmen zu „ersetzen“, sind Dividenden. Doch inwiefern lassen sich Zinsen durch Dividenden austauschen und welche Chancen und Risiko birgt das für den potenziellen Anleger?

In Zeiten, in denen man fürs klassische Sparbuch allenfalls eine Rendite von einem Prozent erhält, muss sich der clevere Anleger andere Alternativen suchen. Tagesgeld und Festgeld sind zwar ebenfalls sehr sicher, bringen aber auch nicht mehr als eine Taschengeld-Rendite. Und was ist mit Immobilien? Hier stehen die Renditechancen zwar grundsätzlich gut, jedoch ist das Risiko nicht zu unterschätzen und es ist damit ein erheblicher Aufwand verbunden. In Artikel 14 des Grundgesetzes heißt es nämlich: „Eigentum verpflichtet“. Wer also auf der Suche nach einem attraktiven Investment ist, dass zudem sicher ist, dem bleiben auf dem ersten Blick nur wenig Optionen.

Dividende: Was ist das?

Die Dividende ist natürlich mit dem klassischen Zinsertrag verwandt und vergleichbar. Warum? Ganz einfach: Bei der Dividende handelt es sich um einen meist jährlich gezahlten Anteilsbetrag vom Bilanzgewinn einer Aktiengesellschaft (AG). Damit erhalten die Anleger wie beim klassischen Zinssystem einen wiederkehrenden Ertrag auf investiertes Kapital. Wie hoch diese Dividende jeweils ist, wird in einer Hauptversammlung von der Aktiengesellschaft jährlich neu festgelegt. Es gibt dabei viele Faktoren, die Einfluss auf die Höhe der Dividende haben können. Besonders entscheidend sind dabei die generelle Ertragskraft sowie die derzeitige Konjunkturlage. Ebenfalls richtungsweisend ist die Dividendenpolitik des Unternehmens selbst. So hat sich zum Beispiel in vielen Technik-Unternehmen das Vorgehen etabliert, auf Dividenden gänzlich zu verzichten und dieses Kapital stattdessen in die Forschung und Entwicklung zu investieren.

Warum auf Dividenden setzen?

Wie wichtig die Dividende für laufende Auszahlungen sowie die Rendite des angelegten Geldes ist, zeigen wir unseren Lesern anhand folgender Beispielrechnung, bei der wir uns nur auf die Summe der Dividendenzahlungen konzentrieren. Nehmen wir an, ein Anleger investiert 10.000 Euro in einen Dividenden-ETF auf den DAX40, der die gezahlten Dividenden ausschüttet und nicht thesauriert. Die Anlagedauer soll 25 Jahre betragen und als Dividendenrendite setzen wir den Durchschnitt der Dividendenrendite aller DAX40-Unternehmen von 2010 bis 2017 von 2,71 Prozent an. Ferner nehmen wir ein jährliches Dividendenwachstum von zehn Prozent an, welches als solider Durchschnittswert gilt. Die Kursentwicklung des ETF bzw. des DAX lassen wir ganz bewusst außer Acht, um nicht vom eigentlichen Thema, den Dividenden abzulenken.

Annahmen
Anlagesumme 10.000,00 Euro
Anlagedauer 20 Jahre
Dividendenrendite DAX40-Werte ermittelt aus dem Durchschnittswert von 2010 bis 2017 2,71%
Dividendenwachstum pro Jahr 10,00%

So wachsen die Dividendenzahlungen im Beispiel

Basierend auf unseren Annahmen ergeben sich im Laufe der 25 Jahre folgende Dividendenzahlungen (ohne Wiederanlage der Dividende). Zum besseren Verständnis: die Dividendenzahlungen im ersten Jahr belaufen sich auf 2,71 Prozent von 10.000 Euro, also 271,00 Euro. Die zehnprozentige Dividendenwachstum führt im zweiten Jahr zu Dividendenzahlungen von 298,10. Die Dividendenzahlungen aller 25 Jahre können einzeln und kumuliert unserer Tabelle entnommen werden:

Jahr Dividende netto (nach Abzug von Abgeltungssteuer und Solidaritätszuschlag) Dividende kumuliert netto (nach Abzug von Abgeltungssteuer und Solidaritätszuschlag)
1 199,52 EUR 199,52 EUR
2 219,48 EUR 419,00 EUR
3 241,42 EUR 660,42 EUR
4 265,57 EUR 925,99 EUR
5 292,12 EUR 1.218,11 EUR
6 321,33 EUR 1.539,45 EUR
7 353,47 EUR 1.892,92 EUR
8 388,82 EUR 2.281,73 EUR
9 427,70 EUR 2.709,43 EUR
10 470,47 EUR 3.179,89 EUR
11 517,51 EUR 3.697,41 EUR
12 569,26 EUR 4.266,67 EUR
13 626,19 EUR 4.892,86 EUR
14 688,81 EUR 5.581,67 EUR
15 757,69 EUR 6.339,36 EUR
16 833,46 EUR 7.172,82 EUR
17 916,81 EUR 8.089,63 EUR
18 1.008,49 EUR 9.098,12 EUR
19 1.109,34 EUR 10.207,45 EUR
20 1.220,27 EUR 11.427,72 EUR
21 1.342,30 EUR 12.770,02 EUR
22 1.476,53 EUR 14.246,54 EUR
23 1.624,18 EUR 15.870,72 EUR
24 1.786,60 EUR 17.657,32 EUR
25 1.965,26 EUR 19.622,57 EUR
Gesamt 19.622,57 EUR  

Das Ergebnis ist interessant: im 19. Jahr hat unser Anleger mehr Dividendenzahlungen erhalten, als er zu Beginn an Kapital investiert hat. Über den gesamten Anlagezeitraum von 25 Jahren beträgt der Rückfluss auf das eingesetzte Kapital 196,23 Prozent – und das sind nur die Dividenden. Die Aktien gibt es dazu gratis obendrauf! Sie sehen also, warum Dividenden auf lange Sicht so interessant sind.

Infografik zur Entwicklung von Dividendenzahlungen im Zeitverlauf

Dividendenrechner

Wer die Auswirkungen von Dividendenzahlungen auf die Gesamtrendite seines Investments selber berechnen will, dem stellen wir nachfolgend unseren Dividendenrechner zur Verfügung. Voreingestellt sind dabei: die aktuelle Dividendenrendite im DAX40 (2,25 %), das durchschnittliche Dividendenwachstum pro Jahr im DAX von 2001 bis 2020 (3,9 %) und der durchschnittliche Wertzuwachs beim DAX-Kursindex von 2010 bis 2021 (7,9 %):

Dividendenrechner

%
%
%
ja nein
EUR
Datenblattmit Wiederanlage der Dividende
Jahr Dividende brutto Dividende nettoWert der Aktien
1 200,00 EUR 200,00 EUR10.557,00 EUR
2 224,40 EUR 224,40 EUR11.158,75 EUR
3 252,09 EUR 252,09 EUR11.810,22 EUR
4 283,56 EUR 283,56 EUR12.517,06 EUR
5 319,40 EUR 319,40 EUR13.285,74 EUR
6 360,31 EUR 360,31 EUR14.123,66 EUR
7 407,09 EUR 407,09 EUR15.039,33 EUR
8 460,71 EUR 460,71 EUR16.042,54 EUR
9 522,30 EUR 522,30 EUR17.144,61 EUR
10 593,24 EUR 593,24 EUR18.358,67 EUR
11 675,14 EUR 675,14 EUR19.699,99 EUR
12 769,97 EUR 769,97 EUR21.186,41 EUR
13 880,07 EUR 859,21 EUR22.817,22 EUR
14 1.007,33 EUR 952,91 EUR24.602,09 EUR
15 1.154,34 EUR 1.061,15 EUR26.561,45 EUR
16 1.324,55 EUR 1.186,46 EUR28.719,08 EUR
17 1.522,08 EUR 1.331,90 EUR31.102,76 EUR
18 1.751,94 EUR 1.501,13 EUR33.745,03 EUR
19 2.020,14 EUR 1.698,59 EUR36.684,15 EUR
20 2.334,01 EUR 1.929,68 EUR39.965,31 EUR
21 2.702,46 EUR 2.200,95 EUR43.642,08 EUR
22 3.136,42 EUR 2.520,45 EUR47.778,23 EUR
23 3.649,32 EUR 2.898,07 EUR52.449,97 EUR
24 4.257,74 EUR 3.346,02 EUR57.748,85 EUR
25 4.982,29 EUR 3.879,48 EUR63.785,32 EUR
Steuern bei Verkauf der Aktien6.158,85 EUR
Endkapital 35.790,90 EUR 30.434,22 EUR 57.626,47 EUR


Auswertung

Kapitaleinsatz 10.000,00 EUR
Endkapital mit Wiederanlage 57.626,47 EUR
Rendite gesamt mit Wiederanlagen 476,26%
Anteil Dividenden an Gesamtrendite mit Wiederanlage 63,90%
Anteil Kurszuwachs an Gesamtrendite mit Wiederanlage 36,10%

PDF herunterladen: Dividenden (PDF)

Welche Dividenden-ETFs soll ich kaufen?

Das bringt uns direkt zur nächsten Frage: mit welchen Dividenden-ETFs kann ich diese Strategie umsetzen? Um bei unserem Beispiel zu bleiben, sind nachfolgend einige ausschüttende ETFs auf den DAX40 bzw. den DivDAX aufgeführt. Thesaurierende ETFs haben wir bewusst außen vor gelassen, da wir ja eine kontinuierliche Ausschüttung von Dividenden anstreben und in unserem Beispiel auch unterstellen (Stichwort: passives Einkommen oder Zinsersatz).

Name ISIN TER Replikation Ausschüttung Währung Rendite
2018 2019 2020 2021
iShares DivDAX UCITS ETF (DE) DE0002635273 0,31% Physisch Ausschüttend Euro -16,58% +23,17% +2,13% +13,68%
ComStage 1 DivDAX UCITS ETF DE000ETF9033 0,25% Physisch Ausschüttend Euro -16,39% +23,44% +1,68% +13,56%
Deka DAXplus Maximum Dividend UCITS ETF DE000ETFL235 0,30% Physisch Ausschüttend Euro -18,87% +11,64% -2,96% +9,01%
ComStage DivDax TR UCITS ETF LU0603933895 0,25% Physisch Ausschüttend Euro -16,57% +23,21% +1,89% +13,49%
Stand: 14.03.2022, Quelle: justetf.com

Wo kaufe ich die Dividenden-ETFs am besten?

Die aufgeführten Dividenden-ETFs können Anleger über ein eigenes Depot bei ihrer Hausbank, einer Direktbank oder einem der zahlreichen Online-Broker kaufen. Neben Service und Angebot spielt die Höhe der Ordergebühren meist eine wichtige Rolle bei der Wahl des Brokers. Unser nachfolgender Vergleich hilft Ihnen, den besten Broker zu finden:

BrokerStandardNeukundeBonusErgebnis
Online-Broker Test
 
Kosten p.a.pro OrderKosten p.a.
1 Die Gesamtkosten p.a. berechnen sich auf Basis der aktuellen Konditionen (Quelle: Preis- Leistungsverzeichnis). Einige Broker berechnen außerdem Börsenplatzgebühren.
2 Gesamtkosten p.a. (Neukunde) + Prämie berechnen sich auf Basis der vom jeweiligen Broker angebotenen Konditionen für Neukunden. Einige Broker berechnen außerdem Börsenplatzgebühren. Alle Angaben ohne Gewähr
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Dividenden und Kursgewinne

Dass Dividenden wesentlich verlässlicher als Kursgewinne sind, zeigt unsere Infografik basierend auf Daten von Newton Investment und Global Financial Data.

Dass Dividenden wesentlich verlässlicher als Kursgewinne sind, zeigt unsere Infografik basierend auf Daten von Newton Investment und Global Financial Data.

Fast 40 Prozent betrug der Anteil der Dividendenzahlungen an der Gesamtperformance des MSCI-Europa zwischen 1970 und 2015.

Fast 40 Prozent betrug der Anteil der Dividendenzahlungen an der Gesamtperformance des MSCI-Europa zwischen 1970 und 2015.

Welchen Anteil die Dividende an der Gesamtperformance einer Geldanlage macht, zeigt der Unterschied zwischen DAX Performanceindex (inkl. Dividenden) und DAX-Kursindex (ohne Dividenden).

Bedienhinweis: Einzelne Datenreihen lassen sich durch Klick auf die betreffende Überschrift aus- und wieder einblenden.

Quellen:

 

Die Auszahlungstermine für die Dividenden der Unternehmen aus dem DAX bewegen sich fast ausnahmslos in der Zeit zwischen April und Mai eines jeden Jahres. Übrigens: Im Durchschnitt zahlen die DAX-Unternehmen eine Dividende von rund drei Prozent pro Jahr. Damit liegt die durchschnittliche Dividende in der Regel deutlich höher, als würde man sich für eine herkömmliche Anlagemöglichkeit (Sparbuch, Tagesgeld, Festgeld) entscheiden. Aber Achtung: Kursschwankungen (Gewinn und Verlust), die der Aktienkurs im Verlauf eines Jahres außerhalb der Dividende erleidet, bleiben hier vorerst unberücksichtigt.

Dividende  – Kurz und knapp:

  • Dividende ist Erfolgsbeteiligung der Aktionäre am Geschäftserfolg
  • Dividendenhöhe wird auf der Hauptversammlung bestimmt
  • Einflussfaktoren für die Dividendenhöhe: Ertragskraft, Konjunkturphase, Dividendenpolitik des Unternehmens
  • Dividendenauszahlungen in den DAX-Unternehmen meist zwischen April und Mai
  • Dividende im Schnitt bei rund drei Prozent (DAX-Unternehmen)
  • Marktbedingte Schwankungen der Aktienkurse berücksichtigen

Zinsen vs. Dividenden

Schatten vs. Licht? Nicht ganz, aber während die Zinsen immer weiter zu fallen scheinen, schütten deutsche Unternehmen Rekordbeträge in Form von Dividenden aus. Konkret waren es im Jahr 2021 etwa 34,3 Milliarden Euro für das vorangegangene Geschäftsjahr, die allein die DAX-Unternehmen ausgezahlt haben. Doch von dem hellen Licht sollte man sich nicht allzu sehr blenden lassen. Es gibt nämlich auch einen (kleinen) Schatten. So werden Dividenden bekannterweise nur Anlegern gezahlt, die längerfristig in Besitz einer Aktie des Unternehmens sind. Und ein solcher Aktienkurs unterliegt natürlich marktüblichen Schwankungen. Das bedeutet, dass man zwar aktuell durchschnittlich eine Dividende von drei Prozent erhält (DAX), doch der Aktienkurs sich im Laufe eines Jahres natürlich nochmal zusätzlich verändert – positiv oder negativ. Doch Entwarnung: Da man als Aktieninhaber seine Wertpapiere grundsätzlich nicht mit Zeitdruck verkaufen muss, kann man kurzfristige Kurstiefs einfach aussitzen und auf baldige Erholung des Kurses hoffen.

Trotzdem bleibt die Anlage in Aktien natürlich risikobehaftet. Innerhalb kürzester Zeit können Aktienkurse (zumindest theoretisch) einbrechen und Dividenden sind nur eine Art „Belohnung“ für treue Anleger – die Unternehmen sind nicht verpflichtet, Dividenden auszuschütten.

Vergleich von Dividenden und Zinsen

Der direkte Vergleich der Zinsentwicklung täglich fälliger Einlagen sowie der Umlaufrenditen inländischer Anleihen mit der durchschnittlichen Dividendenrendite der DAX40-Unternehmen zeigt auf, welchen Effekt Dividenden auf den Ertrag eines Portfolios haben können:

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Quellen:

Anteil von Dividenden an Gesamtrendite von Aktien

Welchen Anteil Dividendenzahlungen an der Gesamtrendite eines Aktieninvestments haben, hat die Fachzeitschrift „Capital“ in ihrer Ausgabe 06/2017 auf Basis der Daten von Datastream und anhand des MSCI World für verschiedene Fünf-Jahres-Zeiträume errechnet. 2000 bis 2005 waren Dividenden demzufolge für 79 Prozent der Gesamtrendite verantwortlich, 2005 bis 2010 sogar für 89 Prozent.

Darüber hinaus hat „Capital“ auch untersucht, wie hoch die durchschnittlichen Jahresrenditen von Aktien in Abhängigkeit der Tatsache, ob sie gar keine Dividenden, überhaupt Dividenden oder wachsende Dividenden zahlen, waren. Das Ergebnis spricht abermals für Dividendentitel, denn Aktien mit wachsenden Dividenden hatten im Untersuchungszeitraum von 1971 bis 2011 mit 9,6 Prozent die höchste durchschnittliche Jahresrendite:

Infografik zum Einfluss der Dividende auf die Gesamtrendite von Aktien

Dividenden und Kapitalzuwachs beim S&P 500

Auch anhand des S&P 500 lässt sich die Bedeutung der Dividende für den Gesamtertrag gut erkennen. Der S&P 500 ist ein Index, der die Wertentwicklung der 500 bedeutendsten börsennotierten Unternehmen aus den Vereinigten Staaten widerspiegelt. Für ihn liegen Daten zu den Dividenden seit 1926 vor.

Anteil von Dividende und Kursgewinn an Rendite des S&P500

Die Grafik zeigt: Im Zeitraum von 1926 bis 2020 beliefen sich die durchschnittlichen annualisierten Erträge auf 10,0 Prozent. Knapp 40 Prozent der Gesamterträge machten Dividenden aus (3,9 Prozent), rund 60 Prozent Kapitalzuwächse (6,1 Prozent).

Dabei ist der Beitrag, den Dividenden leisten, natürlich Schwankungen unterworfen. In den 1990er Jahren war der Anteil der Dividenden am Gesamtertrag beispielweise gering. Der Gesamtertrag belief sich auf 17,8 Prozent. Nur rund 14 Prozent der Gesamterträge machten Dividenden aus (2,5 Prozent). Kapitalzuwächse machten rund 86 Prozent aus (15,3 Prozent)

In den 1940er Jahren spielten Dividenden hingegen eine enorme Rolle. Die Gesamterträge von 8 Prozent setzten sich nur zu einem Drittel (3,0 Prozent) aus Kapitalzuwächsen und zu zwei Dritteln (6 Prozent) aus Dividenden zusammen.

Zeitraum Kapitalzuwachs Dividende Gesamterträge
1926-1929 13,9 % 4,7 % 18,6 %
1930er -5,3 % 5,4 % 0,1 %
1940er 3,0 % 6,0 % 9,0 %
1950er 13,6 % 5,1 % 18,7 %
1960er 4,4 % 3,3 % 7,7 %
1970er 1,6 % 4,2 % 5,8 %
1980er 12,6 % 4,4 % 17,0 %
1990er 15,3 % 2,5 % 17,8 %
2000er -2,7 % 1,8 % -0,9 %
2010-2016 11,2 % 2,1 % 13,3 %
1926-2016 6,1 % 3,9 % 10,00 %
Stand: 20.06.2017, Quellen: Ibbotson, Standard & Poor’s, J.P. Morgen Asset Management

Dividendenausschüttungen deutscher Indizes

Dividendenausschüttungen im HDAX

Der HDAX umfasst 110 Unternehmen aus DAX, MDAX und TecDAX. Damit bildet er ein breiteres Spektrum an Branchen und Themen ab als der nur 40 Werte umfassende DAX. Wie sich die Dividendenzahlungen dieser 110 Unternehmen seit 2007 entwickelt haben, zeigt unsere nachfolgende Statistik:

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Quellen:

Dividendenausschüttungen im DAX

Rund 34,3 Mrd. Euro haben die Unternehmen des DAX im Jahr 2021 an Dividenden ausgeschüttet. Das sind 233 Prozent mehr als 2003:

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Quellen:

Dividendenausschüttungen im TecDAX

Den TecDAX gibt es seit März 2003 und er ist der direkte Nachfolger des in der Krise des Neuen Marktes um die Jahrtausendwende in Verruf geratenen Nemax50. Er umfasst die 39 größten Technologiewerte nach Marktkapitalisierung und Börsenumsatz. Und auch bei ihm erhöht sich seit Jahren das Volumen der Dividenden, die ausgeschüttet werden:

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Quellen:

Dividendenausschüttungen im CDAX

Als CDAX wird der Composite DAX bezeichnet, der alle im General und Prime Standard der Frankfurter Wertpapierbörse gelisteten deutschen Aktien umfasst. Seit 2003 sind die Dividendenzahlungen der im CDAX enthaltenen Aktien um sage und schreibe 460 Prozent gestiegen, wie unsere nachfolgende Statistik aufzeigt:

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Quellen:

Ausschüttungsquote im DAX, MDAX und SDAX

Als Ausschüttungsquote wird das Verhältnis von Dividende und Gewinn eines Unternehmens bezeichnet. Sie gibt Anlegern Aufschluss darüber, wie viel Prozent des Jahresüberschusses als Dividende an die Aktionäre ausgeschüttet wird. Zwar sagt die Ausschüttungsquote nichts über die tatsächliche Höhe der Dividende aus, Anleger können sich mit ihrer Hilfe jedoch ein Bild davon machen, wie viel des Gewinns das Unternehmen an die Aktionäre weitergibt. Beträgt die Ausschüttungsquote 30 Prozent, werden 30 Prozent des Jahresüberschusses an die Aktionäre ausgeschüttet.  

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Quellen:

Eine Möglichkeit der Risikostreuung: Dividendenfonds.

Der größte deutsche Aktienfonds ist ein Dividendenfonds. Das spricht zunächst einmal dafür, Dividendenausschüttungen mit dem System „Fonds“ zu kombinieren. Beim Begriff Fonds wird so manch ein zumeist weniger erfahrender Anleger skeptisch. Grundsätzlich ist diese Skepsis unbegründet, da man gerade aus der vorangegangenen Finanzkrise lernen konnte und das Modell dahingehend umgestellt hat, dass das Risiko überschaubar bleibt. Dennoch muss sich der besonnene Anleger im Klaren darüber sein, dass diese Anlagemöglichkeit mit einem überdurchschnittlichen Risiko behaftet ist. Zumindest dann, wenn man den Vergleich zu den klassischen Anlageoptionen wie dem Tagesgeld oder Festgeld wagt. Positiv beeinflusst wird das Risiko dadurch, dass die Fondsmanager gezielt bisherige Gewinne und Ausschüttungen der Aktiengesellschaften im Auge behalten und aufgrund dieser Fakten zukünftige Erträge berechnen. Damit erlebt man statistisch gesehen langfristig weniger Überraschungen.

Wie sehr Dividenden die Gesamtrendite eines Fonds beeinflussen können, zeigt unsere Infografik basierend auf Daten von Newton Investment.

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Doch die Münze hat zwei Seiten. Da ein Dividendenfonds niemals auf eine Aktie, sondern immer in ein größeres Portfolio von Aktien investiert, wird das Risiko entsprechend gestreut. Ist eine Aktie weniger erfolgreich oder bricht deren Kurs gar ein, so wird dieser Verlust durch Kursgewinne in anderen Aktien wieder aufgefangen. So soll es zumindest sein. Auch das kann natürlich nicht immer gut gehen. Doch im Normalfall pendelt es sich so ein, dass sich Gewinne und Verluste die Waagschale halten und am Ende trotzdem ein zumeist beachtlicher Ertrag steht.

Name (ISIN) Fonds­volumen TER Wertentwicklung Ausschüttung/
Dividenden­rendite p.a.
1 Jahr 3 Jahre 5 Jahre
Schroder Europ. Dividend Max
(LU0321371998)
281,80 Mio. EUR 1,88 % -3,15 % -21,26 % -13,77 % viertel-
jährlich
JPM Global Income A
(LU0395794307)
23,28 Mrd. EUR 1,39 % -0,77 % +8,61% +11,73% viertel-
jährlich
Templeton Global Income Fund A
(LU0211326839)
225,11 Mio USD 1,69 % -12,84 % -7,69 % -5,58 % viertel-
jährlich
UniDividendenAss A
(LU0186860408)
1,16 Mrd. EUR 1,51 % +8,09 % +24,70 % +28,25 % jährlich
Deka-Dividenden Strategie CF (A)
(DE000DK2CDS0)
2,04 Mrd. EUR 1,46 % +9,74 % +25,53 % +28,39 % halb-
jährlich
BL-Equities Dividend A
(LU0309191491)
539,55 Mio. EUR 1,44 % +9,77 % +24,75 % +35,98 % jährlich
DWS Top Dividende LD
(DE0009848119)
19,03 Mrd. EUR 1,45 % +15,41 % +22,08 % +25,48 % jährlich
Fidelity Asia Pacific Dividend
(LU0205439572)
326,70 Mio. USD 1,94 % -4,14 % +32,58 % +54,19 % jährlich
BGF European Equity Income
(LU0562822386)
2,09 Mrd. EUR 1,82 % +4,41 % +23,75 % +27,42 % (thesau-
rierend)
Schroder Global Dyn Bal. A Acc. EUR
(LU0776414087)
252,10 Mio. EUR 1,58 % +1,03 % +17,21 % +14,71 % (thesau-
rierend)
Stand: 15.03.2022, Quelle: finanzen.net

Entwicklung der Anleiherenditen

Bevor auf die Entwicklung der Anleiherenditen eingegangen wird, sollten die Begriffe Anleihe und Dividende (siehe oben: „Dividende: Was ist das?“) voneinander differenziert werden. Bei einer Anleihe handelt es sich um eine Art Kredit. Man gewährt also einem Unternehmen (oder Staat) einen gewissen Geldbetrag und erhält dafür einen zumeist fest vereinbarten Zinssatz. Um dabei in Anleihen investieren zu können, ist prinzipiell ein Broker notwendig.

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Staatsanleihen funktionieren nach demselben Prinzip. Wenn Staaten Geld brauchen, geben sie Staatsanleihen aus und garantieren den Investoren einen meist festen Zinssatz. Hier gibt es auch eine feste Laufzeit von mehreren Jahren. Eine Übersicht der Anleiherenditen für mittel- und langfristige EU-Staatsanleihen zeigt, dass sich die Staatsanleihen der meisten europäischen Länder bereits ab dem ersten Jahr und fortan kontinuierlich im Plus befinden. Etwas anders zum Beispiel bei deutschen Staatsanleihen. Hier setzt der positive Ertrag statistisch erst ab dem achten Jahr ein.

Kurs-Gewinn-Verhältnis von Aktien und Anleihen

Um über das Kurs-Gewinn-Verhältnis von Aktien und Anleihen sprechen zu können, sollte zunächst einmal geklärt werden, was ein Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) überhaupt ist. Kurz gesagt handelt es sich hierbei um die Relation zwischen dem aktuellen Kurs der Aktie und dem Jahresgewinn pro Aktie. Die Berechnungsweise ist dabei kinderleicht: Der derzeitige Kurs der Aktie wird durch den Gewinn je Aktie dividiert. Je niedriger die Zahl dabei ist, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit dafür, dass das Unternehmen aktuell günstig gehandelt wird. Man kann sich merken, dass das KGV Kenntnis darüber gibt, ob eine Aktie aus fundamentaler Sicht tendenziell eher als teuer eingestuft werden kann oder ob sie billig wirkt.

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Die 40 DAX-Unternehmen in Deutschland verfügen über eine KGV-Kennzahl zwischen 5 und 20. Man sollte dieser Kennzahl allerdings keinesfalls eine zu hohe Bedeutung zumessen. So kann es nämlich passieren, dass ein Unternehmen zwar günstiger bewertet wird (Beispiel aus der Vergangenheit: Commerzbank mit 7,24 KGV), ein anderes Unternehmen mit einer viel höheren KGV-Zahl aber trotzdem empfehlenswerter ist (insbesondere wegen der Schuldenkrise).

Beispiel für Aktien-KGV: Aktienkurs: 60 Euro; anteiliger Gewinn pro Aktie: 6 Euro

Berechnet man das Kurs-Gewinn-Verhältnis (Aktienkurs / Gewinnanteil) so erhält man den Wert 10. Würde man den „anteiligen Gewinn pro Aktie“ in unserem Beispiel verdoppeln (also 12 Euro), so würde das KGV den Wert 5 erreichen. Grundsätzlich bestätigt die Beispielrechnung, dass eine niedrigere Kennzahl die Anlage für die Investoren attraktiver (= günstiger) erscheinen lässt.

Beispiel für Anleihen-KGV: Anlagebetrag: 100.000 Euro; Anlagedauer: 15 Jahre; Zinsen: 4 Prozent

Die Berechnung erfolgt nach derselben Berechnungsweise. Man teilt also den Anlagebetrag (100.000 Euro) durch den jährlichen Zinsertrag (4.000 Euro) und erhält jetzt eine KGV-Kennzahl von 25. Erhält man zum Beispiel einen Zinssatz von 6 Prozent (entspricht 6.000 Euro jährlicher Zinsen), so lautet die Rechnung: 100.000 / 6.000 = 16,66 KGV. Der Wert ist also niedriger und der Ertrag größer.

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Fazit

„Sind Dividenden die neuen Zinsen?“ – so lautete die eingangs gestellte Frage. Grundsätzlich kann man sagen, dass Dividenden eine sehr gute Alternative zum aktuellen Zinsniveau darstellen. Mit durchschnittlich 3 Prozent sind sie deutlich rentabler als ein Zinsen auf einem Tagesgeld- oder Festgeldkonto. Dafür muss der Anleger aber auch ein gewisses Maß an Risiko eingehen. Dividendenfonds können eine gute Lösung darstellen, da das Risiko hier breit gefächert wird und sich einzelne Kurseinbrüche kaum in der Gesamtdividende widerspiegeln. Allerdings sollte hierbei auch auf die Gebührenstruktur der Fonds geachtet werden.

Quellen:
https://www.tagesschau.de/wirtschaft/finanzen/kgv-aussagekraft-101.html
http://www.faz.net/aktuell/finanzen/aktien/die-dividende-ist-der-neue-zins-13391718.html
http://www.capital.de/investment/dividenden-statt-zinsen-4078.html
http://de.investing.com/rates-bonds/european-government-bonds
http://www.tagesgeldvergleich.net/statistiken/zinsentwicklung-tagesgeld-monatsvergleich.html


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Zuletzt aktualisiert am 21.03.2022