ETF-Sparplan Vergleich

Mit ETF-Sparplänen lässt sich Stück für Stück ein kleines Vermögen aufbauen. Exchange Traded Funds, kurz ETFs sind börsengehandelte Indexfonds. Ziel eines ETF ist es, einen Index, z.B. den DAX so genau wie möglich nachzubilden. Da die Zusammensetzung bereits vorgegeben ist, ist kein Fondsmanager notwendig, der aktiv Wertpapiere analysiert kaufen bzw. verkaufen muss. Das spart Kosten für den Anleger. Mit einem ETF-Sparplan können außerdem Timing-Risiken vermieden werden und auf den Cost-Average-Effekt gesetzt werden. Welcher Online-Broker das beste Sparplan-Angebot bietet, sehen Sie in folgendem Vergleich.

Wählen Sie Ihre monatliche Sparrate und finden Sie den günstigsten Broker für Ihren ETF-Sparplan

BrokerAnzahl
ETFs
Mindest-
sparrate
Kosten je SparbetragSparintervalle
(Monate)
BonusErgebnis
Online-Broker Test
zum Broker
 
Consorsbank Logo23825 €0,75 €1,50 €3,75 €7,50 €1, 2, 3, 625 Euro Prämie für ersten Sparplan (4,1) |?|Zum Broker »
OnVista Bank Logo8650 €0,00 €0,00 €0,00 €0,00 €1, 3dauerhaft 5,00 € pro Order (4,0) |?|Zum Broker »
comdirect Logo23425 €0,75 €1,50 €3,75 €4,90 €1, 2, 3keine Depotgebühren für 3 Jahre (4,0) |?|Zum Broker »
flatex Logo75450 €1,50 €1,50 €1,50 €1,50 €1, 3, 6, 12350 ETFs kostenlos besparbar (4,0) |?|Zum Broker »
CapTrader Logo40810 €0,22 €0,44 €1,10 €2,20 €1, 3, 6, 12- (4,0) |?|Zum Broker »
Sparkassen Broker Logo60050 €1,25 €2,50 €6,25 €12,50 €1, 2, 3, 6300 € Orderguthaben ertraden, kein Orderentgelt für Deka ETFs (3,9) |?|Zum Broker »
ING-DiBa Logo3450 €0,88 €1,75 €4,38 €8,75 €1, 2, 3Handel ohne Orderprovision oder Zusatzkosten (3,6) |?|Zum Broker »
wüstenrot Logo35025 €0,21 €0,41 €1,03 €2,05 €1, 3 , 6, 12- (3,4) |?|Zum Broker »
maxblue Logo13050 €2,70 €2,90 €3,50 €4,50 €1, 2, 3, 6, 12bis zu 2.500 € Prämie bei Depotwechsel (3,6) |?|Zum Broker »
DKB Logo9650 €1,50 €1,50 €1,50 €1,50 €1,2,3Bis Ende 2016 60 ETFs gebührenfrei besparen (3,5) |?|Zum Broker »
1822direkt Logo8550 €2,95 €2,95 €2,95 €2,95 €1100 € Prämie und 50 % Order-Rabatt (3,6) |?|Zum Broker »
finvesto Logo40810 €0,22 €0,44 €1,10 €2,20 €1, 3, 6, 1220 ausgewählte ETFs ohne Transaktions-entgelt kaufen (4,2) |?|Zum Broker »
FondsSuperMarkt Logo408 (*Depot ebase)10 € (*Depot ebase)0,22 €0,44 €1,10 €2,20 €1, 3, 6, 12 (*Depot ebase)Bis zu 4.000 Eur bei Depotwechseln.v.Zum Broker »
BörseDirect Logo22750 €2,63 €2,75 €3,13 €3,75 €1, 2, 3, 12- (3,9) |?|Zum Broker »

Wer ist der beste ETF-Broker?

Auch 2017 fand wieder die „Wahl zum Online-Broker des Jahres“ auf Brokervergleich.de statt. Neben den besten Online-Brokern wurden auch die besten Fonds- und ETF-Broker gesucht. Dafür wurden die Kunden befragt und ein redaktioneller Test durchgeführt. Am Ende kam es zu folgendem Ergebnis:


Fonds- und ETF-Broker des Jahres 2017

Platz 1: comdirect

Nicht nur in der Hauptkategorie, sondern auch im Bereich „Fonds- & ETF-Broker“ sicherte sich die comdirect 2017 den Testsieg. Überzeugt hat das Gesamtpaket aus solidem Preis/Leistungsverhältnis und umfassendem Service. Die Bewertungen der Kunden waren überdurchschnittlich gut.

In diesem Jahr reichte es für die comdirect zu 4,28 von 5,00 Punkten und damit einem deutlichen 1. Platz.


Fonds- & ETF-Broker des Jahres 2017 2. Platz

Platz 2: Consorsbank

Mehr als 10.000 Fonds und ETFs, eine hohe Zahl davon sparplanfähig, flexible Sparintervalle sowie diverse Extras – die Consorsbank zeigt sich 2017 wieder von ihrer besten Seite und kann sich den 2. Platz in der Kategorie „Fonds- & ETF-Broker“ sichern. Verdient!

Für die Consorsbank gibt es final 4,13 von 5,00 Punkten. Speziell im Bereich der Leistungen gehört das Finanzinstitut zu den besten Anbietern.


Fonds- und ETF-Broker des Jahres 2017 3. Platz

Platz 3: onvista bank

Knapp, aber es hat gereicht. Die onvista bank setzt sich mit 4,02 Punkten auf den 3. Platz. Die Tochter der comdirect (seit 2017) punktet mit den besten Werten bei Gebühren und gutem Service. Für den Platz auf dem Treppchen sorgten schlussendlich die zufriedenen Kunden.

Mit 4,02 von 5,00 Punkte liegt die onvista bank unter den Top-3-Anbietern bei Fonds & ETFs. Eine echte Empfehlung.


Tipp: Nutzen Sie auch unsere Vergleiche für:


Unsere Ratgeber helfen Ihnen beim Einstieg in die eigene Geldanlage


ETFs selber kaufen oder Portfolio erstellen lassen?

Zu wissen, bei welchem Broker man ETFs am günstigsten kaufen kann, ist das eine. Zu wissen, welche ETFs man kaufen soll, etwas ganz anderes. Wer sich nicht erst lange mit diesem Thema auseinandersetzen will, der kann anstelle eines selbst gemanagten Depots auf professionelle Anbieter zurückgreifen, so genannte Robo Advisors. Auch bei diesen steht er allerdings vor der Frage, welcher Robo-Advisor hält, was er verspricht? Um dieser Frage aus Anlegersicht zu beantworten, haben wir im Mai 2015 Deutschlands ersten Echtgeld-Test gestartet. Echtgeld bedeutet: wir haben bei allen getesteten Anbietern ein Depot eröffnet (in der Regel mit ausgewogenem Risikoprofil) und echtes Geld eingezahlt. Die Ergebnisse unseres Langzeittests und die Performance der getesteten Robo-Advisors finden Sie hier:


Mit diesen 5 Kriterien finden Sie den passenden ETF-Broker für Sparpläne

1. Wie hoch ist die Anzahl sparplanfähiger ETFs?
In Deutschland können derzeit weit über 1.000 ETFs gehandelt werden. Nicht alle ETFs sind jedoch sparplanfähig. Manche Online-Broker bieten nur eine kleine Auswahl sparplanfähiger ETFs an. Im ETF-Sparplan Vergleich kann das Angebot der sparplanfähigen ETFs übersichtlich verglichen werden.

2. Wie hoch ist die Mindestsparrate?
Die Mindestsparrate gibt den kleinsten Betrag an, der in einen ETF-Sparplan investiert werden muss.

3. In welchen Intervallen kann ein ETF-Sparplan angelegt werden?
Je nach Online-Broker werden neben monatlichen Sparraten alternativ auch zweimonatige, vierteljährliche, halbjährliche und zwölfmonatige Sparraten angeboten.

4. Wie hoch sind die Ordergebühren je Sparrate?
Für das regelmäßige Sparen fallen bei Online-Brokern unterschiedliche Gebühren an. Die Transaktionskosten setzen sich entweder aus einem Fixpreis, einer prozentualen Ordergebühr der jeweiligen Sparrate oder einer Mischung der Variablen zusammen. Wie viel eine Sparrate in Höhe von 50 Euro, 100 Euro, 250 Euro oder 500 Euro kostet, wird mit einem Klick auf das jeweilige Auswahlfeld sichtbar.

5. Welchen Bonus bietet der jeweilige Online-Broker bei Neueröffnung eines Depots?
Für einen Depotwechsel bzw. die erstmalige Eröffnung eines Depots bieten die meisten Online-Broker attraktive Prämien. Welche Aktionen derzeit angeboten werden, sehen Sie in der Spalte Bonus.

Wieso in einen ETF-Sparplan einzahlen?

Vorteile von ETFs

ETFs sind Indexfonds, d.h. sie bilden einen Börsenindex – etwa den Dax – nach. Sie sind weitaus günstiger als aktiv gemanagte Fonds. Das hat vor allem zwei Gründe:

Zum Einen gibt es keinen Ausgabeaufschlag. Bei aktiv gemanagten Fonds macht dieser meist 2 bis 5 Prozent des Ausgabepreises aus. Diese Kosten entfallen komplett beim Erwerb eines ETFs.

Zum Anderen sind Verwaltungskosten niedriger. Auch das macht Sinn – bei aktiv gemanagten Fonds muss der Fondsmanager das Portfolio fortwährend überwachen und gegebenenfalls Positionen austauschen. ETFs hingegen bilden einen Index in der Regel eins zu eins ab, ein Eingreifen wird hier nur notwendig, wenn sich die Werte im zugrunde liegenden Index geändert haben.

So liegen die regelmäßigen Verwaltungskosten bei ETFs im Schnitt bei etwa 0,5 Prozent, bei aktiv gemanagten Fonds liegen sie hingegen bei knapp 2 Prozent. Welchen Unterschied alleine dieser Faktor macht, zeigen die folgenden Beispiele:

Diese Grafik zeigt die Verwaltungskosten von ETFs und aktiv gemanagten Fonds im Vergleich bei Einmalanlagen und im Sparplan

Diese Grafik zeigt die Verwaltungskosten von ETFs und aktiv gemanagten Fonds im Vergleich bei Einmalanlagen und im Sparplan

Nehmen wir an, Sie legen einmalig 10.000 Euro in einen ETF an und außerdem 10.000 Euro in einen aktiv gemanagten Fonds. Beide wachsen im Schnitt um 5 Prozent pro Jahr. Beim ETF fallen Verwaltungskosten von 0,5 Prozent p.a. an, beim aktiv gemanagten Fonds Kosten von 2 Prozent. Bereits nach zehn Jahren zeigt sich ein deutlicher Unterschied: Während Sie mit dem ETF ein Vermögen von 15.669,93 Euro angehäuft haben, beträgt das mit dem aktiv gemanagten Fonds angehäufte Vermögen lediglich 13.493,54 Euro. Bei dem einen hatten Sie Verwaltungskosten von 800,16 Euro, bei dem anderen von 2976,55 Euro.

Fondsart ETF Aktiv gemanagter Fonds
Die Angaben berücksichtigen nur die Verwaltungsgebühren
Einmalanlage 10.000 Euro

10.000 Euro

Kosten p.a. 0,5 Prozent 2,0 Prozent
Kurszuwachs p.a. 5 Prozent 5 Prozent
Vermögen nach 10 Jahren 15.669,93 Euro 13.493,54 Euro
Verwaltungskosten nach 10 Jahren 800,16 Euro 2976,55 Euro
Effektive Rendite 4,17 Prozent (Interner Zinsfuß, IRR) 2,76 Prozent (Interner Zinsfuß, IRR)

Bei einem Sparplan sieht das Bild ähnlich aus. Nehmen wir an, Sie entscheiden sich für monatliche Raten von 100 Euro. Wachstum und Verwaltungskosten sind wie oben. Nach zehn Jahren haben Sie mit dem ETFs eine Vermögen von 15.176,51 Euro angehäuft, mit dem aktiv gemanagten Fonds ein Vermögen von 14.009,08  Euro. Die Verwaltungskosten betrugen beim ETF 416,42 Euro, beim aktiv gemanagten Fonds 1583,85 Euro.

Fondsart ETF Aktiv gemanagter Fonds
Die Angaben berücksichtigen nur die Verwaltungsgebühren
Sparplan 100 Euro/Monat

100 Euro/Monat

Kosten p.a. 0,5 Prozent 2,0 Prozent
Kurszuwachs p.a. 5 Prozent 5 Prozent
Vermögen nach 10 Jahren

15.176,51 Euro

14.009,08
Verwaltungskosten nach 10 Jahren 416,42 Euro 1583,85 Euro
Effektive Rendite 3,91 Prozent (Interner Zinsfuß, IRR) 2,58 Prozent Prozent (Interner Zinsfuß, IRR)

Geringes Risiko durch breite Streuung

Ein weiteres Argument für ETFs ist die breite Streuung, die das Risiko minimiert. Ein Index, der durch den ETF abgebildet wird, kann 30 Werte enthalten – wie das beim Dax der Fall ist –, es können aber auch 500 Werte sein. Wenn eine Position im Kurs fällt, muss sich deshalb der gesamte Index noch lange nicht negativ entwickeln.

Vom Cost-Average-Effekt profitieren – Vorteil eines ETF-Sparplans

Einen ETF-Sparplan einrichten heißt, in regelmäßigen Abständen einen festen Betrag in einen ETF einzahlen. Das bietet einen Vorteil gegenüber der Methode, zu unterschiedlichen Beträgen feste Mengen von Anteilen zu erwerben: den Cost-Average-Effekt. Denn durch die gleichbleibenden Raten erhalten Sie Ihre Anteile im Durchschnitt günstiger. Hochphasen, in denen Sie weniger Anteile für Ihr Geld erhalten, werden durch Tiefphasen, in denen Sie mehr Anteile erhalten, ausgeglichen, so dass sich langfristig ein Mittel einstellt.

Folgendes Beispiel soll das verdeutlichen: Im Januar richten Sie einen Sparplan ein, in den Sie monatlich einen Betrag von 100 Euro einzahlen. Der Kurs des ETFs liegt im Januar bei 50 Euro, Sie erwerben für Ihr Geld demnach 2 Anteile. Im Februar steigt der Kurs auf 75 Euro, Sie erhalten 1,33 Anteile. Und im März schließlich erhalten sie bei einem Kurs von 100 Euro noch einen Anteil. Sie haben in den 3 Monaten also 4,5 Anteile für durchschnittlich 69,44 Euro erworben. Hätten Sie stattdessen einen Anteil pro Monat zum jeweils gültigen Preis gekauft, hätten Sie für die Anteile im Schnitt 75 Euro bezahlt.

Der Cost-Average-Effekt im Zeitraum von Januar bis März

Monat Kurs des ETF Kauf genau eines Anteils für: Sparrate von 100 Euro
Januar 50 Euro 50 Euro 2 Anteile
Februar 75 Euro 75 Euro 1,33 Anteile
März 100 Euro 100 Euro 1 Anteil
Cost-Average / Durchschnittskosten 3 Anteile für
75 Euro im Schnitt
4,33 Anteile für
69,28 Euro im Schnitt

ETF-Sparpläne und Vermögensaufbau

ETFs sind Wertpapiere und der Handel von Wertpapieren birgt immer auch Risiken. Die Entwicklung der Kurse lässt sich nicht vorhersagen. Beim Vermögensaufbau alleine auf ETFs zu setzen, ist darum nicht empfehlenswert. Allerdings gilt für alle Anlageformen: Das Risiko für Sie steigt, sobald Sie sich auf eine einzige beschränken.

Ein ETF-Sparplan macht also Sinn als Ergänzung zu klassischen Anlageprodukten. Tages- und Festgeld bringen in der aktuellen Niedrigzinsphase nur wenig Rendite. Liegt der jährliche Zinssatz unter der Inflationsrate, verliert Ihr Geld sogar an Wert. Ein Beispiel: Erhielten Sie für Ihr Geld überhaupt keine Zinsen, hieße das, es wäre in 30 Jahren nur noch die Hälfte Wert. Ein ETF-Sparplan bietet eine Möglichkeit, dem entgegen zu wirken.

Welchen ETF soll ich wählen?

Bei der Auswahl der ETFs kommt es darauf an, welche Ziele man mit der Anlage verfolgt und wie viel Risiko man bereit ist zu gehen. Darum können keine generellen Ratschläge gegeben werden.

Der passende Index

Eine beliebte Strategie ist jedoch die Core-Satellite-Strategie. Dabei wird das Portfolio so aufgebaut, dass es einen Kernbereich gibt, um den herum einige Satelliten platziert werden. Für den Kernbereich kommen vor allem Werte in Frage, die auf eine breite Streuung setzen, also ETFs die weltweit und in verschiedene Branchen investieren. Indizes, die dafür in Frage kommen, sind zum Beispiel:

  • DER MSCI World
  • Der Stoxx 600 Europe

Für den Kernbereich ebenfalls geeignet sind ETFs, welche die großen Länder-Indizes abbilden. Also etwa den:

  • DAX 30
  • S&P 500 oder Dow Jones
  • FTSE 100

Diese Werte können dann nach Belieben mit spezielleren ETFs – den Satelliten – ergänzt werden. In Frage kommen ETFs, die sich auf gewisse Branchen oder Märkte beschränken wie z.B. Biotechnologie, Rohstoffe oder Dotcom-Unternehmen. Das birgt ein höheres Risiko, aber auch mehr Renditepotential. Für viele Anleger ebenfalls attraktiv ist der MSCI Emerging Markets Index, in dem sich Aktien aus aufstrebenden Märkten wie China oder Indien befinden. Er eignet sich besonders als Ergänzung zum MSCI World. Beide Indizes sind auch bei RoboAdvisors sehr beliebt.

Diese Grafik zeigt die Core-Satellite-Strategie bei ETFs

Diese Grafik zeigt die Core-Satellite-Strategie bei ETFs

Ausschüttend oder thesaurierend?

Bei ETFs kommt es – wie auch bei aktiv gemanagten Fonds oder Aktien – zu Dividendenausschüttungen. Es gibt zwei Möglichkeiten, wie mit diesen verfahren werden kann: Entweder die Gewinne werden ausbezahlt oder sie werden wieder in den ETF investiert. Im ersten Fall spricht man von ausschüttenden, im zweiten Fall von thesaurierenden ETFs. Wer langfristig Vermögen aufbauen möchte, für den empfehlen sich thesaurierenden ETFs. Bei diesen profitieren Anleger vom Zinseszinseffekt. Künftige Kurssteigerungen betreffen nicht nur die ursprünglich erworbenen Anteile am ETF, sondern auch die durch die Wiederanlage hinzugekommenen. Das steigert langfristig die Rendite. Ausschüttende ETFs sind hingegen für Anleger geeignet, welche die Gewinne gerne anderweitig investieren möchten.

Steuern

Ob ein ETF ausschüttend oder thesaurierend ist, im In- oder im Ausland aufgelegt wird, hat auch steuerliche Auswirkungen. Unkompliziert sind im Inland aufgelegte ETFs, egal ob ausschüttend oder thesaurierend. Im Ausland aufgelegte ETFs, vor allem thesaurierende, können jedoch die Mitarbeit des Anlegers verlangen. 2018 sollen die Regeln allerdings vereinfacht werden.

Voll replizierend oder synthetisch?

Eine weitere Frage spielt bei der Auswahl der ETFs eine Rolle: Handelt es sich um voll replizierende oder synthetische ETFs? Voll replizierende ETFs spiegeln den zugrundeliegenden Index eins zu eins wider, d.h. sie investieren tatsächlich in die Werte, die der Index enthält. Auch ihre Gewichtung entspricht der Gewichtung der Werte im Index.

Synthetische ETFs – auch Swap-ETFs genannt – bilden den zugrundeliegenden Index hingegen indirekt nach. Statt in die enthaltenen Werte zu investieren, fließt das Geld in einen Wertpapierkorb, in dem sich auch andere als die im Index enthaltenen Werte befinden können – bei einem synthetischen DAX 30-ETF bspw. Werte aus dem Dow Jones. Diesem Verfahren liegt ein Tauschgeschäft mit einem Finanzinstitut zu Grunde. Das Finanzinstitut verpflichtet sich dem ETF gegenüber, die Rendite des Index zu zahlen. Als Gegenleistung erhält das Finanzinstitut vom ETF eine Gebühr.

Beide Methoden haben Vor- und Nachteile. Voll replizierende ETFs haben mit hohen Kosten zu kämpfen, denn bei jeder Veränderung des zugrundeliegenden Index müssen Werte ge- oder verkauft werden. Außerdem kann es zum Beispiel zu Verzögerungen bei Dividendenzahlungen kommen. Auch der Vorteil dieser Methode ist jedoch klar: Anleger sind auf der sicheren Seite. Sie können sich darauf verlassen, dass der ETF die Werte des Index tatsächlich besitzt.

Diese Sicherheit bieten synthetische ETFs nicht. Anleger in synthetische ETFs müssen sich darauf verlassen, dass das Finanzinstitut, mit dem der Tauschhandel abgeschlossen wurde, zahlungsfähig ist. Geht es insolvent, kann es zu Ausfällen kommen. Sie sind jedoch durch gesetzliche Regelungen auf 10 Prozent des ETF-Vermögens beschränkt. Zudem werden für die Tauschgeschäfte oft zusätzliche Sicherheiten hinterlegt. Dadurch wird das Risiko für Anleger verringert. Es bestehen auch klare Vorteile: Kosten werden gespart, da weniger häufig Werte ge- und verkauft werden müssen. Die Abbildung des Index erfolgt effizienter.

Letztlich ist es also eine Abwägungsfrage, ob Anleger auf voll replizierende oder synthetische ETF setzen sollten. Es gibt keine grundsätzlichen Einwände gegen das eine oder das andere Verfahren.

Tracking Error

Ein weiterer Faktor ist der Tracking Error. Der Tracking Error bezeichnet die Differenz zwischen der Rendite des ETF und der Rendite des Index, den er abbildet. Zu dieser Abweichung kann es zum Beispiel durch die verzögerte Auszahlung der Dividende an den ETF kommen. Je geringer der Tracking Error, desto besser der ETF.

TER (Gesamtkostenquote)

Auch die Kosten eines ETFs sind natürlich von Bedeutung. Hier spielt die Total Expense Ratio (TER) eine gewichtige Rolle. Diese Gesamtkostenquote enthält die Verwaltungskosten. Dazu zählen Ausgaben für das Management des Portfolios und für die Geschäftsführung und die Betriebskosten. Eine hohe TER schmälert die Rendite, darum sollten Anleger auf eine niedrige TER achten.

Liquidität

Auch die Liquidität spielt eine Rolle, also das Handelsvolumen des ETFs. Abhängig vom Handelsvolumen lässt sich ein ETF leichter oder weniger leicht kaufen und verkaufen.

Anbieter

Auch ein Blick auf den Anbieter lohnt, denn DAX-ETF ist nicht gleich DAX-ETF. Die Renditen von ETFs verschiedener Anbieter auf denselben Index können abweichen. Ein ETF von iShares auf den DAX kann also langfristig eine andere Rendite aufweisen als ein ETF von db x-trackers auf den DAX.

Zahlen und Fakten

ETFs erfreuen sich bei Privatanlegern seit Jahren wachsender Beliebtheit. So stieg laut EXtra-Magazin das ETF-Anlagevolumen von Privatanlegern in Deutschland seit 2011 um mehr als 400 Prozent:

In Deutschland in ETFs angelegtes Vermögen

Quellen:

  • Extra-Funds.de
  • Über 250.000 ETF-Sparpläne werden derzeit in Deutschland ausgeführt
  • 149,80 EUR beträgt die durchschnittliche Sparplanrate pro Monat
  • Für 870 Mio. EUR wurden ETFs von Privatanlegern gehandelt
  • 7.981 EUR betrug die durchschnittliche Ordergröße

Stand: Oktober 2016, Quelle: ETF-Marktstatistik von EXtra-Funds.de

In ETFs angelegtes Vermögen weltweit

Quellen:

  • Statista.de

Anzahl weltweit verwalteter ETFs

Auch die Anzahl der weltweit verwalteten ETFs steigt Jahr für Jahr. Laut Daten von Statista.de betrug der Zuwachs des Angebotes zwischen 2005 und 2016 ganze 1.083 Prozent. Es wurden Ende 2016 also fast elfmal so viele ETFs angeboten:

Quellen:

  • Statista.de

Steigender Marktanteil bei Investmentfonds

Auch Zahlen der Zeitschrift €uro belegen die Erfolgsgeschichte der ETFs. So zeigt die Zeitschrift in der Ausgabe 01/17, dass ETFs ihren Marktanteil bei Investmentfonds ausbauen. Betrug ihr Anteil in Investmentfonds 2004 noch magere 1,6 Prozent, waren es 2010 schon 5,0 Prozent. 2015 wuchs der Anteil der ETFs auf 9,5 Prozent.

Quellen:

  • €uro, Haver, ICI, BlackRock, Goldman Sachs

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