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ETF Basics: Was Sie über ETFs wissen sollten (Teil 2/3)

Im ersten Teil der Reihe „ETF Basics“ wird beschrieben, was ETFs sind, was sie auszeichnet und was sie gegenüber klassischen Aktienfonds für Anleger so interessant macht.

In diesem Beitrag geht es nun darum, die Funktionsweise und die Besonderheiten von aktiven und passiven börsengehandelten Indexfonds weiter herauszuarbeiten. Zudem werden Aspekte zur Kostenstruktur und zum Anlegerschutz auf verständliche Art betrachtet.

ETFs – die wichtigsten Details im Überblick

Wie wir im ersten Teil unserer ETF-Reihe schilderten, gelten ETFs auch als passiv gemanagte Fonds. Dennoch wird auch bei ETFs noch einmal zwischen aktiven ETFs und passiven ETFs unterschieden. Exchange Trading Funds bilden einen Index ab – so ist der Gedanke bei diesen Fonds. Die Frage ist jedoch, wie kongruent die Abbildung erfolgt.

Die Unterschiede zwischen ETFs

Passive ETFs stellen die puristische Philosophie eines ETFs dar. Innerhalb des Fonds gibt es hinsichtlich der Zusammensetzung keinerlei Abweichung vom abgebildeten Index. Die Gewichtung der einzelnen Titel entspricht absolut identisch dem Index.

Aktive ETFs lassen dem Fondsmanager einen gewissen Spielraum hinsichtlich der Zusammensetzung. Er kann die einzelnen Titel stärker oder schwächer gewichten, als es dem Anteil der einzelnen Aktie am Gesamtindex entspricht. Darüber hinaus können auch Aktien im Fonds gehalten werden, die nicht im Index vertreten sind, aber durchaus attraktive Potenziale bieten.

ETFs sind in Bezug auf die Verwaltungsgebühr schon deutlich günstiger als klassische aktiv gemanagte Fonds. Die Verwaltungskosten für einen passiven ETF liegen noch einmal unter denen eines aktiven Indexfonds.

Ein mögliches Risiko

Passive Fonds bieten allerdings auch einen Nachteil. Die drei größten Firmen im Dax, Bayer, Daimler und Siemens, machen mit 27,2 Prozent zusammen mehr als ein Viertel des gesamten Index aus. Geraten diese Drei in einen Abwärtsstrudel, dürfte es für die verbliebenen 27 Unternehmen schwierig sein, in Bezug auf die Entwicklung des Index gegenzusteuern. Bei einem aktiven ETF kann das Fondsmanagement hier kleinere Firmen stärker gewichten, um diesem Risiko entgegenzuwirken und eine größere Risikostreuung zu erreichen.

Wie kommt der Preis für einen ETF zustande?

ETFs unterscheiden sich von klassischen Fonds darin, dass sie ausschließlich über die Börse, und nicht über die Fondsgesellschaft, gehandelt werden. Der Preis eines ETF ergibt sich zum einen aus der Entwicklung des abgebildeten Index, zum anderen durch Angebot und Nachfrage. In der Regel bewegt sich der Preis sehr nahe am sogenannten Nettoinventarwert des Fonds.

Für einen klassischen Fonds wird der Nettoinventarwert einmal täglich, am Ende des Handelstages, bekannt gegeben. Für ETFs gilt, dass der Nettoinventarwert kontinuierlich über den Handelstag hinweg publiziert wird. Damit der Markt liquide bleibt und ein andauernder Handel sichergestellt ist, betreuen sogenannte Market Maker die Fonds. Sie stellen kontinuierlich Ankaufs- und Verkaufskurse in Anlehnung an den aktuellen Nettoinventarwert des Fonds. Vereinfacht formuliert steigt oder fällt der Preis eines ETFs in Anlehnung an die Entwicklung des Index.

Können beliebig viele neue Anteile geschaffen werden?

Für die Schaffung neuer Anteile an einem ETF oder die Rückgabe von Anteilen an den Emittenten des Fonds gilt ein spezieller, nur für diese Anlageklasse üblicher Prozess, der „Creation / Redemption Process“.

Die Anteile werden üblicherweise in Tranchen von 50.000 emittiert. Dazu verkauft der Market Maker die notwendige Anzahl von Wertpapieren in an den Emittenten. Die Wertpapiere werden als Aktienkorb geliefert, welcher in der Zusammensetzung dem abgebildeten Index entspricht. Dieser Vorgang wird als „creation in kind“, Schaffung des Gleichen, bezeichnet. Liefert der Emittent jedoch keinen Aktienkorb, sondern bezahlt die Fondsanteile in Bargeld, ist die Rede von „cash creation“. Der Emittent kann im Gegenzug dann die Fondsanteile auflegen und an den Market Maker zurückverkaufen. Der Market Maker kann jetzt neue Fondsanteile am Markt veräußern.

Umgekehrt kann der Market Maker, wenn er genügend Anteile am Markt aufgekauft hat, diese an den Fondsemittenten zurückgeben. Erhält er dafür einen Aktienkorb, von einer „redemption in kind“. Bezahlt der Emittent den Market Maker in bar, ist die Rede von einer „cash redemption“.

Wie ist es bei ETFs mit dem Anlegerschutz bestellt?

Unabhängig davon, ob es sich um klassische Fonds handelt oder um Indexfonds, letztendlich liegen die Gelder der Anleger bei den Kapitalsammelstellen, den Fondsgesellschaften. Und wie bei jeder Art von Unternehmen, könnte es auch einer Fondsgesellschaft passieren, dass sie Insolvenz anmelden muss. Was passiert in diesem Fall mit den Kundengeldern? Für Spareinlagen gilt die Einlagensicherung, bei Wertpapieren jedoch nicht.

Die Vermögenswerte einer Fondsgesellschaft sind aufgeteilt. Zum einen in das Vermögen des Unternehmens selbst, zum anderen in das Sondervermögen. Dieses Sondervermögen umfasst die Kundengelder, in diesem Fall die Fondsanteile. Das Sondervermögen wird strikt getrennt von den Vermögenswerten der Gesellschaft geführt. Im Fall einer Insolvenz fallen die Kundengelder nicht unter die Insolvenzmasse.

Vereinfacht ausgedrückt, geht eine Fondsgesellschaft in den Konkurs, könnte eine andere Gesellschaft die Fonds, die Kundengelder, nahtlos weiterverwalten. Das einzige Risiko, welches für einen Inhaber von ETF-Anteilen besteht, liegt darin, dass eine der im Fonds beinhalteten Aktiengesellschaften insolvent wird. Ein Totalausfall kann nur dann eintreten, wenn unvermittelt zum selben Zeitpunkt alle im Fonds enthaltenen Unternehmen die Insolvenz anmelden.

Dieser Sachverhalt berücksichtigt natürlich nicht die normalen Kursverluste, die immer wieder auftreten und gerade nach einem lang anhaltenden Kursanstieg zu den üblichen Marktkorrekturen führen.

Haben wir Ihr Interesse an ETFs geweckt?

Dann folgen Sie uns auch künftig bei unserer kleinen Einführung in die Welt der Indexfonds. Demnächst hier im Blog .

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