Wer sind die besten Robo-Advisor 2020?

Platz 1: Whitebox

Der Robo-Advisor Whitebox mit Sitz in Freiburg im Breisgau hat unseren Vorjahressieger quirion vom Thron gestoßen. Was zeichnet ihn aus?

Bei Whitebox können Anleger ab einer Mindesteinzahlung von 5.000 Euro in bis zu zehn verschiedene Anlagestrategien investieren. Sparpläne sind bereits ab einer Rate von 5 Euro im Monat möglich. Investiert wird in ETFs und ETCs.

Um das Risiko einer Anlage einzuschätzen, setzt Whitebox auf Conditional Value at Risk (CVaR). Es gibt ein eigenes Konzept für Anleger, die für die Rente sparen wollen. Zudem bietet Whitebox ein Depot für Minderjährige an.

Platz 2: bevestor

Der zweite Platz geht an den Robo-Advisor der DekaBank (Sparkassen-Finanzgruppe). Bei bevestor beträgt die Mindestanlage nur 1.000 Euro, alternativ kann ein Sparplan ab einer Rate von 25 Euro im Monat eingerichtet werden.

Besonderheiten von bevestor sind zudem: Das Portfolio kann mit Themen wie „Wasser“ individualisiert werden, es gibt speziell auf Nachhaltigkeit ausgelegte Portfolios, auf Wunsch lässt sich zudem ein Anlageschutz hinzuschalten.

Platz 3: quirion

Vorjahressieger quirion hält sich auch in diesem Jahr in den Top-3 der besten Robo-Advisor. Die digitale Vermögensverwaltung der Quirin Privatbank AG ermöglicht die Anlage ab 1.000 Euro. Es gibt zehn Risikoklassen und insgesamt drei Pakete mit verschiedenen Leistungen, für die Anleger sich entscheiden können.

Im Comfort-Paket können sich Anleger beispielsweise für ein Altersvorsorge-Portfolio oder ein nachhaltiges Portfolio entscheiden. Im Premium-Paket ist eine persönliche Beratung inbegriffen.

Welche Robo-Advisor sind außerdem erwähnenswert?

Gut schnitten auch die Robo-Advisor VisualVest und growney ab. Beide bieten – neben ihrem regulären Angebot – Strategien für nachhaltiges Investieren an.

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Was macht einen guten Robo-Advisor aus?

Aktiv in das Portfolio eingreifen darf nur ein Robo-Advisor mit Erlaubnis zur Finanzportfolioverwaltung, die er von der der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) erhalten kann. Diese Erlaubnis ist wichtig, damit ein Robo-Advisor das Portfolio gegebenenfalls an die Marktbedingungen anpassen kann. Ein Robo-Advisor ohne sie wird es in unserem Test also schwer haben.

Eine große Anzahl an Risikoklassen ermöglicht die Anpassung des Portfolios an die Bedürfnisse des Anlegers. Je günstiger die Gebühren, desto weniger wird durch sie die Rendite geschmälert. Allerdings kann sich ein guter Robo-Advisor auch höhere Gebühren leisten – wenn am Ende die Performance stimmt. Darum unterziehen wir unsere Robo-Advisor auch einem Echtgeld-Test.

Surftipp: Die drei Wege zur Umsetzung der Anlagestrategie »

Was gibt es bei den Gebühren zu beachten?

Die Gebührenstruktur ist zum Glück bei den meisten Robo-Advisors transparent und zudem einfach gehalten. Meist gibt es nur zwei Kostenpunkte: Die All-in-Gebühr und die Produktkosten der Fonds und ETFs. Gelegentlich kommt eine Gewinnbeteiligung hinzu.

Auswertung

Gebühren
1 Raisin Invest 4,79
2 quirion 4,57
3 growney 4,45

Besonders günstige Gebühren bietet Raisin Invest (ehemals WeltInvest), der Robo-Advisor des Zinsportals WeltSparen. Die All-In-Gebühr fällt mit 0,33 Prozent p.a. des Anlagevolumens sehr gering aus. Genauso ist es bei den Produktkosten. Die ETFs und Indexfonds kommen auf durchschnittlich nur 0,15 Prozent p.a.

Günstige Gebühren finden Anleger auch bei quirion. Hier macht es einen Unterschied, für welches Paket sich die Anleger entscheiden. Im „Regular“-Paket beträgt die All-in-Gebühr 0,48 Prozent p.a. des Anlagevolumens. Die ersten 10.000 Euro werden zudem 12 Monate lang kostenfrei verwaltet. Die Produktkosten belaufen sich auf durchschnittlich 0,17 Prozent p.a.

Platz drei geht an growney. Die digitale Vermögensverwaltung verlangt für Beträge bis 50.000 Euro eine Servicegebühr von 0,69 Prozent p.a., für Beträge darüber sind es 0,39 Prozent p.a. Die ETF-Kosten betragen 0,19 Prozent p.a.

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Was gibt es beim Angebot zu beachten?

Das Angebot von Robo-Advisors kann sich in vielerlei Hinsicht unterscheiden. Ein Robo-Advisor setzt auf kostengünstige ETFs, ein anderer bevorzugt aktiv gemanagte Fonds oder sogar Aktien, weil der Markt geschlagen werden soll. Zudem gibt es Unterschiede bei der Anzahl der Risikoklassen. Oft haben Anleger die Wahl aus fünf verschiedenen Risikoklassen, manchmal sind es aber auch über zwanzig.

Auswertung

Angebot
1 Whitebox 4,56
2 bevestor 4,56
3 VisualVest 4,51

In dieser Kategorie schafft es der Spitzenreiter aus der Gesamtbewertung auf den ersten Platz. Whitebox überzeugt mit insgesamt 10 Risikoklassen. Zudem gibt es eine Strategie, die speziell für die Altersvorsorge ausgelegt ist. Ein Gemeinschaftsdepot kann ebenso eingerichtet werden wie ein Depot für Minderjährige. Auch Geschäftskunden sind bei Whitebox willkommen.

Whitebox teilt sich den ersten Platz in dieser Kategorie mit bevestor, das es auf dieselbe Punktzahl bringt. Der Robo-Advisor der Sparkassen-Finanzgruppe bietet fünf DekaSelect-Portfolios. Hinzu kommen fünf Portfolios mit Fokus auf Nachhaltigkeit. Außerdem können einzelne Themen hinzugewählt werden. Ein individueller Zuschnitt ist damit garantiert. Auch ein Gemeinschaftsdepot kann eingerichtet werden.

Der dritte im Bunde ist VisualVest, der Robo-Advisor von Union Investment. Mit mehr als zehn Anlagestrategien ist auch hier ein individueller Zuschnitt möglich. Wie bei bevestor haben Anleger die Möglichkeit, nur in „grüne Anlagen“ zu investieren. Ein Gemeinschaftsdepot und ein Depot für Minderjährige sind vorhanden.

Was gibt es bei den Leistungen zu beachten?

In dieser Kategorie fließen die Ergebnisse unseres Echtgeld-Tests ein. Sprich: Wie gut war die tatsächliche Performance der Robo-Advisor? Um den Leistungsumfang einzuschätzen, untersuchen wir außerdem, wie oft im Jahr ein Rebalancing durchgeführt wird, und behalten sonstige Aktivitäten im Depot im Auge.

Auswertung

Leistungen
1 Solidvest 4,65
2 Whitebox 4,47
3 bevestor 4,33

In unserer fünften Testphase von Mai 2019 bis April 2020 kam Solidvest auf ein Plus von 0,1 Prozent. Das hört sich zunächst nicht viel an, allerdings gilt es zu berücksichtigen, dass Anfang des Jahres die Börsen aufgrund des Coronavirus einbrachen. Das Rebalancing findet je nach Bedarf statt – immer dann, wenn der defensive Zielanteil mehr als zehn Prozent ausgehend vom Zielgewicht abweicht.

Whitebox kann zwar in der fünften Testphase nur eine Performance von -3,3 Prozent vorweisen. Doch andere Anbieter verloren im selben Zeitraum über 15 Prozent. Ob ein Rebalancing stattfinden sollte, wird alle 14 Tage geprüft. Beim Risikomanagement setzt Whitebox auf einen antizyklischen Ansatz und die Optimierung mittels CVaR.

Auf dem dritten Platz in der Kategorie „Leistungen“ landet bevestor. Mit -1,7 Prozent in der fünften Testphase fiel das Minus moderat aus. Optional kann ein Anlageschutz hinzugeschaltet werden. Sollte sich das Portfolio negativ entwickeln, würde mit aktiviertem Anlageschutz in einen geldmarktnahen Fonds investiert.

Mehr Infos zur Performance im Echtgeldtest »

Was gibt es bei Service & Sicherheit zu beachten?

Hat ein Robo-Advisor einen guten Service, heißt das: Sein Internetauftritt ist übersichtlich gestaltet und transparent, bei Fragen steht ein Kundenservice zur Verfügung, gegebenenfalls lassen sich Informationen zudem über Social Media-Kanäle finden.

Beim Thema Sicherheit geht es um Fragen der Regulierung und der Einlagensicherung. Wichtig ist darüber hinaus eine Lizenz zur Finanzportfolioverwaltung. Erst dadurch wird ein Robo-Advisor zu einer richtigen Vermögensverwaltung.

Auswertung

Service & Sicherheit
1 bevestor 4,76
2 Whitebox 4,75
3 ROBIN 4,74

Auf den ersten beiden Plätzen finden sich die üblichen Verdächtigen. Die digitale Vermögensverwaltung bevestor hat in diesem Fall die Nase leicht vorn. Der Kundenservice ist Montag bis Freitag von 08:00 bis 18:00 Uhr erreichbar. Einlagen sind über die Sparkassen-Finanzgruppe theoretisch in unendlicher Höhe geschützt. Die Vermögensverwaltung übernimmt die DekaBank.

Whitebox überquert die Ziellinie in dieser Kategorie knapp hinter bevestor. Der Kundenservice lässt sich Montag bis Freitag von 09:00 bis 19:00 Uhr erreichen. Einlagen sind über die gesetzliche Einlagensicherung bis 100.000 Euro je Kunde geschützt, wobei das Depot bei der flatex bank AG geführt wird. Eine Lizenz zur Finanzportfolioverwaltung der BaFin liegt vor.

Als drittes kommt ROBIN in dieser Kategorie ins Ziel. Den Robo-Advisor der Deutschen Bank erreichen Anleger an sieben Tagen rund um die Uhr. Einlagen sind über den Einlagensicherungsfonds des BdB bis elf Milliarden Euro je Kunde geschützt. Auch ROBIN besitzt die Lizenz zur Finanzportfolioverwaltung.

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