Rekordhoch beim Industrie-Rohstoff Wolfram: Investment-Chance für Anleger?

Donnerstag den 9.04.2026 - Abgelegt unter: Brokernews, International, Rohstoffe, Trends

Der Industrie-Rohstoff Wolfram ist für eine Vielzahl von Branchen, darunter Elektronik, Rüstung, Maschinenbau oder Hightech-Anwendungen unverzichtbar und gilt als kritischer und strategischer Rohstoff. In den letzten Wochen ist der Preis extrem angestiegen, was unter anderem auf die aktuell vorherrschenden Konflikte, Aufrüstung und geopolitische Abhängigkeiten zurückzuführen ist. Für Anleger könnte diese Entwicklung auch Chancen mit sich bringen, besonders da aktuell wenig auf wieder sinkende Preise für Wolfram hindeutet.

Das Wichtigste im Überblick

  • Industrie-Rohstoff Wolfram: Wolfram ist ein kritischer Rohstoff und wird im Maschinenbau, in der Rüstungsindustrie und vielen weiteren Branchen verwendet.
  • Rasanter Preisanstieg: Der Wolframpreis hat sich innerhalb eines Jahres verfünffacht und steigt aktuell weiter.
  • Chance für Anleger: Das neue Wolfram-Rekordhoch könnte ein Signal für strukturelle Knappheit sein und zu steigenden Gewinnen bei Produzenten und Zulieferern führen.

Wolfram als teurer Schlüsselrohstoff für Industrie und Technologie

Wolfram ist extrem hart und hat den höchsten Schmelzpunkt (3.422 Grad Celsius) aller bekannten Metalle. Deshalb findet es vielfältige Anwendungen, unter anderem in der Industrie, aber auch in panzerbrechender Munition und Raketenkomponenten, die beispielsweise im Iran-Krieg zum Einsatz kommen. Während Wolfram in der industriellen Verwendung oft recycelbar ist, geht es in Produkten wie Raketen unwiederbringlich verloren.

Neben dem sinkenden Angebot sind geopolitische Abhängigkeiten ein weiterer Preistreiber: China dominiert die globale Wolframproduktion und hat laut der US-Geologiebehörde USGS im letzten Jahr 67.000 Tonnen Wolfram gefördert, ein Anteil von etwa 79 Prozent der weltweiten Produktion.

Zu guter Letzt sorgt steigende Nachfrage für höhere Preise. Wolfram wird aktuell vermehrt militärisch nachgefragt, aber auch in der Industrie ist das Metall begehrt. Seine Härte und Hitzebeständigkeit macht es unter anderem unverzichtbar für Hartmetallkomponenten wie Bohrer und andere Werkzeuge. Damit wird Wolfram vor allem in den Branchen benötigt, die traditionell wichtig für die deutsche Industrie sind: Maschinenbau, Metallverarbeitung und Fahrzeugfertigung.

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Quellen:

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Wolfram: Wie können Anleger investieren?

Im Gegensatz zu Rohstoffen wie Gold, Silber oder Öl lässt sich als Privatanleger nicht direkt in Wolfram investieren. Dennoch gibt es diverse Möglichkeiten, am Preisanstieg des Metalls zu partizipieren. Der wohl direkteste Weg sind Aktien von Wolfram-Mienen wie die Zijin Mining Group (ISIN: CNE100000502), Almonty Industries (ISIN: CA0203987072) oder Eramet (ISIN: FR0000131757).

Alternativ kann auch über Rare-Earth- oder strategische Metalle-ETFs wie den VanEck Rare Earth and Strategic Metals (ISIN: IE0002PG6CA6) und den Global X Disruptive Materials (ISIN: IE000FP52WM7) in Wolfram investiert werden. Zwar wird hier auch eine Vielzahl anderer Rohstoffe mitgekauft, die Diversifikation sorgt aber auch für sinkende Risiken und Zugang zu weiteren kritischen Metallen und Rohstoffen. ETFs lassen sich außerdem in der Regel kostenlos oder sehr günstig besparen und überzeugen mit geringen Gesamtkosten.

Als dritte Möglichkeit können Anleger auch rohstoffnahe Dienstleister in Betracht ziehen. So profitieren beispielsweise Bergbau-Ausrüster oder Infrastruktur-Anbieter ebenfalls vom Wolfram-Boom. Der sogenannte „Pick-and-Shovel“-Ansatz setzt darauf, nicht direkt in den Rohstoff zu investieren, sondern in Unternehmen, die von steigenden Investitionen in Förderung, Infrastruktur und Technologie profitieren. Beispiele für solche Unternehmen sind Caterpillar (ISIN: US1491231015) oder Komatsu (ISIN: JP3304200003) im Bereich Mining-Equipment sowie Anbieter wie Sandvik (ISIN: SE0000667891), Epiroc (ISIN: SE0015658109) oder Metso (ISIN: FI0009014575), die Technik und Infrastruktur für die Rohstoffförderung bereitstellen.

Auf einen Blick: Beispiel-Investments Wolfram
Investment ISIN Typ Performance (1 Jahr) Performance (3 Jahre) Performance (5 Jahre)
Almonty Industries CA0203981034 Aktie +674,3 % +2274,5 % +1244,1 %
Eramet Aktie FR0000131757 Aktie +19,3 % -45,7 % -17,3 %
VanEck Rare Earth and Strategic Metals IE0002PG6CA6 Rohstoff-ETF +167,9 % +12,0 % -0,8 %
Global X Disruptive Materials IE000FP52WM7 Rohstoff-ETF +152,4 % +75,4 %
Caterpillar US1491231015 Mining-Ausrüster +162,1 % +219,1 % +233,5 %
Sandvik SE0000667891 Mining-Technologie +126,6 % +92,6 % +83,3%
Stand: 04.2026 / Quelle: comdirect.de

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Rekordhoch: Auch in Zukunft weiter steigende Wolframpreise?

Ob und wie hoch die Wolframpreise noch steigen werden, hängt maßgeblich von den genannten Faktoren wie hoher Nachfrage durch die Industrie und sinkendem Angebot ab. Der Rohstoff ist nur begrenzt verfügbar und in Kombination mit dem steigenden Bedarf spricht vieles für weitere Preissteigerungen.

Dennoch sind auch deutliche Rücksetzer möglich, etwa wenn sich die globale Lage wieder entspannt, sich die Lieferketten stabilisieren oder neue Förderquellen erschlossen werden. Hinzu kommt, dass Wolfram als Industriemetall stark auf die konjunkturelle Entwicklung reagiert. Sinkt die Industrieproduktion von Schlüsselmärkten wie Europa, in den USA oder China, dürfte die Nachfrage und damit auch der Preis von Wolfram sinken.

Hinzu kommen weitere mögliche preisdämpfende Faktoren: Das Recycling von Wolfram gewinnt zunehmend an Bedeutung und könnte das verfügbare Angebot langfristig stabilisieren. Außerdem ist der Wolframpreis stark abhängig von politischen Faktoren. Exportbeschränkungen oder Subventionen, sowie die Abhängigkeit von China, können den Markt zwischenzeitlich stark beeinflussen.

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Fazit

Das jüngste Rekordhoch beim Wolframpreis wird wohl nicht das letzte gewesen sein. Die industrielle Nachfrage und hohe Bedeutung des Metalls für Branchen wie Rüstung, Technologie und Maschinenbau sorgen für hohe Preise, die geopolitische Abhängigkeit, besonders auch von China, und die aktuellen globalen Konflikte verstärken den Preisdruck weiter.

Anleger sollten jedoch beachten, dass das jüngste Rekordhoch auch dafür spricht, dass es zumindest kurzfristig zu Korrekturen kommen kann und der Wolframpreis wieder sinkt, etwa durch eine konjunkturelle Abschwächung, politische Eingriffe oder die Erschließung neuer Förderquellen. Auch deshalb können indirekte Investments über Aktien und diversifizierte ETFs, sowie mit Sparplänen, momentan besonders attraktiv sein.

Insgesamt ist Wolfram ein stark nachgefragter, strategisch wichtiger Rohstoff, der auch für Anleger interessante Renditechancen bieten kann. Besonders die Kombination aus begrenztem Angebot und stabiler bzw. wachsender Nachfrage spricht für ein anhaltend hohes Preisniveau.

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Quellen und weiterführende Links

  • Tagesschau – Warum Wolfram plötzlich zum Problem wird tagesschau.de
  • Handelsblatt – Hersteller brauchen Wolfram, doch die Preise steigen rasant handelsbatt.com
  • Wallstreet Online –Nicht Öl: Dieser Rohstoff ist der Albtraum für Anleger, der jetzt wahr wird wallstreet-online.de

Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Alle Kursangaben und Einschätzungen basieren auf öffentlich verfügbaren Quellen zum Stand April 2026. Investitionen in Aktien sind mit Risiken verbunden – insbesondere in geopolitisch unsicheren Marktphasen.