Iran-Krieg: Boom bei grünen Aktien und ETFs

Der Iran-Krieg sorgt derzeit nicht nur an den Rohstoffmärkten für Nervosität, sondern bringt auch ein anderes Börsenthema wieder stärker in den Fokus: erneuerbare Energien. Während die Ölpreise wegen der Angst vor Lieferengpässen deutlich anziehen, setzen viele Anleger wieder verstärkt auf grüne Anlagen wie Wind- und Solaraktien und -ETFs. Hohe Preise für fossile Energieträger könnten den Ausbau erneuerbarer Energien weiter beschleunigen und damit auch Unternehmen aus dem Green-Energy-Sektor neuen Rückenwind verleihen. Entstehen hier gerade Chancen für Anleger?
Das Wichtigste im Überblick
- Steigende Öl- und Gaspreise machen erneuerbare Energien wirtschaftlich attraktiver
- Green-Energy-Aktien und ETFs verzeichnen wieder stärkere Nachfrage
- Langfristig könnte der Konflikt die Nachfrage nach nachhaltigen Geldanlagen zusätzlich befeuern
Warum der Iran-Krieg grüne Investments attraktiv macht
Der Krieg zwischen Israel und Iran sorgt aktuell für hohe Volatilität und Unsicherheit an den Energiemärkten. Besonders die Sorge vor Öl-Lieferengpässen durch die Blockade der Straße von Hormus treibt die Preise nach oben. Der Preis von Nordseeöl der Sorte Brent beispielsweise stieg von 70 auf 126 Dollar und erreichte damit ein Vierjahreshoch. Genau davon profitieren aktuell auch die erneuerbaren Energien wie Solar- und Wind-Energie.
Schon nach Ausbruch des Ukraine-Kriegs begann Europa, die Abhängigkeit von fossilen Energieimporten zu reduzieren und stärker auf erneuerbare Energien zu setzen. Dieser Trend wird durch den Iran-Krieg nur noch weiter bestärkt. Hinzu kommt: Erneuerbare Energie wird mittlerweile nicht nur als Thema der Nachhaltigkeit, sondern auch als Frage der nationalen Sicherheit gesehen. An den Börsen sorgt dieser Umstand für Aufregung: Anleger spekulieren darauf, dass erneuerbare Energien weiter gefördert werden, um eine unabhängige Energieversorgung zu gewährleisten.
Surftipp: Der Iran-Krieg und dessen wirtschaftliche Folgen
Welche Aktien und ETFs durch die Nachfrage nach erneuerbaren Energien profitieren könnten
Für Anleger könnte der Trend hin zu den erneuerbaren Energien also sehr spannend werden. Besonders gefragt sind dabei aktuell Solar- und Windkraftunternehmen, die von einem möglichen beschleunigten Ausbau der Energiewende profitieren könnten. Darüber hinaus könnten auch Infrastruktur- und Netzbetreiber interessant werden. Denn mit dem Ausbau erneuerbarer Energien steigt gleichzeitig der Bedarf an modernen Stromnetzen, Speichersystemen und Energieinfrastruktur. Ebenfalls im Fokus stehen Unternehmen aus dem Bereich Batteriespeicher und Stromspeichertechnologien.
|
|
|||||
|---|---|---|---|---|---|
| Investment | ISIN | Typ | Performance 1 Jahr | Performance 3 Jahre | Performance 5 Jahre |
| First Solar | US3364331070 | Solar-Aktie | 13,4% | -8,4% | 217,6% |
| SMA Solar | DE000A0DJ6J9 | Solar-Aktie | 188,6% | -37,4% | 53,1% |
| Vestas | DK0061539921 | Windkraft-Aktie | 70,3% | -9,1% | -16,0% |
| Nordex | DE000A0D6554 | Windkraft-Aktie | 157,5% | 294,1% | 178,9% |
| iShares Global Clean Energy UCITS ETF | IE00B1XNHC34 | Clean-Energy-ETF | 60,6% | 4,7% | 5,8% |
| L&G Clean Energy UCITS ETF | IE00BK5BCH80 | Clean-Energy-ETF | 76,9% | 50,9% | 60,8% |
| iShares Global Clean Energy Transition ETF | IE000U58J0M1 | Energy-Transition-ETF | 62,0% | 48,7% | – |
| Stand: 05.2026 / Quelle: comdirect.de | |||||
ETF-Sparpläne im redaktionellen Vergleich
Risiken beim Investieren in erneuerbare Energie
So interessant Investments in erneuerbare Energien aktuell auch erscheinen mögen, Anleger sollten die Risiken nicht unterschätzen. Viele Unternehmen aus dem Bereich Solarenergie, Windkraft oder Energiespeicher gelten weiterhin als volatil und reagieren stark auf politische Entscheidungen, Förderprogramme und die Entwicklung der Zinsen.
Gerade steigende Zinsen können problematisch sein, da zahlreiche Projekte in der Branche stark fremdfinanziert werden. Gleichzeitig stehen viele Unternehmen unter hohem Wettbewerbsdruck, insbesondere durch günstige Anbieter aus China. Auch schwankende Rohstoffpreise und Unsicherheiten bei Lieferketten können die Geschäftsentwicklung und damit auch den Aktienkurs belasten.
Fazit: Investmentchance erneuerbare Energien?
Der Iran-Krieg hat erneut eindrucksvoll gezeigt, wie abhängig die Weltwirtschaft von fossilen Energieträgern ist. Steigende Preise von Öl und Gas, sowie politische und staatliche Interessen könnten den Ausbau erneuerbarer Energien zusätzlich beschleunigen und auch Unternehmen aus den Bereichen Solarenergie, Windkraft und Energiespeicher neuen Rückenwind verschaffen.
Für Anleger könnten sich dadurch interessante Chancen ergeben. Allerdings bleiben viele Green-Energy-Aktien vergleichsweise volatil und reagieren empfindlich auf Zinsen, Förderpolitik und politische Entwicklungen. Wer langfristig an die Energiewende glaubt, könnte daher eher auf breit gestreute ETFs statt auf einzelne Aktien setzen. Fest steht: Das Thema Energiesicherheit wird wahrscheinlich weiter an Bedeutung gewinnen und damit möglicherweise auch Investitionen in erneuerbare Energien.
Broker-Vergleich - Jetzt investieren
Quellen und weiterführende Links
- umweltbundesamt.de – Erneuerbare Energien in Zahlen
- tagesschau.de – Wie der Iran-Krieg den Erneuerbaren zum Boom verhilft
- bundeswirtschaftsministerium.de – Erneuerbare Energien
Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Alle Kursangaben und Einschätzungen basieren auf öffentlich verfügbaren Quellen zum Stand Mai 2026. Investitionen in Aktien sind mit Risiken verbunden – insbesondere in geopolitisch unsicheren Marktphasen.


