Wer sind die besten Online-Broker 2020?

Platz 1: comdirect

Die comdirect bleibt der FC Bayern unter den Online-Brokern. Zum vierten Mal überzeugt die Direktbank mit Sitz in Quickborn bei Hamburg sowohl ihre Kunden als auch die Redaktion. Erneut ist es dabei das stimmige Gesamtpaket, mit dem die comdirect punktet.

Geordert werden kann ab 9,90 Euro. Es gibt günstigere Konkurrenten, dafür erhalten Anleger bei der comdirect ein breites Angebot mit unter anderem 18.500 Fonds und über 1.500 ETFs. Die Apps erlauben den Handel von unterwegs und der „Informer“ bietet eine Vielzahl von Informationen zu einzelnen Wertpapieren.

Schließlich lässt sich der Kundenservice rund um die Uhr erreichen – auch am Wochenende. Verschiedene TAN-Verfahren wie photo- und mobile TAN sichern den Zugang zum Depot.

Platz 2: Consorsbank

Die Consorsbank schaffte es zuletzt 2016 aufs Treppchen. 2020 ist sie wieder vorne mit dabei. Wie die comdirect überzeugt sie als Allround-Broker.

Bestandskunden handeln ab 9,95 Euro je Order. Dafür erhalten sie eine Auswahl von tausenden Wertpapieren – z.B. 1.400 ETFs, von denen über 530 sparplanfähig sind. Für junge Trade bis 25 Jahre gibt es ein Depot mit speziellen Konditionen.

Der Kundenservice ist an sieben Tagen die Woche erreichbar – wenn auch nicht rund um die Uhr. Einlagen sind über die gesetzliche Einlagensicherung Frankreichs geschützt und darüber hinaus über den deutschen Einlagensicherungsfonds des BdB e.V.

Platz 3: Smartbroker

Smartbroker gelingt der Sprung in die Top-3 der Online-Broker zum ersten Mal. Alles andere wäre verwunderlich, ging der Broker von wallstreet:online doch erst im Dezember 2019 an den Start.

Smartbroker kombiniert günstige Gebühren mit einem breiten Angebot. Über die Börse Gettex kann ab einem Ordervolumen von 500 Euro für 0 Euro gehandelt werden.

Das Angebot umfasst neben rund 18.000 Fonds auch Aktien, Anleihen, ETFs, Zertifikate und Optionsscheine. Das Depot wird bei der DAB BNP PARIBAS geführt.

Welche Online-Broker sind sonst erwähnenswert?

Ebenfalls gut geschlagen hat sich der Neo-Broker Trade Republic, der neu dabei ist und unter anderem den Handel für 1 Euro anbietet. Auch S Broker und ING konnten überzeugen.

Alle getesteten Online-Broker im Vergleich »

 

Was macht einen guten Online-Broker aus?

Ein guter Online-Broker sollte sich in vier Feldern hervortun: Den Gebühren, dem Angebot, den Leistungen sowie im Bereich Service & Sicherheit. Am besten schneiden bei uns darum Allround-Broker ab. Broker, die sich hingegen nur in einem Bereich auszeichnen, werden es schwer aufs Treppchen schaffen. Hier einige Beispiele für Kriterien aus unserem Testschema:

  • Welche Orderarten gibt es?
  • Haben Anleger die Möglichkeit, Neuemissionen zu zeichnen?
  • Werden kostenlose Realtime-Kurse zur Verfügung gestellt?
  • Können Anleger an Webinaren teilnehmen, um sich fortzubilden?
  • Wie sieht es mit dem Handel von unterwegs via Smartphone aus?

Insgesamt umfasst unser Testschema über 200 Kriterien. Im Folgenden liefern wir einen Überblick, welche Online-Broker sich in den einzelnen Kategorien besonders hervorgetan haben.

Was gibt es bei den Gebühren zu beachten?

Bei den Gebühren unterscheiden wir vier Musterfälle:

  • „Anleger“ tätigen jährlich 20 Käufe/Verkäufe mit einer Ordergröße von 2.500 Euro im Jahr.
  • „Aktive Anleger“ tätigen jährlich 50 Käufe/Verkäufe mit einer Ordergröße von 1.000 Euro im Jahr.
  • „Investoren“ tätigen jährlich 8 Käufe/Verkäufe mit einer Ordergröße von 5.000 Euro.
  • „Anleger von US-Aktien“ tätigen jährlich 10 Käufe/Verkäufe an einer US-Börse mit einer Ordergröße von 2.500 Euro.

Darüber hinaus ist für die Auswertung wichtig, ob ein Depot kostenfrei geführt werden kann und ob bspw. weitere Kosten für den Depotübertrag oder Orderstreichungen anfallen.

Auswertung

Gebühren
1 Trade Republic 4,77
2 Smartbroker 4,58
3 DEGIRO 4,24

Hinsichtlich der Gebühren mischen die neuen Online-Broker das Feld auf. Den ersten Platz in dieser Kategorie ergattert Trade Republic. Beim Neo-Broker lässt sich via App handeln. Dafür kosten Orders nur 1 Euro. Das überzeugte nicht nur die Redaktion, sondern auch sehr viele Kunden.

Smartbroker auf dem zweiten Platz verlangt 4 Euro je Order zzgl. Fremdspesen. Über die Börse Gettex lässt sich sogar für null Euro handeln. Über Lang & Schwarz fällt 1 Euro pro Order an.

Im letzten Jahr als Spitzenreiter in der Kategorie Gebühren gesetzt, reicht es in diesem Jahr für DEGIRO „nur“ noch für Platz drei. Anleger handeln beim Online-Broker mit Sitz in Amsterdam für 2 Euro + 0,018 Prozent über Xetra.

Mehr Details zu den Online-Brokern finden Sie hier »

Was gibt es beim Angebot zu beachten?

Masse bedeutet nicht immer auch Klasse. Eine große Auswahl an Wertpapieren ist für Anleger dennoch von Vorteil. Suchen sie nach einem speziellen Papier, ist die Wahrscheinlichkeit bei einem Broker mit großem Angebotsumfang höher, dass sie es dort auch handeln können, als bei einem Broker mit überschaubarem Angebot. Hier einige Fragen aus dem Testschema:

  • Wie viele Aktien hat der Broker im Angebot?
  • Wie viele Fonds und ETFs gibt es?
  • Wie steht es um die Anzahl der Anleihen?
  • Auf wie viele CFDs und Währungspaare lassen sich Kontrakte abschließen?
  • Können Optionen, Futures usw. gehandelt werden?

Auswertung

Angebot
1 Consorsbank 4,63
2 comdirect 4,55
3 S Broker 4,43

In dieser Kategorie haben Consorsbank und comdirect die Plätze getauscht. Ansonsten hat sich wenig im Vergleich zum Vorjahr getan. Das zeigt auch, dass viele der neuen Broker das Angebot zu Gunsten der Gebühren vernachlässigen.

Die Consorsbank punktet beispielweise bei den Fonds- und ETF-Sparplänen. 650 Fonds bzw. 530 ETFs lassen sich besparen. Auch der Handel an über 30 Börsen weltweit kann sich sehen lassen.

Bei der comdirect sind 500 Fonds und 600 ETFs sparplanfähig. Hinzu kommen zahlreiche Aktiensparpläne. Für risikoaffine Anleger gibt es ein CFD-Angebot.

Aktiensparpläne gibt es auch beim S Broker. Hinzu kommen Sparpläne für Fonds, ETFs, ETCs und Zertifikate.

Surftipp: Die besten Angebote für Fondssparpläne»

Was gibt es bei den Leistungen zu beachten?

In dieser Kategorie prüfen wir unter anderem:

  • Welche Ordertypen können Anleger nutzen?
  • Wie steht es um Apps? Was lässt sich mit der App machen?
  • Welche Recherchemöglichkeiten bietet der Broker an?
  • Gibt es einen News-Ticker?
  • Wird ein Demokonto angeboten?

Auswertung

Leistungen
1 comdirect 4,72
2 Consorsbank 4,55
3 S Broker 4,39

Fast dieselbe Reihenfolge wie beim Angebot ergibt sich bei den Leistungen. Hier hat allerdings die comdirect die Nase vorn, die Consorsbank muss auf den zweiten Platz weichen.

In der Tat ist die Liste der Vorzüge der comdirect lang: Es gibt ein Musterdepot, umfangreiche Recherchemöglichkeiten zu Wertpapieren im Informer, eine App für den Handel von unterwegs u.v.m.

Ähnlich komfortabel ist der Handel über die Consorsbank. Auch hier gibt es ein Musterdepot und viele Informationen zu Wertpapieren. Für Anleger unter 25 Jahren gibt es zudem das Young Trader-Konto.

S Broker bietet neben kostenfreien Realtimekursen eine App für den Handel von unterwegs sowie ein Chartanalyse Tool mit über 30 Indikatoren.

Was gibt es bei Service & Sicherheit zu beachten?

Jeder Anleger wünscht sich einen reibungslosen Ablauf von Trades. Sollte doch einmal etwas schief gehen oder eine Frage aufkommen, ist es wichtig, dass der Kundenservice gut erreichbar ist. Auch in puncto Sicherheit muss ein Online-Broker überzeugen. Der Zugang zum Depot sollte ausreichend geschützt sein, ebenso die Einlagen auf dem Verrechnungskonto.

Einige Fragen aus dem Testschema zum Thema „Service“:

  • Zu welchen Zeiten erreichen Anleger den Kundenservice?
  • Welche Kontaktmöglichkeiten gibt es (Telefon, E-Mail, Live-Chat etc.)?
  • Nutzt der Broker Social-Media-Kanäle?

Einige Fragen aus dem Testschema zum Thema „Sicherheit“:

  • Welche Behörde reguliert den Broker?
  • Wie hoch ist die Einlagensicherung?
  • Wie wird der Zugang zum Online-Banking geschützt?

Auswertung

Service & Sicherheit
1 comdirect 4,78
2 Consorsbank 4,61
3 Trade Republic 4,43

Es zeugt von der Qualität von comdirect und Consorsbank, dass sie auch in dieser Kategorie ganz vorne mit dabei sind. Der Kundenservice der comdirect ist rund um die Uhr erreichbar, auch am Wochenende. Bei den TAN-Verfahren setzt sie unter anderem auf photoTAN und mobile TAN. Einlagen sind über die Entschädigungseinrichtung deutscher Banken bis 100.000 Euro je Kunde abgesichert. Zusätzlicher Schutz entsteht durch den Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken (BdB).

Der Kundenservice der Consorsbank ist ebenfalls an sieben Tagen erreichbar, allerdings nicht rund um die Uhr. Sie setzt auf die mobile TAN. Alternativ kann ein TAN-Generator genutzt werden. Einlagen sind über die gesetzliche Einlagensicherung Frankreichs bis 100.000 Euro je Kunde geschützt. Auch die Consorsbank hat Anschluss zum Einlagensicherungsfonds des BdB.

Auf dem dritten Platz landet Neuling Trade Republic. Der Kundenservice ist hier nur über die App erreichbar und steht per Live-Chat oder E-Mail zur Verfügung. Der Zugang ist per Zwei-Faktor-Authentifizierung mit PIN und SMS geschützt. Einlagen liegen auf einem Treuhandsammelkonto der Berliner solarisBank AG.

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