Wer sind die besten Online-Broker 2021?

Platz 1: comdirect

Die Konkurrenz ist härter geworden. Mit den Neo-Brokern drängen neue Anbieter auf den Markt, die vor allem mit niedrigen Gebühren punkten. Dennoch holt comdirect zum fünften Mal in Folge den Titel Online-Broker des Jahres. Günstige Gebühren sind eben nicht alles.

So punktet comdirect mit ihrem umfangreichen Angebot, zu dem Sparpläne für Aktien, Zertifikate, Fonds und ETFs zählen. Abseits der Sparpläne beläuft sich das Angebot an Fonds auf über 30.000, hinzu kommen mehr als 2.000 ETFs.

Was die meisten Neo-Broker im Gegensatz zu comdirect ebenfalls nicht bieten, ist ein umfangreiches Recherche-Angebot inkl. Charts und Kennzahlen. Bei Fragen steht der Kundenservice der comdirect zudem rund um die Uhr zur Verfügung. Dieses Rundum-Paket macht die mittelprächtigen Gebühren vergessen.

Platz 2: flatex

Nach zwei Jahren, in denen es nicht fürs Treppchen gereicht hat, ist flatex zurück in den Top-3. Bei den Gebühren kann flatex Konkurrent comdirect sogar schlagen. 5,90 Euro pro Order zzgl. Fremdkosten sind nach wie vor ein guter Preis, auch wenn einige Neo-Broker das inzwischen unterbieten.

Auch abseits davon hat sich bei flatex in den letzten Jahren viel getan. Zwar gibt es keine Aktiensparpläne, dafür zum Beispiel über 2.300 Fonds, die sich besparen lassen – und das sogar kostenfrei. Auch der Handel an mehr als zehn Börsen im Ausland ist möglich.

Platz 3: Consorsbank

Zwar wurde Consorsbank vom zweiten Platz verdrängt, einen Platz auf dem Treppchen hat sie dennoch sicher. Der Fall ist ähnlich gelagert wie bei comdirect. Zwar sind die Gebühren nur mittelprächtig, alles drumherum stimmt aber.

Besonders hervorzuheben ist das große Angebot, das auch Aktien- und Zertifikate-Sparpläne umfasst. Das Angebot an Fonds und ETFs reicht zwar nicht ganz an das von comdirect heran, immerhin bei der Anzahl der sparplanfähigen Fonds hat sie aber einen hauchdünnen Vorsprung. Ansonsten punktet die Consorsbank mit einem Kundenservice, der auch am Wochenende erreichbar ist.

Welche Online-Broker sind sonst erwähnenswert?

Auch beim Blick über die Top-3 hinaus zeigt sich zunächst kein Neo-Broker. Platz 4 belegt CapTrader, Platz 5 die onvista bank. Erst auf dem sechsten Platz landet mit Smartbroker ein sehr junger Broker, ob er sich allerdings um einen Neo-Broker handelt, darüber lässt sich streiten.

Alle getesteten Online-Broker im Vergleich »

 

Was macht einen guten Online-Broker aus?

Das Testschema von Brokervergleich.de ist in vier Kategorien unterteilt: Gebühren, Angebot, Leistungen sowie Service & Sicherheit. Allround-Broker haben darum die beste Chance auf einen Platz auf dem Treppchen. Wer nur günstig ist oder nur ein großes Angebot hat, wird es schwer haben, die vorderen Ränge zu erreichen. Hier einige Beispiele für Kriterien aus unserem Testschema:

  • Welche Orderarten gibt es?
  • Haben Anleger die Möglichkeit, Neuemissionen zu zeichnen?
  • Werden kostenlose Realtime-Kurse zur Verfügung gestellt?
  • Können Anleger an Webinaren teilnehmen, um sich fortzubilden?
  • Wie sieht es mit dem Handel von unterwegs via Smartphone aus?

Insgesamt umfasst unser Testschema über 200 Kriterien. Im Folgenden liefern wir einen Überblick, welche Online-Broker sich in den einzelnen Kategorien besonders hervorgetan haben.

Was gibt es bei den Gebühren zu beachten?

Das Testschema von Brokervergleich.de betrachtet vier Musterfälle:

  • „Anleger“ tätigen jährlich 20 Käufe/Verkäufe mit einer Ordergröße von 2.500 Euro im Jahr.
  • „Aktive Anleger“ tätigen jährlich 50 Käufe/Verkäufe mit einer Ordergröße von 1.000 Euro im Jahr.
  • „Investoren“ tätigen jährlich 8 Käufe/Verkäufe mit einer Ordergröße von 5.000 Euro.
  • „Anleger von US-Aktien“ tätigen jährlich 10 Käufe/Verkäufe an einer US-Börse mit einer Ordergröße von 2.500 Euro.

Weitere wichtige Fragen sind, ob ein Depot kostenfrei geführt werden kann und ob bspw. weitere Kosten für den Depotübertrag oder Orderstreichungen anfallen.

Auswertung

Gebühren
1 Smartbroker 4,37
2 Trade Republic 4,29
3 Scalable Broker 4,24

Bei den Gebühren haben die jungen Wilden die Nase vorn. Smartbroker, Trade Republic und Scalable Broker – keiner dieser Broker hat mehr als drei Jahre auf dem Buckel. Mit ihren günstigen Gebühren wollen sie sich von der etablierten Konkurrenz absetzen. Das Ergebnis der Brokerwahl in der Kategorie Gebühren zeigt: Es klappt.

Bei Smartbroker handeln Anleger für 4,00 Euro zzgl. Fremdkosten über die Börse Xetra. Über Gettex kann ab einem Ordervolumen von 500 Euro sogar für 0,00 Euro pro Order gehandelt werden. Über Lang & Schwarz fällt 1,00 Euro an. Bei Fondssparplänen mit aktiv gemanagten Fonds gibt es zudem keine Ausführungsgebühr.

Bei Trade Republic gilt, dass Anleger für 1,00 Euro je Order handeln. Für rund 1.500 ETFs lassen sich Sparpläne ohne Ausführungebühr einrichten. Dasselbe gilt für über 2.500 Aktien. Beim Handelsplatz sind Anleger jedoch auf LS Exchange beschränkt.

Scalable Broker hingegen bietet Anlegern verschiedene Modelle an. Im Modell „Prime Broker“ wird für eine Flatrate von 2,99 pro Monat gehandelt. Im Modell „Free Broker“ kosten Orders 0,99 pro Trade. Außerdem können inzwischen für 6.000 Aktien und 1.900 ETFs Sparpläne ohne Ausführungsgebühr eingerichtet werden. Bei den Handelsplätzen gibt es ebenfalls Einschränkungen.

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Was gibt es beim Angebot zu beachten?

Zwar ist ein großes Angebot nicht alles. Es kann aber sehr nützlich sein. Vor allem bei speziellen Wünschen bezüglich des Wertpapiers, in das investiert werden soll, macht ein großes Angebot es wahrscheinlicher, dieses zu finden. Hier einige Fragen aus dem Testschema:

  • Wie viele Aktien hat der Broker im Angebot?
  • Wie viele Fonds und ETFs gibt es?
  • Wie steht es um die Anzahl der Anleihen?
  • Auf wie viele CFDs und Währungspaare lassen sich Kontrakte abschließen?
  • Können Optionen, Futures usw. gehandelt werden?

Auswertung

Angebot
1 comdirect 4,44
2 Consorsbank 4,36
3 S Broker 4,24

In dieser Kategorie zeigt sich deutlich, dass die großen Online-Broker nach wie vor mehr zu bieten haben als die Konkurrenz der Neo-Broker. In den Top-5 befinden sich nur etablierte Marken. Ganz vorne mit dabei sind comdirect, Consorsbank und S Broker.

Das liegt auch daran, dass ihr Angebot über Aktien, Fonds und ETFs hinausgeht. Alle drei bieten auch eine große Auswahl an Anleihen und Optionsscheinen. Sparplanfähige Zertifikate zählen ebenso zum Aufgebot, darüber hinaus ist bei den Anbietern der Top-3 auch der CFD-Handel möglich.

Aber auch bei Fonds und ETFs sind die Anbieter gut aufgestellt. Rund 2.000 ETFs lassen sich bei der comdirect handeln. 1.400 sind es bei der Consorsbank. Der S Broker bietet knapp 2.000 auf. Bei allen dreien lassen sich zudem Aktiensparpläne einrichten.

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Was gibt es bei den Leistungen zu beachten?

In dieser Kategorie untersuchen wir unter anderem:

  • Welche Ordertypen können Anleger nutzen?
  • Wie steht es um Apps? Was lässt sich mit der App machen?
  • Welche Recherchemöglichkeiten bietet der Broker an?
  • Gibt es einen News-Ticker?
  • Wird ein Demokonto angeboten?

Auswertung

Leistungen
1 comdirect 4,68
2 flatex 4,65
3 Consorsbank 4,61

Ähnlich sieht es bei den Leistungen aus. In den Top-3 befinden sich wieder etablierte Online-Broker: comdirect, flatex und Consorsbank. Die Neo-Broker sind hingegen abgeschlagen.

Das verwundert nicht. So bieten die Top-3 Weiterbildungen (z.B. Webinare) und Präsenzveranstaltungen an. Mit Demokonten lässt sich das Angebot testen. Hinzu kommen Realtime-Kurse und -Charts sowie Apps für den Handel von unterwegs. Auch die Recherche-Möglichkeiten sind enorm – gerade beim letzten Punkt hapert es bei so manchem Neo-Broker.

Was gibt es bei Service & Sicherheit zu beachten?

Auch Service & Sicherheit spielen eine wichtige Rolle. Ein Kundenservice, der gut erreichbar ist, ist eine Qualität – gerade auch, wenn einmal etwas schiefläuft. Inzwischen sollten Broker selbstverständlich auch via Social Media erreichbar sein. Dazu sollte das Depot gut geschützt sein.

Einige Fragen aus dem Testschema zum Thema „Service“:

  • Zu welchen Zeiten erreichen Anleger den Kundenservice?
  • Welche Kontaktmöglichkeiten gibt es (Telefon, E-Mail, Live-Chat etc.)?
  • Nutzt der Broker Social-Media-Kanäle?

Einige Fragen aus dem Testschema zum Thema „Sicherheit“:

  • Welche Behörde reguliert den Broker?
  • Wie hoch ist die Einlagensicherung?
  • Wie wird der Zugang zum Online-Banking geschützt?

Auswertung

Service & Sicherheit
1 comdirect 4,54
2 Consorsbank 4,42
3 CapTrader 4,39

Dier ersten beiden Plätze in dieser Kategorie bleiben unverändert im Vergleich zum Vorjahr. Dass gerade die großen Online-Broker hier punkten, verwundert nicht. Denn bspw. einen guten Kundenservice zu bieten, bedeutet viel Aufwand. So lässt sich der Kundenservice der comdirect an sieben Tagen die Woche rund um die Uhr erreichen.

Die Consorsbank kann zwar auch an sieben Tagen die Woche erreicht werden, allerdings nicht rund um die Uhr, sondern jeweils von 7:30 bis 22:00 Uhr. Der Kundenservice von CapTrader steht Anlegern Montag bis Freitag von 08:30 bis 20:00 Uhr zur Verfügung. Außerdem gibt es bei CapTrader einen Rückruf-Service. Alle drei Broker bieten zudem einen Live-Chat an.

Außerdem unterliegen die drei der Aufsicht der deutschen Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin). Für comdirect gilt die gesetzliche Einlagensicherung Deutschlands bis 100.000 Euro je Kunde, für Consorsbank die gesetzliche Einlagensicherung Frankreichs, ebenfalls bis 100.000 Euro je Kunde. Anleger von CapTrader aus der EU werden durch das Irish Investor Compensation Scheme („ICS“) bis 20.000 Euro je Kunde geschützt. comdirect und Consorsbank sind zudem freiwillige Mitglieder im Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken (BdB).

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Zuletzt aktualisiert am 25.10.2021