Depotwechsel – Dieser Tipp bringt bis zu 2,00 Prozent Zinsen aufs Tagesgeld

Die aktuelle Niedrigzinsphase trifft alle deutschen Sparer hart. Die Zinsen für Sparbücher, Festgeld- und auch Tagesgeldkonten sind im Keller. Daran dürfte sich auch so schnell nichts ändern. Nach den letzten Entscheidungen der EZB werden sich die Sparzinsen wohl in den nächsten Jahren nicht mehr erholen.

Aus diesem Grund bleibt das Geld vieler Anleger unverzinst. Tagesgeldkonten werfen im Durchschnitt nur mehr 0,50 % ab. Viele Banken zahlen gar keine Zinsen auf täglich fällige Einlagen.

Deutlich bessere Tagesgeldzinsen haben da Online-Broker zu bieten, denn der deutsche Markt für Depotkunden ist stark umkämpft. Jeder Kunde, der Aktien oder andere Wertpapiere handelt, ist für Online-Broker und Filialbanken bares Geld wert.

Um Neukunden zu gewinnen, locken Anbieter deshalb mit attraktiven Prämien in unterschiedlichsten Formen. Einige Beispiele (Stand März 2015), mit denen Online-Broker einen Depotwechsel belohnen:

  • Die Consorsbank bietet 1,00 % p.a. Zinsen aus Tagesgeld für bis zu 20.000 Euro, wenn Wertpapiere im Wert von mindestens 6.000 Euro übertragen werden. Bei Schließung des bisherigen Depots gibt es zusätzlich 1,00 % Zinsbonus. Das Depot, das Verrechnungs- sowie auch das Tagesgeldkonto sind kostenlos. Insgesamt sind also bis zu 2,00 % pro Jahr aufs Tagesgeld drin.
  • Bei maxblue, dem Online-Broker der Deutschen Bank, wird innerhalb von zwei Wochen nach Einbuchung der Wertpapiere eine Geldprämie in Höhe von 0,50 %, maximal 2.500 Euro des Wertes der übertragenden Wertpapiere gezahlt.
  • Die comdirect Bank zahlt 50 Euro Aktivitätsprämie, wenn Fonds im Wert von mindestens 5.000 Euro übertragen werden.

4 gute Gründe für einen Depotwechsel

  1. Der Depotwechsel ist kostenlos. Ein Depotwechsel wird von Online-Brokern als kostenloser Service verstanden. Der Anbieter des bisherigen Depots darf aufgrund eines Urteils des BGH (AZ. XIZR 49/04) keine Gebühren in Rechnung stellen. Einzig für im Ausland gelagerte Wertpapiere gibt es Ausnahmeregelungen.
  2. Attraktive Prämien. Wie schon beschrieben locken Depot-Anbieter mit attraktiven Sonderangeboten.
  3. Bessere Konditionen. Bei einem neuen Anbieter lässt es sich oft günstiger handeln. Erfolgt der Wechsel von einer Filialbank zu einem Online-Broker können oft mehrere hundert Euro im Jahr an Transaktionskosten eingespart werden.
  4. Alles aus einer Hand. Sämtliche Wertpapiere bei einem Anbieter halten, sorgt für mehr Überblick.

Wie funktioniert ein Depotwechsel?

Ein Depotwechsel ist einfach und in wenigen Schritten erledigt:

  1. Auswahl eines geeigneten Wechselangebotes
  2. Depotwechsel-Antrag online ausfüllen, ausdrucken und unterschreiben
  3. Die Identitätsfeststellung in einer Postfiliale durchführen
  4. Alles Weitere übernimmt der neue Anbieter

Was gibt es bei einem Depotübertrag zu beachten?

Das Altdepot kündigen

Ist der Depotwechsel vollzogen, sollte nicht vergessen werden, das bisherige Depot zu kündigen. Das alte Depot wird nicht automatisch gekündigt und kann auch ohne Inhalt weitere Gebühren verursachen. Die meisten Online-Broker ermöglichen jedoch bei der Depoteröffnung durch das Ankreuzen eines entsprechenden Feldes die gleichzeitige Kündigung des bisherigen Depots.

Tipp: Lassen Sie die Kündigung durch ihren neuen Anbieter durchführen. Das spart Zeit und Mühe.

Auf die sonstigen Leistungen achten

Neben den Depotwechselprämien stehen oftmals die Depotgebühren im Mittelpunkt des Interesses. Der Preis ist jedoch nur ein Teil des gesamten Angebotes. Ein genauerer Blick zeigt, dass ein breit gefächertes Angebot selten vom günstigsten Online-Broker geboten wird.

Der Anleger sollte bei einem Anbieterwechsel ebenso auf die restlichen Leistungen achten. Folgende Fragestellungen helfen bei der Auswahl eines neuen Partners für die Wertpapiertransaktionen:

  • Welche „Banking“-Produkte werden neben dem Wertpapierhandel angeboten? (Tagesgeld-, Festgeldkonto, Girokonto, Finanzierungsangebote, Kreditkarten, Vorsorgeprodukte)
  • An welchen Börsen ist der Wertpapierhandel möglich?
  • Welche Ordertypen werden angeboten?
  • Wie ist das Informationsangebot auf der Website des Anbieters?
  • Wie gut ist der Service des Online-Brokers?
  • Sorgt der Anbieter für ein sicheres Banking?

Diese sowie weitere Fragestellungen werden auf im Online-Broker-Vergleich  im Rahmen eines speziellen Broker-Tests mit knapp 250 Vergleichskriterien für die wichtigsten Online-Broker Deutschlands durchgeführt.

Das Risiko für aktive Anleger

Anders als im Überweisungs- und Lastschriftverkehr gibt es für die Dauer von Depotüberträgen keine gesetzlich festgelegte maximale Zeitspanne. Die meisten Banken geben einen Zeitraum von ein bis vier Wochen an. Eine festgelegte Frist kann jedoch nicht garantiert werden. Verzögert sich der Vorgang, können die im Depot befindlichen Wertpapiere für mehrere Wochen nicht gehandelt werden. Aktive Anleger, die auf kurzfristige Kursentwicklungen spekulieren, sollten diesen Aspekt des Depotwechsels nicht außer Acht lassen und gegebenenfalls die Positionen vorher verkaufen

Die steuerlichen Auswirkungen eines Depotübertrages

Im Rahmen des Depotantrages muss angegeben werden, ob es sich um einen Übertrag:

  1. auf ein eigenes Depot
  2. durch Schenkung an Dritte
  3. an sonstige Dritte
  4. zwischen Ehepartnern/ eingetragenen Lebenspartnern handelt.

Bei einem Übertrag auf ein eigenes Depot sind Auftraggeber und Empfänger identisch. Der Depotübertrag ist in diesem Fall steuerlich unbeachtlich.

Wird der Depotbestand im Rahmen einer Schenkung übertragen, werden ebenfalls keine Steuern abgeführt. Hier erfolgt jedoch eine automatische Meldung an die Finanzbehörden.

Ein Übertrag an sonstige Dritte, der keine Schenkung darstellt wird gem. Einkommensteuergesetz als Veräußerung verstanden. Aus dem „fiktiven“ Verkauf wird die Abgeltungssteuer fällig, die automatisch an das Finanzamt abgeführt wird.

Übertragene Wertpapiere zwischen Ehepartnern bzw. eingetragenen Lebenspartnern werden ebenfalls dem Finanzamt gemeldet, unterliegen jedoch nicht der Abgeltungsteuer.

Von den obigen Regelungen sind nur Bestände, die nach dem 01. Januar 2009 angeschafft wurden, betroffen.

Bis zu 72 Prozent Kostenersparnis bei Depotwechsel

Ob ein Depotwechsel sinnvoll ist oder nicht hängt neben den angebotenen Leistungen in erster Linie von den Konditionen des aktuellen Depots ab. Der deutsche Brokermarkt ändert sich und wird immer wieder durch neue Anbieter belebt. Ein vor wenigen Jahren noch günstiger Online-Broker kann mittlerweile überteuert sein.

Das folgende kurze Beispiel soll aufklären, welche Gebühren durch einen Depotwechsel eingespart werden können. Dabei wird angenommen, dass ein Kunde ein Depot bei einer Filialbank führt und zu einem Online-Broker wechseln möchte.

Grundsätzlich gilt: Je häufiger Anleger kaufen und verkaufen, desto größer fällt die Ersparnis durch einen Depotwechsel aus. Die größten Sparmöglichkeiten bieten sich demnach aktiven Anlegern mit einer hohen Anzahl an Wertpapiertransaktionen.

Ein Beispiel: Ein Anleger mit einem Depotvolumen von durchschnittlich 50.000 Euro besitzt ein Depot bei einer deutschen Filialbank. Er möchte seine Wertpapiergeschäfte selbst in die Hand nehmen und zu einem Online-Broker wechseln.

Er tätigt 10 Käufe  sowie 10 Verkäufe im Jahr. Die durchschnittliche Ordergröße beträgt 2.500 Euro. Die folgenden Beispielkonditionen lehnen sich an aktuelle Angebotskonditionen deutscher Filialbanken sowie Online-Broker an.

Bei einer Filialbank fallen Kosten für die Depotführung in Höhe von 0,17 % des jeweiligen Depotkurswertes an. Der Mindestpreis pro Transaktion beträgt 30,00 Euro. Alle Wertpapieraufträge werden limitiert. Die Filialbank berechnet eine Limitgebühr von 5,00 Euro je Einstellung eines Limits.

Bei einem Online-Broker fallen bei aktiver Nutzung in der Regel keine Kosten für die Depotführung an. Die Ordergebühr setzt sich aus einem Grundpreis in Höhe von 4,90 Euro sowie einem Provisionssatz von 0,25 % des Ordervolumens zusammen. Limitgebühren werden vom Online-Broker nicht berechnet.

Fremde Kosten und Auslagen (hierzu zählen insbesondere die Transaktions- und Handelsentgelte der Börsen) bleiben im Beispiel unberücksichtigt. Diese werden in der Regel in gleicher Höhe, egal ob Filialbank oder Online-Broker, vom Kunden erhoben.

Zusammengefasst ergibt sich die folgende Bild:

  Filialbank Online-Broker Kostenersparnis
Depotführung 85 Euro 0 Euro 85 Euro
Transformation 600 Euro 223 Euro 377 Euro
Limitgebühren 100 Euro 0 Euro 100 Euro
Gesamt 785 Euro 223 Euro 562 Euro

Bei der Filialbank werden pro Jahr insgesamt 785 Euro fällig. Dieselben Transaktionen bei einem Online-Broker kosten 223 Euro bzw. 72 % weniger.

Eine Beratung in der Filiale ist nach einem Wechsel nicht mehr möglich

Warum sind Filialbanken um ein Vielfaches teurer als  Online-Broker? Das liegt im Wesentlichen an der Wertpapierberatung. Das geschieht in der Filialbank entweder persönlich oder per Telefon. Bei Online-Brokern muss der Anleger dagegen auf eine Beratung verzichten.

Fraglich ist die Qualität der Filialbank-Beratung. In regelmäßigen Abständen wird die Qualität der Anlageberatung von Finanzmagazinen und Verbraucherzentralen getestet. Oftmals mit mangelhaften Ergebnissen.

Der wesentliche Grund dafür ist, dass jeder Bankberater auch immer ein Verkäufer ist. Er ist bestrebt genau die Produkte zu verkaufen, an denen die Bank am meisten verdient. Das hat zur Folge, dass das empfohlene Produkt nur selten zum Kunden passt, zu teuer oder zu riskant ist.

Wenn Anlageberater meist provisionsorientiert arbeiten und dadurch schlechte Qualität liefern, liegt es nahe, dass Anleger ihre Finanzen selbst in die Hand nehmen. Wie im Beitrag gezeigt wurde, sind neben attraktiven Depotwechselprämien mehrere Hundert Euro Ersparnis für den Verzicht des persönlichen Kontaktes möglich.