Depot wechseln und Geld sparen – so geht’s

Sie legen bereits einen Teil Ihres Geldes am Aktienmarkt an? Dann haben Sie in der aktuellen Niedrigzinsphase bereits den ersten richtigen Schritt getan. Doch wie können Sie Ihre Geldanlage noch profitabler machen? Ganz einfach, indem Sie Ihre Depot-Kosten senken. Eventuell verschenken Sie eine Menge Geld, weil Sie Ihr Depot noch bei einer Filialbank führen.

Der Wechsel zu einem kostengünstigen Online-Broker kann jährlich eine Menge an Gebühren sparen. Welche Vorteile ein Wechsel bringt, wie viel Sie einsparen können und wie Sie den Depotwechsel am besten anpacken lesen Sie in folgendem Depotwechsel Ratgeber.

Wählen Sie ihr Aktien-Kaufverhalten und finden Sie das beste Depotwechsel-Angebot:

BrokerStandardNeukundeBonusErgebnis
Online-Broker Test
 
Kosten p.a.pro OrderKosten p.a.
1 Die Gesamtkosten p.a. berechnen sich auf Basis der aktuellen Konditionen (Quelle: Preis- Leistungsverzeichnis). Einige Broker berechnen außerdem Börsenplatzgebühren.
2 Gesamtkosten p.a. (Neukunde) + Prämie berechnen sich auf Basis der vom jeweiligen Broker angebotenen Konditionen für Neukunden. Einige Broker berechnen außerdem Börsenplatzgebühren. Alle Angaben ohne Gewähr
Consorsbank Logo224,00 €497,50 €139,60 €3,95 €3,95 €3,95 €79,00 €197,50 €31,60 €bis zu 5.000 EUR Barprämie bei Depotübertrag (4,1) |?|Zum Broker »
OnVista Bank Logo234,80 €414,50 €139,60 €5,00 €5,00 €5,00 €100,00 €250,00 €40,00 €bis zu 150 EUR Prämie bei Depotübertrag (4,0) |?|Zum Broker »
comdirect Logo223,00 €495,00 €139,20 €8,05 €7,43 €11,18€161,00 €371,50 €89,45 €bis zu 600 EUR Prämie bei Depotübertrag (4,0) |?|Zum Broker »
flatex Logo100,00 €250,00 €40,00 €5,00 €5,00 €5,00 €100,00 €250,00 €40,00 €Fünf Free-Trades für Neukunden bei Depotübertrag (4,0) |?|Zum Broker »
TARGOBANK Logo178,00 €445,00 €100,00 €8,90 €8,90 €12,50 €178,00 €445,00 €100,00 €bis zu 2,00 % p.a. Tagesgeldzins für 12 Monate (3,5) |?|Zum Broker »
wüstenrot Logo198,00 €495,00 €100,00 €9,90 €9,90 €12,50 €198,00 €495,00 €100,00 €250 EUR Prämie bei Depotübertrag (3,4) |?|Zum Broker »
maxblue Logo178,00 €445,00 €100,00 €8,90 €8,90 €12,50 €178,00 €445,00 €100,00 €bis zu 2.500 EUR Prämie bei Depotwechsel (3,6) |?|Zum Broker »
1822direkt Logo224,00 €495,00 €139,60 €9,80 €8,36 €15,27 €196,00 €417,80 €122,15 €Bis zu 200 Euro Gutschrift (3,6) |?|Zum Broker »
Merkur Bank Logo500,00 €1250,00 €200,00 €25,00 €25,00 €25,00 €500,00 €1250,00 €200,00 €2 % p.a. aufs Festgeld für 6 Monate (3,3) |?|Zum Broker »

Die 12 Antworten auf die wichtigsten Fragen zum Depotwechsel

1) Was kostet ein Depotwechsel?

Nichts. Ein Depotwechsel wird von Online-Brokern als kostenloser Service verstanden. Ihre bisherige Filialbank wird Ihnen für den Depotübertrag ebenfalls keine Gebühren in Rechnung stellen. Einzige Ausnahme: Sind ausländische Lagerstellen involviert können diese der abgebenden Bank Entgelte in Rechnung stellen, die wiederum auch den Kunden belastet werden dürfen. Fragen Sie im Vorfeld eines Depotübertrags bei der abgebenden Bank nach, ob solche Entgelte zu erwarten sind.

2) Wird ein Depotwechsel vom neuen Anbieter zusätzlich belohnt?

Online-Broker belohnen Neukunden mit attraktiven Sonderaktionen. Derzeit werden Depotwechsler mit attraktiven Tages- oder Festgeldzinsen belohnt.

3) Achten Sie bei der Auswahl des neuen Brokers nicht nur auf die Konditionen, sondern auch auf die angebotenen Leistungen.

Den günstigsten Anbieter finden Sie im Online-Broker Vergleich. In einzelnen Broker-Test werden zusätzlich die Gebühren, das Angebot, die Leistungen sowie der Service und die Sicherheit ausführlich unter die Lupe genommen.

4) Wie funktioniert ein Depotwechsel?

Ein Depotwechsel funktioniert ganz einfach in folgenden Schritten:

Depot eröffnen. Wählen Sie ein für Sie interessantes Wechselangebot aus. Füllen Sie Ihren Eröffnungsantrag aus und eröffnen Sie Ihr Depot.

vorschaubild_formular_depotuebertragDepotübertrag beauftragen. Für einen Konto- bzw. Depotübertrag, benötigt der bisherige Online-Broker einen schriftlichen Auftrag per Post von Ihnen. Bitte nutzen Sie dazu das Formular Konto- und Depotübertrag und senden Sie dieses Ihrem bisherigen Online-Broker zu.

Alles Weitere übernimmt Ihr neuer Online-Broker für Sie.

5) Wie lange dauert ein Depotwechsel?

Ein Depotübertrag dauert in der Regel ca. zwei Wochen. Je nach Art der Wertpapiere unter Umständen auch mehrere Wochen. Gesetzliche Vorgaben gibt es hier nicht. Bei Depotübertragungen aus dem Ausland sind auch längere Zeiträume möglich, aber nicht die Regel.

6) Was passiert mit dem bisherigen Depot?

Ist der Depotwechsel vollzogen, sollten Sie nicht vergessen, das Depot bei Ihrer alten Bank zu kündigen. Das alte Depot wird nicht automatisch gekündigt und kann auch ohne Inhalt weitere Gebühren verursachen. Die meisten Online-Broker ermöglichen bei der Depoteröffnung durch das Ankreuzen eines entsprechenden Feldes die gleichzeitige Kündigung des bisherigen Depots.

7) Wie werden Wertpapiere, die vor dem 01.01.2009 erworben wurden behandelt?

Hier handelt es sich um einen Altbestand, der beim Verkauf nicht der Abgeltungsteuer unterliegt. Einzelheiten zur Abgeltungsteuer können Sie hier nachlesen. In der Regel werden die Anschaffungsdaten von der bisherigen Bank übertragen so dass Kursgewinne nach dem alten Steuerrecht besteuert werden.

8) Welche weiteren steuerlichen Auswirkungen hat ein Depotwechsel?

Grundsätzlich wird ein Depotübertrag von den Finanzbehörden als Verkauf angesehen. Alle bisher anfallenden Gewinne müssen versteuert werden.

Hierzu gibt es zwei wichtige Ausnahmen:

Der Depotinhaber bleibt gleich (Gläubigeridentität). Der Depotübertrag ist steuerneutral wenn der Depotinhaber der bisherigen Bank mit dem Depotinhaber des neuen Anbieters übereinstimmt.

Der Depotinhaber wechselt (Gläubigerwechsel). Der Depotübertrag ist steuerneutral, wenn der Kunde anzeigt, dass es sich um eine Schenkung (unentgeltlicher Betrag) handelt.

9) Wird der so genannte Verlustverrechnungstopf übertragen?

Die Übertragung der Verluste in Verlustverrechnungstöpfen ist möglich. In der Regel müssen dazu alle im Depot befindlichen Stücke übertragen werden. Außerdem muss es sich um einen Übertrag mit Gläubigeridentität handeln. Das bedeutet, der Depotinhaber bleibt gleich.

10) Was passiert mit Wertpapieren, die im Ausland gekauft wurden?

Grundsätzlich können Sie auch Wertpapiere übertragen, die im Ausland erworben wurden. Hier entstehen jedoch bei einem späteren Verkauf an einer deutschen Börse Gebühren, da ein Lagerstellenwechsel vorgenommen werden muss.

11) Werden auch Anteilsbruchstücke übertragen?

Nein. Bruchstücke von Wertpapieren, wie sie zum Beispiel im Zusammenhang mit Fonds- oder Aktiensparplänen anfallen können nicht übertragen werden. Wird das Depot bei der abgebenden Bank nicht gekündigt verbleiben diese Bruchstücke dort. Depotinhaber können ihrer Bank den Auftrag erteilen, Bruchstücke von Wertpapieren auszubuchen.

12) Übermittelt die abgebende Bank die Einstandskurse?

In der Regel ja. Banken sind bei Depotbeiträgen innerhalb Deutschlands zur Übermittlung der Einstandskurse sowie der Zeitpunkte, zu denen die Wertpapiere gekauft wurden, verpflichtet. Durch diese Übermittlung werden Bestandsregelungen für vor dem Inkrafttreten der Abgeltungssteuer angeschafft Wertpapiere gewahrt. Neben den Einstandskursen können auf Antrag auch die Verlustverrechnungs- und Quellensteuertöpfe übertragen werden.

Besitzen Sie noch ein Aktiendepot bei einer Filialbank? Diese Gründe sprechen für einen Wechsel zu einem Online-Broker

Seit Anfang der 1990er Jahre stehen Online-Broker und Filialbanken im direkten Wettbewerb

Die ersten Online-Broker, wie zum Beispiel Cortal Consors oder die DAB Bank, entstanden bereits Anfang der 1990er Jahre mit der kommerziellen Verbreitung des Internets.

Im Unterschied zu den klassischen Banken besitzen Online-Broker kein eigenes Filialnetz, sie sind nur über Telefon oder Internet zu erreichen. Im Wesentlichen unterscheidet sich das Angebot eines Online-Brokers nicht von einer klassischen Filialbank. Die meisten Online-Broker besitzen sogar eine Vollbanklizenz, so dass sie alle Arten von Bankgeschäften anbieten können.

Online-Broker haben keine Filialen – und sind deswegen deutlich günstiger

Ein flächendeckendes Filialnetz kostet eine Menge Geld. Aufwendungen für Gebäude, Mieten und Personal fallen bei Online-Brokern nicht an. Diese Kostenvorteile werden an Kunden weitergegeben, die Orderkosten sind deutlich niedriger.

Das Kernelement einer Filialbank – die persönliche Beratung vor Ort – wird von einem Online-Broker nicht angeboten. Wie im nächsten Punkt beschrieben, sinkt jedoch die die Beratungsquote der Filialbanken seit der Regulierung der Anklageberatung massiv.

Beratungsprotokolle: Die Wertpapierberatung wird vielen Filialbanken zu teuer

Vor dem Hintergrund der Finanzkrise hat der Gesetzgeber eine Reihe von Regulierungsmaßnahmen, unter anderem auch die Dokumentationspflicht von Beratungen verabschiedet.

Seit Anfang 2010 muss zu jeder Anlageberatung ein umfangreiches Protokoll angefertigt werden. Dieses wird unterzeichnet und dem Kunden ausgehändigt. Damit soll die Position des Kunden bei Rechtsstreitigkeiten verbessert werden.

Der vom Gesetzgeber geforderte Protokollaufwand ist jedoch, gerade bei komplexen Depotbesprechungen, unverhältnismäßig hoch. Das verursacht zusätzliche Kosten, so dass Banken lieber einfache Depot- und Anlagevorschläge favorisieren oder ganz auf die Wertpapierberatung verzichten. Viele Berater sparen sich daher Haftungsrisiken sowie den Aufwand für das Protokollieren und empfehlen lieber niedrig verzinstes Tages- oder Festgeld.

Vor diesem Hintergrund findet eine qualitativ hochwertige Anlageberatung für Privatanleger in einer Filialbank kaum noch statt.

Bankfiliale versus Online-Broker – der direkte Kostenvergleich – Sparen Sie bares Geld

Passend zur Thematik hat die Zeitschrift Finanztest 06/2013. eine umfangreiche Studie zum Vergleich der Konditionen von 42 Filialbanken und Online-Brokern durchgeführt.

Dabei wurde das Augenmerk zum einen auf die Jahreskosten eines Depots und zum anderen auf die Gebühren, die beim Kauf bzw. Verkauf von Aktien bzw. anderen Wertpapieren entstehen, gelegt.

Es wurden zwei Varianten durchgerechnet

  1. Ein Anleger mit großem Depot und wenigen Transaktionen
  2. Ein jüngerer aktiver Anleger mit deutlich kleinerem Depotvolumen

Die Ergebnisse sind eindeutig und zeigen einmal mehr, dass sich ein Depotwechsel auf jeden Fall lohnt: im Schnitt sparen Sie bei einem Wechsel von einer Filialbank zu einem Online-Broker ca. 70 % Transaktionskosten. Zwischen der teuersten Filialbank und dem günstigsten Online-Broker lagen mehr als 800 Euro Unterschied pro Jahr.

Die eingesparten Transaktionskosten haben langfristig auch enormen Einfluss auf Ihr gesamtes Vermögen. Jeder eingesparte Euro profitiert vom Zinseszinseffekt, so dass Ihr Vermögen zusätzlich gesteigert werden kann.

Profitieren Sie von außerdem von extra langen Handels- und Servicezeiten, die Ihnen eine Filialbank nicht bieten kann

Für Fragen zu Ihrem Konto bzw. Depot steht Ihnen die Filialbank üblicherweise nur zu den Banköffnungszeiten, d.h. werktags bis 18:00 Uhr, zur Verfügung. Der Service von Online-Brokern ist dagegen börsentäglich bis 22:00 Uhr zu erreichen. Manche bieten sogar einen 24 Stunden Service an 7 Tagen in der Woche an.

Ebenso bedeutsam sind die Wertpapierhandelszeiten. Während Sie in ihrer Filialbank an die üblichen Banköffnungszeiten gebunden sind, profitieren Sie bei einem Online-Broker von extra langen Handelszeiten.

Im außerbörslichen Handel erhalten Sie die Möglichkeit bereits vor der Börseneröffnung zu handeln. Außerdem können Sie börsentäglich bis 23:00 Uhr und sogar am Wochenende reagieren, wenn die Börsen längst geschlossen haben.

Finden Sie weitere Antworten im ausführlichen Ratgeber rund um den Depotwechsel

Depotwechsel Basisinformationen

Die Vorbereitungen zum Depotwechsel: Alles zum Depotvergleich

Alles zum Ablauf des Depotwechsels