Buffett: Gedanken zu Apple und zum Bankensystem

95 Jahre alt, inzwischen (mehr oder weniger) zurückgetreten, aber wenn seine Stimme die Aktienmärkte erreicht, steigt die Aufmerksamkeit: Vor wenigen Wochen hat sich Börsen-Legende Warren Buffett noch einmal zu Wort gemeldet und in einem TV-Interview mit CNBCs „Squawk Box“ ein paar Anlagedetails verraten. Speziell die Aussagen zu seinem Investment in Apple waren verblüffend.
Das Wichtigste im Überblick
- Warren Buffett hält den Aktienmarkt weiter für überbewertet und sorgt sich um den Bankensektor
- Apple-Aktien „zu früh“ verkauft, allerdings ohne Bedauern
Zu früh verkauft, aber 100 Milliarden US-Dollar Gewinn gemacht
Wenn Warren Buffett spricht, hören Anleger gespannt zu. So auch geschehen bei seinem jüngsten Auftritt beim US-Börsensender CNBC. Hier erklärte der Ex-CEO von Berkshire Hathaway, dass selbst er nicht immer das perfekte Timing gehabt habe. Seine Aussage bezog sich in diesem Fall auf die Wertpapiere von Apple. Von jenen trennte sich Buffett in den letzten Quartalen in großem Umfang, wobei das Unternehmen aus Cupertino weiterhin die größte Position im Depot bildet (zuletzt 21,6 Prozent, was einem Wert von ca. 59 Milliarden US-Dollar entspricht bzw. 228 Mio. Aktien).
Im Interview bestätigte Buffett, er habe die Apple-Aktien „zu früh verkauft“, wenngleich er sie „noch früher“ gekauft habe. Einschränkend gab er an, dass er den Verkauf jedoch nicht unbedingt bereue. Wie und ob er noch einmal in größerem Umfang Apple-Wertpapieren zukaufen würde, ließ die Börsenikone offen. „Es ist nicht ausgeschlossen, dass Apple einen Kurs erreicht, bei dem wir eine große Menge davon kaufen“, so Buffett. „Aber nicht in diesem Markt.“
Hinsichtlich der verkauften Apple-Aktien konnte sich Buffett über einen Gewinn von rund 100 Milliarden US-Dollar freuen. Kein schlechter Deal, wenngleich die Kursentwicklung zuletzt noch mehr versprochen hätte. Aktuell liegt der Wert des Wertpapiers bei ca. 258,77 US-Dollar (Stand: 15. April 2026) – ein Plus von ca. 22,7 Prozent innerhalb eines Jahres.
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Sorgen um das Bankensystem
Die Aussage zur Marktphase nahmen einige Experten zum Anlass, aus den Worten eine generelle Überbewertung des Marktes herauszulesen. Keine besonders bemerkenswerte Erkenntnis, da Berkshire Hathaway bereits in den vergangenen Monaten massiv den eigenen Cash-Bestand anhob – auf inzwischen 300 bis 382 Milliarden US-Dollar. Ein Liquiditätsberg, der hauptsächlich in kurzfristigen US-Staatsanleihen steckt und als Flexibilitäts- und Sicherheitsgarantie dient. Sollte der Markt einbrechen, könnte die Holdinggesellschaft schnell reagieren.
Gefragt danach, ob ihm die hohe Inflation Sorgen mache, antwortete Buffett mit einem deutlichen „Ja.“ „Ich würde mich um die Inflation kümmern. Was mir aber wirklich wichtig wäre, ist die Stabilität der Banken.[…] Das Bankensystem ist in gewissem Sinne sehr stark, andererseits auch sehr fragil.“
Darauf angesprochen, inwieweit dies nicht nur das Bankensystem, sondern ebenfalls das Schattenbankensystem betrifft, erläuterte Buffett, dass „es alles Teile des Bankensystems [sind], weil sie sich alle gegenseitig beeinflussen und die Probleme von einem auf ein anderes übertragen können.“ Ein Rückblick ins Jahr 2008 zeige, was passieren könnte.
Fazit
Seit Ende 2025 ist Warren Buffett nicht mehr CEO von Berkshire Hathaway, sondern lediglich Chairman, d. h. Vorsitzender des Verwaltungsrats. Die operative Verantwortung obliegt ihm damit nicht mehr – stattdessen führt Greg Abel das Geschäft. Indes bleibt Buffett eine prägende Gestalt im Hintergrund und seine Worte haben weiterhin Gewicht. Mitunter reichen deshalb ein paar kurze Zeilen, um den ganzen Markt zu bewegen. Um den letzten Monatswechsel war es wieder einmal so weit.
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Quellen und weiterführende Links
- CNBC Exclusive – Berkshire Hathaway Chairman Warren Buffett Speaks with CNBC’s Becky Quick on “Squawk Box” Today CNBC News Releases
Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Alle Kursangaben und Einschätzungen basieren auf öffentlich verfügbaren Quellen zum Stand April 2026. Investitionen in Aktien sind mit Risiken verbunden – insbesondere in geopolitisch unsicheren Marktphasen.


