USA: Industrieproduktion nimmt trotz Handelskrieg zu

Donnerstag den 24.01.2019 - Abgelegt unter: Brokernews

Die Industrieproduktion der USA wird vom Handelskrieg mit China bisher nicht gedrückt. Im Dezember 2018 stieg der Index der Industrieproduktion von 109,5683 auf 109,9487 Punkte. Auch die Kapazitätsauslastung nahm zu.

Deutlich mehr Fahrzeuge in den USA produziert

Der Anstieg in der Industrieproduktion fiel stärker aus als von vielen Experten erwartet. Grund dafür ist unter anderem, dass deutlich mehr Fahrzeuge hergestellt wurden. Im gesamten verarbeitenden Gewerbe entsprach die Steigerung der Warenherstellung 1,1 Prozent. Erzeugung und Versorgersparte verzeichneten hingegen einen Rückgang.

Quellen:

  • St. Louis Federal Reserve

Der Index der Industrieproduktion liefert Anhaltspunkte dafür, wie sich die gesamte Wirtschaft der USA entwickeln wird. Eine steigende Industrieproduktion deutet auf Wirtschaftswachstum hin. Den letzten Rückgang der Industrieproduktion in den USA gab es im Mai 2018.

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Auch die Kapazitätsauslastung in den USA stieg

Neben der Industrieproduktion stieg auch die Kapazitätsauslastung. Sie wuchs von 78,6 auf 78,7 Prozent. Damit ist sie knapp unter dem letzten Hoch im Juli 2018 von 78,8 Prozent. Die Kapazitätsauslastung bestätigt die gute Entwicklung in der Industrieproduktion. Zugleich bleibt sie unter der Marke von 80 Prozent, die auf eine anstehende Ressourcenknappheit hinweisen kann.

Quellen:

  • Federal Reserve System

Die Industrie der USA scheint unter dem Handelskrieg mit China derzeit nicht zu leiden. Beide Indikatoren sind auch insofern interessant, als sie dem Trend vieler anderer Indikatoren weltweit zugegen laufen. So zeigt sich etwa beim Produktionsindex Deutschland ein deutlicher Abstiegstrend.

Quellen:

  • Statistisches Bundesamt

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Auch der Internationale Währungsfonds (IWF) dämpfte zuletzt die Erwartungen an das weltweite Wirtschaftswachstum.[1] So soll das Wachstum des globalen Bruttoninlandsprodukt nur noch 3,5 Prozent betragen (nach 3,7 Prozent in den Vorjahren). Besonders hart soll es Deutschland treffen. Hier soll sich das Wachstum von 1,9 auf 1,3 Prozent abschwächen. Auch das Wachstum in China soll sich Abschwächen.

Stellen sich die USA diesem Trend entgegen? Für sie rechnet der IWF immerhin mit einem Wachstum von 2,5 Prozent. Womöglich zahlt sich Trumps „America First“-Politik zumindest kurzfristig für sein Land aus. Die Industrieproduktion und die Kapazitätsauslastung deuten jedenfalls auf eine weiterhin starke US-Wirtschaft hin.

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Weiterführender Link

[1] Handelsblatt – Dämpfer für die Weltwirtschaft – Deutschland muss mit größtem Rückschlag rechnen