Was bedeutet der Krieg in der Ukraine für Anleger?

Am 24. Februar 2022 hat Russland die Ukraine angegriffen und damit den Ukraine-Krieg begonnen. Das hat ein Beben vor allem an den westlichen Finanzmärkten ausgelöst. Nicht nur Aktienindizes, sondern auch Kryptowährungen und der Goldpreis haben deutlich an Wert verloren. Zudem hat Russland am 16. April ein Gesetz verabschiedet, das es russischen Unternehmen verbietet, ihre Aktien mithilfe von Hinterlegungs­scheinen (ADRs/GDRs) handelbar zu machen. Das setzt auch deutsche Anleger unter Zugzwang.


Das Wichtigste auf einen Blick:

  • Update: Aktuelle Lage
  • Ausbruch des Ukraine-Krieges am 24. Februar 2022
  • Beben an den europäischen Finanzmärkten
  • Aktienindizes, Kryptowährungen und Goldpreis verlieren deutlich an Wert

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Aktuelle Lage

    September 2022

  • 29.09.2022: Schwedens Küstenwache hat ein viertes Gasleck entdeckt. Es befindet sich an Nord Stream 2 nordöstlich der dänischen Ostseeinsel Bornholm.
  • 26.09.2022: An der Gas-Pipeline Nord Stream 1 nordöstlich der dänischen Ostseeinsel Bornholm sind zwei Lecks und an Nord Stream 2 südöstlich der Insel ist ein Leck festgestellt worden. Die Gründe hierfür sind noch unklar. Sabotage wird nicht ausgeschlossen.
  • August 2022

  • 16.08.2022: Die Gasumlage wird auf 2,419 Cent pro Kilowattstunde festgelegt und soll ab Herbst gezahlt werden.
  • 15.08.2022: Die Bundesregierung plant die Einführung einer Gasumlage, um Energiekonzerne vor der Insolvenz zu bewahren.
  • 08.08.2022: Die Moskauer Börse sinkt unter 1.100 Punkte.
  • Juli 2022

  • 28.07.2022: Die Fed erhöht den US-Leitzins um 75 Basispunkte auf 2,50 Prozent.
  • 27.07.2022 (I): Die EZB erhöht den europäischen Leitzins um 50 Basispunkte auf 0,50 Prozent.
  • 27.07.2022 (II): Russland hat die Gaslieferung durch Nord Stream 1 auf 20 Prozent reduziert. Als Grund gibt der russische Energiekonzern Gazprom eine weitere fehlende Turbine an.
  • 22.07.2022: Die russische Zentralbank senkt den Leitzins auf 8,0 Prozent und sieht Spielraum für weitere Lockerungen.
  • 21.07.2022: Die Gaslieferung durch Nord Stream 1 ist pünktlich wieder angelaufen und ist mit 40 Prozent in etwa so hoch wie vor den Wartungs- und Reinigungsarbeiten.
  • 11.07.2022: Die Gaslieferung durch Nord Stream 1 wird gestoppt, um Wartungs- und Reinigungsarbeiten durchzuführen.
  • Juni 2022

  • 28.06.2022: Die Moskauer Börse klettert über 1.450 Punkte.
  • 16.06.2022 (I): Die Fed erhöht den US-Leitzins um 75 Basispunkte auf 1,75 Prozent.
  • 16.06.2022 (II): Gazprom reduziert die Gasliefermenge durch die Ostseepipeline Nord Stream 1 um weitere 20 Prozent.
  • 14.06.2022: Gazprom reduziert die Gasliefermenge durch die Ostseepipeline Nord Stream 1 um 40 Prozent und begründet dies mit Verzögerungen bei Reparaturarbeiten durch die Firma Siemens.
  • 10.06.2022: Die russische Zentralbank senkt den Leitzins auf 9,5 Prozent damit auf das Vorkriegsniveau.
  • Mai 2022

  • 30.05.2022: Russland schränkt Handel mit einigen US-Aktien ein. Die Beschränkung gelte für Anteilsscheine, deren Kauf oder Verkauf nicht mehr über internationale Wertpapierabwickler laufen könne.
  • 26.05.2022: Die russische Zentralbank senkt den Leitzins auf 11,0 Prozent und sieht Spielraum für weitere Lockerungen.
  • 23.05.2022: Die Moskauer Börse klettert über 1.250 Punkte.
  • 05.05.2022: Die Fed erhöht den US-Leitzins um 50 Basispunkte auf 1,00 Prozent.
  • April 2022

  • 30.04.2022: Die EU möchte bis Ende des Jahres zwei Drittel weniger Gas aus Russland importieren. Gleichzeitig sollen aber die Gasspeicher im Winter gut gefüllt sein. Berechnungen von Forschern zeigen: Das würde die Industrie massiv treffen.
  • 29.04.2022: Die russische Zentralbank senkt den Leitzins auf 14,0 Prozent und der Rubel steigt im Verhältnis zum Euro auf den höchsten Stand seit mehr als zwei Jahren.
  • 27.04.2022: Russland stellt die Erdgaslieferungen nach Polen und Bulgarien ein
  • 20.04.2022: Außenministerin Annalena Baerbock erklärt, dass Deutschland seine Ölimporte aus Russland bis Jahresende komplett einstellen werde.
  • 16.04.2022: Russland verabschiedet ein Gesetz, das es russischen Unternehmen verbietet, ihre Aktien mithilfe von Hinterlegungs- scheinen wie American Depository Receipts (ADRs) oder Global Depository Receipts (GDRs) handelbar zu machen.
  • 14.04.2022: Die Moskauer Börse ist zurück unter 950 Punkten.
  • 08.04.2022: Sechs Wochen nach Ausbruch des Krieges senkt die russische Zentralbank den Leitzins auf 17,0 Prozent.
  • 04.04.2022 (I):Die deutschen Exporte wuchsen im Februar vor allem wegen der guten Geschäfts mit den EU-Staaten saison- und kalenderbereinigt um 6,4 Prozent zum Vormonat auf die Bestmarke 124,7 Milliarden Euro, wie das Statistische Bundesamt am Montag mitteilte.
    Die Importe legten diesmal mit 4,5 Prozent ebenfalls kräftig zu und erreichten mit 113,1 Milliarden Euro gleichfalls einen Rekordwert, nachdem sie zu Jahresbeginn noch um 4,0 Prozent gefallen waren.
  • 04.04.2022 (II): Die Moskauer Börse steigt den fünften Tag in Folge und erholt sich deutlich auf über 1050 Punkte.
  • März 2022

  • 26.03.2022 (I): Die Moskauer Börse handelt wieder alle russischen Aktien.
  • 24.03.2022 (I): Die Moskauer Börse öffnet wieder. Allerdings können zunächst nur 33 Aktien gehandelt werden, darunter die Aktie von Gazprom.
  • 24.03.2022 (II): Trotz leichter Erholung an den Börsen blicken Banken und Fondshäuser verhalten auf die kommende Entwicklung großer Aktienindizes. Im Dezember 2021 sahen Prognosen den DAX Ende 2022 laut Bloomberg bei 17.000 Punkten. Nun wurden die Prognosen auf 15.500 Punkte gesenkt. 2021 schloss der DAX bei 15.884,86 Punkten. Bei 18 Prozent der Fondsmanager werden laut der Bank of America europäische Aktien zudem derzeit untergewichtet, da die Entwicklung der europäischen Wirtschaft stark vom Ukraine-Krieg belastet wird.
  • 24.03.2022 (III): Das ifo Institut erwartet für die deutsche Wirtschaft nur noch ein Wachstum von 2,2 bis 3,1 Prozent. Zuvor hatte die Prognose bei 3,7 Prozent Wachstum gelegen.
  • 17.03.2022: Die Fed erhöht den US-Leitzins um 50 Basispunkte auf 0,50 Prozent.
  • 15.03.2022 (I) Die Citigroup zieht sich stärker aus Russland zurück. Neben dem Geschäft mit Verbrauchern sollen auch die Geschäfte mit institutionellen Kunden und der Vermögensverwaltung abgewickelt werden.
  • 15.03.2022 (II): Sowohl die FinTech-Branche als auch Private Equity könnten unter dem Krieg in der Ukraine leiden. So könnte es für Start-ups schwieriger werden, große Finanzierungsrunden abzuschließen. Private Equity-Manager zeigen sich indes zurückhaltend, was auch damit zu tun hat, dass nach Angaben des Analysehauses Refinitiv bei rund 350 Fusionen und Übernahmen (M&A) mit russischer Beteiligung in einem Volumen von 10,7 Milliarden Dollar unklar ist, wie es weitergeht.
  • 11.03.2022 (I): US-Banken ziehen sich aus Russland zurück – sowohl Goldman Sachs als auch JP Morgan Chase kündigten entsprechende Schritte an. Die Citigroup, die von den Banken der Wall Street am stärksten in Russland tätig ist, prüft derzeit, wie sie weiter vorgehen will. Für US-Banken spielt Russland als Markt jedoch eine untergeordnete Rolle.
  • 11.03.2022 (II): Der Goldpreis kletterte in dieser Woche mehrmals über die Marke von 2.000 US-Dollar. Zuletzt (10. März) schloss er knapp darunter bei 1.995,54 US-Dollar. Auch Silber und Palladium sind gefragt.
  • 11.03.2022 (III): Die Börsenkurse bleiben volatil. Der Dax konnte jedoch die 13.000-Punkte-Marke zurückerobern. Heute startete er bei knapp 13.500 Punkten in den Tag.
  • 07.03.2022 (I): Der DAX verliert zum Handelsstart über 600 Punkte, Schlusskurs: 12.834,65 Punkte
  • 07.03.2022 (II): Nach einem zwischenzeitlichen Hoch in den ersten März-Tagen verlor der Bitcoin zuletzt wieder deutlich. Der Kurs lag am 6. März bei 38.419,98 US-Dollar, am 1. März hatte er noch bei 44.354,64 US-Dollar gelegen.
  • 07.03.2022 (III): Die Indexanbieter MSCI und FTSE Russell nehmen russische Wertpapiere aus ihren Indizes. ETFs, die die Indizes abbilden, müssen ihr Portfolio entsprechend anpassen.
  • 04.03.2022 (I): Die Börsen geben weiter nach – DAX, Dow Jones und Hang Seng schließen unter den Werten des Vortages. Der DAX steht zum Handelsschluss nur noch knapp über 13.000 Punkten: 13.094,54.
  • 04.03.2022 (II): Der Goldkurs profitiert von der Krise. Er schließt bei 1.967,78 US-Dollar. Der Schlusskurs des Vortages lag bei 1.938,31 US-Dollar.
  • 03.03.2022 (I): Nachdem der Kurs des Bitcoins am 24. Februar zunächst einbrach, erholte er sich noch am selben Tag und ging bis Ende Februar in eine Seitwärtsbewegung über. Anschließend legte er ordentlich zu und gewann kurzzeitig bis zu 21 Prozent. Vor allem der Handel von Bitcoin mit Rubel und Hrywnja hat zugenommen. Zuletzt gab der Kurs des Bitcoins wieder etwas nach.
  • 03.03.2022 (II): Russische Aktien können an kaum einer Börse mehr gehandelt werden. Ausgesetzt ist der Handel unter anderem an der Börse Moskau, der New York Stock Exchange sowie den Börsen in London und Frankfurt. Die letzten Kurse zeugten von teils gravierenden Verlusten. So schloss die Gazprom-Aktie am 28. Februar bei 3,266 Punkten, am 23. Februar hatte der Kurs noch bei 5,585 Punkten gestanden. Das entspricht einem Minus von knapp 42 Prozent.
  • 03.03.2022 (III): Viele Fonds und ETFs, die ganz oder teilweise in russische Aktien investiert sind, werden eingefroren. Es werden keine Anteile mehr ausgegeben und zurückgenommen. Der Grund dafür ist, dass wegen der Lage am russischen Aktienmarkt die Anteilswerte nicht berechnet werden können.
  • 02.03.2022 (I): Der Ölpreis (Brent) steigt auf 112,93 US-Dollar. Der DAX schließt bei 14.000,11 Punkten, nachdem er kurzzeitig auf sein bisheriges Jahrestief von 13.707 Punkten gesunken war. Der Dow Jones schließt bei 33.891,35 Punkten. Der Goldkurs fällt etwas auf 1.925,55 US-Dollar.
  • 02.03.2022 (II): Die Moskauer Aktienbörse bleibt weiter geschlossen
  • Februar 2022

  • 28.02.2022: Die russische Zentralbank erhöht den Leitzins von 9,5 auf 20,0 Prozent.

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Wie entwickeln sich die Börsen?

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Der DAX war bereits in den Tagen vor Invasion Russlands in die Ukraine unter die Marke von 15.000 Punkten gesunken. Am 23. Februar 2022, dem Tag vor dem Einmarsch, schloss der DAX bei 14.631,36 Punkten. Am 24. Februar eröffnete er deutlich im Minus bei 13.989,41 Punkten. Über Nacht hatte er damit knapp 642 Punkte bzw. rund 4,4 Prozent eingebüßt.

Der Schock des Krieges ließ den DAX innerhalb von zwei Wochen auf unter 13.000 Punkte sinken. Anschließend konsolidierte sich der deutsche Leitindex Anfang Juni bei circa 14.500 Punkten, bevor er erneut massive Kursverluste bis 12.400 Punkte hinnehmen musste. Von diesem Tief erholt sich der DAX aktuell bei Kursen um die 13.600 Punkte.

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Quellen:

Ähnlich erging es dem Dow Jones, der in den Tagen vor dem Angriff ebenfalls verloren hatte und deutlich unter 35.000 Punkte gesunken war. Am 24. Februar stand er zwischenzeitlich nur noch bei 32.272,64 Punkten, erholte sich aber noch im Laufe des Tages auf 33.223,83 Punkte, womit er über dem Schlusskurs des Vortages schloss.

In den folgenden Monaten ging es für den Dow Jones trotz kleinerer Erholungen sukzessive abwärts bis Mitte Juni sogar die Marke von 30.000 US-Dollar kurzzeitig unterschritten wurde. Von dort konnte sich der Leitindex wieder erholen und bewegt sich aktuell bei knapp 33.000 Punkten.

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„Kaufen, wenn die Kanonen donnern“?

Börsenweisheiten wie „Kaufen, wenn die Kanonen donnern“ sind mit Vorsicht zu genießen. Sie sind kein zuverlässiger Indikator für die künftige Entwicklung. Darauf weist auch Robert Halver, Leiter der Kapitalmarktanalyse bei der Baader Bank in Frankfurt am Main, hin. Er schrieb: „[…] In puncto Dauer, Intensität und Folgen geopolitischer Konflikte – gerade auch im aktuellen Fall der Ukraine – bieten sie [Börsenweisheiten, Anm. d. Red.] Anlegern keine konkreten Handlungsanweisungen.“[1]

Historisch betrachtet führen Kriege nicht zwangsläufig zu einem Börsencrash. Während der Kubakrise 1962 kam es zu einem Rückschlag für den Dow Jones, er erholte sich jedoch schnell und drehte anschließend ins Plus. Der Dritte Golfkrieg im Jahr 2003 sorgte an den Börsen für ein Plus. Beide Konflikte waren zeitlich sehr begrenzt. Während des Vietnamkriegs von 1965 bis 1975 reagierten Aktien aus den USA mit einer langen Seitwärtsbewegung und zum Ende des Krieges mit Verlusten.

„In der Vergangenheit haben kriegerische Auseinandersetzungen zumeist nur kurzfristige Rücksetzer an den Aktienmärkten zur Folge gehabt. Allerdings ist noch nicht absehbar, wie tief die Kurse tatsächlich rutschen können“, sagte Carsten Mumm, Chefvolkswirt bei der Bank Donner & Reuschel.[2] Er mahnte Anleger zur Zurückhaltung, solange der Umfang des russischen Vormarsches sowie das Ausmaß der Sanktionen nicht klar sind.

Sollten Aktien jetzt verkauft werden?

Sollten Aktien jetzt verkauft werden? Eine allgemeine Antwort auf diese Frage kann es nicht geben. In der Vergangenheit hat sich jedoch häufig eine Buy-and-Hold-Strategie als richtige Wahl erwiesen, also die Krise auszusitzen. Wer bei einem Kurstief verkauft und anschießend den Wiedereinstieg beim Aufschwung verpasst, hat am Ende oft doppelt verloren. Wer seine Aktien in der aktuellen Lage behält, muss sich aber auf turbulente Zeiten einstellen.

Robert Halver äußerte sich zum Thema am 24. Februar wie folgt: „Ich würde auf diesem Niveau nicht mehr verkaufen, den gesunkenen Bestand nicht mehr veräußern. Es ist sinnvoller, das Depot jetzt abzusichern. Dazu eignen sich Teilschutzzertifikate beziehungsweise Put-Optionen zur vollständigen Absicherung. Die benötigte Anzahl Puts lässt sich einfach berechnen: Depotwert geteilt durch Indexstand mal Bezugsverhältnis.“

Wie entwickelt sich der Goldkurs?

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Nachdem Gold im vergangenen Jahr trotz Corona-Pandemie und hoher Inflation seinem Ruf als Krisenwährung nicht gerecht werden konnte, meldete es sich mit dem Einmarsch Russlands in die Ukraine zurück. Am 24. Februar schoss der Kurs auf ein zwischenzeitliches Hoch bei 1.973,20 US-Dollar, verlor im Anschluss jedoch ebenso schnell wieder. Damit zeigte es sich den gesamten Handelstag über sehr volatil.[3]

Gegenüber dem Euro erreichte der Goldpreis am selben Tag sogar ein Allzeithoch bei 1.767,33 Euro. Dass der Goldpreis in US-Dollar von einem Rekord entfernt blieb, lag unter anderem daran, dass neben Gold auch der US-Dollar als sicherer Hafen gefragt war, sich also beide verteuerten.

Angetrieben von der Suche nach einem sicheren Hafen verteuerte sich der Goldpreis auf über 2.000 US-Dollar am 08. März. Von diesem Hoch sank der Goldpreis bis Mitte Juni wieder auf die Marke von gut 1.700 US-Dollar, die seit zwei Jahren die untere Preisgrenze markiert. Aktuell bewegt sich der Kurs leicht darüber um die 1.780 US-Dollar.

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Wie entwickeln sich die Energiepreise?

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Der Ölpreis (Brent) kletterte am 24. Februar nach mehr als sieben Jahren erstmalig wieder über die Marke von 100 US-Dollar. Sein Tageshoch erreichte er bei 105,79 US-Dollar je Barrel, der Schlusskurs lag jedoch wieder unter 100 US-Dollar.

In den darauffolgenden zwei Wochen verteuerte sich der Ölpreis auf fast 130 US-Dollar, von wo es schnell wieder zurück auf knapp unter 100 US-Dollar ging. Seitdem ging es im Zickzack-Kurs auf fast 125-US-Dollar am 08. Juni und von dort innerhalb von knapp zwei Monaten auf aktuell 96 US-Dollar – den tiefsten Stand seit Ausbruch des Krieges.

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Wie entwickelt sich der Bitcoin?

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Am 23. Februar schloss der Bitcoin bei 37.296,57 US-Dollar. Am 24. Februar brach er zeitweise auf 34.459,22 US-Dollar ein, reagierte also zunächst mit einem Rückgang auf den Einmarsch. Im Laufe des Tages erholte er sich jedoch und schloss über dem Wert des Vortages bei 38.332,61 US-Dollar.

Trotz oder vielleicht auch wegen des Krieges stieg der Kurs des Bitcoin am 29. März auf über 47.000 US-Dollar. Laut Expertenmeinung lag das unter anderem in den Sanktionen gegen Russland, wodurch sich russische Privatpersonen ermutigt sahen, vermehrt auf Kryptowährungen als Alternative zum Rubel zurückzugreifen. Doch das kleine Zwischenhoch war nur von kurzer Dauer.

Innerhalb weniger Wochen stürzte der Bitcoin bis Mitte Juni auf unter 20.000 US-Dollar. Von dort konnte sich der Kurs bisher nur leicht auf um die 23.000 Euro erholen.

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Wie reagieren die Notenbanken?

Die Auswirkungen der Corona-Krise und die Folgen des Ukraine-Krieges haben weltweit zu Rekord-Inflationen geführt. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, haben die Notenbanken ihr schärfstes Schwert – die Leitzinserhöhung – ausgepackt. Allein die US-Notenbank Fed hat in diesem Jahr den Leitzins bereits viermal bis auf den aktuellen Wert von 2,5 Prozent erhöht. Auch die Europäische Zentralbank hat Ende Juli reagiert und den Leitzins zum ersten Mal seit über elf Jahren angehoben. Welche Auswirkungen diese Maßnahmen der Notenbanken haben, sehen Sie hier »


Russische Aktien im Depot? – Was tun?

Wenn deutsche Anleger Anteile russischer Unternehmen in ihren Depots haben, handelt es sich in aller Regel um Hinterlegungsscheine, sogenannte ADRs (American Depository Receipts) oder GDRs (Global Depository Receipts). Am 16. April 2022 hat Russland ein Gesetz verabschiedet, das es russischen Unternehmen verbietet, ihre Aktien mithilfe von Hinterlegungs- scheinen wie American Depository Receipts (ADRs) oder Global Depository Receipts (GDRs) handelbar zu machen. Deshalb sind laut Meinung einiger Experten deutsche Anleger gezwungen, ihre ADRS und GDRs unter Einhaltung gewisser Fristen umzuwandeln, um diese dann an der Moskauer Börse handeln zu können.

Depot in Russland eröffnen

Investoren, die die aktuelle Entwicklung nicht abwarten möchten, können versuchen in Russland ein Depot zu eröffnen. Allerdings ist das Eröffnen eines russischen Depots für Europäer mit einem hohen bürokratischen Aufwand verbunden. Deshalb bieten spezielle Wirtschaftskanzleien ihre Unterstützung an. Je nach Wert der russischen Anteilsscheine kann sich das für einzelne Anleger lohnen. Zu beachten ist allerdings, dass es unabhängig davon, ob die Eröffnung gelingt, auch dann noch zum Totalverlust kommen kann.

Fristen für die Umwandlung

Wer sich entschließt, ein Depot zu eröffnen, der sollte unbedingt die Fristen für die Umwandlung beachten. In der unten stehenden Tabelle finden Sie eine Übersicht ausgesuchter Unternehmen und deren Fristen. Anleger, die die Entwicklung abwarten möchten, müssen nach Aussage von Experten damit rechnen, dass die jeweilige Bank, bei der die Hinterlegungsscheine hinterlegt sind, versuchen wird, diese zu verkaufen. Ob und zu welchem Preis dies dann gelingt, ist aktuell jedoch nicht absehbar.

Unternehmen ISIN Frist
Magnit RU000A0JKQU8 26. August 2022
RusHydro RU000A0JPKH7 29. November 2022
Federal Grid Company of Unified Energy System (FGC UES) RU000A101CL5 9. Dezember 2022
LSR Group RU000A0JPFP0 27. Dezember 2022
Lukoil RU0009024277 30. Dezember 2022
Mobile TeleSystems US6074091090 13. Januar 2023
Gazprom US3682872078 03. August 2023
Quelle: www.goldenstein-kanzlei.de; Alle Angaben ohne Gewähr
Stand: 10.08.2022

Weiterführende Links

[1] www.dasinvestment.com – Krieg und Aktienmarkt

[2] www.handelsblatt.com – Wie sich Konflikte auf Börsen auswirken

[3] www.gold.de – Gold bewährt sich als Krisenwährung

www.handelsblatt.com – Deutsche Anleger bangen um ihr Kapital in russischen Aktien

www.boerse-online.de – Russland Investments – Was tun mit den ADRs

www.goldenstein-kanzlei.de – ADR-/GDR-Umwandlung – Hinterlegungsscheine umwandeln – Investment sichern

Zuletzt aktualisiert am 30.09.2022