Konjunkturindikatoren: Aufwärtstrend in der deutschen Industrie

Mittwoch den 11.10.2023 - Abgelegt unter: Brokernews, Konjunkturindikatoren, Statistiken

Es gibt gute Nachrichten für die Deutsche Industrie: Im August 2023 sind deutlich mehr Aufträge erteilt worden, als ursprünglich prognostiziert. Gegenüber dem Vormonat haben sich die Bestellungen um 3,9 Prozent erhöht, der Abwärtstrend der letzten Monate könnte damit vorerst gestoppt werden. Aber nicht alle Konjunkturindikatoren sprechen für eine positive wirtschaftliche Entwicklung. So sind die ZEW Konjunkturerwartungen deutlich gesunken und auch der ifo-Geschäftsklima ging leicht zurück. Ein Überblick über die wichtigsten Indikatoren.

Das Wichtigste auf einen Blick:

  • Ist der Abwärtstrend endlich beendet? Deutsche Industrie erhält deutlich mehr Aufträge als erwartet.
  • Gegenüber dem Vormonat erhöhen sich die Aufträge für die deutsche Industrie um 3,9 Prozent.
  • Konjunkturindikatoren wie die ZEW Konjunkturerwartungen und das ifo-Geschäftsklima gingen dagegen leicht zurück.

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Hoffnungszeichen für die deutsche Industrie

Nach dem stärksten Einbruch seit über drei Jahren hat die deutsche Industrie endlich wieder deutlich mehr Aufträge erhalten. Laut dem Statistischen Bundesamt stieg das Neugeschäft im Vergleich zum Vormonat um 3,9 Prozent, von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Experten gingen dagegen nur von einem leichten Plus mit 1,8 Prozent aus. Erst im Juli waren die Aufträge noch deutlich um über 11 Prozent gesunken und befanden sich damit im niedrigsten Stand seit Beginn der Corona-Krise im Jahr 2020.

Trotz der positiven Entwicklungen bleibt abzuwarten, ob der Tiefpunkt der Industrieproduktion in Deutschland bereits erreicht wurde. Vor allem durch die steigenden Zinsen und die hohen Energiepreise ist der Wirtschaftsstandort Deutschland aktuell wenig attraktiv für Nachfrager. Trotzdem sind die Bestellungen aus dem Inland im August um 4,0 Prozent im Vergleich zum Vormonat gestiegen, die Auslandsnachfrage erhöhte sich ebenfalls, auf einen Wert von 3,9 Prozent.

Konjunkturindikatoren im Überblick

Betrachtet man die verschiedenen Konjunkturindikatoren im September 2023, so bekommt man ein wenig positives Bild über die aktuelle wirtschaftliche Situation in Deutschland. Auffällig ist, dass die ZEW-Konjunkturerwartungen mit 2,56 Prozent deutlich gesunken sind. Die Kennzahl gilt als wichtiger Frühindikator für die konjunkturelle Entwicklung in Deutschland. Etwa 350 Finanzexperten nehmen an der ZEW-Umfrage teil, herausgegeben werden die Zahlen vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung. Das ifo-Geschäftsklima in Deutschland ist ebenfalls gesunken, ein weiterer Indikator, der die konjunkturelle Situation in Deutschland bewertet.

Auch ein Blick auf den Einzelhandel zeigt keine positive Entwicklung, die Umsätze sind in Deutschland im September um knapp ein Prozent zurückgegangen. Auch der Produktionsindex sank im vergangenen Monat um -0,8 Prozent. Dagegen stieg der Verbraucherpreisindex und der Erzeugerpreisindex weiter an, ein baldiges Sinken der Preise für Lebensmittel und Verbrauchsgüter ist also weiter unwahrscheinlich.

Die Redaktion von Brokervergleich.de aktualisiert regelmäßig die wichtigsten Konjunkturindikatoren für deutsche Anleger. Mehr zu den aktuellen Konjunkturindikatoren finden Sie hier.

Konjunkturindikatoren für Anleger

Anleger können Konjunkturindikatoren nutzen, um Investmententscheidungen zu treffen. So macht es in einer wirtschaftlichen Aufschwungphase Sinn, in zyklische Aktien, also Wertpapiere, die von steigender Nachfrage profitieren, zu investieren. Beispiele wären hier Industrie-, Konsum- oder Technologieaktien. In einer Rezessionsphase, in der sich Deutschland momentan befindet, schrumpft die Wirtschaft und es ist empfehlenswert, Qualitätsaktien zu kaufen, die sich durch eine hohe Rentabilität, eine starke Bilanz und eine stabile Dividende auszeichnen, wie zum Beispiel Wertpapiere von Pharma- oder Versicherungsunternehmen. In einer Depressionsphase, in der die Wirtschaft einen Tiefpunkt erreicht, können Investoren in Wachstumsaktien investieren, vor allem in solche, die ein hohes Potenzial für zukünftige Erträge haben. Beispiele wären hier Biotech-, Internet- und Energieaktien.

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Weiterführende Links und Quellen:

Tagesschau: Hoffnungszeichen aus der deutschen Industrie

Tagesschau: Konjunkturprognosen für Deutschland

Statistisches Bundesamt: Auftragseingang im Verarbeitenden Gewerbe


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