Interview mit Erik Podzuweit, Gründer und Geschäftsführer von Scalable Capital:
„Die Zeiten, in denen professionelle Vermögensverwaltung ein elitäres Produkt für die oberen ein Promille der Gesellschaft waren, sind bald vorbei.“

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Erik Podzuweit, Gründer und Geschäftsführer von Scalable Capital

 

Fassen Sie bitte kurz zusammen, welche Idee hinter Scalable Capital steckt.

Von Freunden und Bekannten wurden wir immer wieder zur privaten Geldanlage befragt. Leider fehlte uns auf die Frage “Was soll ich mit meinem Geld machen?” eine gute Antwort. Banken sind zu teuer, zu vertriebsorientiert und zu umständlich, Selbermachen kostet zu viel Zeit und Nerven, ein klassischer Vermögensberater kommt meistens erst ab einer halben oder sogar einen ganzen Million Anlagevolumen in Frage. Scalable Capital ist nun unsere Antwort.

Was macht das Angebot Scalable Capital interessanter als das eines klassischen Vermögensberaters?

Vor allem drei Vorteile: Zugang, Technologie und Kosteneffizienz.

  1. Mit Zugang meine ich, dass man bei uns schon für eine Anlagesumme von 10.000 Euro eine professionelle Vermögensverwaltung bekommt, die in der Vergangenheit oftmals nur für das 50-fache oder sogar 100-fache dieser Anlagesumme zugänglich gewesen wäre.
  2. Zudem nutzen wir konsequent modernste Technologie, und zwar nicht nur, um den Klienten einen einfachen und intuitiven Anmeldeprozess oder jederzeitige Transparenz über ihre aktuelle Portfoliozusammenstellung zu ermöglichen, sondern auch bei der Verwaltung ihres Geldes. Denn es ist zwar begrüßenswert, wenn durch digitale Angebote mehr Menschen ermutigt werden, ihr Geld am Kapitalmarkt anzulegen, doch wir sehen die große Chance bei der Nutzung modernster Technologien vor allem darin, das Geld unserer Klienten besser zu verwalten.
  3. Zusätzlich können wir durch den konsequenten Einsatz von Technologie eine personalisierte Vermögensverwaltung anbieten, die gleichzeitig kostengünstiger ist als die eines klassischen Vermögensverwalters.

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Welche Vorteile haben Ihre Kunden gegenüber Anlegern, die sich selbst ein günstiges ETF-Portfolio zusammenstellen?

Kern unseres Angebotes ist eine in Zusammenarbeit mit Professor Stefan Mittnik entwickelte Risikomanagement-Technologie, die die Geldanlage mit Blick auf die vom Klienten gewählte Risikokategorie permanent überwacht. Auf Basis der bei der Kontoeröffnung abgefragten persönlichen Daten schlagen wir dem Klienten eine von 23 Risikokategorien vor und stellen ihm ein entsprechendes, global diversifiziertes ETF-Portfolio zusammen. Im Anschluss überwacht unser Risikomanagement das Portfolio rund um die Uhr. Somit können wir auf Veränderungen in Bezug auf die Risikosituation an den Märkten reagieren, indem wir zweckdienliche Anpassungen des Portfolios vornehmen.

Dieses dynamische Portfoliomanagement ist für private Anleger mit einer einfachen “Buy & Hold”-Strategie nur schwer replizierbar: sie verfügen meist weder über die Daten noch über die Rechenkapazität, die wir für unsere Simulationsrechnungen benötigen; zudem können sie die Arbeit unseres knapp 10-köpfigen Teams aus größtenteils promovierten Finanzexperten nicht ersetzen, die laufend unseren Algorithmus verfeinern und den gesamten Prozess kontrollieren.

Der Mehrwert dieses nicht unerheblichen Aufwands unsererseits zeigt sich letztlich in 3 Vorteilen:

  1. Zahlreiche Studien zeigen, dass Privatanleger oftmals zu wenig Rendite erwirtschaften, weil sie aus dem Markt aussteigen, wenn es zu stark abwärts geht und dann zu lange warten, um wieder einzusteigen. Da wir das Verlustrisiko im Zeitablauf konstant und im Rahmen der Risikovorgabe des Klienten halten, minimieren wir das Risiko für dieses typische “Fehlverhalten”.
  2. In Phasen erhöhten Risikos gilt der typische Zusammenhang “für höheres Risiko bekommt man eine höhere Rendite” nicht mehr. Wir sprechen von Phasen mit Überschussrisiko. Kann man solche Phasen durch Risikoprojektionen frühzeitig erkennen – was dank der Eigenschaft von Volatilität, im Zeitablauf “Cluster” zu bilden, durchaus möglich ist – so kann man diese Phasen vermeiden, in denen man für das Risiko, das man eingeht, nicht mehr adäquat entlohnt wird.
  3. Auch wenn unsere Anleger alle langfristig orientiert sind, wird uns immer wieder von ihnen gesagt, dass sie sich Sorgen machen, doch einmal kurzfristig Geld aus dem Portfolio zu benötigen. Wenn das Portfolio dann gerade bei einem Minus von 30% liegt, weil man sein Verlustrisiko nicht besser verwaltet hat, ist das eine sehr unangenehme Erfahrung.

Was zeichnet Scalable Capital gegenüber anderen Anbietern aus?

Wir sind ein reguliertes Finanzdienstleistungsinstitut nach § 32 KWG. Mit wenigen Ausnahmen sind die anderen FinTechs im Bereich der digitalen Geldanlage lediglich Finanzanlagenvermittler nach § 34f der Gewerbeordnung oder gar nur als vertraglich gebundene Vermittler unter einem Haftungsdach. Sie nutzen damit eine noch bestehende gesetzliche Lücke, die in vielen anderen EU-Staaten längst geschlossen ist.

Aus unserer Sicht liegt die Crux für den Kunden vor allem darin, dass ihr Geld von diesen Vermittlungsplattformen nicht wirklich verwaltet oder überwacht wird, denn es können keine automatischen Portfolioanpassungen ohne vorherige Abstimmung und Rücksprache mit dem Kunden vorgenommen werden. Das dürfen nämlich nur echte Vermögensverwalter. Insofern liegt die Verantwortung immer noch beim Klienten, sein Portfolio ständig im Auge zu behalten und zu entscheiden, ob Portfolioanpassungen nötig sind oder nicht – und auf welcher Basis er überhaupt darüber nachdenken sollte, sein Portfolio anzupassen.

Davon abgesehen ist das Kernstück unseres Service aber unsere Risikomanagement-Technologie, die uns auch im Vergleich zu regulierten Vermögensverwaltern – übrigens auch Vorreitern aus den USA – einzigartig macht. Dabei geht es kurz gefasst darum, das Portfoliorisiko unserer Klienten im Zeitablauf konstant zu halten und dadurch langfristig bessere risikoadjustierte Renditen zu erwirtschaften.

Unsere Alleinstellungsmerkmale in der Übersicht wären also: Ein klar quantifiziertes und offen kommuniziertes Verlustrisiko, dynamische Portfolioverwaltung, absolute Unabhängigkeit – wir suchen die von uns eingesetzten ETFs ohne feste Partnerschaften mit bestimmen Fondsgesellschaften aus und optimieren die ETF-Auswahl laufend anhand objektiver Kriterien – sowie geringe Kosten, und zwar für einen umfassenden Service, nicht für eine einmalige Vermittlung.

In meinen Augen sieht man den Unterschied zu anderen FinTechs auch in der Team-Zusammensetzung: Unser Team besteht aus rund 35 Mitarbeitern, darunter auch einige promovierte Mathematiker, Physiker und Statistiker, die laufend unseren Investmentprozess optimieren.

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Scalable Capital ist bei der BaFin registriert. Welche Vorteile hat das für den Anleger?

Eine Erlaubnis der BaFin ist Voraussetzung, um in Deutschland als echter Vermögensverwalter tätig sein zu können. Und wir wollen eben unseren Klienten nicht nur eine einmalige Portfoliozusammenstellung empfehlen oder vermitteln, sondern ihr Vermögen langfristig für sie verwalten. Durch unsere eigens entwickelte Technologie können wir das Geld unserer Kunden nicht nur initial anlegen, sondern auch notwendige Anpassungen im Zeitverlaufvornehmen – darin steckt für unsere Klienten der echte Mehrwert. Sie haben durch uns erstmalig Zugang zu einer Form der Geldanlage, die bisher nur institutionellen oder sehr vermögenden Anlegern zur Verfügung stand: eine professionelle, dynamisch angepasste und bequeme Geldanlage. Und das auch noch zu einem Bruchteil der Kosten, da wir konsequent Skalenvorteile an unsere Klienten weitergeben.

Welche Anleger sprechen Sie mit Ihrem Angebot an und wie sieht der Kunde bisher aus?

Unser Service ist für all jene gedacht, die beruflich zu stark eingespannt sind, um sich selbst um ihre Geldanlage zu kümmern, aber intelligent genug sind, sich in der Anlageberatung nicht über den Tisch ziehen zu lassen. Aktuell sind unsere Klienten daher vor allem berufstätige Akademiker, über ein Viertel davon mit einer Promotion. Wir haben zwar auch einen gewissen Anteil an Millennials in unserem Klientenportfolio, aber unser Service spricht auch sehr viele Anleger jenseits der 50 an.

Wie hoch ist das Risiko für den Anleger? Worauf sollten Anleger achten?

Das Portfoliorisiko an sich kann der Anleger bei uns ja komplett selbst steuern, es reicht von 3% Value-at-Risk bis zu 25% Value-at-Risk (VaR). Im Fall eines VaR von 15% bedeutet dies, dass statistisch gesehen nur in einem von 20 Jahren mit einem Wertrückgang von über 15% zu rechnen ist. Der DAX hatte übrigens in den letzten 5 Jahren im Schnitt einen VaR von über 35%, was eine interessante Benchmark für Anleger sein dürfte.

Davon abgesehen geht es aber natürlich auch um die Sicherheit des Depots und des Kundenkontos. Hier sind wir durch unsere Kooperation mit der Baader Bank auch sehr gut aufgestellt, denn die Gelder unserer Kunden werden auf Konten der Baader Bank verwahrt und sind somit vor einer Insolvenz geschützt. Ich kann nur jedem Anleger raten, das Thema Sicherheit bei der Auswahl eines Anbieters sehr ernst zu nehmen – bei uns gibt es ausführliche Hinweise zum Thema in einer eigenen Rubrik auf der Website.

Scalable Capital ist erst seit Anfang 2016 für private Anleger zugänglich. Wie zufrieden sind Sie mit der bisherigen Entwicklung?

Wir sind mit der bisherigen Entwicklung mehr als zufrieden. Momentan verzeichnen wir wöchentliche Zuflüsse jenseits der Million Euro, und wir sind insbesondere begeistert davon, wieviele unserer Klienten ihr Depot bei uns bereits massiv aufgestockt haben oder monatliche Sparpläne nutzen. Die Börsenflaute Anfang des Jahres dürfte uns geholfen haben, das Vertrauen unserer Klienten in das Funktionieren unseres Risikomanagement-Tools zu stärken: selbst in hohen Risikokategorien hatten unsere Klienten Anfang Januar kaum noch Aktien im Portfolio, was sich als hervorragende Portfolioaufstellung herausgestellt und ihnen geholfen hat, größere Verluste zu vermeiden. 

Zudem haben wir im Februar auch unsere FCA-Lizenz in Großbritannien erhalten und gehen daher im Juli an den Start. Die Warteliste ist dort auch schon im vierstelligen Bereich, so dass wir einen ähnlichen Erfolg erwarten wie in Deutschland.

Ein Ausblick: Wie wird sich der Bereich der Vermögensverwaltung in den kommenden 5 bis 10 Jahren entwickeln? Welche Rolle wird Scalable Capital dabei spielen?

Wir glauben, dass es in einigen Jahren völlig normal sein wird, dass für die Geldanlage ein Online-Vermögensverwalter genutzt wird. Die Zeiten, in denen Vermögensverwaltung ein elitäres Produkt für die oberen ein Promille der Gesellschaft waren, sind bald vorbei. Wir werden diese Entwicklung nach Kräften fördern und freuen uns dabei ehrlich gesagt auch über Wettbewerber am Markt. Unsere größte Konkurrenz sind momentan Spar- und Festgeldkonten, denn da liegen aktuell knapp 2 Billionen Euro unverzinst herum – dieses Geld zumindest zu einem signifikanten Anteil sinnvoll investiert zu bekommen, das sehen wir als unsere primäre Aufgabe.

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