Einkaufsmanagerindex: Industrie auf Schrumpfkurs

Donnerstag den 6.06.2019 - Abgelegt unter: Brokernews

Die Industrie in der Eurozone und in Deutschland befindet sich weiter auf Schrumpfkurs. Das signalisiert der IHS Markit Einkaufsmanagerindex Industrie Eurozone. Erneut bleibt der Index unter der wichtigen Marke von 50 Punkten.

Aufträge und Produktion gehen zurück

Der Einkaufsmanagerindex Industrie Eurozone notierte im Mai bei 47,7 Punkten. Im April hatte er bei 47,9 Punkten gelegen. Damit kam es zu einem leichten Rückgang. Bedeutend ist zudem, dass sich der Index weiterhin unter der Marke von 50 Punkten bewegt. Ab 50 Punkten ist von einem Wachstum der Wirtschaft auszugehen. Momentan deuten die Zeichen auf ein Schrumpfen der Wirtschaft hin.

Quellen:

Jetzt Online-Broker vergleichen »

Ein Grund für den schwachen Wert ist der erneute Rückgang bei den Auftragseingängen. Bereits zum achten Mal in Folge gingen weniger Aufträge ein. Als Folge davon sank auch die Produktion. Chris Williamson, Chef-Ökonom bei IHS Markit, kommentierte:

„Die Eurozone-Industrie blieb auch im Mai auf Schrumpfkurs, womit der Sektor die Konjunktur im zweiten Quartal 2019 weiter belasten dürfte. Der vierte Produktionsrückgang in Folge und der erneut starke Auftragsrückgang verdeutlichen, dass die Industrie noch immer in der tiefsten Krise seit 2013 steckt.“[1]

Surftipp: Weitere Konjunkturindikatoren finden Sie hier »

Einkaufsmanagerindex Deutschland bei 44,3 Punkten

Auch in Deutschland ging der Einkaufsmanagerindex des verarbeitenden Gewerbes im Mai zurück. Der Wert sank von 44,4 auf 44,3 Punkte. Auch hier verharrt der Wert damit im Bereich unter 50 Punkten, was auf ein Schrumpfen der Wirtschaft hinweist.

Quellen:

Zwar gingen Produktion und Aufträge weniger stark zurück, dafür sank die Beschäftigung so stark wie seit fast sechseinhalb Jahren nicht. Die Vormateriallager nahmen ebenfalls ab. Phil Smith, Principal Economist bei IHS Markit, kommentierte:

„Im Großen und Ganzen zeichnen die PMI-Daten nach wie vor ein eher negatives Bild des deutschen Industriesektors. Demnach dümpelt der Hauptindex immer noch auf einem der tiefsten Werte seit 2012 vor sich hin.

Es gibt jedoch erste Anzeichen, die auf eine Stabilisierung des verarbeitenden Gewerbes hindeuten. So fielen die Rückgänge bei Produktion und Auftragseingang zum zweiten Mal hintereinander weniger stark aus als zuvor. Zudem zeigten sich die befragten Manager nicht mehr ganz so pessimistisch hinsichtlich zukünftiger Produktionszuwächse wie noch im April.“[2]

Die besten Broker mit ETF-Sparplänen»


[1] IHS Markit – Einkaufsmanager Index Industrie Eurozone

[2] IHS Markit – Einkaufsmanager Index verarbeitendes Gewerbe