Mortgage Backed Securities Fonds: Besser diversifizieren und gute Renditen erzielen

Freitag den 5.07.2024 - Abgelegt unter: Anleihen, Banken, Brokernews, Fonds

Bei der Geldanlage gibt es eine goldene Regel: Aktien bringen Rendite und Anleihen und Gold sichern das Portfolio ab. Und wer hier dann auch noch breit diversifiziert, macht alles richtig. Doch es gibt noch weitere Optionen, sein Portfolio unter den beiden vorgenannten Punkten Rendite und Diversifikation zu strukturieren – und zwar mit sogenannten Mortgage Backed Securities Fonds. Warum es sich hierbei handelt, wie Anleger hier investieren und worauf man achten sollte, wollen wir in dem folgenden Artikel betrachten.

Das Wichtigste im Überblick:

  • Mortgage Backed Securities Fonds stellen gute Optionen zur Diversifizierung von Portfolios bei attraktiven Renditechancen dar
  • MBS haben durchweg gute, zumeist AA+ Ratings
  • MBS zeigen mittelfristig bessere Performance als US-Staatsanleihen

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Finanzkrise 2008: Mortgage Backed Securities haben einen (unberechtigten) schlechten Ruf

Wer sich mit dem globalen Kapitalmarkt beschäftigt und dabei bis heute das Jahr 2008 im Kopf hat, dem dürften sich beim Thema Mortgage Backed Securities die Haare aufstellen. Denn diese MBS gelten bis heute als wesentliche Verursacher der globalen Finanzkrise 2008, als in den USA der Immobilienmarkt explodierte und in den USA dazu führte, dass Millionen von Menschen ihr Zuhause verloren. Auch zahlreiche Anleger weltweit verloren innerhalb kürzester Zeit ihr, oft jahrelang angespartes Kapital durch MBS Investments. Warum sollte man also in diese Papiere investieren?

Fakt ist, dass zum einen die vor der Finanzkrise 2008 platzierten Mortgage Backed Securities schlecht konzipiert und völlig intransparent waren. Zudem haben seit der Finanzkrise 2008 zahlreiche Regulierungen weltweit dazu geführt, dass eine neue, deutlich anlegerfreundlichere Generation dieser MBS auf dem Kapitalmarkt platziert wurde. Ein pauschales Misstrauen gegenüber MBS ist daher nicht wirklich gerechtfertigt.

Um den Wert der MBS für den globalen Kapitalmarkt zu verstehen, genügt der Blick auf eine einzige Zahl: Weltweit ist jede fünfte Anleihe durch Hypotheken besichert.

Mortgage-Backed-Securities („MBS”) sind verbriefte Hypothekenkredite. Banken vergeben diese Hypothekenkredite und bündeln die daraus entstehenden Forderungen gegenüber den Kreditnehmern in einem Pool. Dieser wird dann in Form eine Anleihe am Kapitalmarkt emittiert. Investoren erhalten durch die Anleihe Zugriff auf die Cashflows aus den verbrieften Hypothekenkrediten – das sind die Zins- und Tilgungszahlungen – und die Bank bekommt das Kapital, das sie zur Vergabe weiterer Hypothekenkredite benötigt.

Wichtig zu wissen: Den Begriff MBS findet man vor allem im angelsächsischen Raum. Ein ähnliches Instrument in Deutschland wären Hypotheken-Pfandbriefe. Im Gegensatz zu Pfandbriefen sind MBS jedoch keine Bankschuldverschreibungen und werden von Banken nicht in der Bilanz geführt.

Was ein Investment in Mortgage Backed Securities für Anleger interessant macht

Interessant ist beim Thema MBS der Blick auf den amerikanischen Kapitalmarkt, denn der US-Markt differenziert zwischen „Agency MBS“ und „Non-Agency MBS“. Agency MBS sind durch staatliche Garantien abgesichert. Diese Papiere werden dort von der staatlichen Hypothekenbank „Ginnie Mae“ ausgegeben, wobei der US-amerikanische Staat sowohl den Nominalwert als auch die Zinszahlungen der Anleihen garantiert. Non-Agency MBS hingegen werden von privaten Emittenten ohne staatliche Garantien ausgegeben, was sie deutlich risikoreicher macht.

Aufgrund dieser staatlichen Garantien besitzen US Agency MBS ein AA+-Rating und korrelieren stark mit US-Staatsanleihen. Die Anleihen der ehemaligen staatlichen Hypothekenbanken Fannie Mae und Freddie Mac, die inzwischen im Besitz privater Anteilseigner sind, haben ein vergleichbar hohes Rating.

Man könnte daher vermuten, dass US-Staatsanleihen die bessere Wahl sind. Doch ein Blick auf die Performance zeigt ein anderes Bild. Trotz des gleichen AA+-Ratings erzielen MBS langfristig eine höhere Rendite als Staatsanleihen. Bloomberg-Daten zufolge haben US Agency MBS seit 1978 im Durchschnitt die Rendite von US-Treasuries mit mittelfristiger Laufzeit um 151 Basispunkte übertroffen. In den letzten sechs Monaten verzeichneten MBS eine um etwa 80 Basispunkte höhere Rendite als US-Treasuries mit Laufzeiten von drei bis sieben Jahren.

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Mortgage Backed Security Fonds sind auch in Deutschland handelbar

Mittlerweile sind auch in Deutschland einige Mortgage Backed Security Fonds für Privatanleger handelbar, was sie somit zur Diversifizierung von Anlageportfolios attraktiv macht.

Fonds ISIN Beschreibung Performance 2021 Performance 2022 Performance 2023
PIMCO GIS Mortgage Opportunities Fund E Class USD Accumulation IE00BYZNBB98 Der Fonds investiert in ein diversifiziertes Portfolio von hypothekenbesicherten Wertpapieren (MBS) und Kreditrisikotransferwerten (CRTs) +8,0% +8,8% +9,1%
AB – Mortgage Income Portfolio IX Inc LU0079476403 Der aktiv gemanagte Fonds investiert in hypothekenbesicherte Wertpapiere (MBS) und andere Asset-Backed Securities (ABS) +10,4% +5,1% +2,5%
iShares US Mortgage Backed Securities IE00BZ6V7883 Der Fonds investiert in ein breites Spektrum von US-Hypotheken-Pfandbriefen +2,9% -8,5% -0,8
Quelle: comdirect.de, justetf.com / Stand: 05.07.2024

Wichtig: Bitte beachten Sie, dass diese Informationen nur zu Informationszwecken dienen und keine Anlageberatung darstellen. Die Wertentwicklung in der Vergangenheit ist keine Garantie für zukünftige Ergebnisse.

Fazit

Mortgage-Backed-Securities-Fonds (MBS-Fonds) können für Anleger, die ihr Portfolio diversifizieren und eine potenziell höhere Rendite als Staatsanleihen erzielen möchten, interessant sein. Was vor allem daran liegt, dass die Zinsen für Hypotheken in der Regel höher sind als für Staatsanleihen.

Allerdings ist es wichtig zu beachten, dass MBS-Fonds auch mit einem höheren Risiko verbunden sind, im Vergleich zu Staatsanleihen. Der Grund hierfür ist, dass die Auszahlung der Zinsen und des Kapitals von MBS-Fonds von der pünktlichen Zahlung der Hypotheken abhängt. Wenn die Hypothekenschuldner ihre Kredite nicht zurückzahlen können, kann dies zu Verlusten für die Anleger von MBS-Fonds führen.

Zudem sollten Anleger sich vor der Investition in MBS-Fonds über die Komplexität dieser Anlageklasse informieren. MBS-Fonds können verschiedene Merkmale und Risikoprofile aufweisen. Insofern gilt hier, die einzelnen, infrage kommenden Fonds sorgfältig zu recherchieren und nur in jene MBS-Fonds zu investieren, die den eigenen Anlagezielen und der Risikobereitschaft entsprechen.

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Weiterführende Links und Quellen

Anleihen kaufen – so geht’s
Forbes: Mortgage Backed Securities
E-Fundresearch: Mortgage Backed Securities – Anleihen auf Hypotheken


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