Wie funktioniert eigentlich die Börse?

Nur wenige Deutsche legen ihr Geld in Aktien an. Das liegt zum Teil am ständigen Auf- und Ab der Börse, vor allem nach dem Platzen der Internetblase sowie der darauffolgenden Finanzkrise.

Viele Interessenten halten sich jedoch aufgrund der mangelnden finanziellen Aufklärung von der Börse fern. Für viele ist sie ein komplexer und undurchsichtiger Ort der Spekulationen. Das trifft aber nicht zu: Aktien sind Beteiligungen an Unternehmen und auf lange Sicht lukrativer als alle anderen Anlageformen.

Mit finanzieller Bildung ist es leichter an der Börse erfolgreich zu agieren. Lesen Sie deshalb folgenden Beitrag und erfahren Sie wie die Börse funktioniert, wertvolle Fakten zur Geschichte der Börse und den wichtigsten Börsenplätzen.

Legen Sie die Aktienscheu ab und erfahren Sie außerdem welche 4 Schritte Sie tun müssen, um an der Börse handeln zu können…

Was ist die Börse?

Im Grunde ist die Börse ein organisierter Marktplatz, an dem Käufer und Verkäufer von Vermögenswerten zusammenfinden.

An Börsen werden vor allem Wertpapiere, wie zum Beispiel Aktien oder Anleihen gehandelt. Daneben sind aber auch Derivate oder andere Termingeschäfte im Angebot. Ebenso gibt Rohstoffbörsen, an denen Gold, Silber oder auch Weizen, Kaffee sowie Rohöl gehandelt werden.

Die gehandelten Werte sind an der Börse physisch jedoch nicht vorhanden. Wertpapiere werden zum Beispiel in einer so genannten Sammelbank verwahrt. Der Verkauf erfolgt elektronisch und ist als Gutschrift im jeweiligen Depot sichtbar.

Alle Börsengeschäfte werden nicht direkt zwischen dem Käufer und Verkäufer, sondern von einer dazwischenstehenden Bank bzw. einem Broker abgewickelt.

Die Geschichte der Börse

Die Entstehung der Börse geht bis auf das Mittelalter zurück

Bereits im 12. Jahrhundert trafen sich Händler auf öffentlichen Marktplätzen und setzten dabei erstmalig alle möglichen Waren und später auch Wertpapiere um.

Mit der steigenden Anzahl von Teilnehmern sowie des Handelsvolumens wurden feste Regeln für den Handel sowie ein Handelsgebäude notwendig.

Der Begriff „Börse“ stammt aus der belgischen Stadt Brügge. Dort haben sich Händler 1409 im Haus der belgischen Familie „van der Beurse“ getroffen und damit die erste Börse Mitteleuropas gegründet. Weitere Börsen folgten in Antwerpen, Amsterdam und London. In diese Zeit fallen auch die ersten Handelsvorschriften und Börsengesetze.

Am Anfang ging es nicht um Aktien

Der Handel mit Aktien stand an den Börsen lange Zeit nicht im Mittelpunkt. Vorher wurden vor allem Waren und Schuldscheine und so genannte Wechsel, also Schuldscheine, die nicht an bestimmte Personen gebunden sind rege gehandelt.

Eine der ersten Gesellschaften, welche Aktien im weitesten Sinne ausgab, war die Vereinigte Ostindische Handels-Kompagnie. Mit der Ausgabe von Unternehmensanteilen sollten die hohen Produktionskosten für Schiffe sowie der Import von Waren aus Asien finanziert werden.

Als Aktiengesellschaft gegründet konnten sich erstmals auch Personen die keine Händler waren beteiligen. Außerdem konnten die Anteile später gehandelt werden, ohne dass das Unternehmen das Kapital wieder zurückzahlen musste.

Der wichtigste deutsche Börsenplatz entwickelte sich in Frankfurt

In Deutschland entstanden die ersten festen Börsen im 16. Jahrhundert. Frankfurt war eine der reichsten Handelsstädte Deutschlands und entwickelte sich bereits sehr früh zum wichtigen regionalen Handelszentrum.

Die Frankfurter Wertpapierbörse hat sich ausgehend von Geschäften mit Sorten und Wechsel im 16. und 17. Jahrhundert und mit dem ab 1820 beginnenden Aktienhandel als die wichtigste deutsche Börse etabliert.

Von Großen und Kleinen Börsenplätzen

Frankfurt gibt auch heute noch den Ton an

Am Finanzplatz Frankfurt ist heute die Zentrale der Gruppe Deutsche Börse angesiedelt, eine der größten Börsenorganisationen weltweit.

Zu den heutigen Dienstleistungen des Börsengeschäftes gehören: der Aktien und Terminhandel, die Abwicklung und Verrechnung der Aufträge, die Verwahrung der Wertpapiere bis hin zur Bereitstellung der Marktdaten.

Welche Wertpapierbörsen existieren noch in Deutschland?

Neben der Frankfurter Wertpapierbörse einschließlich der elektronischen Handelsplattformen Xetra und Eurex Börse Frankfurt gibt es noch sechs weitere Börsen in Deutschland:

  • Börse Berlin
  • Börse Düsseldorf
  • Hamburger Börse
  • Börse München
  • Börse Stuttgart sowie
  • Tradegate Exchange, Berlin

Die Wall Street ist die größte Börse der Welt

Weltweit spielen Deutsche Börsen allerdings nur eine untergeordnete Rolle. Die größten Aktienbörsen der Welt kommen aus den USA. Die unter dem Namen Wall Street bekannte Börse NYSE – New York Stock Exchange ist die größte Wertpapierbörse der Welt. Zusammen mit der elektronischen Technologiebörse NASDAQ werden hier 2/3 des weltweiten jährlichen Handels umgesetzt.

Weitere große Börsen mit großem Handelsvolumen sind die Tokyo Stock Exchange, die London Stock Exchange, die Korea Exchange sowie die Börsen in Shanghai und Shenzhen.

So funktioniert die Börse

Parkett oder Computer – früher war alles anders

Die Parkett- oder Präsenzbörse ist die klassische Form der Börse. An diesen Orten treffen sich die Händler und wickeln ihre Käufe und Verkäufe durch persönliche Zurufe ab. Dies geschieht entweder auf eigene Rechnung oder im Auftrag von Kunden.

Der Parketthandel findet an einigen Börsen, wie zum Beispiel der New York Stock Exchange statt, dieser wird jedoch zunehmend von computergestützten Systemen verdrängt

Bei elektronischen Handelsplattformen, wie z.B. dem deutschen Handelssystem Xetra übernehmen Computerprogramme die Berechnungen und die Kommunikation. Im elektronischen Handel werden alle Kauf- und Verkaufsaufträge in das Computersystem eingegeben. So wird der Handel automatisch abgewickelt und die Kurse errechnet.

Inzwischen wird der größte Teil des weltweiten Umsatzes mit Wertpapieren über computergestützte Börsen abgewickelt. Der Handel ist somit schneller als der Parketthandel, denn er findet direkt zwischen Verkäufer und Käufer und ohne Zwischenhändler statt.

Wer beaufsichtigt den Börsenhandel?

An der Börse wird mit vor allem mit Aktien, das heißt mit Anteilen an Unternehmen mit Arbeitsplätzen und dem dahinterstehenden Know-How gehandelt.

Deswegen wird der Börsenhandel streng durch staatliche Aufsichtsämter (in Deutschland Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht, kurz BaFin) sowie durch die Handelsüberwachungsstellen der Börsen überwacht. So sollen Schaden und Manipulationen durch Betrüger ausgeschlossen werden.

3 Schritte, die Sie tun müssen um an der Börse handeln zu können

1.) Finden Sie den richtigen Broker

Privatanleger haben keinen direkten Zugang zu den Marktplätzen an der Börse. Trotzdem ist es heute schnell und unkompliziert möglich am Wertpapierhandel teilzunehmen. Sie teilen einfach Ihre Kauf- bzw. Verkaufsabsicht einem Online-Broker mit, der dann im Kundenauftrag handelt. Dazu brauchen Sie zunächst ein Depot.

Dieses können Sie kostengünstig bei einem Online Broker eröffnen. Die angebotenen Leistungen und Kosten der einzelnen Broker unterscheiden sich jedoch stark.

Brokervergleich.de testet die wichtigsten Online-Broker und hilft Ihnen bei der Auswahl.

2.) Eröffnen Sie das Depot und überweisen Sie Geld auf das Verrechnungskonto

Wenn Sie sich für einen Online-Broker entschieden haben, gehen Sie mit den ausgefüllten Eröffnungsunterlagen zur nächsten Postfiliale und identifizieren sich mit Ihrem Personalausweis. Ihr Depot wird innerhalb weniger Tage eröffnet. Überweisen Sie anschließend Geld auf das Verrechnungskonto, das Ihnen neben dem Depot für Ihre Wertpapiertransaktionen eingerichtet wird.

3.) Treffen Sie die richtigen Anlageentscheidungen

Eine Depoteröffnung ist also schnell erledigt. Um an der Börse erfolgreich zu sein, müssen jedoch wichtige Grundregeln beachtet werden.

Vor dem Kauf von Einzelaktien sollten Sie sich gründlich mit dem dahinterstehenden Unternehmen auseinandersetzen. Das Unternehmen sollte profitabel, gesund und solide sein. Der Auswahlprozess setzt einiges an Fachwissen und Zeit voraus.

Einfacher ist die Anlage in Fonds. Dort setzt sich der Fondsmanager mit den Chancen und Risiken einzelner Wertpapiere auseinander. Sie können zwischen reiner Aktien-, Immobilien-, Dachfond und zahlreichen anderen Fonds wählen. Der Fonds sollte immer zu Ihrer persönlichen Risikobereitschaft passen.

Eine andere einfache Möglichkeit ist die Investition in so genannte Exchange Traded Fonds, kurz ETFs. Diese Art von Fonds bildet einen Börsenindex exakt nach. Hier setzen Sie nicht auf die aktive Auswahl eines Fondsmanagers. Der große Vorteil gegenüber einem aktiv gemanagten Fonds sind die geringeren Kosten.

Neben den genannten Anlageklassen, gibt es noch zahlreiche andere Möglichkeiten Ihr Geld sinnvoll an der Börse anzulegen. Hier, im Blog werden Ihnen Schritt für Schritt alle Anlagemöglichkeiten im Detail vorgestellt.


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