Offene Investmentfonds

Was sind Offene Investmentfonds?

Sowohl Offene wie Geschlossene Fonds sind Instrumente der Geldanlage. Bei Offenen Investmentfonds, in der Umgangssprache oft auch als Fonds bezeichnet, sammelt ein Unternehmen (eine Fondsgesellschaft oder Kapitalanlagegesellschaft) das Geld der Investoren ein und legt es in einen oder mehreren Bereichen an.  

Die Fondsgesellschaft, deren englische Bezeichnung „Asset Management Company“  lautet, gibt aus der Bündelung der Investments Anteilscheine heraus, die normalerweise börsentäglich an den entsprechenden Wertpapiermärkten gehandelt werden können.

Definition Fonds: Laut Herkunftswörterbuch des Duden umschreiben die französischen Wort fond und fonds die deutschen Begriffe „Boden oder Grundlage“. Als Fond wird der Rücksitz eines Automobils, als Fonds auch die Basis für eine Sauce oder Suppe, in der Finanzwelt aber in erster Linie als Geld- bzw. Vermögensreserve bezeichnet. Fond und Fonds gehen zurück auf den lateinischen Begriff fundus.

Vorgaben beachten

Nachdem die Fondsgesellschaft das vorgesehene Kapital für den Fonds zur Verfügung gestellt bekommen hat, wird sie dieses nach vorher genau definierten Grundsätzen z. B. in Aktien, festverzinslichen Wertpapieren, am Geldmarkt und/oder in Immobilien angelegt.

In der Regel beachten Offene Investmentfonds bei der Geldanlage die Grundregel der Risikomischung. In der Praxis sieht das so aus, dass nicht das gesamte Fondsvermögen in nur ein Wertpapier oder nur eine Immobilie investiert werden darf.  Durch die Streuung des Vermögens auf verschiedene Anlagegegenstände (Diversifikation) wird das Risiko der Investition möglichst gering gehalten.

Fondsanleger entlastet

Der Investor erwirbt mit dem Kauf von Fondsanteilen ein Miteigentum am Fondsvermögen. Er ist somit an der Entwicklung aller im Fondsvermögen befindlichen Werte beteiligt. Besonders Investoren, die nicht über spezielle Kenntnisse oder Beziehungen verfügen oder die keine Lust oder genügend Zeit haben, Einzelinvestments (Aktien, Rentenpapiere, etc.) zu tätigen, können hiervon profitieren.

Rücknahme garantiert

Bei einem Offenen Fonds ist die Höhe des Gesellschaftskapitals vorher nicht festgelegt. Wegen täglicher An- und Verkäufe schwankt diese ständig. Dem Investor ist es jederzeit möglich, neue Fondsanteile zu kaufen oder wieder zu verkaufen.

In Deutschland ist jede Fondsgesellschaft dazu verpflichtet, die Anteile zum gültigen Tageskurs zurück zu nehmen. Die jeweiligen Kurse werden täglich an den Börsen festgelegt und in den bekannten Medien veröffentlicht. Dabei ist zwischen Rücknahme- bzw. Ausgabekurs zu unterscheiden.

Vorteil für den Anleger – Sondervermögen

Das Kapital eines Offenen Fonds stellt rechtlich betrachtet ein Sondervermögen dar, das von einer Kapitalanlagegesellschaft lediglich gemanagt wird. Die Fondsanteile werden hierbei von einer Depotbank aufbewahrt. Die Fondsgesellschaft berechnet für die Verwaltung des Fonds eine Verwaltungsgebühr, die in der Regel 0,5-2% beträgt. Ferner fallen manchmal weitere Kosten, wie Transaktionskosten etc., an, die die Rendite des Fonds verringern.

Wichtigstes Argument für Fondsinvestment

Der größte Vorteil bei der Anlage in Offene Investmentfonds ist der Umstand, dass es Investoren ermöglicht wird, sich selbst mit relativ kleinen Beträgen breit gestreut an den Wertpapiermärkten zu engagieren.

Mischfonds

Auch Mischfonds gehören zu den Offenen Investmentfonds und legen das Geld ihrer Kapitalgeber sowohl in Aktien, Rentenpapieren, Geldmarkttitel wie auch in Immobilien-Sondervermögen an. Der Anleger profitiert von der Kombination der Wachstumschancen der Aktienengagements und den Renditen aus festverzinslichen Wertpapieren.

Das Verhältnis von Aktien zu Renten, Immobilienvermögen oder Geldmarkttiteln ist von Produkt zu Produkt verschieden und wechselt je nach Vorgaben und der Markteinschätzung des Fondsmanagers.

Mischfonds mit hohem und niedrigem Risiko

Eher konservativ orientierte Anleger bevorzugen Mischfonds mit einem höheren Renten- oder Geldmarktanteil. Damit verringert sich das Risiko, allerdings sinken auch die Gewinnchancen. Demgegenüber investieren progressiv ausgerichtete Fonds einen größeren Teil ihres Volumens in Aktien. Dabei steht jedoch den erhöhten Gewinnchancen auch ein größeres Verlustrisiko gegenüber.

Mischfonds mit ausgewogenem Risiko

Mischfonds, die Aktien- und Rentenanteil als ausgewogen bezeichnet werden, teilen die Einlagen etwa im Verhältnis 1:1. Je nach Vorgabe ist es dem Management gestattet, die Verteilung der angelegten Gelder je nach Marktlage in gewissem Rahmen zu verändern.

Der Fonds ist in der Lage, etwa bei stagnierenden oder fallenden Aktienkursen zu verzinslichen Wertpapieren zu wechseln. Im umgekehrten Fall, bei positiver Tendenz an den Börsen, kann der Schwerpunkt wieder auf Aktien gesetzt werden.

Spezialfall Zielfonds

Zielfonds, wie Targetfonds aus dem Englischen übersetzt in Deutschland genannt werden, sind eine besondere Form der Mischfonds. Zielfonds unterscheiden sich gegenüber den klassischen Mischfonds durch ihre feste Laufzeit und richten ihre Investitionen auf das Ergebnis zum Laufzeitende aus.

Bei Zielfonds wird am Anfang der Laufzeit meist das Kapital schwerpunktmäßig in risikoreichere Wertpapiere wie beispielsweise Aktien angelegt. Kommt das Laufzeitende der Fonds näher, schichten Mischfonds in risikoarme Anlageformen, wie Renten und Geldmarktanleihen um.

Dies Geschieht, um das erwirtschaftete Kapital nicht mehr aufs Spiel zu setzen. Da die Fondsgesellschaften den unterschiedlichen Anlagehorizonten ihrer Kunden gerecht werden wollen, bieten sie oft ganze Serien derartiger Fonds mit unterschiedlichen Laufzeiten an.

Mischfonds in Deutschland beliebt 

Mischfonds sind in Deutschland sehr populär. Hierzulande werden laut Bundesverband Investment und Asset Management, BVI, 120 Milliarden Euro in dieser Investmentsparte verwaltet. Allein in die Mischfonds, die sich unter dem Dach des BVI befinden, zahlten die Investoren bis Anfang November 2010 mehr als 13 Milliarden Euro ein. Keine anderes Segment der Investmentfonds war in diesem Zeitraum erfolgreicher.

Rentenfonds

Renten- oder Anleihefonds gehören ebenfalls zu den Offenen Investmentfonds. Sie investieren ihr Kapital ausschließlich oder überwiegend in festverzinsliche Wertpapiere wie zum Beispiel in fest- und/oder variabel verzinsliche Wertpapiere des Rentenmarktes wie öffentliche Anleihen, Pfandbriefe, Kommunalobligationen, Wandelschuldverschreibungen, Optionsanleihen oder Null-Kupon-Anleihen (Zerobonds) anlegen.

Rentenfonds erwirtschaften ihren Wertzuwachs durch die Zinszahlungen sowie den Handel mit den gehaltenen Wertpapieren. Ferner operieren manche Anleihefonds zusätzlich (manchmal auch nur zwischenzeitlich) mit Absicherungsgeschäften am Terminmarkt.

In Phasen sinkender Zinsen profitieren Rentenfonds überproportional, da in diesen Zeiträumen die Kurse der Anleihen stark steigen. Dagegen geraten Rentenfonds in Schwierigkeiten, wenn zu Zeiten steigender Zinsen eine positive Rendite erwirtschaftet werden soll.

Ohne großes Risiko anlegen

Die meisten Rentenfonds bieten ihren Anlegern das Investitionsziel stetige Erträge. Im Vergleich zu Aktienfonds oder einer Aktien-Direktanlage weisen Rentenfonds lediglich ein deutlich eingeschränkteres Kursrisiko auf. Rentenfonds generieren ihren ständigen festen Ertrag aus den Zinserträgen der im Rentenfonds enthaltenen Papiere und durch eine möglichst optimale Laufzeitgestaltung.

Die Rentenpapiere, die in ihrer Bündelung den Rentenfonds bilden, haben ihre Ursache in Darlehen, welche einer Regierung oder einer großen Unternehmung gegeben wird. Hierbei garantieren die Darlehensnehmer die jährliche Rückzahlung eines festgelegten Betrages (Zinsen/Tilgung) bis zum Ende der Laufzeit.

Zugang zu internationalen Rentenfonds

Der größten Vorteile von Rentenfonds lassen sich darin erkennen, dass der Investor Zugang zu den nationalen und internationalen Rentenmärkten erhält und dieser von den meist höheren langfristigen Zinsen und den möglicherweise im Ausland höheren Kapitalmarktzinsen profitieren kann. Zudem bieten Rentenfonds eine Risikobegrenzung des Gesamtportfolios durch feste Zinserträge und die Möglichkeit von Kursgewinnen bei fallenden Zinsen.

Der Anleger braucht sich bei Rentenfonds, die die Kapitalerträge direkt wieder im Rentenfonds anlegen (thesaurierende Varianten) auch nicht um die Neuinvestition des eingesetzten Kapitals zu kümmern.

Unterschiedliche Risiken im Angebot

In erster Linie sind die Chancen und Risiken eines Rentenfonds von der Anlageregion, vom Anlagehorizont (Restlaufzeit beachten!) und von der Sicherheit der Emittenten abhängig. Z. B. sind Staatsanleihen und Anleihen von Unternehmen mit erstklassiger Bonität verhältnismäßig sicher.

Die Bonität einzelner Unternehmen oder Staaten wird von unabhängigen Ratingagenturen beurteilt, deren Aktivitäten von Zeit zu Zeit in die öffentliche Kritik geraten. Ein Ausfall der Zinszahlungen und der Rückzahlung bei Anleihen guter Emittenten gilt als wenig unwahrscheinlich.

Vorteil: Bündelung und geringe Kosten

Für den privaten Investor bietet der Rentenfonds durch die Bündelung mehrerer Wertpapiere und durch das aktive Management der Fonds ein besseres Chance-/Risiko-Verhältnis als der Kauf einzelner Anleihe-Wertpapiere.

Die Kosten von Rentenfonds, Ausgabeaufschlag sowie Managementgebühr, sind in aller Regel niedriger wie bei Aktienfonds. Der Ausgabeaufschlag liegt bei Rentenfonds meist zwischen 1,5 und 5%, die Managementgebühr normalerweise zwischen 0,50 und 1,00%.

Immobilienfonds

Immobilienfonds der Offenen Variante bündeln das Geld ihrer Anleger, um dieses in Immobilien zu investieren. Zur Risikostreuung werden meist mehrere Immobilien an unterschiedlichen Standorten ins Portfolio übernommen. Neben den Offenen Immobilienfonds gibt es andere rechtliche und wirtschaftliche Konstruktionen, die als Immobilienfonds bezeichnet werden können.

Offene Immobilienfonds meist liquide

Offene Immobilienfonds sind rechtlich identifizierbares Sondervermögen, das vorwiegend oder ausschließlich aus Immobilien besteht. Offene Immobilienfonds besitzen das Merkmal, dass grundsätzlich das Vermögen zu jedem Zeitpunkt eingezahlt und auch wieder entnommen („Anteilsrücknahme“) werden kann.

In einem Offenen Immobilienfonds engagieren sich normalerweise eine große Zahl von Anteilseignern. Der Fonds selbst  investiert in eine größere Anzahl von Einzelobjekten. Nahezu sämtliche Offenen Immobilienfonds, die in Deutschland vom Bundesamt für Finanzaufsicht zum Vertrieb zugelassen sind, investieren ausschließlich oder überwiegend in Gewerbe-Immobilien.

Gesetzliche Neuregelungen zum Schutz der Anleger

Seit der US-Finanzkrise 2008 haben sich eine Reihe von Risiken der Investments in Offene Immobilienfond offenbart, die vorher nicht in dem Maße wahrgenommen worden waren. Durch diverse Schließungen von Anteilsrücknahmen (wegen gesetzlicher Neuregelungsbestrebungen in Deutschland) sind diese aber doch deutlicher in den Fokus geraten.

Naturkatastrophen zu Lasten der Rentabilität

Neben den Belastungen durch die Neuregulierungen haben einige deutsche Immobilienfonds Schwierigkeiten dadurch bekommen, da sie teilweise in Japan investiert waren und wegen der Erdbeben-Katastrophe und deren Folgen in diesem Land mit sinkenden Immobilienpreisen zu kämpfen haben und hatten. 

Neues Investitionsziel regenerative Energien

Seit wenigen Jahren konnte beobachtet werden, dass sich das Investitionsfeld für Offene als auch für Geschlossene Immobilienfonds, das in erster Linie aus Bürogebäuden und Einkaufszentren bestanden hatte, auf Solar- und Windparks ausgeweitet hat. Für die Zukunft rechnen Experten mit einer weiteren Steigerung in diesem Bereich.

Geschlossene Immobilienfonds riskanter

Ein Geschlossener Immobilienfonds ist Finanzprodukt, das ebenfalls in Immobilien investiert. Normalerweise wird ein solcher zur Finanzierung eines einzelnen Projektes aufgelegt, was natürlich das Risiko einer derartigen Anlage gegenüber einem breiter investierenden Offenen Immobilienfonds erhöht.

Wenn die für die Immobilie benötigten Gelder zusammengekommen sind, wird der Fonds geschlossen. Darüber hinausgehende Einzahlungen sind nun ohnehin nicht mehr und Auszahlungen kaum vor dem Laufzeitende ohne Abschläge möglich.

Hedgefonds

Hedgefonds waren bis vor wenigen Jahren wegen ihrer außerordentlich hohen Gewinnchancen sehr beliebt. Ursprünglich wurden Hedgefonds aus dem Grund eingeführt, um Anleger gegen unterschiedlichste Risiken abzusichern. Der Name leitet sich nämlich vom englischen Wort für absichern oder umzäunen, „hedging“, ab.

In der Zwischenzeit haben die Hedgefonds mit Absicherung nicht mehr viel zu tun. Die Realität erwies sich oft als gegenteilig: Oft sind bei Hedgefonds besonders riskante Anlagestrategien zu erkennen. Mit Zertifikaten, Optionsscheinen und Termingeschäften wird auf bestimmte Kursbewegungen spekuliert.

Für viele Hedgefonds ist der geringe Kapitaleinsatz Pflicht. Sie arbeiten mit einem möglichst wenig Eigenkapitalanteil und engagieren sich überwiegend auf Kredit, was den eigenen Gewinn im Erfolgsfall vervielfacht (Hebelwirkung). Wenn die Spekulation allerdings in die Minuszone fährt, ist der Hedgefonds aufgrund seiner dünnen Eigenkapitalbasis oft unmittelbar zahlungsunfähig, was den Totalverlust für alle Investoren bedeutet.  

Einschränkungen bei Hedgefonds in Deutschland

In Deutschland waren Hedgefonds bis zum Jahr 2004 im öffentlichen Handel nicht zugelassen. Das Investment-Modernisierungsgesetz, das zum Jahresbeginn 2004 in Kraft getreten ist und ab dann den Vertrieb von „Sondervermögen mit zusätzlichen Risiken“ unter bestimmten Auflagen gestattet, ließ eine gewisse Lockerung zu.

Was der Gesetzgeber 2004 erlaubte, hatte eher dem Namen nach etwas mit internationalen Hedgefonds-Märkten zu tun. Die in Deutschland zugelassenen Hedge-Fonds-Produkte gehören zur Gruppe der Investmentfonds als Anlageprodukte. Sie dürfen die Instrumente des Leerverkaufes (short selling) und den Einsatz von Fremdkapital (Leverage-Effekt) nutzen.

Hinzu kommt, dass Anteile an solchen Hedgefonds in Deutschland nicht öffentlich vertrieben werden dürfen. Der Handel ist lediglich im Rahmen von sogenanntem Private Placement, etwa für Einlagen institutioneller Anleger, möglich.

Hedgefonds-Sektor unter Druck

Bis vor wenigen Jahren gehörte der Sektor Hedgefonds zu den am stärksten wachsenden Investitionsmöglichkeiten. Bis heute kann die Anzahl der weltweit aktiven Hedgefonds wie das in ihnen veranlagte Vermögen lediglich geschätzt werden. Ende 2006 sollen etwa 1,5 Billionen US-Dollar in Hedge-Fonds investiert gewesen sein, womit sich das Anlagevolumen um über ein Drittel im Vergleich zum Vorjahr gesteigert hatte.

Der Hedge-Fonds-Sektor wurde erstmals durch die Finanzkrise 2008 in Mitleidenschaft gezogen: Offiziell wurde Anfang 2009 verlautet, dass durch die Finanzkrise im Jahr 2008 insgesamt 1.471 Hedge-Fonds weltweit aufgelöst worden und rund 15% des gesamten Hedge-Fonds-Markt betroffen waren. Die Attraktivität von Hedgefonds hat seither weiter nachgelassen.

Stammsitz Finanzoase

Viele Hedge-Fonds wurden, schon um einer strengen Vermögens-Aufsicht zu entgehen, in sogenannten Steueroasen angesiedelt. Die Cayman Islands oder die Bermudas bieten lockere Kapitalmarktregeln sowie  niedrigere Steuern und Transaktionsgebühren. Hedge-Fonds-Manager arbeiten jedoch unabhängig vom Sitz ihres Fonds meist an den Finanzplätzen New York und London.

Für die deutschen Investoren haben Hedge-Fonds durch die Finanzkrise 2008 erheblich an Bedeutung verloren.

Geldmarktfonds

Als Geldmarktfonds werden Offene Investmentfonds bezeichnet, die ihr Kapital ausschließlich oder überwiegend in Geldmarkttitel und liquide Wertpapiere mit sehr kurzen Laufzeiten anlegen. Zum Investitionsbereich zählen festverzinsliche Wertpapiere, Termingelder, Schuldscheindarlehen oder Commercial Papers und sichere Einlagen bei Banken mit kurzer Restlaufzeit von bis zu 12 Monaten.

Für kurzfristige Anlagen geeignet

Jeder Investor kann in eine Situation geraten, in der er sein Kapital kurzfristig „parken“ muss. Eine solche Situation kann dann gegeben sein, wenn der Anleger beispielsweise ein Aktienfondsinvestment aufgelöst hat und sich dabei noch nicht schlüssig ist, welche weitere Anlageform er nun angehen möchte. 

Geldmarktfonds bieten in aller Regel nur einen Zinssatz, der – wenn überhaupt – geringfügig über der aktuellen Inflationsrate liegt. Dennoch kann ein Investor  am Geldmarkt, zieht er alle ähnlichen Alternativen in Betracht, vergleichsweise die höchsten Zinssätze erwarten. Natürlich sollte auch immer im Auge behalten werden, dass Geldmarktanlagen ein außerordentlich niedriges Risiko aufweisen.

An den Geldmärkten tummeln sich ausschließlich institutionelle Anleger, d.h. Banken, Versicherungsgesellschaften oder der Staat. Damit bieten Geldmarktfonds den privaten Anlegern die Gelegenheit, sich auf diesem Markt ebenfalls zu engagieren, was ihnen ansonsten nicht möglich wäre.

Geldmarktfonds: Alternative zum Sparbuch

Für den Investor können Geldmarktfonds eine attraktive Alternative zum Sparbuch darstellen. Ein deutlicher Vorteil der Anlage in Geldmarktfonds ist die sofortige Verfügbarkeit des eingesetzten Kapitals. Der Anleger kann ohne Bindung an zeitliche Fristen zu jedem Zeitpunkt über sein Kapital bestimmen.

Das angelegte Vermögen ist besonders sicher investiert, wobei sich der Zinssatz an dem 3-Monatsgeldsatz Euribor orientiert. Geldmarktfonds erwirtschaften wegen ihrer hohen Gesamt-Anlagesumme normalerweise höhere Zinserträge als eine Direktanlage auf dem Sparbuch.

Dennoch wird eine – verglichen mit einem Aktienfonds – minimale Managementgebühr fällig. Dementsprechend ist bei der Anlageentscheidung ein Vergleich der Verzinsung des Geldmarktfonds nach Gebühren zu der Verzinsung im Tagesgeldkonto und auch zu der Tagesanleihe des Bundes empfehlenswert.

Wechselkursrisiken im Auge behalten

Der Anleger sollte sich wie bei allen Investitionen bestmöglich informieren, bevor er sein Vermögen einer Anlageform anvertraut. Wenn Aussichten auf überdurchschnittliche  Renditen zugesagt werden, die die üblichen Durchschnittsrenditen weit übertreffen, ist dies oft mit zusätzlichen Risiken verbunden.

Hierbei ist zunächst das Wechselkursrisiko zu nennen, wenn die Geldmarktfonds in Wertpapiere investieren, die in Fremdwährung emittiert wurden. Z.B. kann im Investitionszeitraum die Entwicklung des Schweizer Franken gegenüber dem Euro zu empfindlichen Renditeeinbußen führen.

Anleger, die sich mit der Wechselkurs-Problematik nicht beschäftigen möchten, sollten sich auf den Kauf von Geldmarktfonds beschränken, die nur in Euro-Papiere investieren. Eine mögliche Alternative zu Geldmarktfonds sind Tagesgeldkonten, die dem Anleger bei vergleichbarer Flexibilität ähnliche Renditen bieten. Vergleiche unter Einbeziehung aller Kosten sind dringend angeraten.

Rest-Risiken immer vorhanden

Auch bei Geldmarktfonds existieren gewisse Rest-Risiken, die nicht außer Acht gelassen werden sollten. Geldmarktfonds weisen ein geringes Zinsänderungsrisiko als auch mit einem Kreditrisiko hinsichtlich des Emittenten aus.

Sind die Emittenten Staaten, ist ein solches vergleichsweise sehr gering, jedoch nie völlig auszuschließen. Die US-Bankenkrise ab 2007 sowie die griechische Schuldenkrise ab 2010 haben auch absolut stabil geltende Geldmarktfonds kurzfristig in Mitleidenschaft gezogen.

ETFs

ETFs (Exchange Traded Funds) sind Offene Investmentfonds, die im Gegensatz zu anderen Asset-Klassen kein aktives Management weder benötigen noch bezahlen müssen. In aller Regel bilden ETFs einen Index Eins zu Eins ab. Und zwar, sowohl was die Einzeltitel als auch was ihre Gewichtung im Index angeht.

ETFs benötigen daher weder ein aktives Management noch Analysten oder Berater. Heutzutage werden die Veränderungen des Index meist von Computern  nachvollzogen. Der Mensch hat lediglich Kontrollfunktionen.    

Der Erfolg der ETFs, der auf ihre unschlagbar günstige Kostenstruktur zurückzuführen ist, begann 1970. Der Standard & Poor’s Depositary Receipt (Abkürzung SPDR, umgangssprachlich Spider genannt) war der erste ETF und wurde damals von der Vermögensverwaltung State Street Global Advisors auf den Markt gebracht. Sein Volumen hat sich bis heute auf ca. 90 Milliarden US-Dollar gesteigert.

Spektrum wird immer größer

Anfangs bezogen sich die ETFs lediglich auf marktbreite Aktienindices. Später wurden von den Fondsgesellschaften immer weitere Angebote hinzugefügt. ETFs wurden bald auf eine größere Anzahl und dabei auch auf stärker spezialisierte Indices aufgelegt.

Anleger können mittlerweile zwischen vielen verschiedenen Formen der ETFs wählen. Die wichtigsten sind: ETFs auf marktbreite Indices (wie z. B. den DAX 30 oder den EUROSTOXX 50). ETFs auf Branchenindices (etwa branchenbezogenen Sub-Indices bekannter Aktienindices wie auf den Internetbereich).

Daneben gibt es ETFs auf Regionenindices (Indices, die Wirtschaftsregionen abbilden oder ETFs auf Indices, die sich auf sehr spezialisierte Branchen beziehen (z. B. auf erneuerbare Energien wie der ÖkoDax). Zudem werden ETFs auf Indices angoten, deren Zusammensetzung und Gewichtungen sich nach Fundamentaldaten (Indices, die versuchen, Substanzwerte oder Wachstumswerte zu selektieren) oder der Dividendenrendite (z. B. DivDAX) bestimmen.

ETFs auf Shorts

Ebenfalls werden ETF auf Indices angeboten, die bestimmte Handelsstrategien nachbilden. Hierzu gehören insbesondere Indices, die Shortpositionen und gehebelte, also teilweise fremdfinanzierte Positionen abbilden. Darüber hinaus solche, die Optionsstrategien nachbilden.

Besonders bei den short-positionierten ETFs können selbstverständlich alle vorher aufgeführten Indices als Grundlage dienen. So gibt es z.B. ETFs auf den DAX sowohl long (Gewinne bei steigendem Index) als auch short (Gewinne bei fallendem Index).

Short-ETFs sind besonders interessant, weil diese ihren Gewinn nicht nur aus der negativen Entwicklung des gewählten Index beziehen. Der Gewinn erhöht sich immer auch um den entsprechenden Geldmarktzins, da das Kapital des ETF lediglich zu einem Kaufversprechen zu einem Zeitpunkt in der Zukunft eingesetzt wird und bis zu diesem Zeitpunkt anderweitig eingesetzt werden kann.       

Markt wächst unaufhörlich

Der Markt für ETFs ist seit Beginn der neunziger Jahre nahezu ständig gewachsen.  2002 belief sich das verwaltete Vermögen bei 142 Milliarden US-Dollar, 2009 erreichte es schon 1 Billionen US-Dollar. In Deutschland steigerte es sich von 5 Mrd. Euro im Jahr 2002 auf 64 Mrd. Euro in Jahr 2007.

Dachfonds

Unter Dachfonds sind Offene Investmentfonds, die das Kapital ihrer Investoren in Anteilen von anderen Investmentfonds anlegen. Ihre englische Bezeichnung lautet fund of funds. Die Fonds, in die das Geld der Dachfonds-Anleger investiert wird, sind die Zielfonds.

Auch bei in diesem Segment gibt es einzelne Dachfonds, die sich auf eine bestimmte Asset-Klasse oder ein bestimmtes Investment-Thema spezialisiert haben. U.a. können dies Dach-Hedgefonds, Dach-Aktienfonds, Dach-ETF-Fonds sein.

Anleger durch Bestimmungen geschützt

Einem in Deutschland zugelassenen Dachfonds stehen alle ebenfalls in Deutschland zugelassenen Investmentfonds offen, die nicht selbst Dachfonds, Spezialfonds oder Geschlossene Fonds sind. Durch die Beschränkung sollen eventuelle Kaskadeneffekte vermeiden.

Ferner ist festgelegt, dass ein einzelner Zielfonds einen Anteil von 20 Prozent am Gesamtvermögen des Dachfonds nicht überschreiten darf. Einem Dachfonds ist es ebenfalls nicht gestattet, mehr als 10 Prozent der Anteile am Vermögen des Zielfonds zu halten.

Dachfonds in Deutschland lange nicht erlaubt

Erst 1998 gab es in Deutschland eine Neuregelung der Dachfonds. Zuvor waren solche Investments jahrzehntelang verboten, nachdem der erste Dachfonds FOF (Fund of Funds), der 1962 durch die Gesellschaft Investors Overseas Services (IOS) aufgelegt worden war, wegen Verschleierung, Veruntreuung und einer Art Schneeballsystem in den 70iger Jahren ein hohes Anlegervermögen vernichtet hatte.

Dachfonds stehen im Ruf, besonders teuer zu sein. Kaum jemand wird leugnen mögen, dass es bei den Dachfonds eine zusätzliche Managementebene des Dachfondsmanagers neben dem Management der Zielfonds gibt, die selbstverständlich vom Anleger bezahlt wird.  Bei einige Dachfondsmanagements gibt es daher erfolgsabhängige Gebührenmodelle, die sogenannte „performance fee“.

Dachfonds klar besser diversifiziert

Aufgrund der anfallenden Fondsmanagementvergütungen kann die Mehrzahl der Dachfonds in der Kostenbelastung der Anleger nicht mit Einzelfonds konkurrieren. Allerdings besteht der größte Vorteil der Dachfonds darin, dass sie über Fonds und Fondsmanager hinweg streuen, während Einzelfonds diese Breite nicht anbieten.

Der Fondsmanager des Dachfonds ist in der Lage die abzudeckenden Marktsegmente mit den jeweils attraktivsten Fonds belegen. So kann er praktisch jedes Rendite-Risiko-Profil darstellen. Für den Anleger eröffnen sich damit die Vorteile eines breit diversifizierten und aktiv gemanagten Portfolios.

Diversifikation anspruchsvoll

Für den Diversifikationsaspekt ist die Unabhängigkeit des Dachfondsmanagements unabdingbar. Was bedeutet, dass nicht verstärkt Fonds eines bestimmten Hauses (möglicherweise die der eigenen Hausbank) berücksichtigt werden. Zudem fordert die Diversifikation auch große Anstrengungen bei der Allokation, damit sich keine allzu deutlichen Überschneidungen ergeben. Diese würden Diversifikation ausblenden und möglicherweise die Bildung von Klumpen fördern.

Mangelnde Transparenz als Minus

Für Dachfonds sind nicht nur die bereits angesprochene Kostenebene sondern vor allem auch Schwächen bei der Transparenz die größten Nachteile, da es einem privaten Investor kaum möglich sein ist, aus nur Teil-Aspekte der Einzeltitelauswahl beurteilen zu können.

Der Dachfondsmanager kann in seiner Entscheidungsfreiheit bei der Selektion auf Fonds zurückgreifen, die das übliche Angebot Offener Publikumsfonds weit überschreitet.

Sollte der Dachfonds auch Anteile an inzwischen für neue Investoren geschlossenen Fonds (z.B. wegen eines erreichten Volumens) bezogen hat, hat der Investor mit seinem Engagement die Möglichkeit (nahezu zu jedem Zeitpunkt) über das Dachfondsvermögen an attraktiven Investitionsideen zu partizipieren, die ihm als Normal-Anleger nicht offen stehen würden.

Aktienfonds

Der Aktienfonds ist ein Offener Investmentfonds, der im Gegensatz zu einem Renten- oder Immobilienfonds ausschließlich oder zum überwiegenden Teil in Aktien investiert.

Unterschiedliche Ausrichtungen

Aktienfonds unterscheiden sich im Wesentlichen aus der jeweiligen Ausrichtung. Aktienfonds können beispielweise regional unterschiedlich aufgestellt sein. Dabei können als Anlageziele sowohl einzelne Staaten, Regionen (z.B. Kontinente) oder auch die gesamte Welt (globale Ausrichtung) festgelegt werden.

Darüber hinaus existieren strukturelle Festlegungen, die sich auf die Größe der Unternehmen (sogenannte Small, Mid Caps oder Blue Chips) bezieht, in deren Aktien der Fonds investiert. Eine weitere Ausrichtungsform ist die Spezialisierung auf verschiedene wirtschaftliche Bereiche (Branchen).

Es gibt z.B. spezielle Fonds, die sich definitionsgemäß ausschließlich mit der Automobilindustrie beschäftigen. Allerdings gibt es auch Mischformen, bei denen die Finanzprodukte sich etwa mit der europäischen oder deutschen Automobilindustrie befassen.

Ferner werden auch Aktienfonds angeboten, die sich ethischen Maßstäben unterwerfen. Diese verzichten in ihrem Anlageverhalten beispielsweise auf Aktien von Unternehmen, die besonders umweltzerstörend agieren, die Waffen produzieren oder die der Atomwirtschaft angehören.

Risiken relativ kalkulierbar

Aktienfonds mit dem Schwerpunkt hochkapitalisierte Börsenschwergewichte, die zum Beispiel bereits in Aktienindices wie dem DAX oder dem Dow Jones EuroStoxx 50 enthalten sind, weisen in der Regle geringere Risiken auf.

Generell kann davon ausgegangen werden, dass sowohl die Risiken wie auch die Chancen eines Aktienfonds mit dem Grad der Spezialisierung wachsen. Der Grund hierfür ist, dass die Fondsmanager in schwierigen Zeiten wegen dieser Spezialisierung nicht in branchenfremd investieren dürfen. Daher gelten Branchenfonds als risikoreich. 

Investmentprozess abhängig vom Management

Die verschiedenen Fondsmanager präferieren je nach Fähigkeit und eigener Ausrichtung unterschiedliche Investmentprozesse bei der Auswahl der Aktien. Zu den Wichtigsten zählen das Top-Down-Verfahren wobei die Fondsmanager ganze Märkte und ihre Perspektiven bewerten und in den favorisierten Branchen oder Regionen dann nach Einzeltiteln suchen.

Ein weiterer Investmentprozess ist das sogenannte Bottom-Up-Verfahren, das auch als Stock-Picking bezeichnet wird. Die Einzeltitelauswahl steht hierbei eindeutig im Vordergrund. Die branchenbezogene oder regionale Ausrichtung wird lediglich als langfristiges Instrument zur Risikostreuung begriffen.

Anlagestil entscheidend für den Erfolg

Beim Anlagestil (der Anlagephilosophie) finden sich ebenfalls unterschiedliche Ansätze. Einer der Bedeutendsten ist der Growth-Ansatz, wobei die Perspektiven hinsichtlich des Wachstums der Aktiengesellschaften im Mittelpunkt der Titelauswahl stehen. Die Unternehmen werden beim Growth-Ansatz dahingehend untersucht, ob Umsatz, Gewinn oder Cash Flow pro Aktie schneller wachsen als bei anderen Firmen der Branche oder der Region

Im Gegensatz zum Growth-Ansatz gibt es den Value (deutsch:Wert)-Ansatz, bei dem die günstige Bewertung und die Stabilität der Aktienanlage die größte Priorität besitzt. Hauptsächlich wird hierbei nach Aktien Ausschau gehalten, die vom Markt als unterbewertet eingestuft werden, oftmals verbunden mit einer hohen Dividendenrendite.

Aktienfonds für Gewinnorientierte

Für Investoren, die das primäre Ziel der Wertsteigerung anstreben, sind Aktienfonds äußerst empfehlenswert. Diese Art des Fondsinvestments erzielen im langfristigen Vergleich durchschnittlich ca. 8% Wertsteigerung pro Jahr.

In Jedem Fall sollte dabei bedacht werden, dass höheren Chancen gegebenenfalls auch Verluste entgegen stehen. Aufgrund der breiten Anlagestreuung eines Aktienfonds ist das Investment in Aktienfonds jedoch weit weniger risikoreich als eine Direktanlage in einzelne Aktien.

Total-Return-Fonds

Unter der Wortschöpfung „Absolute Return-Fonds“ sind Investmentfonds zu verstehen, die unabhängig von der Marktlage versuchen, einen positiven Ertrag für ihre Investoren zu erzielen. Eigentlich ist dies das Prinzip jedes Investmentfonds. Das Hervorstechendste Unterscheidungsmerkmal ist der zulässige Wechsel in der Anlagepolitik. Jedoch fehlt bislang eine branchenweit gültige Definition des Begriffs „Absolute-Return-Fonds“.

Absolute Return nicht allzu wörtlich nehmen

Von allzu naiv herangehenden Anlegern kann der Begriff „Absolute Return“ auch schnell falsch als „Garantie“ interpretiert werden. Eine Garantie auf das eingesetzte Kapital gibt es jedoch nicht. Bei der Namensschöpfung war wohl nicht beabsichtigt, einem Mischfonds ein anderes Etikett aufzukleben. Denn wenn in einem Fondsprospekt die Bezeichnung „Absolute Return“ genannt wird, heißt dies leider noch lange nicht, dass Absolute Return auch wirklich gegeben ist.

Die Vorgehensweisen, wie die gesetzten Ertragsziele unabhängig von der Marktentwicklung erreicht werden sollen, können auch sehr stark schwanken. Absicherungsinstrumente, Derivate und schneller Wechsel zwischen den Anlageklassen sind unterschiedlich gewichtet.

Rendite – einziger Vergleichsmaßstab

Diese Art von Finanzprodukten orientieren sich nicht an bestimmten Markttrends. Ein Vergleichsmaßstab ist daher nicht gegeben, um die Fondsqualität mit anderen Fonds zu vergleichen. Das einzige Prüfkriterium ist die erreichte Rendite. Der jeweilige Fonds kann daran eingestuft werden, ob er die eigenen Ziele auch erreicht oder eben nicht.

Timing im Fokus

Bei Hedge-Fonds und Absolute-Return-Fonds ist das Timing sehr wichtig. Eine Fondskonstruktion, die besonders in der jüngeren Vergangenheit eine sehr gute Wertentwicklung gebracht hat, kann den Investor zu einem ungünstigen Einstiegszeitpunkt verleiten. Als Privatinvestor kann man hier nur spekulieren Worauf ist die gute Performance zurückzuführen? Wird der Total-Return-Funds wegen der guten Wertentwicklung jetzt versuchen, Risiken für den Rest des Geschäftsjahres zu vermeiden und dafür risikoarm zu investieren? Vor allem in sogenannten Bullenmärkten hält die Wertentwicklung der Absolute-Return-Modelle nicht mit.

Gebühren on top

Die Gebühren sind wie bei den meisten Dachfonds und Mischfonds auch bei dem Absolute-Return-Konzept recht hoch. Hinzu kommt, dass sie für den Anleger sind wegen der flexiblen Anlagepolitik auch relativ intransparente Züge besitzen. Ein weiterer Nachteil neben den Managementgebühren für die Fondsverwaltung sind die fehlende Kennzeichnung der Fondskategorie.  Fondsgesellschaften nutzen den Begriff „Total Return oder Absolute Return“ eher aus Gründen des Marketings.

Depotanteil begrenzen

Absolute-Return-Fonds, die diesen Namen auch verdienen, verfolgen eine Anlagepolitik, die früher Hedgefonds vorbehalten waren. Abhängig vom vorgegebenen Ertragsziel sind Chance und Risiko unterschiedlich ausgeprägt. Der prozentuale Anteil des Portfolios als Anlagesummen in derartige Finanzprodukte sollte begrenzt bleiben. Einer ihrer wirklichen Vorteile ist, dass sie sich für eine Depotbeimischung eignen, weil sie relativ unabhängig von der Entwicklung am Aktienmarkt oder Rentenmarkt ihr Ertragsziel verfolgen.

Regionenfonds

Regionenfonds sind inzwischen ein bedeutender Sektor der Offenen Investmentfonds. Diese Finanzprodukte investieren nicht global in einzelne Gesellschaften, sondern lediglich in Wertpapiere von Emittenten aus bestimmten festgelegten Gebieten (Kontinenten oder Teile von ihnen, auch überschneidend) oder einzelnen Ländern.

Die Schwerpunkte, in die die Fondsgesellschaften in diesen Fällen investieren, unterscheiden sich teilweise ganz erheblich in der Sicherheit der Anlage. Gleiches gilt natürlich auch für die Renditechancen. Der Anleger sollte daher genau prüfen, ob der entsprechende Fonds auch zu seinen Vorstellungen passt oder nicht.

Europa und Asien beliebt

Besonders beliebte Regionen sind Europa teilweise und insgesamt, die Osteuropäischen Staaten, Asien, der gesamte pazifische Raum, die USA und Südamerika. Innerhalb dieser großen Erdteile gibt es weitere speziellere Unterteilungen.

Europäische Regionenfonds existieren bereits seit Beginn der Anlageform. Allerdings sind vor allem in den zurückliegenden Jahren einige sehr interessante neue Regionen in den Fokus gerückt. Gerade in den letzten Jahren haben sich Produkte mit Schwerpunkt China und Südostasien als besonders renditestark erwiesen. Das rasante Wirtschaftswachstum Chinas und der dortigen Unternehmen bescherte diesen sehr gute Renditen.

Risiko/Chance stark unterschiedlich

Regionenfonds weisen innerhalb ihrer Gruppe in punkto Sicherheit/Renditechance erhebliche Unterschiede auf. Jene Produkte, die in die EU-Staaten investieren, sind (wenigstens auf dem Papier) von ihrer Anlageform sicherer als Regionenfonds, die in Regionen von Mittelamerika oder andere Schwellenländer investieren.

Der Fondsmanager kann eventuelle Umschichtungen in seinem Regionenfonds nur in der Art ausführen, wie es ihm seine Vorgaben erlauben. Er sogar gezwungen, sogar in Phasen, in denen die Entwicklung seines Marktes negativ ist, in diesen Markt anlegen. Ein etwaiges Ausweichen auf Märkte, die sich positiver entwickeln, ist ihm nicht gestattet.

Anlagerisiko frei wählbar

Für welchen Regionenfonds man sich als Anleger entscheidet, ist größtenteils von der eigenen Anlagementalität abhängig. Wenn die Sicherheit des Investments im Vordergrund steht, wird man sich für einen Regionenfonds entscheiden, der in Gesellschaften aus dem europäischen Wirtschaftsraum investiert. Ist man dagegen etwas risikofreudiger und damit renditebewusster wählt man möglicherweise einen Fonds, der sein Kapital in Mittelamerika oder in andere Schwellenländer investiert.

Aktuell dürften die sogenannten „frontier markets“ (in erster Linie Länder des afrikanischen Kontinents) zu den risikoreichsten Investments im Sektor Regionenfonds zählen. Freilich winkt bei positiver Entwicklung dieses Wirtschaftsraums eine mehr als überdurchschnittliche Performance des gewählten Finanzprodukts. 

Information unabdingbar

Dem Investor helfen bei der richtigen Auswahl des Regionenfonds zahlreiche Analysen, Berichte und Vergleiche im Internet oder anderen Medien. Eine Beratung durch einen Finanzberater kann ebenfalls zu sehr zufriedenstellenden Ergebnissen führen.

Ökofonds

Ökofonds sind Nachhaltigkeitsfonds, die allerdings lediglich Aktien von Unternehmen erwerben, die auf möglichst geringe (negative) Umweltauswirkungen ihrer Tätigkeit und Produkte in Bezug auf deren Planung, Produktion, Nutzung, Verwertung und Entsorgung achten. Ökofonds investieren oftmals speziell in so genannte Erneuerbare Energien wie Solar-  oder Windenergie.

Ausrichtung eindeutig zu klären

Manchmal ist die Differenzierung der Begriffe Ökofonds und Nachhaltigkeitsfonds im Sprachgebrauch nicht immer eindeutig. Es kommt vor, dass sie als Synonyme verwendet oder vertauscht werden. Daher sollte sich jeder Anleger, der in einen Nachhaltigkeits- bzw. Ökofonds investieren möchte,  im Einzelfall darüber informieren, an welchen Unternehmen und Branchen der jeweilige Fonds sich tatsächlich beteiligt.

Themenauswahl entscheidend

Ökofonds investieren in zukunftsorientierte und innovative Unternehmen, die einen nennenswerten Beitrag zum umwelt- und sozialverträglichen Wirtschaften leisten. Dabei stellen grundsätzlich Investitionen in ausgewählte zukunftsorientierte Themen wie saubere Energie, Gesundheit, Wasser, nachhaltiger Konsum und nachhaltige Mobilität die Hauptthemen. Hierbei erfolgt die Titelauswahl in erster Linie aus unternehmensspezifischen Überlegungen.

Aktivitäten der Unternehmen, die als besonders konträr zu den ethisch-ökologischen Anforderungen einzuschätzen sind, werden grundsätzlich ausgeschlossen. Das Fondsmanagement wird bei manchen Produkten durch  einen interdisziplinär zusammengesetzten Beirat in Bezug auf Konzept und Auswahlkriterien unterstützt. Solche Beiräte definieren auszuschließende Aktivitäten und entscheiden bei der Beurteilung von Grenzfällen.

Verminderte Anlagemöglichkeiten negativ

Wie bei den anderen Nachhaltigkeitsfonds auch, bestimmt die Größe des möglichen Anlageuniversums die Möglichkeiten der Diversifikation des Portfolios. Die Reduzierung des Anlageuniversums durch ökologische Regeln führt zu einer Erhöhung des Risikos oder einer Verringerung der Rendite. Praktische wirkt sich danach aus, ob im verbleibenden Anlageuniversum noch eine ausreichend hohe Zahl gering miteinander korrelierter Anlagemöglichkeiten verbleiben.

Dieser Effekt wirkt umso stärker, wie sehr die Anlagepolitik hinsichtlich der Ausschlusskriterien gesteuert wird. Und da hier von vorneherein ganze Branchen ausgeschlossen sind, fehlen manchmal entscheidende Anlagemöglichkeiten zur Optimierung des Portfolios. Somit ist es möglich, dass die Einschränkung des Anlageuniversums zu einer systematischen Über- oder Unterschreitung der Rendite des Marktes und der von anderen Investmentfonds führen kann.

Immer wieder neue Sonderformen

Von einigen Fondsgesellschaften werden seit einigen Jahren auch sogenannte Scharia-konforme Fonds angeboten. Diese orientieren sich an den ethischen Grundsätzen des Islam. 


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