Übersicht über die gängigsten Fondsarten

Bevor private Investoren ihr Geld in Fondsanlagen anlegen, sollten sie sich Gedanken darüber machen, was überhaupt einen Investmentfonds ausmacht. Weiter sollte man sich über die gängigsten Fondsarten informieren. Denn eine gute Basis, die eigene Anlagestrategie umzusetzen, liegt stets in der Vielfalt der Geldanlagen. Zudem bleibt dem heutigen Sparer tagtäglich recht wenig Zeit und kann sich von daher nicht stündlich mit dem Thema Geldanlage befassen.

Liegen dann auch nur geringe Anlagesummen vor, dann fällt selbst eine normalerweise übliche Streuung schwer. Um all diese Punkte umgehen will, liegt mit Investmentfonds stets auf der sicheren Seite. Dabei ist ein Investmentfonds nichts anderes als ein großer Topf, in dem das Kapital vieler Anleger gesammelt und entsprechend von einer Investmentgesellschaft verwaltet wird. 

Anschließend wird das Kapital in ein breites Spektrum gestreut – beginnend von Aktien über Anleihen bis hin zu Immobilien. Die Fondsgesellschaft steht dabei in der Pflicht, in ihrem Fondsprospekt genau anzugeben, in welche Sparten der jeweilige Fonds anlegt. Allerdings kann das Fondsmanagement bei ihrer Segmentauswahl frei entscheiden. Da Fonds grundsätzlich Sondervermögen darstellen, bleibt ein Fondsanteil aus dem gesamten Vermögenstopf auch stets dasjenige Vermögen des einzelnen Investors selbst.

Sollte es einmal zu einer Insolvenz kommen, sind die Gelder innerhalb der Investmentgesellschaft davor geschützt. Investmentfonds bieten aber noch weitere Vorteile für private Anleger: Jeder Investor hat das Recht, seinen Anteil aus dem Vermögenstopf börsentäglich zum jeweiligen Rücknahmepreis zu verkaufen.

Geldmarktfonds

Dieses Recht steht allerdings nur Investoren von Offenen Immobilienfonds zu. Zudem können sich auch Kleinsparer an einem Fondsinvestment beteiligen, in dem man sich entweder regelmäßig mit einer Sparrate von monatlich 25 Euro oder aber für eine Mindestanlagesumme in Höhe von 250 Euro entscheidet. Eine weitere Anlagestrategie bildet ein Investment in Geldmarktfonds. Der Vorteil dieser Geldanlage liegt insbesondere in der kurzen Laufzeit, die in aller Regel zwölf Monate nicht überschreitet. Auf Grund der kurzen Laufzeit ist das gesamte Investment daher auch nur mäßigen Kursschwankungen ausgesetzt. Der Anleger setzt dabei auf Tages- oder Festgelder auf Fondsbasis bzw. auf Anleihen mit kurzer Laufzeit. Weniger lohnenswert sind dagegen Investitionen in Geldmarktpapiere des Bundes.

Rentenfonds

Wer vor dem Rentenalter umschichten möchte oder auf hohe Sicherheit setzt, der kann auch in Rentenfonds investieren. Rentenfonds stellen dabei Investments dar, die durch den Staat, durch Banken oder Unternehmen als Anleihen, Rentenpapiere oder Bonds ausgegeben werden, weil dringend Kapital benötigt wird. Durch den Anleihekauf gibt der private Käufer den Institutionen einen Kredit auf unbestimmte Zeit, aber zu einem bestimmten Zinssatz. Der Erfolg schlägt sich in den regelmäßigen Zinszahlungen nieder, zudem erhält der Anleger am Ende der Laufzeit sein ausgeliehenes Geld wieder zurück. Wer in Rentenfonds anlegt, investiert sein Kapital überwiegend in festverzinsliche Wertpapiere. Unter diese Rubrik fallen neben Staatsanleihen und Bundesschatzbriefe auch Kommunalobligationen, Hypotheken-Pfandbriefe sowie Unternehmensanleihen.

Je nach aufgelegtem Fondsprospekt erfolgt die Investition nicht nur in verschiedene Märkte und Länder, sondern auch in unterschiedliche Unternehmen und Laufzeiten. Rentenfonds erwirtschaften dabei so genannte Ertragsanteile (Zinseinnahmen). Wer ein höheres Risiko eingehen will – zum Beispiel mit Fremdwährungen oder bei Investitionen in Länder, die nicht so gut bewertet sind – setzt auf spezialisierte Rentenfonds. Mit der höheren Wertentwicklung geht dabei auch das erhöhte Risiko einher. Denn die Schwankungen in solchen Fondsanlagen können enorm sein. In allen anderen Fällen ist die Entwicklung eines Rentenfonds – im Gegensatz zu einem Aktienfonds – sehr gleich-mäßig. Wer jegliches Risiko ausschließen will, setzt daher auf Rentenfonds, die in deutsche Staatsanleihen oder in Pfandbriefe mit kurzen Laufzeiten anlegen.

Offene Immobilienfonds

Wer mit kleineren Investments in Immobilien einsteigen will, der greift am besten zu Offenen Immobilienfonds. Diese legen das Kapital der Anleger überwiegend in gewerblich genutzte Immobilien an. Mit dem Kapital werden Bürohäuser, Einzelhandelskomplexe oder Logistikzentren gebaut oder gekauft. Damit auch eine gute Rendite bei gleich-zeitig hoher Sicherheit erwirtschaftet werden kann, wird durch die Fondsmanager eine ausgewogene Streuung angestrebt. Gestreut wird je nach Renditeobjekt in Größe, Nutzungsart, in Mieterbranchen sowie in Standorten. Allerdings fließt nicht das gesamte Kapital in den offenen Immobilienfonds, sondern wird in liquiden Mitteln wie zum Bei-spiel verzinsliche Wertpapiere gehalten. Dieser dient nicht nur als Sicherheitsaspekt, sondern auch dafür, um günstige Kaufgelegenheiten zu nutzen. Rücklagen müssen auch gebildet werden, um Ausschüttungen durchzuführen oder für die Abwicklung von Anteilsrückgaben.

Mischfonds

Damit sich die Werte innerhalb der Laufzeit positiv entwickeln können, sind solche Immobilieninvestitionen immer als langfristige Investitionen anzusehen. Die Wertsteigerungen der Immobilie sind in diesem Fall steuerfrei und der Investor erhält entsprechende Anteile aus Miet- und Zinseinnahmen. Zudem stellt dieses Investment für den privaten Anleger eine äußerst lohnenswerte Beimischung für die persönliche Vermögensstrukturierung dar. Weiter gibt es für den privaten Anleger die Möglichkeit, in verschiedene Anlageklassen wie zum Beispiel Aktien-, Renten- oder Geldmarktpapiere gleichzeitig zu investieren. Für diesen Fall gibt es so genannte Mischfonds, die sowohl als risikoarmes als auch als risikoreicheres Investment zu haben sind. Das Risiko sowie die geltenden Mindest- bzw. Höchstanlagegrenzen ist dabei stets aus dem Fondsprospekt ersichtlich.

Aktienfonds

Der Vorteil für den privaten Anleger liegt darin, dass dieser mit der Anlage nicht nur ein gewisses Maß an Sicherheit erhält, sondern auch gleichzeitig die Chancen des Aktienmarktes nutzen kann, ohne sich dabei selbst um diese zu kümmern. Daher liegt das Risikoprofil von gemischten Fonds zwischen dem eines Aktien- und dem eines Rentenfonds. Wer bei Mischfonds zusätzlich auf eine breite Streuung setzen will, muss dabei in vermögensverwaltende Produkte investieren. Hierunter fallen zum Beispiel Rohstoffe, Währungen oder Immobilien (auch außerhalb der Eurozone). Wer sich hingegen nicht traut, alleine in den Aktienmarkt zu investieren, investiert in Aktienfonds, um dadurch das Risiko einer Einzelanlage in Aktien auszuschalten. Auf Grund der Vielzahl an Aktien in dem gebündelten Fonds wird das Risiko an der Börse notierter Unternehmen deutlich reduziert.

Dennoch sollte diesem Investment mit Vorsicht begegnet werden, denn gerade bei kurz- oder mittelfristigen Investments trägt der Anleger ein deutlich höheres Risiko als Anleger von Renten- oder Mischfonds. Wer dann auch noch kurzfristig verkaufen muss, der muss die Möglichkeit eines (herben) Verlustes bereits mit einplanen. Zudem sollte bei Aktienfonds auch auf den jeweiligen Anlageschwerpunkt geachtet werden, denn hieraus ergeben sich nicht nur die Chancen, sondern entsprechend auch die Risiken. Wer sein Investment nur geringen Schwankungen aussetzen will, der legt sein Geld in einen Fonds an, der weltweit breit in große Unternehmen streut. Wer starke Schwankungen für seine Rendite nutzen möchte, der konzentriert sich hingegen auf kleinere Unterneh-men, Branchen oder Länder. Wichtig ist bei allen Investitionen lediglich eine breite Streuung, um auf diese Weise das Anlagerisiko deutlich abzusenken.