ETFs kaufen – So funktioniert es

Gerade der Einsteiger stellt sich die Frage, mit welchem ETF oder welchen ETFs er den Einstieg wagen soll. Für den Erfolg benötigt es eine gute Strategie.

In unserem Ratgeber möchten wir bei der Entwicklung einer gezielten Strategie unterstützen. Dabei gehen wir u.a. auf Begriffe wie Core-ETF und Core-Satellite-Strategie ein und beleuchten zudem den Einfluss der Anlageplanung auf die Kostenseite des ETF-Handels.

Wie finde ich die richtigen ETFs?

Ein Investment in ETFs erscheint durchaus rentabler und interessanter als ein Investment in herkömmliche Fonds. Abgesehen davon, dass die wenigsten aktiv gemanagten Fonds langfristig die Vergleichsindizes tatsächlich in der Wertentwicklung schlagen, ist die Kostenseite ein absolutes Argument pro Indexfonds.

Indexfonds oder ETFs erreichen einen immer größeren Marktanteil. Für den Einsteiger stellt sich die Frage, mit welchem ETF oder welchen ETFs er den Einstieg wagen soll. Natürlich möchte jeder den Fonds, der ihm die größte Rendite beschert. Für ETFs gilt jedoch das gleiche, wie für jedes Wertpapier: Kursschwankungen sind, abhängig vom Index, nie auszuschließen. Um diese Kursschwankungen des einzelnen Index zu kompensieren, bedarf es also einer Risikostreuung.

Risikostreuung heißt nicht, wahllos die unterschiedlichsten Fonds zu kaufen, sondern eine gezielte Strategie zu unterlegen. Die Strategie wirkt sich auch auf die Kostenseite aus, wie wir erläutern werden. Vor dem Erwerb eines ETFs muss sich der Anleger dafür entscheiden, wie er wo investieren will.

Zwei Strategien

Seit einiger Zeit positionieren sich sogenannte Core-ETFs am Markt. Diese wurden von iShares, dem weltweit größten Anbieter von ETFs, im Jahr 2014 etabliert. Dabei handelte es sich nicht um neue Fonds, sondern um bereits bestehende Fonds, die sich durch eine Gemeinsamkeit auszeichnen und den Namenszusatz „Core“ erhielten.

Die Core Strategie

Der Begriff „Core“ ist hier am besten mit Kern oder Herzstück übersetzt. Core-ETFs bilden den Referenz-Index eins zu eins ab und halten die entsprechenden Papiere auch tatsächlich in der Verwahrung. Ein Core-ETF enthält keine Derivate auf den Index, oder ein völlig fremdes Papier. iShares bietet Core-ETFs für deutsche Anleger für acht Aktienindizes und zwei Anleiheindizes an.

Während die Aktien-ETFs die Gewinne nicht ausschütten, sondern wieder anlegen, thesaurieren, schütten die Anleihe-ETFs die Gewinne einmal jährlich aus. Mit der Wahl eines Core-ETF hat sich der Anleger bereits für eine Strategie entschieden – die Core-Strategie.

Die Core-Satellite Strategie

Die Core-Sattelite Strategie verknüpft zwei Risikoklassen miteinander – konservativ Core-ETFs und volatilere ETFs. Die Core-Fonds machen dabei den deutlich größeren Anteil am Portfolio aus und sorgen für eine möglichst hohe Stabilität für ein langsames, aber kontinuierliches Wachstum. Um den Core, das Herzstück des Portfolios, sind in klarer Unterzahl die Satelliten, Fonds mit höherem Chance-Risiko-Potenzial, gestreut. Diese bieten bei höherem Risiko ein überdurchschnittliches Kurssteigerungspotenzial. Ein Beispiel für ein Depot, welches nach der Core-Satellite-Strategie aufgebaut ist, könnte folgendermaßen aussehen:

  • 30 Prozent ETFs auf den Dax
  • 30 Prozent ETFs auf den S&P 500
  • 20 Prozent ETFs auf den FTSE 100
  • 10 Prozent ETFs auf den Nasdaq
  • 10 Prozent ETFs auf Rohstoffe

Die Kostenseite beim Handel mit ETFs

Anleger, welche in Core-Fonds investieren, haben in der Regel eine andere Motivation, als Anleger mit hohem Chance-Risiko-Profil. Mit einem Investment in Core-Fonds geht die Erwartung auf eine eher langsam, aber dafür kontinuierliche Kurssteigerung einher. Dies bedeutet zwangsläufig eine lange Haltedauer des ETF. Wer einen Fonds im Depot hält, hat damit nur minimale Handelskosten. Diese fallen bei ETFs sowieso deutlich günstiger aus, als bei einem klassischen Investmentfonds.

Anders verhält es sich bei volatileren Fonds. Kauf und Verkauf erfolgen manchmal in relativ kurzen Zeitabständen, ein Umstand, welcher einerseits kurzfristige Gewinne beschert, anderseits aber auch kostenintensiver verläuft.

Ein nach der Core-Satellite Strategie geführtes Portfolio stabilisiert nicht nur die gesamte Depotentwicklung, sondern wirkt durch den hohen Anteil der Core-Fonds darüber hinaus auch noch Kosten mindernd. Am Ende des Jahres zählt die Nettorendite – und diese schmilzt, wenn die Handelskosten überdurchschnittlich hoch ausfallen. Die erwähnten Core-Fonds von iShares bieten eine drastisch gesenkte Managementgebühr. Sie variiert je nach Fonds zwischen 0,07 Prozent und 0,25 Prozent pro Jahr.

Und welche Fonds kommen jetzt für ein Investment infrage?

Auf diese Frage gibt es keine allgemeingültige Antwort. Banken und Fondsgesellschaften sind dazu verpflichtet, ein Chance-Risiko-Profil des Anlegers auf der Grundlage seiner bisherigen Anlagerfahrungen und getätigten Investments zu erstellen.

Für Einsteiger gilt jedoch die Regel, die ersten Schritte auf dem Börsenparkett mit konservativen Fonds zu gehen. Dazu zählen beispielsweise ETFs auf den DAX30, welche die Aktien auch tatsächlich enthalten und nicht, wie oben erwähnt, durch Derivate abdecken. Generell empfehlen sich für den Einstieg ETFs, welche die großen Indizes abbilden:

  • In Deutschland der DAX 30
  • In den USA S&P 500 oder Dow Jones
  • In England der FTSE 100
  • In Frankreich der CAC 40
  • Für Europa der EURO STOXX 50
  • In Österreich der ATX

um nur einige zu nennen.

Wer mit Erfahrung ausgestattet etwas wagemutiger vorgehen möchte, für den empfehlen sich ETFs auf kleinere Indizes mit etwas mehr Volatilität, beispielsweise

  • Ein Index auf Finanzdienstleister
  • Ein Index auf die Automobilindustrie oder
  • Handel allgemein

Wer auf der Suche nach echten Satelliten ist, wird unteranderem in folgenden Segmenten fündig:

  • Biotechnologie
  • Rohstoffe
  • Dotcom-Unternehmen

Wir haben uns bei dieser Auswahl bewusst auf Aktien beschränkt. Anleiheindizes vermitteln bei Anleihen guter Bonität kaum eine Performance. Anleihen schlechter Bonitäten verzeichnen zwar auch eine hohe Volatilität, Argentinien und Griechenland sind jedoch Belege dafür, dass auch Staatsanleihen zu massiven Verlusten führen können. Konservative Aktien bieten mehr Potenzial als riskante Anleihen.