Trotz Schwankungsauffälligkeiten in Fonds investieren

Die Börse ist gleichsam ein Zappel-Philipp und somit die ideale Arena für Fondsanleger mit guten Nerven und einem langen Atem.

Wer die Schwankungsanfälligkeit von Risikoinvestments nicht als Katastrophe, sondern als Chance und Herausforderung sieht, kann mit einem Aktienfonds-Sparplan das Markt-Jojo zum eigenen Vorteil nutzen. Durch ihre Disziplin können Fondsanleger das lästige Timing-Problem aushebeln. Ursache ist der so genannte Cost-Average-Effekt.

Der wirkt, wenn Sparer sich bei ihren Aktienfonds-Investments der Salami-Taktik bedienen. Strategischer Ansatz: Regelmäßig kauft der Sparer für einen gleich hohen Betrag Fondsanteile, auch in Bruchstücken. Folge: Bei höheren Kursen werden weniger Fondsanteile ins Depot gebucht, bei niedrigeren Kursen dafür aber mehr. Je kürzer die Zeitintervalle gewählt werden, desto stärker kommt der Cost-Average-Effekt zum Tragen.

Die Eichhörnchen-Taktik des Kaufens und Sammelns macht sich auf Dauer bezahlt. Denn die Stetigkeit des Investierens hat einen glättenden Effekt. Anteilskäufe zu hohen Kursen fallen in der Endabrechnung so wenig ins Gewicht wie Investitionen in Baisse-Phasen. Durch die regelmäßigen Zukäufe erzielen Anleger einen Durchschnittskurs je Fondsanteil, der die Gesamtinvestition über die Jahre mit großer Wahrscheinlichkeit ins Plus hievt. Zumindest besagt dies die Erfahrung in der Vergangenheit.

Aber Aktienfonds-Sparpläne haben nicht nur Vorteile. Zwar bieten kräftig einbrechende Börsenkurse die Chance auf günstige Einstiegspreise. Doch zugleich bergen Sparpläne erhebliche Gefahren, falls die Baisse erst beginnt, wenn der Fondsanleger schon etliche Jahre investiert und zu stetig steigenden Kursen gekauft hat.

Die Verluste aus einem Crash kurz vor Ende eines Sparplans sind nur noch schwer auszugleichen. Im Idealfall beginnt der Sparprozess auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau. Aber das gelingt so gut wie nie. Deshalb: Wer mit seinem bereits lange laufenden Sparplan eine ansehnliche Rendite erzielt hat, sollte kurz vor Erreichen des Sparziels die Gewinne größtenteils mitnehmen und sein Vermögen in kursstabilere Renten- oder Offene Immobilienfonds umschichten.

Grundsätzlich bringt die Investition identischer Sparraten mehr als der Kauf einer stets gleich hohen Zahl von Fondsanteilen. Diese Disziplin hat auch den Vorteil, dass die eigene finanzielle Belastung mit explodierenden Fondspreisen nicht aus dem Ruder läuft.

Den Ernstfall nicht vergessen 

Disziplin und eine langfristige Orientierung können die eigene Vermögensstrategie besonders erfolgreich machen. Doch viele Privatanleger verdrängen oder ignorieren den möglichen Ernstfall, der aus den alltäglichen Lebensrisiken resultieren kann. So kann auch die beste Strategie schnell zur Makulatur werden, falls der Hauptverdiener erwerbsunfähig wird oder gar verstirbt.

Wer für diesen Ernstfall nicht vorgesorgt hat, wird in den meisten Fällen mit seiner Vermögensbildung Schiffbruch erleiden.

Deshalb raten Experten eindringlich, auch die finanziellen Folgen allgemeiner Lebensrisiken abzusichern. Die gesetzliche Versorgung bei Berufsunfähigkeit ist schon längst recht mager. Auch sind die Witwen- und Waisenrenten mittlerweile kaum noch der Rede wert. Des-halb sollte jeder seine Vermögensstrategie durch die private Vorsorge für den Ernstfall komplettieren. Passende Angebote gibt es reichlich.