Anlagestile von Fonds im Vergleich

Die richtige Investmentstrategie zur rechten Zeit

Experten nehmen immer öfters den Growth- und Value-Style unter der Lupe. Der Grund: Kapitalanleger und Fondsmanager verfolgen beim Kauf von Aktien ein gemeinsames Ziel: Das eingesetzte Vermögen vermehren – und zwar größtmöglich!

Dazu bedarf es neben genauer Kenntnisse der Kapitalmärkte die richtige Investmentstrategie zur rechten Zeit. Denn Bösen wechseln immer wieder ihre Favoriten und Investoren stehen vor der Herausforderung, mit dem richtigen Anlagestil das Potenzial von Aktien auszuschöpfen.

Während beim „Growth-Style“ auf wachstumsorientierte Aktien gesetzt wird, legt der „Value-Style“ den Schwerpunkt auf Papiere wertorientierter Unternehmen.

Oftmals ist an der Börse zu beobachten, dass sich Growth- und Value-Aktien gegenläufig entwickeln. Wie bei einer Schere laufen die Aktien auseinander und schnappen dann wieder zusammen. 

Die Anlagestile im Vergleich

Beim Value-Stil investieren Fondsmanager in Substanzaktien von Unternehmen, die im Vergleich zum Markt oder ihrer Branche zu niedrigen Kursen gehandelt werden. Die Ansicht, der Aktienkurs Spiegele nicht den wahren Wert des Unternehmens wider, gilt als Kaufsignal.

Eine stabile Gewinn- und Umsatzentwicklung in der Vergangenheit und die Aussicht auf künftig angemessene Profite sind ebenfalls typisch für Value-Werte.

In der Regel kommen Substanzaktien aus etablierten Branchen wie Versorger oder Nahrungsmittel. Gedämpfte Erwartungen des Marktes an die Wirtschaftsentwicklung sprechen für ein Value-Umfeld. Investoren, die den Growth-Stil praktizieren, setzen auf Unternehmen schnell wachsender Branchen. Die Aussicht auf ein hohes überdurchschnittliches Umsatz- und Gewinnwachstum gibt den Ausschlag.

Allgemein günstige Konjunkturaussichten und gesteigertes Vertrauen der Marktteilnehmer in die wirtschaftliche Entwicklung sind der Nährboden für Growth-Werte. Auch bereits höher bewertete Aktien kommen in diesem Umfeld in Betracht. In der Hausse hat der Groth-Stil die besseren Karten und in Baisse-Zeiten der Value-Stil.

Jeder Anlagestil ist mit Risiken verbunden. Value-orientierte Anleger müssen einen Titel eventuell längere Zeit halten, bevor weitere Investoren diesen Wert entdecken und Kurssteigerungen bewirken.

Gerade bei Substanzaktien ist langer Atem gefragt. Denn anders als bei Growth-Aktien locken diese Titel den Anleger nicht mit dynamischem Wachstum von Gewinn und Umsatz. Growth-orientierte Anleger leben mit dem Risiko, dass Wachstumswerte häufig ein hohes Kurs-Gewinn-Verhältnis aufweisen.

Dies führt bei enttäuschender Entwicklung des Unternehmens zu extremen, plötzlichen Kurseinbrüchen. Überhaupt haben Aktien der New Economy eine deutlich höhere Volatilität als Standardwerte.

Die richtige Gewichtung der Portfolios

Der Wechsel zwischen Fonds mit verschiedenen Anlagestilen kann dann sehr ertrag-reich sein, wenn er zum richtigen Zeitpunkt erfolgt. Für private Anleger ein schweres Unterfangen. Daher gilt es einige grundlegende Punkte zu beachten: Nicht in den Fonds investieren, der bereits sehr hoch notiert, sondern antizyklisch vorgehen.

Momentan sind eher Wachstumsfonds zu bevorzugen, die seit fast zwei Jahren Kursverluste hin-nehmen mussten. Bei jeder Fondsanlage sollte zudem genau geprüft werden, welche Strategie verfolgt wird. Langfristig sind zwischen den Anlagestilen keine eklatanten Performanceunterschiede festzustellen, aber kurzfristig nimmt die Bedeutung des richti-gen Anlagestils immer mehr zu.

Mit einem ausgewogenen Verhältnis in Growth- und Value-Werte sind Anleger auf lange Sicht auf der sicheren Seite. Je weniger Risiko jemand eingeht, desto höher sollte sein Value-Anteil sein.