Was sind die Erträge aus Aktien?

Beim Besitz von Aktien ergeben sich grundsätzlich zwei Ertragsquellen. Diese sind die Dividende oder auch veraltet Coupon genannt sowie den Kursgewinn. Beide Ertragsarten haben als Basis den Gewinn der Gesellschaft, von der die Aktien stammen.

Quelle der Erträge

Unter dem Unternehmensgewinn versteht man den Überschuss – also die positive Differenz – der Erträge über die Aufwendungen. Teilweise wird der Gewinn an die Aktionäre ausgeschüttet, dieser wird als Dividende bezeichnet. Der übrige Anteil verbleibt im Unternehmen und stärkt dessen Vermögen bzw. dessen Investitionsfähigkeit. Und auch dieser Teil des Gewinns kommt den Aktionären zugute, da dieser sich positiv im Kurs der Aktie niederschlägt.

Mithilfe der Kennzahl Gewinn je Aktie (Englisch: Earnings per Share, EPS) kann die Ertragskraft einer Aktiengesellschaft bewertet werden. Zur Ermittlung dieser Kennzahl wird der Konzernjahresüberschuss der Gesellschaft im untersuchten Zeitraum durch die durchschnittlich-gewichtete, während dieses Zeitraums ausstehende Anzahl von Aktien dividiert.

Vergütung der Aktionäre in Dividendenform

Die jährliche Gewinnausschüttung wird Dividende genannt, deren Höhe von der Hauptversammlung festgelegt wird. Wir bei Unternehmensanleihen auch ist die Dividende eine Vergütung dafür, dass der Aktionär der Gesellschaft Kapital zur Verfügung stellt, mit dem sie wirtschaften kann. Die Dividende wird in Euro je Aktie ausgedrückt.

Die Dividendenrendite einer Aktie berechnet sich, indem die zuletzt gezahlte Dividende ins Verhältnis zum Börsenkurs gesetzt wird. Die hierfür gebräuchliche Formel lautet: Kaufpreis je Aktie dividiert durch Dividende pro Aktie gleich Dividendenrendite. Beispielsweise: Kaufpreis von 200 Euro – Dividende von 8 Euro pro Aktie = Dividendenrendite von 4%.

Kursgewinne vom Markt beurteilt

Eine Gesellschaft verbessert durch Investitionen in modernere, leistungsfähigere Maschinen, Forschung oder einen qualifizierteren Vertrieb ihre Marktposition und damit die Fähigkeit, in Zukunft höhere Gewinne zu erwirtschaften. Diese positiven Erwartungen schlagen sich meist in einem steigenden Aktienkurs nieder. Der Anteilseigner ist anschließend in der Lage, wenn er die Aktie weiterveräußert, einen Wertzuwachs zu realisieren. Dieser Wertzuwachs stellt die zweite Ertragsquelle für jeden Aktionär dar.

Neben dem Unternehmensgewinn steht der Kursgewinn aber mit anderen Faktoren in Beziehung. Diese sind beispielsweise die aktuelle Zinssituation auf dem Markt oder die Anlegerpsychologie. Aus diesen Gründen kann der Kurs einer Aktie kurz- oder mittelfristig unattraktiv sein. In diesem Fall, muss der Aktionär in der Lage sein, warten zu können.

Der Gesamtertrag einer Aktie ist immer eine Kombination aus Ausschüttung und Wertänderung. Viele Marktteilnehmer sehen hierin den besonderen Reiz der Aktie als Investitionsobjekt.

Die Dividende

Die Dividende ist der Teil des Gewinns, den eine Aktiengesellschaft an ihre Aktionäre ausschüttet. Im Aktiengesetz wird Dividende als auszuschüttender Betrag bezeichnet.

Vielschichtige Verwendung von Dividenden

Die Höhe der Dividende ist meist abhängig vom Gewinn einer Gesellschaft. Bei der Ausschüttung wird normalerweise ein Teil des Gewinns einbehalten, um  Rücklagen zu bilden, Investitionen zu finanzieren oder um Schulden zu tilgen. Unabhängig vom Jahresertrag kann im Einzelfall auch eine Sonderdividende gezahlt werden. Dieser Fall tritt ein, wenn Unternehmensteile wie Gebäude, Grundstücke oder Maschinen gewinnbringend verkauft worden waren. 

Dividenden sind Indizien für die Ertragskraft eines Unternehmens. Die Höhe der Dividende wird vom Vorstand vorgeschlagen und nach dem Aktiengesetz von der Hauptversammlung mit einfacher Mehrheit beschlossen. In der Regel erfolgt die Dividendenzahlung am Tag nach der Hauptversammlung.

Kursschwankung bei Auszahlung 

Am Auszahlungstag der Dividende erfolgt üblicherweise ein Abschlag vom Börsenkurs in Höhe der Bruttodividende, was sich allerdings aufgrund anders gelagerter Marktfaktoren aber nicht Eins zu Eins auswirken muss. Es kann grundsätzlich davon ausgegangen werden, dass die Dividende vom Kurs abgezogen wird. In der Realität beachten die Marktteilnehmer die Ausschüttung und reagieren darauf. Der Kurs selbst kommt aber wie an jedem anderen Handelstag an der Börse durch Angebot und Nachfrage zustande.

Dividende und Steuern

Auf der Hauptversammlung der entsprechenden AG wird festgelegt, welcher Teil des nach Abzug der Körperschaftsteuer und des Solidaritätszuschlags verbleibenden Gewinnes ausgeschüttet werden soll. Da es sich bei diesem Vorgang um Nachsteuergewinn handelt, wird auch der Begriff Bardividende verwendet. Als Bruttodividende wird die Auszahlung im Gegensatz dazu vor Abzug jeglicher Steuern bezeichnet. 

Allerdings erfolgt von der Bardividende bei deutschen Aktien noch ein Steuerabzug in Höhe von 25% zuzüglich 5,5% Solidaritätszuschlag (Soli). Im Regelfall wird die Dividende auf das zugehörige Konto eines Wertpapierdepots abzüglich der Steuern und eventueller Gebühren überwiesen. Bei Aktiengesellschaften ist dem Dividendenempfänger durch die auszahlende Depotbank eine Steuerbescheinigung über die einbehaltenen Steuern zu erteilen.

Aktuell sind Dividenden attraktiver als Zinsen

Derzeit orientieren sich mehr und mehr Investoren daran, dass Aktien im Gegensatz zu Spareinlagen eine attraktive laufende Ausschüttung bieten. Die Ausschüttung der meisten im DAX notierten Unternehmen übertrifft die Geldentwertung deutlich, was dem Stamm ihrer Aktionäre Zulauf beschert.

Kursgewinne

Der Kursgewinn ist neben Zinsen bei Anleihen oder Dividenden bei Aktien eine weitere Möglichkeit, um mit Wertpapieren Geld zu verdienen. Zu einem realen Kursgewinn kommt es, wenn das entsprechende Wertpapier zu einem günstigeren als dem aktuellen Kurs erworben wurde und nun verkauft wird. Genauso wie auf Zinsen oder Dividendenerträge fallen auf Kursgewinne normalerweise Steuern an, seit dem die Abgeltungssteuer existiert.

Größte Chancen durch Kursgewinne

Bei privaten Investitionen können die größten Renditen weder mit Zinsen noch mit Dividenden sondern im eigentlichen Sinne nur mit Kursgewinnen erzielt werden. Bei keiner anderen Anlageoption sind Gewinne von deutlich mehr als 100 Prozent im Jahr möglich. Dabei muss der Investor immer daran denken, dass mögliche Kursgewinne auch mögliche Verluste bedeuten können, die auch  Totalverluste nicht ausschließen. 

Wie entstehen Kursgewinne? 

Aufstrebende Unternehmen können durch Investitionen in Forschung,  modernere Maschinen oder einen qualifizierteren Vertrieb seine Marktposition und damit das Vermögen, höhere Gewinne zu erzielen. Der Markt greift diese positiven Perspektiven auf, was sich im Anschluss in einem steigenden Aktienkurs niederschlägt.

Für den Aktionär bedeutet dies, wenn er die Aktie weiterkauft, dass er einen Wertzuwachs realisieren kann. Dieser Wertzuwachs stellt neben dem Dividendenertrag die zweite Ertragsquelle für jeden Anteilseigner dar. 

Der Kursgewinn wird aber auch beispielsweise von der aktuellen Zinssituation auf dem Markt oder der Anlegerpsychologie beeinflusst. Daher kann der Kurs einer Aktie kurz- oder mittelfristig uninteressant sein. Dann muss es dem Aktionär möglich sein, die Situation „auszusitzen“.

Der Gesamtertrag einer Aktie ist immer eine Kombination aus Ausschüttung und Wertänderung, worin viele Marktteilnehmer den besonderen Reiz eines Aktieninvestments sehen.

Währungsgewinne möglich

Bei der Anlage des Kapitals in Aktien kann die Rendite auch aus Währungsgewinnen bestehen. Das ist der Fall, wenn sich der Investor auf  ausländischen Aktienmärkten engagiert oder möglicherweise sogar ein Depot im Ausland eröffnet. Währungsgewinne können dann entstehen, wenn der Kurs der entsprechenden Fremdwährung im Laufe der Zeit gegenüber dem Euro steigt. Unter Umständen können Aktien, bei denen Währungsgewinne erzielt werden können, vergleichsweise riskant sein. 

Kursgewinne nicht nur bei Aktien 

Neben Aktien können Kursgewinne auch in anderen Anlageformen erzielt werden. Renditen vieler Anleihen, diverser Fonds und natürlich sämtlicher Formen von Derivaten, also Futures, Optionen oder Zertifikate, können die Renditen als Bestandteile auch Kursgewinne beinhalten.


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