Die wichtigsten Börsenplätzen im Überblick

Börsenplatz Deutschland

Neben der größten und wichtigsten Börse unseres Landes, der Frankfurter Wertpapierbörse einschließlich der elektronischen Handelsplattformen Xetra und Eurex. Daneben gibt es sieben Wertpapierbörsen, eine Devisenbörse, eine Wertpapierterminbörse und eine Warenterminbörse. 

Parkett oder Computer 

Die Parkett- oder Präsenzbörse ist die klassische Form der Börse. An diesen Orten treffen sich die Makler „physisch“ und schließen durch persönliche Ansprache ihre Geschäfte ab. Dies geschieht entweder auf eigene Rechnung oder im Auftrag von Kunden. 

Bei Computerbörsen wie dem Handelssystem Xetra übernehmen Computerprogramme die Berechnungen und die Kommunikation. Das Computersystem wickelt hierbei den Handel ab und errechnet die Kurse. Aktuell wird der größte Teil des weltweiten Umsatzes mit Wertpapieren über computergestützte Börsen abgewickelt, wobei die Makler teilweise selbst am PC sitzen.

Frankfurt gibt den Ton an 

Der größte Teil des Aktienhandels in Deutschland wird über die Frankfurter Wertpapierbörse sowie den elektronischen Handel Xetra abgewickelt. Die Frankfurter Wertpapierbörse hat sich ausgehend von Geschäften mit Sorten und Wechselbriefen im 16. und 17. Jahrhundert und dem ab 1820 beginnenden Aktienhandel zu einem der führenden internationalen Handelsplätze für Aktien und Anleihen entwickelt. Die Deutsche Börse AG ist Träger und Betreiber. 

Neben der Frankfurter Wertpapierbörse gibt es in Deutschland noch sieben weitere Wertpapierbörsen, die bis auf Tradegate und European Energy Exchange auch als Regionalbörsen bezeichnet werden. Die Börse Stuttgart ist der zweitgrößte Handelsplatz in Deutschland, wobei der Handel von verbrieften Derivaten, wie Optionsscheinen (EUWAX) besondere Bedeutung besitzt.

Der Handel mit Fonds nimmt an den Wertpapierbörsen in Hamburg und Hannover, die unter der gemeinsamen Trägerschaft Börsen AG den dritten Rang der deutschen Börsen belegen, eine bedeutende Stellung ein. 

Bestehende Regionalbörsen

Nach die Bremer Börse 2007 aufgelöst worden ist, bestehen außer der Börse in Frankfurt noch die Standorte die Börse Berlin, die Börse Düsseldorf, die Börse München, die Hamburger Börse (u. a. Hanseatische Wertpapierbörse im Rahmen der BÖAG Börsen AG), die Börse Stuttgart, die Börse Hannover (Gemeinsame Börsen AG Hamburg-Hannover), die Tradegate Exchange, Berlin, und die European Energy Exchange, Leipzig.

US-Börsenplätze 

Viele Marktbeobachter halten die US-amerikanischen Börsen für die bedeutendsten der Welt. So steht beispielsweise die Wall Street als Inbegriff für den Aktienhandel wenn nicht gar für den gesamten Kapitalismus. Die Wall Street wird in vielen Ländern nach wie vor als Leitbörse gesehen. 

Wall Street bedeutet NYSE – New York Stock Exchange

Die New York Stock Exchange ist die größte Wertpapierbörse der Welt. Ihr Sitz ist die Wall Street in New York/Manhatten, daher ist der Begriff Wall Street in der Regel als Synonym zur NYSE zu verstehen. 

2008 wurden zum ersten Mal über sieben Milliarden einzelne Aktien gehandelt. Die Öffnungszeiten der New York Stock Exchange geben die Hauptzeit des Aktienhandels in den Vereinigten Staaten an – 15:30 Uhr bis 22:30 Uhr MEZ beziehungsweise 9:30 Uhr bis 16:00 Uhr Ortszeit. Die NYSE gehört seit 2006 zur NYSE-Euronext-Gruppe.

AMEX für Optionen und Fonds 

AMEX ist die Abkürzung für die American Stock Exchange, die 2008 von der NYSE Euronext übernommen wurde. Auch die AMEX hat ihren Sitz in New York und ist in erster Linie auf den Handel mit Optionen und börsennotierten Fonds spezialisiert. Darüber hinaus existiert der sogenannte AMEX Gold BUGS Index, der internationalen Goldproduzenten zusammenfasst.

Technik kommt in der NASDAQ unter 

Das Kürzel NASDAQ bezeichnet die amerikanische Technologiebörse. Die NASDAQ wurde 1971 als erste vollelektronische Handelsplattform gegründet und nahm noch im selben Jahr den Handel auf. Jeden Tag werden an der NASDAQ in New York etwa zwei Milliarden Aktien gehandelt. Der NASDAQ100-Index der weltweit beachtet wird, fasst die 100 kapitalstärksten Technologiewerte zusammen. Aktien global bekannter Technologie-Konzerne wie Microsoft oder Apple werden hier gehandelt.

Termingeschäfte an der CBOT 

Die Chicago Board of Trade (kurz CBOT) ist die älteste Terminbörse der Welt und wurde im Jahr 1848 gegründet. Sie fusionierte 2007 mit der Chicago Mercantile Exchange zur CME Group. Der Handel läuft sowohl elektronisch als auch traditionell auf dem Parkett. Aktuell werden an der CBOT über 50 verschiedene Futures gehandelt.

Internationale Börsenplätze

Neben Frankfurt als eine der bedeutendsten Börsenplätze Europas gibt es in den Nachbarländern eine Reihe von wichtigen Wertpapierhandelszentren.

Tradition first – die Londoner Börse

Die London Stock Exchange, kurz LSE, ist die größte und älteste Börse Europas. Der wichtigste britische Aktienindex, der FTSE100, wird an der LSE notiert. Die LSE fusionierte 2007 mit der italienischen Börse, der Borsa Italiana S.p.A. An der LSE werden Aktienkurse traditionell in Pence dargestellt.

Zusammenschluss europäischer Börsen – Euronext 

Euronext ist der Zusammenschluss der Börsenplätze Paris, Brüssel, Amsterdam und Lissabon. Die Euronext ist die größte grenzüberschreitende Börse Europas. Darüber hinaus gehört die Londoner Terminbörse LIFFE ebenfalls zum Zusammenschluss.

An der Euronext werden die für die jeweiligen Börsenstandorte charakteristischen Titel gehandelt und entsprechende Indices aufgelegt. Die Euronext schloss sich, nachdem ein Übernahmeangebot der Deutschen Börse AG abgelehnt worden war, im Jahre 2006 mit der New York Stock Exchange zusammen und formte so als NYSE Euronext die erste transatlantische Börse weltweit.

Asien auf dem Vormarsch 

Die Hong Kong Stock Exchange ist im Hinblick auf den Umsatz die achtgrößte Börse der Welt. Wegen der exponierten Lage des Standortes Hong Kong hat sich die Stadt als wichtiger Finanz- und Wirtschaftsplatz bereits vor langer Zeit etabliert.

Die Börse Hong Kong kreiert den Hang Seng Index, der sich aus den 45 größten gelisteten ostasiatischen Gesellschaften ergibt. Der Hang Seng wird mithilfe einer kompliziertere Formel berechnet.

China on top – Shanghai Stock Exchange (SSE)

Die Shanghai Stock Exchange gilt als die wichtigste Börse Chinas. Ein besonderes Merkmal dieser Börse ist, dass sie als Non-Profit-Organisation betrieben wird. Es wird bei den gelisteten Aktien zwischen den Shanghai A und Shanghai B Shares unterschieden. A Shares werden ausschließlich in der Landeswährung Renminbi gehandelt, während B Shares in anderen Währungen gehandelt werden. Damit sind diese für ausländische Anleger zugänglich.

Japans Aktienmarkt nicht mehr unumschränkt tonangebend 

Nach wie vor ist der Börsenplatz Tokio der größte in Japan und im gesamten ostasiatischen Raum. An diesem werden die Aktien von über 2.000 japanischen Gesellschaften gehandelt. Zum Tokioter Handelsbeginn beginnt jeder neue Handelstag im weltweiten Aktienhandel. An der Börse in Tokio wird der Japanische Leitindex, der NIKKEI225, aufgelegt.

Parkett/Computerbörse

Beim Handel mit Aktien gilt es – wie bei anderen Geschäften auch – im gegebenen Fall einen Käufer oder einen Verkäufer zu finden und mit diesem den  entsprechenden Vorgang abzuschließen. Wie dies vollzogen wird, hat sich im Lauf der Zeit wie in anderen Branchen auch durch die fortschreitende Technisierung gewandelt.

Früher war alles anders 

Den Börsenhandel gab es in früheren Zeiten ausschließlich in der Form des Parketthandels, kein Wunder, es gab noch keine Computer. Damals herrschte das kontrollierte Chaos, das vielen weniger beteiligten Betrachtern eher als durcheinander wirbelnder Ameisenhaufen erschienen haben mag.

Börsenmakler schrien sich Kurse zu, wedelten wild mit den Armen, schicken die Boten mit kleinen handgeschriebenen Order-Zetteln durch den Börsensaal. Adrenalin war allenthalben zugegen. Sämtliche Geschäfte mussten in zwei Stunden abgehandelt werden. Der Handelszeitraum lag zwischen 11:30 bis 13:30 Uhr. 

Heutzutage regiert der Computer 

Die Arbeit ist seitdem nicht weniger geworden. Im Gegenteil sind die Handelszeiten verlängert worden. Jeden Tag erhöht sich die Zahl der Wertpapiergeschäfte und das Handelsvolumen steigt unablässig. Jedoch geschieht das Gros der abgewickelten Aufträge praktisch fernab jeder Beobachtung – im Computer.

Am 28. März 2012 wurde der Präsenzhandel an der Frankfurter Wertpapierbörse eingestellt. Dennoch gibt es nach wie vor den Parketthandel an den einzelnen Regionalbörsen. Allerdings hat hier ebenfalls der Computer Einzug gehalten.

Unterschiede zum Parketthandel

Der Parketthandel unterscheidet sich von den vollelektronischen Computersystemen oder Computerbörsen besonders dadurch, dass Käufer auf direktem Wege einen Verkäufer suchen und umgekehrt. Bei Xetra werden sämtliche Kauf- und Verkaufsaufträge lizenzierter Händler in einem System gegenüber gestellt. Wenn die Stückzahl und -preis passen, werden die Orders automatisch zusammengeführt, weshalb die Aufträge sekundenschnell ausgeführt werden.

Designated Sponsors im Spiel

Dadurch werden die Orders auf Xetra schneller abgewickelt als an anderen Handelsplätzen. Dies auch zu marktgerechteren Preisen, da die Designated Sponsors den Handel mit zusätzlicher Liquidität versorgen.

Allerdings nimmt Xetra keine Rücksicht auf einzelne Kunden. Wenn eine Order nicht passt, wird er angepasst und in mehrere Teilaufträge aufgeteilt. Dies wirkt sich negativ für den Kunden aus, weil er jeweils Gebühren zu zahlen hat.

Neuer Ordertyp im Xetra

Am 26. November 2012 wurde eine neue Xetra-Version, das Release 13.0, eingeführt. Investoren können mit dieser neuen Version des Handelssystems erstmals den intelligenten Ordertyp Order-on-Event nutzen. Mit diesem Typus lässt sich eine Market- oder Limit-Order an ausgewählte Marktereignisse anheften. Wenn diese Ereignisse eintreten, wird der Auftrag automatisch ausgelöst. 


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