Aktien kaufen

Aktien-kaufen-wie-funktioniert-das-eigentlich

Aktien sind langfristig lukrativer als alle anderen Anlageformen. Mit einem Aktienkauf beteiligen Sie sich am Erfolg eines Unternehmens und erhalten die Chance auf Dividendenerträge und Kursgewinne.

Doch wie werden Aktien überhaupt gekauft?

Lesen Sie im folgenden Beitrag alles über die Depoteröffnung, alle Vor- und Nachteile von Online-Brokern bzw. Filialbanken und außerdem eine Schritt für Schritt Anleitung für die erste Platzierung einer Aktienorder an einem konkreten Beispiel.

 

Sie brauchen zunächst ein Depot

Wer zum ersten Mal Aktien kaufen möchte, benötigt zunächst ein Depot. Dieses können Sie kostengünstig und schnell bei einem Online-Broker eröffnen.

In folgenden 3 einfachen Schritten eröffnen Sie ein Depot:

  1. Entscheiden Sie sich für einen Broker. Die angebotenen Leistungen und Konditionen der einzelnen Broker unterscheiden sich jedoch stark. Brokervergleich.de testet hier die wichtigsten Online-Broker und hilft Ihnen bei der Auswahl. So finden Sie einen Online-Broker, der Ihren Wünschen und Anforderungen entspricht.
  2. Gehen Sie mit den ausgedruckten Eröffnungsunterlagen zur nächsten Postfiliale und legitimieren Sie sich per PostIdent-Verfahren.
  3. Überweisen Sie Geld auf das Verrechnungskonto, das für Sie neben dem Depot innerhalb von wenigen Tagen eröffnet wird.

Wo soll ich mein Depot eröffnen?

Diese Frage stellt sich jedem, der zum ersten Mal selber Aktien kaufen will. Wir empfehlen, das Depot bei einem Online-Broker zu eröffnen, bei dem Sie jederzeit Zugriff auf ihre Aktien haben. Da über jeden Broker alle in Deutschland – und meist auch an diversen Auslandsbörsen – gelisteten Aktien gekauft werden können, empfiehlt es sich, die beim Handel anfallenden Ordergebühren zu vergleichen. Und hier trumpfen die Online-Broker mit niedrigen Gebühren auf, wie Sie unserem nachfolgenden Vergleich entnehmen können:

BrokerStandardNeukundeBonusErgebnis
Online-Broker Test
 
Kosten p.a.pro OrderKosten p.a.
1 Die Gesamtkosten p.a. berechnen sich auf Basis der aktuellen Konditionen (Quelle: Preis- Leistungsverzeichnis). Einige Broker berechnen außerdem Börsenplatzgebühren.
2 Gesamtkosten p.a. (Neukunde) + Prämie berechnen sich auf Basis der vom jeweiligen Broker angebotenen Konditionen für Neukunden. Einige Broker berechnen außerdem Börsenplatzgebühren. Alle Angaben ohne Gewähr
Consorsbank Logo224,00 €497,50 €139,60 €3,95 €3,95 €3,95 €79,00 €197,50 €31,60 €3,95 EUR pro Trade
für 12 Monate
(4,1) |?|Zum Broker »
OnVista Bank Logo234,80 €414,50 €139,60 €5,00 €5,00 €5,00 €100,00 €250,00 €40,00 €dauerhaft 5,00 EUR pro Order (4,0) |?|Zum Broker »
comdirect Logo223,00 €495,00 €139,20 €8,05 €7,43 €11,18€161,00 €371,50 €89,45 €Handel ab 4,95 EUR. Keine
Depotgebühren für 3 Jahre
(4,0) |?|Zum Broker »
LYNX Logo116,00 €290,00 €56,00 €5,80 €5,80 €7,00 €116,00 €290,00 €56,00 €- (3,5) |?|Zum Broker »
flatex Logo100,00 €250,00 €40,00 €5,00 €5,00 €5,00 €100,00 €250,00 €40,00 €5 Free-Trades bei Übertrag
von mind. 5.000 EUR
(4,0) |?|Zum Broker »
CapTrader Logo80,00 €200,00 €40,00 €4,00 €4,00 €5,00 €80,00 €200,00 €40,00 €- (3,9) |?|Zum Broker »
TARGOBANK Logo178,00 €445,00 €100,00 €8,90 €8,90 €12,50 €178,00 €445,00 €100,00 €10 Free Trades im ersten Jahr  (3,5) |?|Zum Broker »
Sparkassen Broker Logo224,80 €449,50 €139,92 €11,24 €8,99 €17,49 €224,80 €449,50 €139,92 €- (3,9) |?|Zum Broker »
ING-DiBa Logo198,00 €495,00 €100,00 €9,90 €9,90 €12,50 €198,00 €495,00 €100,00 €4,50 Euro Festpreis pro Order + 75 Euro Bonus (3,6) |?|Zum Broker »
wüstenrot Logo198,00 €495,00 €100,00 €9,90 €9,90 €12,50 €198,00 €495,00 €100,00 €- (3,4) |?|Zum Broker »
maxblue Logo178,00 €445,00 €100,00 €8,90 €8,90 €12,50 €178,00 €445,00 €100,00 €10 Top-Fonds ohne
Ausgabeaufschlag
(3,6) |?|Zum Broker »
DKB Logo200,00 €500,00 €80,00 €10,00 €10,00 €10,00 €200,00 €500,00 €80,00 €- (3,5) |?|Zum Broker »
1822direkt Logo224,00 €495,00 €139,60 €9,80 €8,36 €15,27 €196,00 €417,80 €122,15 €Bis zu 200 Euro Gutschrift (3,6) |?|Zum Broker »
DEGIRO Logo44,00 €24,96 €28,80 €2,20 €2,08 €2,40 €44,00 €24,96 €28,80 - (3,4) |?|Zum Broker »
VW Bank Logo199,00 €447,50 €79,60 €9,95 €9,95 €9,95 €199,00 €447,50 €79,60 €- (3,9) |?|Zum Broker »
Merkur Bank Logo500,00 €1250,00 €200,00 €25,00 €25,00 €25,00 €500,00 €1250,00 €200,00 €2 % p.a. aufs Festgeld für 6 Monate (3,3) |?|Zum Broker »
BrokerStandardNeukundeBonusErgebnis
Online-Broker Test
 
Kosten p.a.pro OrderKosten p.a.
1 Die Gesamtkosten p.a. berechnen sich auf Basis der aktuellen Konditionen (Quelle: Preis- Leistungsverzeichnis). Einige Broker berechnen außerdem Börsenplatzgebühren.
2 Gesamtkosten p.a. (Neukunde) + Prämie berechnen sich auf Basis der vom jeweiligen Broker angebotenen Konditionen für Neukunden. Einige Broker berechnen außerdem Börsenplatzgebühren. Alle Angaben ohne Gewähr
Consorsbank Logo224,00 €497,50 €139,60 €3,95 €3,95 €3,95 €79,00 €197,50 €31,60 €bis zu 5.000 EUR Barprämie bei Depotübertrag (4,1) |?|Zum Broker »
OnVista Bank Logo234,80 €414,50 €139,60 €5,00 €5,00 €5,00 €100,00 €250,00 €40,00 €bis zu 150 EUR Prämie bei Depotübertrag (4,0) |?|Zum Broker »
comdirect Logo223,00 €495,00 €139,20 €8,05 €7,43 €11,18€161,00 €371,50 €89,45 €bis zu 600 EUR Prämie bei Depotübertrag (4,0) |?|Zum Broker »
flatex Logo100,00 €250,00 €40,00 €5,00 €5,00 €5,00 €100,00 €250,00 €40,00 €Fünf Free-Trades für Neukunden bei Depotübertrag (4,0) |?|Zum Broker »
TARGOBANK Logo178,00 €445,00 €100,00 €8,90 €8,90 €12,50 €178,00 €445,00 €100,00 €bis zu 2,00 % p.a. Tagesgeldzins für 12 Monate (3,5) |?|Zum Broker »
wüstenrot Logo198,00 €495,00 €100,00 €9,90 €9,90 €12,50 €198,00 €495,00 €100,00 €250 EUR Prämie bei Depotübertrag (3,4) |?|Zum Broker »
maxblue Logo178,00 €445,00 €100,00 €8,90 €8,90 €12,50 €178,00 €445,00 €100,00 €bis zu 2.500 EUR Prämie bei Depotwechsel (3,6) |?|Zum Broker »
1822direkt Logo224,00 €495,00 €139,60 €9,80 €8,36 €15,27 €196,00 €417,80 €122,15 €Bis zu 200 Euro Gutschrift (3,6) |?|Zum Broker »
Merkur Bank Logo500,00 €1250,00 €200,00 €25,00 €25,00 €25,00 €500,00 €1250,00 €200,00 €2 % p.a. aufs Festgeld für 6 Monate (3,3) |?|Zum Broker »

Filialbank versus Online-Broker: Verschenken Sie keine Rendite!

Grundsätzlich haben Sie die Wahl Ihr Depot bei einer klassischen Filialbank oder bei einem Online-Broker zu eröffnen. Nachfolgende Punkte sollten Sie bei Ihrer Auswahl unbedingt beachten:

Ein Online-Broker ist kostengünstiger. Die Filialbank erhebt deutlich höhere Gebühren. Je nach Höhe des investierten Kapitals können so mehrere Hundert Euro pro Jahr gespart werden. Die gesparten Transaktionskosten haben langfristig aufgrund des Zinseszinseffektes erhebliche Auswirkung auf die Höhe Ihres Gesamtvermögens.

Eine aktive Anlageberatung findet kaum noch statt. Aufgrund neuer regulatorischer Anforderungen nach der Finanzkrise sind klassische Filialbanken verpflichtet, jede Anlageberatung von Privatkunden umfangreich zu dokumentieren. Deswegen empfehlen Banken eher Anlagen, die kein aufwendiges Protokoll erfordern oder ziehen sich gleich ganz aus der Beratung von Kleinanlegern zurück.

Bankeigene Produkte sind teuer. Ein weiterer Kritikpunkt liegt in der Fokussierung der Filialbanken auf den Vertrieb der hauseigenen Produkte. Diese sind mit hohen Kosten verbunden und schmälern zusätzlich Ihre Rendite.

Nehmen Sie deshalb Ihre Finanzgeschäfte selbst in die Hand. Entscheiden Sie sich für einen Online-Broker! Sparen Sie Geld und verbessern so langfristig Ihre Rendite.

Welche Kosten und Gebühren fallen bei einem Aktienkauf an?

Zwei Dinge auf die Sie achten sollten: die Depotführung und die Ordergebühren

In der Regel bieten die meisten Online-Broker die Depotführung kostenlos an. Einige Online-Broker knüpfen ein kostenloses Depot jedoch an bestimmte Bedingungen, wie zum Beispiel der Handelsaktivität, ein Girokonto oder regelmäßigen Einzahlungen in einen Aktiensparplan.

Bei jedem Kauf bzw. Verkauf von Aktien fallen Ordergebühren an. Sie richten sich in der Regel nach der Höhe des Transaktionsvolumens (Aktienanzahl x Aktienkurs). Die Höhe der Gesamtkosten pro Jahr kann so, je nach Handelsaktivität sowie Gebührenmodell, von Broker zu Broker stark variieren.

Das Order-Gebührenmodell, was von den meisten Online-Brokern verwendet wird, ist die Kopplung eines Grundpreises mit einem prozentualer Provisionssatz vom Ordervolumen je Transaktion.

An folgendem Beispiel wird das Gebührenmodell erklärt:

Der Broker verlangt für eine Wertpapiertransaktion einen Grundpreis von 4,95 Euro sowie 0,25% vom Ordervolumen, mindestens jedoch 9,95 Euro und höchstens 69,00 Euro.

Sie möchten 40 Aktien zu je 100,00 Euro für insgesamt 4.000 Euro ordern. Folgende Orderkosten werden vom Broker erhoben:

4,95 Euro (Grundpreis) + 0,25 % x 4.000 Euro (prozentualer Provisionssatz ) = 14,94 Euro

Dazu kommt je nach gewähltem Börsenplatz eine börsenplatzabhängige Gebühr hinzu. Beim Verkauf der Aktien entstehen Ihnen Gebühren in derselben Höhe.

Bei ausländischen Aktien kann es richtig teuer werden

Bei den meisten Online-Brokern wird auch der direkte Handel an ausländischen Börsenplätzen ermöglicht. Die von den Brokern veranschlagten Gebühren für den Auslandshandel unterscheiden sich jedoch sehr stark. Jeder, der regelmäßig im Ausland handeln möchte sollte neben der Verfügbarkeit von Auslandsbörsen genau auf die Gebühren achten.

So finden Sie den passenden Ordertyp

Das Depot ist eröffnet, Investmentfonds sind zu langweilig, die ersten Aktien sollen gekauft werden. Das Erste, was ein Anleger dafür wissen muss, ist die ISIN der Aktie, die er kaufen möchte. Das Kürzel steht für „International Securities Identification Number“ und hat die bis vor einigen Jahren in Deutschland gültige Wertpapierkennnummer (WKN) als internationaler Standard abgelöst. Bei der ISIN handelt es sich um einen Zahlen- und Buchstabencode. Die ISIN für Daimler beispielsweise lautet DE0007100000.

Die nächste Frage, die sich ein Anleger beantworten muss, zielt auf den Handelsplatz ab. Beschränken wir uns nur auf Deutschland, hat er die Wahl zwischen dem Computerhandel Xetra, dem Parketthandel in Frankfurt, Stuttgart, München, Berlin, Düsseldorf, Hannover und Hamburg, sowie dem außerbörslichen Handel.

Kursunterschiede an den Handelsplätzen

Aufgrund des Handelsvolumens fließen die meisten Trades über den Xetra. Es gibt allerdings auch einige Spezialitäten. Sollen Aktienfonds über die Börse erworben werden, findet dies üblicherweise in Stuttgart statt. ETFs wiederum werden über Xetra gehandelt. Gerade bei kleinen Titeln mit geringem Handelsvolumen bestehen aber auch deutliche Kursunterschiede zwischen den einzelnen Börsen. Es macht durchaus Sinn, vor Abgabe der Order einen Blick auf die einzelnen Präsenzbörsen zu werfen, um zu schauen, wo der beste Kurs erzielt werden kann.

In den meisten Fällen gilt, dass an den Präsenzbörsen kleine Nebenwerte, Fonds, Anleihen und Hebelprodukte gehandelt werden. Gerade bei Nebenwerten macht es Sinn, eine Börse möglichst nahe am Heimatort des Unternehmens zu wählen. Die Aktien eines schwäbischen Mittelständlers werden eher in Stuttgart als in Hannover gehandelt. Damit weist diese Börse den höheren Umsatz und zwangsläufig bessere Kurschancen auf.

Viele Broker bieten auch den außerbörslichen Handel an. In diesem Fall werden die Aktien unter Umgehung der Börse direkt zwischen Anleger und Wertpapierhandelshaus gehandelt. Dies bietet zwei Vorteile:

  1. Die Handelszeiten sind deutlich länger.
  2. Vielfach berechnen die Broker dafür keine Courtagen.

Die Ordertypen im Vergleich

Wer eine Aktie kauft, will dafür so wenig wie möglich bezahlen. Im Umkehrschluss möchte der Verkäufer den höchsten Preis erzielen. Damit haben wir auch bereits die beiden ersten Ordertypen definiert. Es gibt aber noch zahlreiche weitere Möglichkeiten für einen Aktienkauf.

Billigst

Dieser Orderzusatz besagt, dass der Käufer die Aktie zum niedrigsten Preis am Handelstag erwerben möchte.

Bestens

Mit diesem Ordertyp soll die Aktie zum höchstmöglichen Preis am Handelstag gekauft werden.

Market-Order

Diese wird zum nächstmöglichen Kurs ausgeführt, kann sich also bei einem volatilen Markt auch gegen den Anleger richten.

Limit-Order

Diese ist deutlich sicherer als die Market-Order. Bei diesem Ordertyp gibt der Anleger vor, zu welchem Kurs maximal gekauft oder mindestens verkauft werden soll. Sowohl für die Limit-Order als auch für die Market-Order können Zeiträume definiert werden. Liegt der Zeitraum beispielsweise bei einer Woche und das vorgegebene Kursziel wurde nicht erreicht, verfällt die Order.

Stop-Buy Order

Bei einer Stop-Buy Order gibt der Anleger vor, ab welchem Kursniveau das Wertpapier gekauft werden soll. Eine Stop-Buy Order wandelt sich bei Erreichen des vorgegebenen Kursziels in eine unlimitierte Marketorder.

Stop-Loss Order

Diese stellt das Gegenstück zur Stop-Buy Order dar und wird bei einem Aktienverkauf eingesetzt. Sie dient dazu, dass niemals unter einem vorgegebenen Kurs gehandelt wird.

O.C.O.

Dieses Kürzel steht für „One cancels the other“ und bedeutet, dass zwei Orderarten miteinander verknüpft werden. Eine Aktie soll durch eine Stop-Loss Order gegen Verluste abgesichert werden. Parallel dazu gibt der Anleger eine Limit-Order ein. Abhängig davon, ob zu erst das Kriterium für die Stop-Loss Order oder das Kriterium für die Limit-Order eintritt, wird diese Order ausgeführt, die andere verfällt automatisch.

Trailing-Stop

Dieser Ordertyp ist etwas komplexer. Trailing bedeutet „Nachziehen“. Mit der Trailing-Stop Order werden Gewinne abgesichert. Der Trailing Stop kann entweder prozentual oder in absoluten Zahlen angegeben werden. Angenommen, der Anleger definiert den Trailing-Stop mit fünf Euro. Mit jedem neuen Höchstkurs der Aktie wird eine Stop-Loss Order jeweils um fünf Euro unter dem Höchstkurs platziert. Damit sichert sich der Anleger bei einem Kursrückgang ab.

Daimler ist aus – Siemens haben wir noch

Was dem einen oder anderen aus der Gastronomie bekannt vorkommt, kann auch an der Börse passieren. In diesem Fall wird allerdings nicht eine Aktie durch eine andere ersetzt, sondern „portionsweise“ gekauft. Entweder, weil bei Nebenwerten nicht genügend Stücke zum Kauf angeboten werden, oder weil generell bei einer Limit-Order nicht genügend entsprechende Angebote vorliegen, um die Order in vollem Umfang auszuführen.

Tritt dieser Fall ein, spricht man von einer Teilausführung. Teilausführungen haben bei einigen Brokern eine unangenehme Nebenwirkung: Sie kosten extra.

Angenommen, ein Anleger möchte 150 Stück einer Aktie zum Kurs von 10 Euro kaufen. Bei einem großen deutschen Broker wäre für diese Order eine Courtage von 4,95 fällig.

Wie sich dieses Geschäftsgebaren der gesonderten Abrechnung bei Teilausführungen jedoch auswirkt, veranschaulicht die folgende Tabelle:

Einmalige Ausführung Teilausführung
Stück Kurs Volumen Courtage Stück Kurs Volumen Courtage
150 100 EUR 15.000 EUR 4,95 EUR 50 100 EUR 5.000 EUR 4,95 EUR
        30 100 EUR 3.000 EUR 4,95 EUR
        45 100 EUR 4.500 EUR 4,95 EUR
Kosten 4,95 EUR   14,85 EUR

Bietet sich die Gelegenheit, die noch fehlenden 25 Aktien zu erwerben, kommen noch einmal 4,95 Euro hinzu. Die Ordergebühren vervielfachen sich also um die Zahl der Einzelkäufe.

Bei prozentual vom Ordervolumen abhängigen Courtagen fallend die Kosten noch höher aus. Neben der vom Volumen abhängigen prozentualen Gebühr, in diesem Beispiel 0,25%, kommt häufig noch eine Grundgebühr, hier vier Euro, dazu.

Einmalige Ausführung Teilausführung
Stück Kurs Volumen Courtage 4 EUR zzgl. 0,25% Stück Kurs Volumen Courtage 4 EUR zzgl. 0,25%
150 100 EUR 15.000 EUR 41,50 EUR 50 100 EUR 5.000 EUR 16,50 EUR
        30 100 EUR 3.000 EUR 11,50 EUR
        45 100 EUR 4.500 EUR 15,25 EUR
        25 100 EUR 2.500 EUR 10,25 EUR
Kosten 41,50 EUR   53,50 EUR

So ordern Sie Aktien bei einem Online-Broker

Der Orderprozess am Beispiel des Online-Brokers comdirect

Die Erteilung einer Aktienorder ist in vier einfachen Schritten erledigt. Nachfolgend sehen Sie den Orderprozess beispielhaft für den Kauf von 100 Aktien der Allianz SE an einem deutschen Börsenplatz. Es wird der Orderprozess des Online-Brokers comdirect beschrieben, der sich aber nur unwesentlich von anderen Online-Brokern unterscheidet.

1. Starten Sie mit dem Aufruf der Ordermaske. Nachdem Sie entschieden haben, ob Sie ein Wertpapier kaufen oder verkaufen möchten, geben Sie als Nächstes die so genannte Wertpapierkennnummer (WKN) bzw. International Securities Identification Number (ISIN) ein. Automatisch erscheint die Bezeichnung des Wertpapiers.

Ordermaske leer

Nach dem Eintrag der WKN 840400 erscheint automatisch die Bezeichnung der Aktie, hier im Beispiel die Allianz SE. Im Anschluss tragen Sie die gewünschte Stückzahl ein, die gekauft werden soll.

Ordermaske gefüllt

2. Wählen Sie den gewünschten Handelsplatz. Die Auswahl an möglichen inländischen Handelsplätzen erscheint nach der Eingabe der Daten in die Ordermaske automatisch.

Handelsplätze

Als zusätzliche Informationen sehen Sie die jeweiligen Kaufkurse pro Börsenplatz, die Zeit der Kursstellung und wie viele Stücke zu dem vorstehenden Kurs gehandelt werden können. Mit einem Klick auf Kursdetails werden zu jedem Handelsplatz weitere Realtimedaten, wie zum Beispiel die letzten Umsätze angezeigt.

3. Limitieren Sie Ihre Order. Im letzten Schritt geben Sie an, ob und in welcher Form Sie Ihre Order limitieren möchten. Geben Sie dazu den gewünschten Orderzusatz an. Außerdem legen Sie in diesem Schritt die Gültigkeit der Order fest.

Limit

4. Schließen Sie Ihre Order ab. Im letzten Schritt schließen Sie Ihre Order mit der Eingabe einer gültigen TAN ab.

Börslicher und außerbörslicher Handel

Neben dem herkömmlichen Börsenhandel bieten Discount Broker ihren Kunden auch die Teilnahme am außerbörslichen Handel. Beide Handelsformen haben ihre jeweiligen Vor- und Nachteile. Jeder Investor muss daher für sich entscheiden, in welcher Form er am Aktienhandel teilnehmen möchte.

Beim börslichen Handel erfolgen die Transaktionen zu nachprüfbaren Börsenpreisen. Zudem erfolgt im sogenannten regulierten Markt eine kontinuierliche Überwachung des Handels. Dies bedeutet für mehr Sicherheit für Investoren als beim außerbörslichen Handel. 

Außerbörslich geht´s schneller

Der außerbörsliche hat verglichen mit dem börslichen Handel den Vorteil, dass die Handelszeiten hier deutlich länger und die Gebührenstrukturen erheblich preiswerter sind. Es fallen keine Maklercourtage und ähnliche Kosten an. Daneben überzeugt die größere Schnelligkeit. Im Prinzip werden alle Orders unmittelbar ausgeführt.

Die richtige Strategie darf nicht fehlen

Es konnte gezeigt werden:

  • dass eine Depoteröffnung in einfachen Schritten erledigt werden kann,
  • dass Sie ein Depot lieber bei einem Online-Broker eröffnen sollten,
  • wieviel eine Aktienorder kostet und
  • welche Schritte überhaupt notwendig sind, um Aktien zu kaufen.

Doch welche Aktien sollten Sie kaufen? Welche Anlagestrategie passt am besten zu Ihnen?

Erwägen Sie den Kauf von Einzelaktien, sollten Sie die dahinterstehenden Unternehmen vorher gründlich analysieren. Das setzt einiges an Fachwissen voraus.

Eine Alternative ist die Investition in Fonds. Doch auch hier sollte der jeweilige Fonds und die dahintersteckende Strategie vorher genau unter die Lupe genommen werden.

Die Investition in ETFs erfreut sich in letzter Zeit immer größerer Beliebtheit. Mit einem ETF haben Sie die Chance in einen ganzen Korb voller Aktien zu investieren, da ein ETFs einen festgelegten Börsenindex, wie zum Beispiel den DAX, so genau wie möglich versucht nachzubilden. Diese Variante ist kostengünstig, da ein ETF nicht von einem Fondsmanager betreut werden muss.

Die Auswahl der richtigen Anlageform ist ein wichtiger Baustein für Ihren langfristigen Börsenerfolg. Im Ratgeber werden deswegen alle Investitionsmöglichkeiten einzeln vorgestellt, so dass Sie Ihre zukünftigen Investitionen erfolgreich selbst in die Hand nehmen können.

 


 

Der Verkauf  von Aktien

Aktien und andere Wertpapiere werden über Banken, Sparkassen, Direktbanken und Online Broker gekauft und verkauft. Zwischen der Geldinstitution und den Kunden besteht für die Abwicklung des Kaufs- bzw. Verkaufsauftrages eine Rechtsbeziehung. In Deutschland gelten die von allen Anbietern verwendeten Allgemeinen Geschäftsbedingungen der Banken und insbesondere die Sonderbedingungen für Wertpapiergeschäfte. Diese Sonderbedingungen werden einheitlich verwendet und damit gilt bei allen Anbietern das gleiche Niveau des Schutzes.

Ordererteilung zum Verkauf 

Zunächst gibt der Depotinhaber seiner Institution den Auftrag bzw. Wertpapierorder die Aktie zu verkaufen. Mit der Anweisung werden der Bank detaillierte Vorgaben für die Orderausführung erteilt. Beispiele für diese Vorgaben sind: die Börse, an der der Auftrag ausgeführt werden soll, die Höhe des maximalen Kauf- beziehungsweise Mindestens-Verkaufspreis. 

Damit kann beim Verkauf ein Mindesterlös (Limit) bestimmt werden. Der Auftrag darf nur dann ausgeführt werden, wenn sich die Preisvorgaben im Markt durchsetzen lassen. Werden keine Vorgaben erteilt, wird die abwickelnde Institution das Wertpapiergeschäft entsprechend ihren Ausführungsgrundsätzen abwickeln. Wenn kein Mindesterlös vorgegeben wurde, gilt die so genannte Bestens-Order.

Kommissionsgeschäfte üblich 

Beim Kommissionsgeschäft strebt die abwickelnde Institution danach, den erteilten Wertpapierauftrag an einer vorab bestimmten Börse oder an einem anderen Handelsplatz auszuführen. Zwar handelt der Anbieter an diesem Börsenplatz in eigenem Namen aber für Rechnung des Depotinhabers. 

Die an der Börse gehandelten Aktien sind einer Handelsform zugeordnet. Dabei wird in Deutschland grundsätzlich zwischen dem Regulierten Markt und dem Freiverkehr unterschieden. Im Regulierten Markt sind die Voraussetzungen für einzuhaltende Standards sind deutlich höher wie im Freiverkehr.

Xetra oder Präsenz 

Bei den Handelsformen wird zwischen Präsenzbörsen und elektronischen Handelssystemen unterschieden. Bei einer Präsenzbörse gelten für die Börsenteilnehmer feste Börsenzeiten, während es im elektronischen Handel (beispielsweise beim Xetra) keinen Börsenmakler und keine zeitlichen Begrenzungen mehr gibt. Im Zeitalter von Internet und weltweiten Zugriffsoptionen gewinnt der elektronische Handel mehr und mehr an Bedeutung.

Fehlerquellen beim Aktiengeschäft

Auch beim Kauf oder Verkauf von Aktien bleibt der Anleger vor Fehlerquellen nicht verschont. Abgesehen von der Fehleinschätzung über die Gewinnerwartungen einer Aktie kommt es beispielweise zu Tippfehlern bei der Erteilung der elektronischen Kauforder oder ein anderer Fehler bei der Übermittlung des Wertpapierauftrags.

Falsche Eingabe/falsche Ausführung wird teuer    

Bei nicht eindeutig erteilten Orders kann zu einer falschen Ausführung kommen. Daher sollte die Aktie anhand der Bezeichnung und der ISIN (International Securities Identification Number) oder der WKN (Wertpapierkennnummer) genau bestimmt werden. Auch ein Zahlendreher kann fatale Folgen haben und schnell zu einer falschen Stückzahl führen. Elektronisch erteilte Aufträge sollten vor dem Abschicken mehrfach kontrolliert werden.

Geringe Marktliquidität birgt Fehlerpotenzial 

Besonders marktenge Aktien bergen Fehlerquellen, die sich auf den ersten Blick kaum erschließen. Da bei diesen große Kurschwankungen möglich sind, kann der Verzicht auf Limits zu ungünstigen Ergebnissen führen. Beispielsweise notiert die Aktie XY an einem bestimmten Tag mit 50 Euro. Der Anleger YX entschließt sich 50.000 Euro zu investieren, einen Höchstpreis, den er pro Aktie zahlen möchte, gibt er nicht an. An der Börse steigt der Kurs während des Ausführungszeitraums plötzlich um 50%. Statt der erwarteten 1.000 Aktien erhält der Anleger nur noch 666,66 Aktien.

Umgekehrt kann auch das Setzen von Limits zu negativen Ergebnissen führen. Beispielweise möchte sich der Anleger YZ sich an jenem Tag, an denen die Aktie XY mit 50 Euro notiert, von 1.000 Stück seiner Papiere trennen. Da er mit dem Kurs einverstanden ist, aber auch nicht weniger einstreichen möchte, gibt er als Limit 50 Euro ein. Je nach Abwicklung oder Bank wird er trotz des erwähnten Anstiegs seiner Aktien auf 75.000 Euro lediglich 50.000 Euro erhalten. 

Risiko bei Kursaussetzung   

Kursaussetzungen werden von der Börsenaufsicht vorgenommen, wenn wichtige, möglicherweise kursbeeinflussende Mitteilungen der Gesellschaft bevorstehen, die die betroffene Aktie emittiert hat. Die Kursaussetzung hat das Ziel, allzu starke Kursschwankungen zu verhindern und dient dem Schutz der Anleger.

Dauerhaft wird die Börsenpreisfestsetzung für eine bestimmte Aktie eingestellt, wenn der ordnungsgemäße Börsenhandel nicht mehr gewährleistet erscheint. Beispielsweise kommt diese äußerste Maßnahme bei Insolvenzeröffnung über das Vermögen des Emittenten in Betracht. Orders lassen sich dann nicht mehr über den Aktienmarkt abwickeln.


Aktien werden wieder beliebter

Die seit Jahren sinkenden Zinsen sorgen dafür, dass die Zahl der Aktienanleger endlich wieder steigt, wenngleich auch nur bei den 14- bis 39-jährigen sowie den 50- bis 59-jährigen. Die mittlere Altersgruppe von 40 bis 49 Jahren vergibt hingegen zunehmend die Renditechancen, die mit Aktien einhergehen. Das geht aus einer auf finanzen.yahoo.de veröffentlichten Grafik des Deutschen Aktieninstituts (DAI) hervor:

Infografik zur Entwicklung der Anzahl der Aktionäre in Deutschland

Quelle: DAI, finanzen.yahoo.de

Anzahl der Aktionäre in Deutschland

Eine weitere auf finanzen.yahoo.de veröffentlichte Grafik des Deutschen Aktieninstituts (DAI) zeigt die Entwicklung der Zahlen von Aktionären und Besitzer von Aktienfonds:

Infografik zur Entwicklung der Anzahl an Aktionären und Besitzern von Aktienfonds

Quelle: DAI, finanzen.yahoo.de

Aktionäre sind Herdentiere

Vergleicht man die Entwicklung der Anzahl der Aktionäre in Deutschland mit der des DAX als Leitindex, so wird der zyklische Herdentrieb deutlich: Die Anzahl der Aktionäre steigt immer dann, wenn die Kurse an der Börse bereits gestiegen sind, und umgekehrt:

Quellen:

  • Deutsches Aktieninstitut (DAI)
  • Finanzen.net

Einfluss der Dividende auf den Gesamtertrag bei Aktien

Allein die 30 DAX-Konzerne werden ihren Aktionären 2017 über 31 Milliarden Euro in Form von Dividenden auszahlen. Die Bedeutsamkeit der Dividende wird von vielen Anlegern beim Kauf von Aktien noch immer unterschätzt. Sie fokussieren sich früher wie heute auf den Gewinn, der aus dem Kursanstieg resultiert – ein Fehler? Fakt ist, dass gut ein Viertel des Gesamtertrags von Aktien in der Vergangenheit auf die Dividende zurückzuführen ist. Doch lohnt es sich für die Aktionäre nicht wesentlich mehr, wenn sie absichtlich auf Aktien ohne Dividendenausschüttung zurückgreifen? Schließlich berauben die Unternehmen sich dann nicht der Möglichkeit, erwirtschaftete Erträge reinvestieren zu können anstatt diese an die Aktionärsgemeinschaft auszahlen zu müssen.

Im aktuellen Niedrigzinsumfeld interessieren sich bei Aktien scheinbar immer mehr Anleger für die Dividende. Und tatsächlich: In den DAX-Unternehmen beträgt die Dividendenrendite in 2017 solide 3,0 Prozent. Damit ließen sich mit einer Aktien-Dividende deutlich höhere Renditen erwirtschaften als mit Tagesgeld, Festgeld, Bundesanleihen und Co. Ob der gesetzte Schwerpunkt auf die Dividendenhöhe gerechtfertigt ist, bleibt jedoch strittig.

Dividendenerträge machen zwischen 20 und 30 Prozent vom Gesamtertrag aus

Die Bedeutsamkeit der Dividende wird spätestens dann klar, wenn man einen Blick auf den prozentualen Anteil der Gewinnausschüttung am Gesamtertrag wirft. Im 40-jährigen Vergleichszeitraum vom 31. Januar 1977 bis zum 31. Januar 2017 legte der MSCI Welt-Aktienindex (= ohne Währungseinfluss) im Schnitt jedes Jahr um 6,7 Prozent zu. Bezieht man die Dividendenausschüttungen mit ein, so erhöht sich der Gesamtertrag sogar trotz Berücksichtigung der Kapitalertragssteuer (rund 28 Prozent) auf 8,9 Prozent. Bei Börsenplätzen, an denen es traditionell hohe Dividendenausschüttungen gibt (z.B. Großbritannien, Australien, Österreich), ist der prozentuale Anteil am Gesamtertrag nochmal deutlich größer.

Region Kursanstieg (p.a.) Gesamtrendite (p.a.) Anteil der Dividende am Gesamtertrag Aktuelle Dividendenrendite
Welt 6,7% 8,9% 24,9% 2,5%
USA 7,9% 10,2% 22,5% 2,0%
Großbritannien 7,7% 10,9% 29,7% 4,0%
Japan 3,9% 4,9% 20,2% 2,0%
Australien 7,6% 10,9% 30,0% 4,2%
Österreich 3,3% 5,1% 35,6% 2,2%
Betrachtungszeitraum: 31.01.77 – 31.01.17; Quelle: Datastream

Kein Zinseszinseffekt bei „Dividenden-Aktien“ – dafür Inflationsschutz

Als Aktionär sollte man sich vor Augen führen, dass jeder Euro, der als Dividende ausgeschüttet wird, nicht im Unternehmen verbleiben und dort reinvestiert werden kann. Durch dividendenstarke Aktien berauben sich die betroffenen Unternehmen der Möglichkeit, größere Investitionen allein stemmen zu können, Wachstum vorantreiben zu können. Auf den Zins- und Zinseszinseffekt muss ein dividendenorientierter Anleger verzichten. Und eben dieser Zinseszinseffekt entfaltet gerade über einen längeren Zeitraum von 20 oder 30 Jahren enorme Schlagkraft. Wobei es trotzdem zu bedenken gibt, dass es eine nicht geringe Anzahl an Unternehmen gibt, die neues Geld aus Kapitalerhöhungen und nicht aus einbehaltene Gewinne generieren. Amazon zum Beispiel hat sich trotz nicht durchgeführter Gewinnausschüttungen an die Aktionäre wunderbar entwickelt. Damit ein Amazon-Aktionär jedoch Bares sieht, ist er gezwungen, seine Anteile zu verkaufen. Das macht das Investment zumindest ein Stück weit unflexibel. Und bekanntermaßen gehen mit einem Verkauf wiederum Ordergebühren einher.

Der Degussa-Chefvolkswirt Thorsten Polleit ist der Meinung, dass es nicht sinnvoll ist, sich bei der Aktienauswahl auf die Dividende zu konzentrieren. Im Interview mit der WirtschaftsWoche sagte er dazu: „Der Zinseszinseffekt ist sehr machtvoll (…) Den erzielen sie nur, wenn das Unternehmen die Gewinne nicht ausschüttet, sondern reinvestiert und damit attraktive Renditen erwirtschaftet“.

Auf der anderen Seite sind Dividenden gewissermaßen inflationsgeschützt. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass die Gewinnausschüttungen im Laufe der Zeit kontinuierlich zugelegt haben. Betrachtet man den MSCI-Weltaktien-Index, so lässt sich ein jährliches Dividenden-Plus von 5,9 Prozent feststellen. Gerade seit der Finanzkrise ist zu beobachten, dass Dividenden überproportional zur Inflation steigen und aus diesem Grund einen vorzüglichen Inflationsschutz bieten.

DAX-, MDAX- und TecDAX-Titel schütten 2017 rund 43 Milliarden Euro aus

Die DZ-Bank hat berechnet, dass die 110 Unternehmen aus DAX, MDAX und TecDAX in diesem Jahr etwa 43 Milliarden Euro als Dividende an die Aktionäre ausschütten werden. Das entspricht im Vergleich zum Vorjahr ein Plus von rund zehn Prozent. Allein 31,1 Milliarden Euro werden dabei voraussichtlich von den 30 DAX-Unternehmen ausgeschüttet werden. Als dividendenmäßig rentabelster Konzern gilt mit einer Ausschüttungssumme von 3,5 Milliarden Euro im Jahr 2016 der Autobauer Daimler (4,6 Prozent). Auf dem zweiten und dritten Platz folgen mit einer Ausschüttungssumme von 3,4 bzw. 3,0 Milliarden Euro Allianz und Siemens. Prozentual fährt der Anleger unter den deutschen Titeln im Jahr 2016 mit ProSiebenSat.1 am besten (5,19 Prozent). Im europäischen Vergleich schaffen es vor allem Versorger und Telekommunikationsunternehmen, teilweise eine noch höhere Dividendenrendite zu erwirtschaften. Beim britischen Vodafone-Konzern beträgt die Dividendenrendite beispielsweise 5,7 Prozent und beim französischen Versicherer AXA genau wie beim Energiegiganten TOTAL 5,2 Prozent.

Betrachtet man die zurückliegenden zehn Jahre, so hat der DAX eine Wertsteigerung von 76 Prozent erfahren. Der reine Kursindex ist in diesem Zeitraum allerdings nur um etwa 28 Prozent gestiegen. Das bedeutet im Umkehrschluss: Der Einfluss der Dividende auf den Gesamtertrag im Aktiendepot ist von erheblicher Bedeutung.

Welche Aktien im DAX bieten besonders hohe Dividendenrenditen?

Aktie Dividendenausschüttung (2016)
ProSieben Sat.1 5,19%
Allianz 4,86%
Münchener Rück 4,81%
Daimler 4,60%
Lufthansa 4,06%
BMW 3,94%
Quelle: Finanzen.net

Doch Vorsicht: Anleger sollten sich von der reinen Dividendenhöhe nicht blenden lassen. Schließlich setzt sich der Gesamtertrag aus Dividende und Kurszuwachs zusammen. Deshalb kann es trotz Top-Dividende manchmal zu einem enttäuschenden Gesamtertrag kommen. Außerdem hat die französische Société Générale in einer Untersuchung des europäischen Aktienmarktes herausgefunden, dass die Gefahr einer unangenehmen Überraschung ab einer Dividendenhöhe von sechs Prozent erheblich steigt.

Niedrigzinsumfeld heizt dividendenstarke Aktien an

Je höher die Dividendenausschüttungen ausfallen, desto mehr profitieren die betroffenen Titel vom Niedrigzinsumfeld. Diese Entwicklung lässt sich dadurch begründen, dass sich viele Investoren in Zeiten niedriger Zinsen in alternative Anlagemöglichkeiten „flüchten“. Da Tagesgeld und Bundesanleihen dann kaum bis gar keine Erträge erwirtschaften, drängen sich dividendenstarke Aktien geradezu auf. Die Folge: „Dividenden-Titel“ entwickeln sich unabhängig vom Gesamtmarkt und damit nicht selten antizyklisch. Auf langer Sicht kommt es bei solchen Titeln häufig zu einer Out- und Underperformance.

Der Chief Analyst bei der Erste Asset Management, Harald Egger, ist sich sicher, dass das Marktumfeld zurzeit optimal für die „Dividenden-Titel“ ist. Er sagt dazu: „Erfahrungsgemäß performen Aktien mit hoher Dividendenausschüttung in solch einem Umfeld besser als der Gesamtmarkt“. Deshalb kommt er zu dem Fazit, dass sich „derzeit ein optimales Umfeld für Aktien mit hoher Dividendenausschüttung“ bietet.

Fazit: Besser mit oder ohne Dividende?

Die Gewichtigkeit der Dividende am Gesamtertrag der Aktien sollte weder über- noch unterschätzt werden. Es ist nicht wegzudiskutieren, dass der Anteil der Dividende am Gesamtertrag zumindest in der Vergangenheit bei rund 25 Prozent lag. Trotzdem erscheint es wenig sinnvoll, sich bei der Aktienauswahl schwerpunktmäßig auf die Attraktivität Dividende zu konzentrieren. In manchen Fällen wird die Dividende auch „missbraucht“, um Aktionäre in schwierigen Zeiten zu beruhigen. So war es beispielsweise im Energiesektor zu Zeiten des rapiden Ölpreisverfalls zu beobachten gewesen. Schüttet das Unternehmen die Erträge nicht in Form von Dividenden aus, so profitiert der Investor auf langer Sicht vom Zinseszinseffekt. Um diesen auch bei „Dividenden-Titeln“ nutzen zu können, müsste er für erhaltene Gewinnausschüttungen entsprechend weitere Aktien nachkaufen. Dies ginge allerdings wiederum mit Ordergebühren einher.

Jetzt vergleichen und den passenden Broker finden

ONLINE-BROKER - Aktien, Fonds, ETFs

Online-Broker Vergleich
Finden Sie jetzt einen Online-Broker!

Vergleichen Sie jetzt die führenden Broker!
Zum Online-Broker Vergleich »

Robo-Advisor
Profis für sich arbeiten lassen!

» Robo-Advisor Test »

Depotwechsel
Depot wechseln
und Geld sparen!

» Zum Depotwechsel »

AKTUELLE BROKER-TESTS

flatex im TestCMC Markets im TestCity Index im Test


Quellen

  1. Wiwo.de
  2. blog.de.erste-am.com
  3. finanzen.net
  4. dasinvestment.com
  5. manager-magazin.de
  6. boerse-online.de
  7. boerse-am-sonntag.de