Warum ein Depotwechsel gut vorbereitet werden sollte

Ein qualifizierter Depotvergleich sollte gut vorbereitet werden. Wer ohne „Einarbeitung“ in die marktüblichen Konditionen verschiedene Anbieter vergleicht findet selten ans Ziel. Es gibt sehr unterschiedliche Gebührenmodelle und ein immer weiter auseinanderdriftendes Spektrum an zusätzlichen Leistungen über den Handel hinaus. Eine Depotvergleich sollte ergebnisoffen geführt werden: Es kann sich lohnen, verschiedene Leistungen bei unterschiedlichen Brokern in Anspruch zu nehmen.

Depotwechsel: Welche Gebühren gibt es?

Ein qualifizierter Vergleich ermittelt zunächst die Details des Anlageverhaltens und sucht im Anschluss daran nach einem für das Transaktionsprofil optimalen Preis-Leistungs-Verhältnis. Dabei geht es sehr viele verschiedene Gebühren zu berücksichtigen. Im Mittelpunkt stehen dabei die Gebühren für Wertpapierorders.

Der Vergleich von Ordergebühren gestaltet sich relativ schwierig, weil jeder einzelne Broker für unterschiedliche Börsenplätze auch unterschiedliche Gebühren verlangt und sich darüber hinaus mehrere unterschiedliche Gebührenmodelle auf dem deutschen Markt etabliert haben. Die Gebühren für Inlandsorders unterscheiden sich von denen in den USA und Europa und diese wiederum von denen an exotischen Handelsplätzen. Zusätzliche Kosten können für Limits, offline erteilte Aufträge oder die Inanspruchnahme von Quellensteuerservices anfallen.

Nicht nur Gebühren sondern auch Leistungen vergleichen

Einige Broker setzen ihre Ordergebühren aus einer Grundgebühr, einer Provision, einem Handelsplatzentgelt und Fremdspesen zusammen, andere setzen auf eine Flatrate zuzüglich Börsengebühren oder eine Staffel mit mehreren Stufen. Auch FreeBuys und Orderpakete (die so ähnlich funktionieren wie die einstigen Minutenpakete im Mobilfunkbereich) sind mittlerweile auf dem deutschen Markt angekommen.

Kein Depotvergleich kommt ohne einen Blick auf die Leistungen aus, die ein Bürger im Gegenzug für die Gesamtsumme seiner Gebühren erbringt. Einige Broker beschränken sich auf die rudimentären Handelsfunktionen, andere bieten aktiven Tradern eine Komplettlösung für Handel, Analyse und Charting. Bei manchen Brokern ist nicht ein einziger Realtimekurs frei verfügbar, andere stellen unbegrenzt viele Realtime-Pushkurse zur Verfügung.

Ergebnisoffen vergleichen: Kann ein Anbieter alle Ansprüche erfüllen?

Die Anforderungen von Privatanlegern an ihren Broker sind ebenso unterschiedlich wie die Angebote der Geldhäuser selbst. Einige Anleger handeln ausschließlich deutsche Wertpapiere, andere legen weltweit an und handeln zusätzlich an Terminbörsen wie der EUREX und mit Differenzkontrakten (CFDs). Anleger des zweiten Typs sollten kritisch hinterfragen, ob tatsächlich alle Geschäfte unter einem Dach gehalten werden müssen oder ob die Eröffnung von Konten bei mehreren Anbietern nicht unter Umständen sinnvoller ist.

Ein Beispiel: Wer häufig auf dem amerikanischen Aktienmarkt handelt fährt mit einem angelsächsischen Gebührenmodell am besten. Broker die solche Gebührenmodelle anbieten sind jedoch für Inlandsorders häufig teurer als ihre Konkurrenz. Die Gesamtgebühren fallen dann geringer aus, wenn zwei Depots parallel unterhalten werden.

Neukundenbonus als Dreingabe mitnehmen

Wenn zusätzlich EUREX oder CFD Handel erwünscht ist sollte für diese Anlagen ohnehin separat nach einem geeigneten Anbieter gesucht werden. In der Regel sind Broker mit günstigen Konditionen im Wertpapiergeschäft nicht zugleich die bestmöglichen Anbieter in den Bereichen Terminhandel und CFDs.

Der Aufwand des Depotwechsels wird im besten Fall nicht nur durch langfristig bessere Konditionen, sondern zusätzlich durch  attraktive Neukundenprämien Wert von mehreren hundert Euro honoriert. Je nach Ausgangslage kann es sich dabei um quersubventionierte Tagesgeldkonten, Sachprämien oder Startgutschriften handeln. Die Prämie sollte im Depotvergleich keinesfalls priorisiert werden.


Jetzt bei der Wahl zum "Online-Broker 2017" abstimmen und attraktive Preise, z.B. ein Apple iPad Pro oder iPhone 7 gewinnen »