Die typischen Gebührenmodelle deutscher Online-Broker

Broker erzielen ihren Deckungsbeitrag durch pauschale und nutzungsabhängige Entgelte. Deren Gestaltung obliegt den Anbietern. Auf dem deutschen Markt haben sich verschiedene Gebührenmodelle durchgesetzt, die miteinander konkurrieren.

Im Hinblick auf pauschale Depotführungsentgelte lassen sich drei Gruppen von Brokern unterscheiden. Die erste Gruppe verzichtet ohne weitere Bedingungen auf pauschale Depotführungsentgelte. Die zweite Gruppe setzt solche Entgelte im Preisverzeichnis an und verzichtet unter Bedingungen darauf. Solche Bedingungen beziehen sich etwa auf Handelsaktivität oder Vermögensbestände.

Pauschale und nutzungsabhängige Entgelte

Die dritte Gruppe erhebt unabhängig von Handelsaktivität und Vermögensbeständen eine pauschale Gebühr, die monatlich, quartalsweise oder jährlich vom Verrechnungskonto abgebucht wird. Einzelne Broker erstatten gezahlte Depotführungsentgelte in Form eines Orderguthabens zurück. Dieses Orderguthaben kann ausschließlich mit Ordergebühren verrechnet werden.

Im Hinblick auf den Handel mit Wertpapieren finden sich bei Brokern in Deutschland grundsätzlich  vier Gebührenmodelle, wenn Broker mit angelsächsischen Kostenstrukturen mit einbezogen werden. Am weitesten verbreitet sind Gebührenmodelle, bei denen sich die Ordergebühr aus mehreren verschiedenen Bestandteilen zusammensetzt.

Gebührenmodelle für Ordergebühren

Typisch etwa: 5 € Grundgebühr +0,25 % des Transaktionsvolumens, zusammen mindestens 10 € und höchstens 60 € zuzüglich Handelsplatzentgelt plus Fremdspesen. Das Handelsplatzentgelt ist ein durch den Broker selbst und nicht etwa durch den Börsenplatz erhobenes Entgelt. Die Höhe der Gebühr unterscheidet sich je nach Börsenplatz drastisch. So kann ein Broker für Orders über Xetra ein Entgelt von 1,0 € verlangen, für Orders an ausländischen Handelsplätzen aber 30 €. Hohe Gebühren für den Handel an Auslandsbörsen werden sehr häufig über solche Handelsplatzentgelte realisiert. Zusätzlich fallen gegebenenfalls Gebühren für erteilte Limits und/oder Orderänderungen sowie Fremdspesen an. Das gilt jedoch unabhängig vom Gebührenmodell eines Brokers.

Orderpakete, Flatrates und FreeBuys

Im Vergleich zu den aus mehreren Bestandteilen zusammengesetzten Ordergebühren sind Flatrates recht transparent. Bei der Flatrate verlangt ein Broker unabhängig von der Größe des Transaktionsvolumens eine pauschale Gebühr von zum Beispiel 10 €. Zusätzlich werden meistens Börsengebühren in Rechnung gestellt. Konzeptionell sehr nahe an einer Flatrate sind gestaffelte Ordergebühren mit 2-5 Stufen.

Auf dem gesättigten deutschen Brokermarkt versuchen vor allem neue Anbieter mit innovativen Preismodellen zu punkten. So besteht mittlerweile die Möglichkeit, Orderpakete zu erwerben: Es wird ein Abonnement mit einem Freikontingent erworben, für das eine monatliche Gebühr bezahlt wird. Solche Gebührenmodelle eignen sich für Anleger, die relativ häufig handeln und die Anzahl ihrer Orders sehr gut vorhersehen können.

Möglich sind auch sogenannte FreeBuys: Dabei werden Depotinhaber monatlich Coupons für Käufe ohne Gebühr eingebucht. Die Anzahl der eingebuchten Käufe wird an eine bestimmte Variable wie zum Beispiel das Kontoguthaben geknüpft. Mit den FreeBuys können Wertpapiere zwar kostenlos gekauft, aber nur zu den regulären Gebühren wieder verkauft werden.