Der Anlegertyp: Das eigene Nutzungsprofil ermitteln

Welches Depot das beste ist hängt maßgeblich vom individuellen Nutzungsverhalten jedes Anlegers ab. Ein Depotwechsel sollte zum Anlass genommen werden das eigene Anlageverhalten im Hinblick auf Anzahl, Art und Höhe der benötigten Transaktionen zu überprüfen. Dabei kann ein Blick auf die Transaktionshistorie der letzten ein bis zwei Jahre helfen.

Besonders wichtig sind die börslich und außerbörslich erteilten Orders. Es sollte ermittelt werden wie viele Orders durchgeführt werden, an welchen Börsenplätzen diese stattfinden und in welcher Höhe Orders erteilt werden. Außerdem sollte berücksichtigt werden ob Orders limitiert oder unlimitiert erteilt werden und ob dazu auch telefonische oder schriftliche Zugangswege genutzt werden.

Depotwechsel: Vergleichsrechner richtig nutzen

Vergleichsrechner, wie sie im Internet in großer Zahl angeboten werden können bei der Suche nach einem geeigneten Broker helfen, wenn sie mit den richtigen Inputs versorgt werden. Allzu häufig trotzen die Eingabemasken Nutzern  die Angabe eines durchschnittlichen Ordervolumens ab. Das führt allerdings nicht immer zum gewünschten Ziel.

Erteilt ein Anleger beispielsweise 100 Orders über 2000 € und 100 Orders über 25.000 € ergibt sich daraus ein durchschnittliches Ordervolumen von 13.500 €. Wird nur dieses angegeben ermittelt der Vergleichsrechner für dieses Transaktionsvolumen den günstigsten Broker. Im schlimmsten Fall wird dann ein Depot bei einem Broker öffnet, dessen Gebührenmodell weder für kleine noch für große Orders, dafür aber für mittelgroße Orders günstig ist. Die weit verbreitete Tendenz zur Ermittlung von Durchschnittswerten kann deshalb bei der Ermittlung des individuellen Nutzungsprofils hinderlich sein.

Wie oft wird außerbörslich gehandelt?

Der außerbörslicher Handel mit Aktien und derivativen Finanzinstrumenten gewinnt immer mehr an Bedeutung, da fast jeder Broker mittlerweile Partnerschaften mit Emittenten unterhält. Anleger sollten im Vorfeld eines Depotwechsels prüfen, wie viele Orders außerbörslich erteilt werden bzw. ob eine partielle Verlagerung der Handelsaktivität vom börslichen zum außerbörslichen Bereich unter dem Aspekt der Transaktionskosten sinnvoll ist.

Dazu muss im Detail analysiert  werden welche derivativen Finanzinstrumente üblicherweise gehandelt werden. Wer nur Optionsscheine und Knock-out Zertifikate handelt muss andere Prioritäten setzen als Anleger, die in Bonus- und Garantiezertifikate investieren. Je spezieller die gehandelten Derivate desto weniger Partnerschaften zwischen Brokern Emittenten ermöglichen tatsächlich eine langfristige Kostenersparnis.

Fondsgeschäft, CFDs und EUREX

Die Skizzierung des eigenen Anlageverhalten muss gegebenenfalls auch das Fondsgeschäft, den Handel mit CFDs sowie den Handel an Terminbörsen wie der EUREX umfassen. Wer häufig mit CFDs handelt muss einen möglichen neuen Broker besonders genau auf die Konditionen im CFD Geschäft überprüfen. Dabei spielen die effektiven Konditionen im Handel ebenso eine Rolle wie das Marktmodell. Mitunter kann es sinnvoll sein, die Handelsaktivitäten im klassischen Wertpapiergeschäft von denen im CFD Handel zu trennen und sowohl ein Wertpapierdepot bei einem Onlinebroker als auch ein CFD Konto bei einem spezialisierten CFD Broker zu eröffnen.

Rabatte für Vieltrader

Wer mindestens 100 Transaktionen pro Kalenderjahr durchführt sollte in den Preisverzeichnissen von Onlinebrokern gezielt nach Rabatten für Vieltrader suchen. Die Kostenstruktur von Onlinebrokern ist stark degressiv, was sich auch auf die Angebote an Kunden mit hoher Handelsfrequenz auswirkt. Preisnachlässe bis zu 80 % (in dieser Höhe allerdings erst ab etwa 5000 Orders pro Jahr) sind möglich.