Stellen Sie ihr aktuelles Depot auf den Prüfstand

Ob ein Depotwechsel sinnvoll ist oder nicht hängt auch von den Konditionen des aktuellen Depots ab. Diese sollten in regelmäßigen Abständen auf den Prüfstand gestellt werden. Der deutsche Brokermarkt ändert sich und wird immer wieder durch neue Anbieter belebt. Ein vor drei Jahren noch optimales Depot kann mittlerweile überteuert sein.

Die Gesamtkosten des Depots berechnen

Anleger sollten anhand ihrer Abrechnungen die Gesamtkosten ihres Depots inklusive pauschaler Depotführungsentgelte, Ordergebühren und sonstigen Kosten zusammenrechnen. Das ist mit einem Blick auf die Abrechnungen leicht möglich. Im Idealfall wird jede Transaktion inklusive Auftragswert, Ordergebühren und sonstigen Entgelten gut nachvollziehbar dokumentiert.

Eine Beispielrechnung für ein vermeintlich günstiges Depot:

  •  100 Inlandsorders zu je 12,0 € = 1200 €
  • 100 Auslandsorders zu je 35 € = 3500 €
  • 150 Limits zu je 2,50 € = 375 €
  • 35 Offlinezuschläge zu je 11,0 € = 385 €
  • Zwölf schriftliche Depotaufstellungen zu je 2,50 € = 30 €
  • Jahresgebühr Realtime Kursdaten 180 €
  • SMS Gebühren 45 €
  • Gesamtkosten: 5.715 €

€5.715 € Gesamtkosten bei 200 Transaktionen?

Eine vollständige Kostenaufstellung überrascht viele. Häufig sind die Gesamtkosten der Depotführung deutlich höher als angenommen. 100 Inlandsorders zu je 12 € Gebühr, 100 Auslandsorders zu je 35 €, 150 Limits zu je 2,50 €, 35 Offlinezuschläge zu je 11 €, zwölf schriftliche monatliche Depotaufstellungen zu jeweils 2,50 €, die Jahresgebühr für Realtime-Kursdaten in Höhe von 180 € und SMS Gebühren für 500 mobile Transaktionsnummern zu insgesamt 45 € summieren sich auf stolze 5.715 €.

Gesamtkosten häufig höher als angenommen

Obwohl im obigen Beispiel nicht einmal 20 Transaktionen pro Monat durchgeführt wurden summieren sich die Gesamtkosten der Depotführung auf den Gegenwert eines halben Kleinwagens. In Beispiel berechnet der Broker dabei noch nicht einmal eine pauschale Depotführungsgebühr. Außerdem wurde angenommen dass kein Effektenkredit in Anspruch genommen wird und dass keine Fremdspesen anfallen bzw. diese bereits in den Preisen enthalten sind.

Depotwechsel kann tausende Euro sparen

Die einzelnen Gebührenposten im obigen Beispiel wurden auf einem für Onlinebroker marktüblichen Niveau angesetzt und entsprechen somit der Mitte eines breiten Durchschnitts. Es gibt noch deutlich teurere, aber auch deutlich günstigere Anbieter. Mit einem gut geplanten Depotwechsel kann ein Kunde des im Beispiel dargestellten Zuschnitts pro Jahr mehrere tausend Euro sparen.

Mehr Leistung für weniger Geld

Ein Depotvergleich darf sich nicht allein an den ausgewiesenen Gebühren orientieren, da auch die durch den Broker angebotenen Leistungen eine wichtige Rolle spielen. Die Bandbreite ist hier ebenso groß wie bei den Gebühren. Das gilt sowohl für die Handelsplattform als auch für Weiterbildungsangebote und Angebote in innovativen Segmenten wie Social Trading oder automatisierter Handel.

Tausende Euro sparen: Der Kostencheck der Stiftung Warentest

Die Untersuchung für das Stiftung Warentest-Magazin „Finanztest“ zählt zu den umfangreichsten Studien über die Gebühren auf dem deutschen Brokermarkt. Die Verbrecherschützer bildeten für den Test zwei Musterdepots: Ein Depot mit 153.000 € und 50 Transaktionen pro Jahr, ein weiteres Depot mit 7000 € und zehn Transaktionen pro Jahr. Anhand dieser beiden Modellkunden wurden die pauschalen Depotentgelte sowie die Ordergebühren für den Handel mit Aktien, Zertifikaten, Anleihen und Fonds von 37 Brokern untersucht.

250 € statt 11.067 €

Der Modellkunde mit dem großen Depot musste bei dem teuersten Anbieter (einer Filiale Bank) für Depotführung und 50 Transaktionen 11.067 € bezahlen. Die günstigste Filialbank im Test verlangte 1648 €, was im Vergleich zum teuersten Anbieter einer Ersparnis von mehr als 85 % entspricht. Der günstigste Onlinebroker verlangte 250 € und damit nicht einmal 2,5 % von dem, was die Bank mit den höchsten Gebühren in Rechnung stellte.

Auch der Modellkunde mit dem kleinen Depot konnte der Finanztest-Untersuchung zufolge mit einem Depotwechsel viel Geld sparen. Der günstigste Anbieter verlangte für die Depotführung und zehn Transaktionen lediglich 50 €, der teuerste Anbieter verlangte mit 276 € mehr als fünfmal so viel.

Für aktive Anleger spielt die Depotgebühr keine Rolle

Depotvergleiche auf dem deutschen Markt fokussieren häufig pauschale Depotführungsentgelte. Sinn macht das nur wenn wenig bis gar nicht gehandelt wird, meint auch die Stiftung Warentest: „Wer viel handelt, sollte vor allem auf die Transaktionskosten achten, also auf die Provisionen, die seine Bank für die Vermittlung der Wertpapiergeschäfte nimmt. Das kostenlose Depot fällt im Vergleich dazu kaum noch ins Gewicht.“


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