Die Risiken eines Depotwechsels für aktive Trader

Von wenigen Ausnahmen abgesehen fallen für einen Depotwechsel keine Kosten an. Auch ein steuerlicher Nachteil ist nicht zu befürchten. Verzögert sich der Vorgang jedoch können die im Portfolio befindlichen Wertpapiere für mehrere Wochen nicht gehandelt werden. Außerdem riskieren aktive Trader Rabatte auf die Ordergebühren, die beim neuen Broker erst erworben werden müssen. Nicht zuletzt müssen Watchlisten und Charts neu angelegt werden. Ein Depotwechsel sollte deshalb gut geplant sein.

Depotwechsel fast immer kostenlos

Depotüberträge sind für den Kunden fast immer kostenlos. Der BGH entschied im Jahr 2004 in einem Urteil, dass Banken für den dabei entstehenden Aufwand keine zusätzlichen Gebühren verlangen dürfen, da sie mit der Herausgabe der Wertpapiere erstens eine gesetzliche Verpflichtung erfüllten und zweitens die Umbuchung auch Bestandteil des Depotführungsvertrags sei. Nur Fremdgebühren wie etwa Entgelte einer ausländischen Lagerstelle dürfen berechnet werden.

Depotübertrag kann einige Wochen dauern

Anders als im Überweisungs- und Lastschriftverkehr gibt es für die Dauer von Depotüberträgen keine gesetzlich festgelegte, maximale Zeitspanne. Die meisten Banken geben als Zeitrahmen 1-4 Wochen an. Da zwei Banken den Vorgang involviert sind kann weder die abgebende noch die empfangende Bank den Abschluss des Depotwechsels innerhalb einer festgelegten Frist garantieren. Im schlimmsten Fall können die im Portfolio befindlichen Wertpapiere für mehrere Wochen nicht gehandelt werden.

Verlust von Vieltrader-Rabatten

Aktive Trader, die bei ihrer derzeitigen Bank einen Vieltrader-Status genießen und zu vergünstigten Ordergebühren handeln büßen diesen Status mit dem Depotwechsel ein. Bei den meisten Bürgern werden Vieltrader-Rabatte erst am Ende eines festgelegten Intervalls mit hoher Handelsfrequenz eingeräumt.

Kein Handel während der Übertragsphase

Anleger sollten deshalb im Vorfeld des Depotwechsels prüfen, ob Maßnahmen zur Absicherung getroffen werden müssen. In Betracht kommt etwa der Kauf von Put-Optionsscheinen oder Knock-out Zertifikaten als Versicherung gegen zwischenzeitliche Kursverluste. Auch CFDs – über ein separates Konto gehandelt – können sich zu Hedging-Zwecken eignen. Im Gegensatz zu Optionsscheinen kommt es bei CFDs und Knock-out-Zertifikaten nicht zu einem Zeitwertverlust.

Watchlisten und Charts neu anlegen

Wird das Depot der abgebenden Bank nicht nur für den Handel, sondern auch zu Analysezwecken genutzt müssen die für die Beobachtung und Analyse des Marktes notwendigen Watchlisten, Charts etc. bei der neuen Bank erneut angelegt werden. Es empfiehlt sich, das alte Depot nicht zeitgleich mit dem Einzugsauftrag zu kündigen, sondern die Wortlisten und Watchlisten und Charts während der Dauer der Depotübertragung beim neuen Broker anzulegen. Dabei ist zu berücksichtigen dass die Prämien einiger Neukundenaktionen die Löschung des bestehenden Depots bedingen.