Fonds ohne britisches Risiko gefragt

Donnerstag den 29.06.2017 - Abgelegt unter: Brokernews

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Der Brexit stellt Großbritannien auf die Probe. Es läuft nicht rund im Land. Pfund und Sterling sind am Boden. Die Regierung geht geschwächt in die Verhandlungen mit der Europäischen Union. Und nun auch noch das: Anleger wenden sich von Großbritannien ab. Fonds sind weiter beliebt, wie Zahlen des Deutschen Fondsverbands BVI belegen. Für viele Anleger sollen es jedoch Fonds ohne britische Werte sein.

Europe ex-UK

Aus der EU sind, anders als in Großbritannien, zuletzt wieder vermehrt positive Nachrichten zu vernehmen. Die Inflation ist gestiegen. Der Präsident der Europäischen Zentralbank ist überzeugt, dass die Wirtschaft bald wieder stärker wachsen wird. Bei den Wahlen in Frankreich war die Beteiligung zwar gering, mit Emmanuel Macron hat sich aber immerhin ein Pro-Europäer durchgesetzt.

Die Anleger reagieren auf diese Stimmungsbilder. Fonds mit Aktien aus der Euro-Zone sind gefragt. Auf britische Werte möchten sie lieber verzichten. Fondsgesellschaften haben bereits passende Produkte parat: Fonds „Europe ex-UK“.

Schere zwischen EU und Großbritannien vergrößert sich

Gut erkennen lässt sich der Anlagetrend bei ETFs. Der MSCI Eurozone ETF hat seit Januar 3,5 Milliarden Euro neue Gelder einsammeln können. ETFs mit britischen Werten verzeichneten hingegen Abflüsse.

„Die beiden Regionen liefen schon immer separat, aber seit dem Brexit-Votum hat sich die Schere noch vergrößert“, zitiert das Handelsblatt den Portfolio-Manager Stephen Mitchell von der Fondsgesellschaft Jupiter Asset Management.

Und Ulrich Stephan, Chefanlagestratege für das Privat- und Firmenkundengeschäft bei der Deutschen Bank, kommentiert: „Unabhängig vom Brexit gibt es inzwischen einen merklichen Kontrast zwischen Großbritannien und Kontinentaleuropa.“


Quelle:

Handelsblatt – Brexit-Folgen

BVI -Pressemitteilung 13.06.2017