Robo Advisor Cashboard meldet Insolvenz an

Donnerstag den 11.05.2017 - Abgelegt unter: Brokernews, RoboAdvice

Der Robo Advisor Cashboard hat Insolvenz angemeldet. Der Anlagevermittler konnte seit seiner Gründung im Jahr 2014 mehrere Millionen Euro in Finanzierungsrunden einsammeln. Doch zuletzt scheint es ihm nicht mehr gelungen zu sein, die Investoren zu überzeugen. Anleger, die ihr Geld in ein Cashboard-Portfolio investiert haben, müssen jedoch keine Sorge haben: Es ist bei der Partnerbank ebase vor Zugriff geschützt.

Antrag am 10. Mai gestellt

Den Antrag für das Insolvenzverfahren hat Cashboard am 10. Mai gestellt am Amtgericht Charlottenburg gestellt. Als vorläufiger Insolvenzverwalter wurde der Rechtsanwalt Torsten Martini aus Berlin eingesetzt.[1]

Cashboard tritt als gebundener Agent im Sinne des § 2 Abs. 10 Satz 1 KWG ausschließlich unter dem Haftungsdach der HPM Hanseatische Portfoliomanagement GmbH auf und übernahm als solcher die Anlagevermittlung.

Das Depot, auf dem die Wertpapiere der Kunden liegen, wird bei einer Partnerbank, der European Bank for Financial Services GmbH (ebase) eröffnet. Dort liegt auch das eingezahlte Geld. Die ebase gehört zur Commerzbank-Gruppe. Sie ist von der Cashboard-Insolvenz nicht betroffen.

Cashboard hat auch keinen Zugriff auf das Vermögen bei der ebase. Depots zählen ohnehin nicht zu Insolvenzmasse.

Hoffen bei Cashboard auf Investoren

Bei Cashboard hofft man, dass es trotzdem auch in Zukunft weitergehen wird. Verhandlungen mit Investoren laufen noch, einige haben offensichtlich  bereitsUnterstützung signalisiert.[2]

Cashboard ist seit 2014 auf dem Markt. Es ist eine Marke der R.I.T. Refined Investment Technologies GmbH. Auch die ProSiebenSat1 Media AG ist an Cashboard beteiligt. In Finanzrunden konnte es mehrere Millionen Euro einsammeln. Außerdem gewann es 2014 den SevenVentures Pitch Day der NOAH Conference London.

Von anderen RoboAdvisors hob sich Cashboard unter anderem durch eine garantierte Verzinsung bei einem der drei angebotenen Portfolios ab. Verzinst wurde in Höhe von zwei Prozent p. a. für Einlagen von bis zu 10.000 Euro.

Andere Robo-Advisor feiern hingegen weiter Erfolge. So meldete der digitale Vermögensverwalter Scalable Capital zuletzt, dass inzwischen 200 Millionen Euro an Vermögen verwaltet werden.


Weiterführende Links

[1] Insolvenzbekanntmachung Amtsgericht Charlottenburg

[2] gruenderszene.de – Cashboard kämpft um seine Zukunft